Exif Daten: Aufgenommene Bilder von iPhone 6 oder Galaxy S4 – Alles nur Betrug?

Immer öfter liest man von Exif Daten, welche beispielsweise ein neues Smartphone* Modell bestätigen. Doch was genau sind Exif Daten und kann man ihnen vertrauen?

Digitalkameras, und somit auch Smartphones, speichern neben den reinen Bilddaten noch weitere Informationen. Dies sind die sogenannten Exif Daten. Diese Daten können beispielsweise Datum und Uhrzeit des Fotos, GPS Koordinaten und Belichtungszeit beinhalten. Auch der Kamerahersteller und das Modell wird in den Bildern gespeichert. In Windows kann man sich sehr einfach über die Bildeigenschaften die Exif Daten anzeigen lassen und mehr über die Erstellung des Fotos herausfinden.

Bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass man in Bildbearbeitungsprogrammen zwar die Daten angezeigt bekommt, jedoch nicht bearbeiten kann. Somit müsste man ihnen vertrauen und Schlüsse über neue Smartphone* Modelle ziehen können.

Aber wie so oft bei digitalen Dateien lassen sich auch die Exif Daten sehr einfach fälschen. Nimmt man einen Hex-Editor oder ein anderes für diesen Zweck erstelltes Programm ist es eine Sache von wenigen Sekunden die Daten beliebig zu ändern. Als ein Beispiel habe ich das obige Foto mit meinem Nexus 4 geknipst und mit einem Hex-Editor bearbeitet.

Die obere Bild zeigt die Datei vor der Bearbeitung, man sieht die Einträge LGE und Nexus 4. Jetzt kann man im einfachsten Fall durch simples Überschreiben die Daten ändern. Den Hersteller habe ich mit 1337 und das Modell mit AppDated ersetzt. Nach dem Speichern hat sich die Datei somit in nichts außer genau diesen beiden Einträgen verändert. Ruft man nun die Eigenschaften des Bildes auf sieht man die veränderten Einträge.

Das linke Fenster zeigt die Eigenschaften vor dem Bearbeiten, das rechte zeigt sie danach. Auf diese Art kann man ziemlich einfach falsche Informationen verbreiten. Es ist natürlich auch kein Problem ein Foto so zu verändern, dass es ein noch nicht auf dem Markt befindliches Modell zeigt. Ein Samsung* Galaxy S4 oder sonstige Smartphones sind somit kinderleicht zu fälschen.

Da die Auflösung auch in den Daten gespeichert wird können so sogar Aussagen über die Kamera im Smartphone* geschrieben werden. Geht beispielsweise das Gerücht rum ein zukünftiges Smartphone werde eine 12 Megapixel Kamera enthalten kann man schon wenige Minuten später den selbst erstellten Beweis als großen Leak ankündigen und hat somit die Aufmerksamkeit tausender Leser und die der anderen Blogger sicher.

Kann man also den Exif Daten vertrauen? Meiner Ansicht nach nicht. Es ist ein Kinderspiel solche Daten zu fälschen und die meisten Leser (und auch Blogger) schenken Gerüchten in ihrer Vorfreude zu viel Aufmerksamkeit. Das bisher geleakte Exif Daten oft die richtigen Werte genannt haben ist wohl meist dem ähnlichen Vorgehen aller Smartphone Hersteller und dem aktuellen Stand der Technik zu verdanken. Ein Smartphone mit einer 20 Megapixel Kamera wäre einfach für eine glaubhafte Fälschung zu unrealistisch und das aktuelle Top Geräte 8 oder 12/13 Megapixel Kameras bekommen liegt einfach daran, dass es der aktuelle Stand der Entwicklung ist.

Wenn ihr das Titelbild dieses Artikels herunterladet und euch die Exif Daten anschaut, werdet ihr es selbst überprüfen können. Genau dieses Foto (mit zuvor eingestellter QVGA Auflösung) habe ich nämlich zur Bearbeitung benutzt.