Ausführlicher Testbericht zum BlackBerry Z10

Einführung

Das Blackberry Z10 wurde am 30. Januar 2013 durch den kanadischen Hersteller Blackberry – ehemals Research in Motion – vorgestellt und soll das Unternehmen wieder auf die Erfolgsspur führen. Dabei geht Blackberry einen ganz eigenen Weg und verzichtet fast vollständig auf die Verwendung von Hardwarebuttons. Zeitgleich mit der Vorstellung des Smartphones wurde auch Blackberry OS 10 präsentiert, dass jetzt stärker denn je Privatanwender im Fokus hat.

An dieser Stelle möchten wir uns bei notebooksbilliger.de für das Testgerät bedanken!

Design, Haptik und Verarbeitung

Das Z10 besteht zum größten Teil aus Kunststoff, der haptisch gesehen aber sehr wertig ist und sich gut anfühlt. Die Vorderseite und die Seitenlinie sind bei unserem Modell in mattschwarz gehalten. Optisch erinnert es ein wenig an das Apple iPhone 5 oder auch HTC One, die auf der Vorderseite ähnlich strukturiert sind. Der Akkudeckel besteht ebenfalls aus Kunststoff, ist zudem leicht gummiert und strukturiert. Dadurch wird ein Weggleiten aus der Hand unterbunden.

Mit einer Breite von knapp 66mm, einer Höhe von 130mm und einer Dicke von 9mm ist das Blackberry Smartphone* kompakt und kann problemlos in Hosen-oder Gesäßtaschen verstaut werden. Auch das Gewicht von 137 Gramm liegt in einem guten Bereich.

Das Gerät wird in zwei Farbvarianten angeboten, zum Einen in der uns hier vorliegenden schwarzen Version, zum Anderen in Weiß. Der interne Speicher ist mit 16GB relativ knapp bemessen, kann aber mittels microSD Karte nochmals um 64GB vergrößert werden. Netto – nach Abzug des Betriebssystems – stehen dem User 11GB zur Verfügung. Der wechselbare Akku kann eine Kapazität von 1800mAh vorweisen und liegt damit eher im unteren Bereich der Highend-Smartphones.

Wie eingangs erwähnt, sind am Z10 nur wenige Hardwaretasten vorhanden. So finden wir im Kopf des Smartphones den Powerbutton und auf der rechten Seite die Lautstärkewippe. Etwas schwierig gestaltet sich das Handling des Powerbuttons, da er an einem ungewöhnlichen Ort platziert wurde. Dies kann vor allem beim Sperren bzw. Entsperren des Gerätes zu Verrenkungen führen.

Auf einen Homebutton, wie wir ihn von Android* Geräten oder auch Apples iPhone kennen, wurde komplett verzichtet. Zwischen der Lautstärkewippe finden wir einen Hardwarebutton, der den integrierten Sprachassistenten aktiviert oder als Play/Resume-Knopf für die Musikwiedergabe dient. Im Fuße des Smartphones ist lediglich eine Aussparung zur Entnahme des Akkudeckels vorhanden. Der Lautsprecher befindet sich ebenfalls dort, wurde jedoch fast unsichtbar integriert.

Auf der linken Seite wurden der microHDMI Ausgang und microUSB-Port verbaut. Letzterer dient zum Synchronisieren von Daten und zum Laden des Gerätes.

Hardware

Die 8MP Primärkamera ist in der oberen linken Ecke des Rückens plaziert, die 2MP Frontcam befindet sich oberhalb des Display* direkt neben der Notification LED. Hörmuschel, als auch Mikrofon wurden filigran ober- und unterhalb des Displays verbaut und fügen sich perfekt in das Gesamtbild ein.

Beim Prozessor setzt Blackberry auf einen Qualcomm Snapdragon S4 Dual-Core mit jeweils 1.5GHz pro Kern. Gemeinsam mit 2GB Arbeitsspeicher hat das Z10 leichtes Spiel mit Anwendungen. Neben WLAN a/b/g/n wurde weiterhin Bluetooth 4.0, NFC, GPS und ein LTE-Modem verbaut.

Der SAR-Wert beträgt 1.2 Watt pro Kg und liegt damit weit unterhalb des gesetzlichen Grenzwertes.

Display 

Das Display* des BB Z10 ist eines der Highlights dieses Gerätes. Es besitzt eine Diagonale von 4.2 Zoll, löst mit 1280 mal 768 Pixeln auf und hat ein Seitenverhältnis von 15:9. Die daraus resultierende Pixeldichte von 356 Pixel-per-Inch stellt selbst ein iPhone 5 in den Schatten. Die Schwarzwerte und die Kontraste sind für ein LCD-Panel auf sehr hohem Niveau und auch die Blickwinkel überzeugen auf ganzer Linie. Die Helligkeit sucht seinesgleichen und wird mit bis zu 700cd/m² angegeben.

Damit liegt die Helligkeit rund 300 cd/m2 höher als bei Konkurrenzprodukten.Damit einhergehend ist auch die Ablesbarkeit des Displays unter Sonneneinstrahlung noch als gut zu bezeichnen. Als einzigen Negativpunkt können wir die fehlende, manuelle Deaktivierung der automatischen Helligkeitsregulierung anführen.

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Makroaufnahme 

Kamera

In diesem Kapitel möchten wir auf die Kamera des Gerätes eingehen. Die Frontkamera löst mit 2MP auf und liefert ansehnliche Ergebnisse, für Videochats ist sie auf voller Breite geeignet.

Anders sieht es hingegen bei der 8MP-Primärkamera aus. Obwohl Blackberry die Kamera als “low-light-shot” fähig bezeichnet, kann insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen starkes Bildrauschen festgestellt werden. Aber auch bei Verwendung des Blitzes ist dieses Rauschen erkennbar. Bilder mit Tageslicht sehen hingegen gut aus und liegen auf unserer Bewertungsskala im guten Mittelfeld.

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Testbild bei Tageslicht 

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Testbild bei schlechten Lichtverhältnissen

Die Kameraapplikation kann sowohl vom Lockscreen, als auch von jedem Homescreen geöffnet werden. Die Kamera besitzt zwar einen Autofokus, jedoch nicht die Möglichkeit bestimmte Bereiche eines Bildes zu fokussieren. Die Auslöseverzögerung ist sehr gut und Bilder werden schnell hintereinander abgelegt.

In der Videokamerafunktion könnt ihr zwischen Aufnahmen in 1080p und 720p wählen. Auch ist es möglich einen Bildstabilisator zuzuschalten, der seine Aufgabe recht gut bewältigt. Ein entsprechendes Video mit den verschiedenen Funktionen der Kamera haben wir für euch eingebunden.

Software

Mit Blackberry OS 10 geben uns die Kanadier ein intuitives Betriebssystem an die Hand, das großes Potential besitzt. Während unseres Testes erhielt das Z10 bereits zwei Updates und wurde vornehmlich unter Versionsnummer 10.0.10.99 getestet. Dies verdeutlicht bereits jetzt die gute Updatepolitik von Blackberry.

Blackberry HUB

Viel wert wurde auf die Integration des Blackberry Hub gelegt in dem alle Nachrichten zusammenlaufen. Egal ob es sich um Anrufe, Nachrichten, Facebook-Erwähnungen oder Tweets handelt, hier findet ihr alles gebündelt an einem Ort. Was auf den ersten Blick sehr gut aussieht, überforderte mich aber manchmal, da alle Nachrichten erst visuell nach Konto gefiltert werden mussten.

Rechtseitig des Blackberry Hub finden wir das Multitasking Menü in dem die acht zuletzt aufgerufenen Apps abgebildet werden. Daran anschließend sind über mehrere Homescreens alle Apps gelistet.

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Aufgrund dessen, dass kein Homebutton implementiert wurde, werden Anwendungen mittels eines Wisches von unten nach oben minimiert. Anschließend werden sie im Multitasking-Menü abgelegt. Um Anwendungen ganz schließen zu können ist nur ein Touch auf den X-Button notwendig.

Die zweite Geste – und mit Sicherheit wichtigste – ist das Wischen vom unteren Bildschirmrand in die Mitte des Displays. Auf diese Art könnt ihr eingehende Nachrichten prüfen und wahlweise in den Blackberry HUB oder zurück in die Anwendung wechseln. Für einen Wechsel in den HUB müsst ihr den Wisch nach oben mit einer anschließenden Wischgeste nach rechts kombinieren.

DSC_0369Ähnlich wie bei Android* und auch IOS kann eine Bar herunter gezogen werden über die ihr grundlegende Einstellungen vornehmen könnt. So kann hier Bluetooth, Wifi oder die Displaysperre ein- oder ausgeschaltet werden, aber auch der Wechsel in die Einstellungen ist hierüber möglich.

Blackberry World

Eines der wichtigsten Themen bei der Verwendung eines Smartphones ist die Integration eines App Stores, oder wie es hier heißt, Blackberry World. Erst vergangene Woche konnte die 100.000er Marke der verfügbaren Apps geknackt werden und so kommen pro Monat einige tausend neue Anwendungen hinzu.

Doch bis zum jetzigen Zeitpunkt fehlen immer noch grundlegende Anwendungen wie Skype oder Ebay, die erst in den kommenden Wochen kommen sollen. Weiterhin ist es möglich über Blackberry World Musik zu beziehen.

Musik

Die Musikanwendung ist sehr schlicht gehalten, bietet aber dennoch die grundlegenden Funktionen. Im unteren Bereich werden Alben und Lieder nach folgenden Kategorien gelistet: zuletzt hinzugefügt, Bibliothek und Wiedergabeliste. Weiterhin ist eine Verlinkung zu Blackberry World gegeben über die weitere Musik gekauft werden kann.

Der Lautsprecher hat seinen Namen redlich verdient, Musikstücke können sehr laut, aber auch verzerrungsfrei wiedergegeben werden. Der Speaker wurde fast unsichtbar im Fuße des Smartphones integriert.

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Storymaker

Ein sehr nettes Feature ist der Storymaker, der ein wenig an HTC Zoe erinnert. Auch hier werden kurze Videoclips aus Bildern und/oder Videos zusammengefügt und mit Musik unterlegt.

Weiterhin ist es möglich verschiedene Szenen auszuwählen, die den ausgewählten Inhalt auf verschiedenste Art und Weise zusammenstellen. So kann das Video auf alt getrimmt oder in schwarz-weiß wiedergegeben werden. Auch ist es möglich eigene Musikstücke als Hintergrundmusik zu definieren.

Sprachassistent

Kommen wir zu integrierten Sprachsteuerung beim Blackberry Z10. Ob hier ein Konkurrent zu Google Voice Search oder Siri auf die Beine gestellt werden sollte, ist mir leider nicht bekannt. Doch die Sprachsteuerung beim Z10 ist mit den vorgenannten Diensten nicht vergleichbar. Das gesprochene Wort wird wesentlich schlechter erkannt, die Sprache wir oft falsch gedeutet und Ergebnisse werden lediglich im Web ausgegeben.

So ist es möglich, dass man öfters nach einem Begriff suchen muss. Die Sprachsteuerung kann entweder über die Anwendung direkt oder über einen Hardwarebutton gestartet werden. Dieser befindet sich mittig der Lautstärkewippe.

Performance & Akkulaufzeit

Die Leistung des Blackberry Z10 kann im alltäglichen Gebrauch als absolut ausreichend bezeichnet werden. Anwendungen werden schnell geöffnet, der Wechsel beim Multitasking funktioniert einwandfrei und auch Spiele lassen sich ohne Probleme wiedergeben. Auch wenn noch nicht alle Spielehits vorzufinden sind, sind mit Ripetide GP, Nova 3 und Angry Birds Star Wars schon Bestseller von anderen Plattformen vorhanden. Zu keinem Zeitpunkt hatten wir das Gefühl, dass das System träge ist und auch Abstürze von Anwendungen waren Fehlanzeige.

Anfangs ging ich kurz auf die relativ kleine Batterie beim Z10 ein. Und nach einigen Testtagen können wir dem Blackberry Z10 lediglich einen durchschnittlichen Wert attestieren, denn ggü. Konkurrenzprodukten ist die Batterielaufzeit deutlich schlechter. So war es nicht möglich das Gerät mit einer Akkuladung durch einen Arbeitstag zu bringen, ohne es zwischendurch an die Dose zu hängen.

In der Regel war der Akku nach 6-7 Stunden leer gesaugt. Dabei synchronisierte ich stündlich zwei Emailkonten, schrieb einige Nachrichten und hielt mich bei Facebook und Twitter auf dem Laufenden. Funktionen wie Telefonieren und Surfen gehörten natürlich auch zum Testparcour.

Fazit

Die verbauten Hardwarekomponenten und auch das Display* sind im Spitzenbereich angesiedelt. Auch die Software bietet sehr gute Ansätze, Multitasking wurde gut umgesetzt und das OS ist intuitiv bedienbar. Der wechselbare Akku und die Erweiterung des internen Speichers können ebenfalls als Pluspunkte gezählt werden.

Abstriche müssen hingegen bei der Kamera und dem Akku gemacht werden, denn beide Komponenten entsprechen nicht Highend-Komponenten. Weiterhin bietet der App-Store zum jetzigen Zeitpunkt noch zu wenig Anwendungen. Wer diese Punkte ignorieren kann, sollte sich das BBZ10 auf jeden Fall anschauen, denn es ist ein tolles Smartphone*.

Ob das Blackberry Z10 eine Kaufempfehlung ist? Wem die die hier aufgeführten Negativpunkte kein Dorn im Auge sind, würde ich zu einem klaren „Ja“ tendieren. Alle anderen sollten sich bei der Konkurrenz umschauen oder zumindest das Gerät für einige Tage testen.

Wir danken notebooksbilliger.de für das Testgerät

notebooksbilliger.de/smartphone



  1. Mac

    Hallo schöner Bericht. Bis auf den Akku kann ich es eigentlich so unterstreichen, denn ich habe 4 Mailkonten auf PUSH + SMS/whatsapp + Surfen + wenig telefinieren komme locker auf 2 Tage (überwiegend im w-LAN & ohne Gestenaktivierung) und knapp 2 Tage im 3G Modus.
    Bei nur 6 Stunden Laufzeit kann es sein (analog zum PlayBook) das man von PUSH auf manuellen Sync stellen muss … Neustarten und wieder auf PUSH stellen. Dann ist eine massive Laufzeitsteigerung drin und der Akkudrain ist weg.

  2. Jens

    Ich finde das Handy ganz gut. Ich denke es wird mit seinen Konkurrenten von Samsung von Apple gut fertig werden.
    Klar, es hat noch ein paar Bugs, aber die werden bestimmt bald von BlackBerry beseitigt. So vermuten sie es auch auf http://www.testninja.de/blackberry-z10-test/ .
    Der Nachteil an dem Handy ist aber, so glaube ich, der nicht alt zu vielfältige Appstore. Immerhin haben alle die Apps von Android und IOS. Dann ist es bestimmt nicht sehr toll, wenn sich zum Beipiel alle gerade über die neusten Apps unterhalten und man selbst nur daneben stehen und nichts dazu sagen kann.


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