Review zum Samsung Galaxy S4: Das beste Smartphone des Jahres?!

Einleitung

Samsung* konnte im letzten Jahr einen enormen Hype rund um die Galaxy-Reihe erzeugen und hat sich mittlerweile zum wichtigsten Smartphone*-Hersteller weltweit gemausert. Das Unternehmen hat Apple mit Leichtigkeit überholt und erzielte mit dem Galaxy S3 sowie dem Galaxy Note 2 einen riesigen Erfolg. Es ist also kein Wunder, dass die Blogosphäre schon vor der Präsentation verrückt gespielt hat und die Kundschaft das neue Flaggschiff des südkoreanischen Konzerns sehnlichst erwartet hat. Die endlosen Spekulationen haben die Vorfreude natürlich auch bei mir geweckt, aber auch gleichzeitig eine gigantische Erwartungshaltung an das Smartphone* erzeugt. Im Vorfeld wurde die neue Generation in höchsten Tönen gelobt und abermillonen verkaufte Geräte wurden angepriesen.

Es war also im Grunde unausweichlich. Wie im letzten Jahr beim iPhone 5 musste Samsung* nun die Kritik der Medien spüren, die sich beispielsweise über die Materialwahl oder das „fast gleichbleibende“ Design ausgelassen haben. Nichtsdestotrotz wird Samsung* einen weiteren Erfolg hinlegen und mit großer Sicherheit neue Rekorde einheimsen, obwohl die Konkurrenz, in Form von Sony und HTC, in diesem Jahr größer ist als jemals zuvor.

Wir haben uns das neue High-End-Smartphone* einmal genauer angeschaut und in den letzten Wochen auf Herz und Nieren getestet. Das Ergebnis findet ihr in diesem ausführlichen Testbericht, der euch über die Vor- und Nachteile aufklärt, aber auch den schier unermesslichen Funktionsumfang des Smartphones näher erläutert.

An dieser Stelle danken wir notebooksbilliger.de für das Testgerät!

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Mein erster Eindruck

Der erste Eindruck prägt bekanntlich den Gesamteindruck. Das Auspacken muss einen Aha-Effekt auslösen, um mein Interesse zu wecken und Samsung konnte das durchaus bewerkstelligen. Normalerweise benutze ich mein iPhone 5 als Hauptsmartphone und bin ein kleiner Verfechter der 4 Zoll-Displays. Mir ist es persönlich sehr wichtig, dass ich das Gerät mit einer Hand komfortable bedienen kann und so hatte ich ehrlich gesagt auch die ein oder anderen Vorurteile gegenüber dem neuen Samsung-Smartphone mit einem 4,99 Zoll großem Display*. Diese Vorurteile wurden aber schnell zerstreut, denn das Gerät liegt ausgesprochen gut in der Hand und die Bedienung fällt mir trotz des riesigen Displays auch mit einer Hand nicht besonders schwer. Klar, es gibt die ein oder anderen Situationen, wo ich mich etwas verrenken muss, aber für ein Smartphone in dieser Größenordnung hat es überraschenderweise sehr gut funktioniert, sogar besser als beim Samsung Galaxy S3 und HTC One, was wiederum mit der geringeren Dicke zu tun hat. Das Samsung Galaxy S4 hat mich also vom ersten Moment an begeistert.

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Lieferumfang

Normalerweise ist die Verpackung nicht gerade erwähnenswert, aber Samsung hat sich auch bei dieser Komponente etwas anderes ausgedacht und schlägt damit einen neuen Weg ein. Die komplette Verpackung besteht aus einem recycelbarem Material, welches einen Holz-Look besitzt und mit Tinte aus Sojabohnen bedruckt ist. Das Ganze ist also komplett umweltfreundlich, außer natürlich die elektronischen Gerätschaften im Inneren. Ansonsten beinhaltet die Pappschachtel natürlich das Samsung Galaxy S4, ein microUSB-Kabel, einen Netzadapter, ein Headset und ein durchaus nett gemachtes Handbuch*, welches für Anfänger sicherlich brauchbar sein kann.

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Technische Daten

  • Bildschirm 4,99 Zoll FullHD Super AMOLED

  • Auflösung 1920 x 1080 Pixel und 441 ppi

  • Prozessor Snapdragon 600 Quad-Core-Prozessor mit 1,9 GHz

  • Arbeitsspeicher 2 Gigabyte

  • Verbindungen LTE (800/850/900/1.800/2.100/2.600 MHz), HSPA, UMTS, 802.11 a/b/g/n/ac Wi-Fi (802.11n 2,4 GHz und 5 GHz), Bluetooth 4.0, NFC

  • Speicherplatz 16 GB (9 GB frei verfügbar)

  • Rückkamera 13 Megapixel, LED-Blitz, 1080p-Videos Frontkamera 2 Megapixel, 1020p-Videos

  • Sensoren Gyrosensor, Gestensensor, Beschleunigungssensor, Annäherungssensor, Umgebungslichtsensor, Geomagnetischer Sensor, Thermometer / Hygrometer, Barometer, Hall-Geber, RGB-Lichtsensor

  • Akku 2600 mAh, Standby bis zu 370 Std, Gesprächszeit bis zu 17 Std

  • Betriebssystem Android* 4.2.2 Jelly Bean mit Nature UX 2

  • Ausmaße 136.6 x 69.8 x 7.9 mm

  • Gewicht 130 Gramm

  • Preis 599€ bei notebooksbilliger.de

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Design, Verarbeitung und Haptik

Wie anfangs kurz erwähnt, muss sich Samsung momentan für den Einsatz von Polycarbonat rechtfertigen. Das Samsung Galaxy S4 besteht wie der Vorgänger komplett aus diesem Kunststoff und wird deswegen des Öfteren als “billig” bezeichnet. Im Hinblick auf die Konkurrenz, die auf Glas und Aluminium in ihren neusten Flaggschiffen gesetzt haben, ziehen die Südkoreaner eindeutig den Kürzeren. Das Polycarbonat hat aber auch seine Vorteile und mich persönlich stört es auf Grund der hervorragenden Haptik fast gar nicht. Das Gerät liegt durch die leichten Abrundungen auf der Rückseite ausgesprochen gut in der Hand und vermittelt definitiv nicht den Eindruck eines “billigen” Smartphones. Der Power-Button ist perfekt positioniert und erlaubt eine einfache Bedienung. Die Lautstärkewippe ist dagegen für meinen Geschmack etwas zu hoch angesiedelt und müsste ein Stück runter rutschen, um die Lautstärke auch mit nur einer Hand ohne Verrenkungen zu steuern. Der physische Home-Button rundet das Paket ab und ist meiner Meinung nach eine gute Ergänzung, die ich bei der täglichen Bedienung nicht mehr missen möchte und mir beispielsweise beim HTC One fehlt. Die Verarbeitung stimmt darüber hinaus ebenfalls. Es knarzt nichts, die Buttons wackeln nicht und haben keinen Spielraum. Die Druckpunkte sind gut gelegt, wobei erneut die Lautstärkentasten etwas zu wenig Feedback geben.

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Das Design wurde ebenfalls von vielen Medien als Kritikpunkt gesehen. Samsung wurde angekreidet, dass das Aussehen nur leicht überarbeitet wurde und kein komplett neues Design hervorgebracht wurde. Aus meiner Sicht hat sich aber viel getan und das Gesamtprodukt wurde an vielen Stellen optimiert, die mir beim Vorgänger nicht gefallen haben.

Erstens hat sich Samsung endlich für “eine” Farbegebung entschieden. Bei dem Samsung Galaxy S3 in Pebble Blue wurden drei Farbtöne verwendet, die an verschiedenen Ecken und Kanten des Gehäuses zum Einsatz gekommen sind. Dazu kommt auch noch der überaus häßliche violette Home-Button, der das Ganze noch verschlimmert hat. Ich wüsste wirklich gerne, wer diesen Mist verbockt hat, aber egal. Samsung hat sich zum Glück eine andere Farbgestaltung einfallen lassen und sowohl eine weiße als auch eine schwarze Version auf den Markt gebracht. Wir haben das schwarze Modell als Testgerät erhalten und ich persönlich finde das neue Design sehr gelungen, das ist aber wie alles im Leben Geschmacksache. Die Rückseite hat eine neue Struktur bekommen, die eine schwarze Hintergrundfarbe sowie silberne Punkte beinhaltet und laut Samsung an einen Sternenhimmel erinnern soll. Auf der Vorderseite ist die Struktur auch vorhanden, wobei hier die Punkte schwarz gestaltet sind, um wahrscheinlich nicht von dem Display* abzulenken. Die Front wird von einem silbernen Rahmen umschlossen, der etwas über das Display* ragt und für zusätzlichen Schutz vor Kratzern sorgt. Die Seiten, welche ebenso aus Kunststoff bestehen, besitzen einen gebürsteten Aluminium-Look, der das Smartphone sozusagen abrundet. Samsung hat sich also dieses Mal auf zwei Farben pro Variante beschränkt und uns zum Glück kein Wirrwarr wie beim Galaxy S3 vorgesetzt.

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Zweitens hat sich Samsung bei der neuen Generation auch von der gewölbten Form verabschiedet und eine ebene Rückseite gewählt. Die Abrundungen an den „Ecken“ sind ebenfalls nicht so stark ausgeprägt wie beim Vorgänger. Das Smartphone wirkt dadurch etwas erwachsener und nicht mehr so verspielt wie vorher.

Alles in allem kann man sich ganz und gar nicht beschweren und bekommt für sein Geld ein durchdachtes sowie meiner Meinung nach schönes Smartphone. Die Materialwahl sowie das Design sind Geschmacksache. Ich persönlich sehe aber keinen großen Nachteil an dem Gehäuse und das Design gefällt mir deutlich besser als das des Vorgängers.

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Display

Das Display ist wohl eines der Highlights beim Samsung Galaxy S4. Alleine die Bezeichnung lässt bei jedem Geek das Herz höher schlagen. Samsung setzt bei dem neusten Flaggschiff auf ein 5 Zoll großes Full HD Super AMOLED Display. Kräftige Farben, gestochen scharfe Darstellung und die bekanntlich perfekten Schwarzwerte sind Pluspunkte des Displays.

Anfangs hat die Blogosphäre mal wieder über die PenTile-Matrix beschwert, die bei dem Samsung Galaxy S4 zum Einsatz kommt. Im Gegensatz zu einer RGB-Matrix, die beispielsweise im HTC One oder iPhone 5 verwendet wird, bei der ein Pixel drei Subpixel (Rot-Grün-Blau) besitzt, weißt eine PenTile-Matrix hingegen für zwei nebeneinanderliegende Pixel aber nur insgesamt vier Subpixel auf (Rot-Grün-Blau-Grün). In der Vergangenheit hat das zu Ausfransungen bei Texten oder geraden Linien gesorgt. Nach einem ersten Blick auf das Display ist die verwendete Pixel-Struktur allerdings wieder vergessen. Die Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln und somit eine Pixeldichte von 441 Pixel pro Zoll macht die Diskussion über die PenTile-Matrix hinfällig. Das Display ist gestochen scharf und man kann bei bestem Willen keinen einzigen Pixel erkennen. Ein Fransen bei Texten konnte ich ebenfalls nicht feststellen.

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text-vergleichDarüber hinaus hat Samsung auch an der Helligkeit gearbeitet. Das Samsung Galaxy S3 erreicht laut Angaben von Displaymate 251 cd/m2, der Nachfolger dagegen kann sich über einen Wert von 313 cd/m2 erfreuen. Diesen Unterschied merkt man deutlich. Im Vergleich ist das Samsung Galaxy S4 trotzdem nicht so hell wie die Konkurrenz, das iPhone 5 kommt auf 556 cd/m2 und das HTC One auf 408 cd/m2. Die Blickwinkel des Displays sind wie gewohnt hervorragend, wobei ein leichter Blaustich bei seitlicher Betrachtung zu erkennen ist, das stört mich persönlich aber gar nicht.

Einzig und allein negativ ankreiden muss ich den Praxistests bei Sonneneinstrahlung. Bei diesem Fall können Inhalte auf dem Display nur schwer abgelesen werden. Das Ganze spiegelt enorm und im Vergleich zum iPhone 5 war das im Grunde nicht zumutbar.

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Ausstattung

Die deutsche Version des Samsung Galaxy S4 kommt nicht wie vorher angenommen mit dem neuen Samsung-Prozessor, dem Exynos 5 Octa, sondern mit dem Snapdragon 600 Quad Core-CPU von Qualcomm. Auf der Consumer Electronic Show in Las Vegas hat Samsung den neuen Octa Core-Prozessor basierend auf der big.Little ARM-Architektur vorgestellt und enormen Beifall für die Entwicklung bekommen. Diese Variante wird es wohl aber nie nach Deutschland schaffen, was ärgerlich ist, denn dieser Prozessor ist von der Leistung etwas potenter als der Snapdragon-CPU und gleichzeitig energieeffizienter. Nichtsdestotrotz verfügt der Snapdragon 600 mit 1,9 GHz genügend Power um das Smartphone zu betreiben und der Adreno 320 GPU kann jegliche Spiele ruckelfrei darstellen. Daneben verfügt das High-End-Smartphone über einen Arbeitsspeicher von zwei Gigabyte und einen internen Speicher von 16 GB. Letzteres ist allerdings etwas abgespeckt, denn der Benutzer kann nur 9,15 Gigabyte von den 16 Gigabyte verwenden. Das Betriebssystem, die vorinstallierten Apps und die tausenden Funktionen des Smartphones schlagen hier zu Buche. Eine microSD-Karte ist jedoch vorhanden, die aber nur für Musik, Videos und andere Inhalte genutzt werden kann. Apps können nur auf dem internen Speicher, jedenfalls ohne Root-Rechte, installiert werden. Dazu gibt es noch einen 2600 mAh großen Akku, LTE, NFC, eine Reihe von Sensoren und eine 13 Megapixel-Kamera auf der Rückseite sowie eine 2 Megapixel-Kamera auf der Front. Eine Notification LED, die zur Benachrichtigung von SMS und anderen Nachrichten dient, ist ebenfalls vorhanden. Als kleines Extra verfügt das Samsung Galaxy S4 über einen Infrator-Sender, der die Steuerung des Fernsehers, der HiFi-Anlage oder anderen Geräten bewerkstelligt.

Neben der Prozessorwahl ist noch negativ zu erwähnen, dass ein FM-Radio fehlt. Bislang hat Samsung in jedem Galaxy S-Modell auf ein internes Radio gesetzt, was bei dieser Generation erstmalig wegfällt. Hier muss der Benutzer also auf Internet-Radio setzen.

Software

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Touchwiz

Der Fokus wurde eindeutig auf die Software gesetzt, das hat man bereits während der Präsentation gemerkt. Die technischen Spezifikationen wurden nur am Rande erwähnt, die tausenden Funktionen wurden aber detailliert und in Broadway-Manier vorgestellt. Nun aber zu meinen Eindrücken von der Software.

Das Samsung Galaxy S4 läuft mit der Android*-Version 4.2.2 Jelly Bean, welche durch die TouchWiz-Oberfläche ergänzt wird. Die so genannte Nature UX 2 hat nicht nur ein komplett neues Aussehen auf das Smartphone gebracht, sondern auch eine Reihe von Funktionen, die wir uns in den nächsten Sektionen einmal näher anschauen werden. Im Grunde lässt sich nicht mehr erkennen, dass hinter der Software noch Android* steckt. Samsung verändert immer mehr und mehr das Grundsystem, um ein eigenes Branding zu erzeugen.

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Die schiere Anzahl der Features ist allerdings auch nachteilig. Zum einen überfordern die verschiedenen Bezeichnungen von Samsung den ungeübten Benutzer, der im Grunde gar nicht weiß, was sich dahinter verbirgt. Zum anderen wurde dadurch das Einstellungsmenü enorm aufgeblasen und musste sogar in vier verschiedene Bereiche aufgeteilt werden. “Verbindungen”, “Mein Gerät”, “Konten” und “Optionen”. Die Funktionen sind in den unterschiedlichen Menüs verstreut und man benötigt erstmal eine Eingewöhnungsphase um sich zurechtzufinden. Ab und an sind einige Features sogar in mehreren Unterebenen des Menüs versteckt, was die Benutzerfreundlichkeit und die Übersicht erheblich verschlechtert.

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Der Sperrbildschirm wurde ebenfalls verändert. Das Samsung Galaxy S4 kann, falls man keinen PIN-Code oder Ähnliches eingestellt hat, per Wischgeste entsperrt werden. Dieses Vorgehen wird von einer Art Sonnenstrahl-Effekt begleitet, der durchaus ansehnlich ist. Des Weiteren kann der Sperrbildschirm mit Widgets erweitert werden, die durch einfaches Wischen nach links oder rechts aufgerufen werden können. Kamera, oft verwendete Apps, Kalender, Wetter, E-Mails und vieles Mehr kann direkt über den Sperrbildschirm aufgerufen bzw. angezeigt werden.

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Die Notification Bar hat Samsung zum Positiven gewandelt. Die Vorschau- und Teilen-Funktionen von Android 4.2.2 wurden übernommen und zusätzlich gibt es die Schnelleinstellungstasten, die beispielsweise das WLAN, GPS, Bluetooth und jegliche andere Features deaktivieren und aktivieren können. Das Ganze kann in den Einstellungen auch noch nach Belieben sortiert werden. Die Helligkeit kann übrigens auch justiert werden.

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Der App Drawer ist erneut aufgeteilt in Apps und Widgets. Es bietet eine Auflistung der installierten Apps und vorhandenen Widgets an, wobei man zwischen anpassbarem, alphabetischem Raster sowie alphabetischer Liste wechseln kann. Die Deinstallation von Apps wird übrigens auch über diesen Bereich geregelt und ist meiner Meinung nach nicht gerade intuitiv gelöst.

Die Samsung-Tastatur habe ich nebenbei noch schnell in Rente geschickt. Die Benutzung war einfach nicht komfortabel, ich habe öfters die Leertaste verfehlt und meine Rechtschreibung hat ungemein gelitten. Meiner Meinung nach einer der größten Nachteile in der Samsung-Software. Ich habe mich dann für Swiftkey als Alternative entschieden.

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Daneben stört auch die Galerie enorm. Bei der Einrichtung von verschiedenen Accounts (Facebook,Google usw.) werden automatisch zahlreiche Alben geladen. Das verschlechtert die Öffnungszeit der Galerie und kann bei einer Vielzahl von Fotos auch zu Abstürzen führen. In den Einstellungen können die ungewollten Alben aber zum Glück ausgeblendet werden.

Alles in allem hat Samsung ordentlich in die Entwicklung der eigenen Software-Oberfläche investiert und dabei sowohl positive als auch negative Aspekte hervorgebracht. Insgesamt macht die Benutzung der Oberfläche aber Laune und an die kleinen Nachteile kann man sich schnell gewöhnen. Die zahlreichen Samsung-Apps (25 an der Zahl), die vorinstalliert sind, lassen sich übrigens größtenteils (nur 6 Stück) nicht entfernen.

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AirView

Die Funktion “Air View” ist eines der Alleinstellungsmerkmale des Samsung Galaxy S4, die das Unternehmen besonders bewirbt. Diese Methode ist im Grunde schon von der Note-Reihe bekannt, jedoch wird im neusten Flaggschiff kein S-Pen benötigt, sondern einzig und allein der menschliche Finger. Air View erlaubt das Anzeigen von zusätzlichen Informationen oder einer Vorschau von Inhalten, wenn man den Finger über den Bildschirm schweben lässt. In der Galerie werden Vorschaubilder von Alben angezeigt, der Fortschrittsbalken im Video-Player kann durch zusätzliche Miniaturbilder ergänzt werden, Ausschnitte von E-Mails können ohne das Öffnen der kompletten Nachricht gelesen werden und Webseiten lassen sich vergrößern. Das Ganze funktioniert allerdings nur bei den originalen Apps, bei Gmail und Chrome kann man das Feature beispielsweise nicht nutzen. Eine API für Entwickler steht aber auch zur Verfügung und könnt in Zukunft verwendet werden.

In der Praxis funktioniert das Ganze auch relativ gut, hat aber nur einen geringen Mehrwert. Die Ausschnitte der E-Mails sind zum Beispiel zu kurz und aus diesem Grund ziemlich unbrauchbar. Die Vorschaubilder der Alben sind ganz nett anzuschauen, ein Öffnen des Albums ist aber in der gleichen Zeit bewerkstelligt und ermöglicht meiner Meinung nach eine bessere Übersicht. Insgesamt nur eine nette Spielerei, die aber im Alltag nur geringe Vorteile mit sich bringt.

Smart Screen

“Smart Stay” und die “intelligente Drehung” ist bereits vom Vorgänger bekannt und wurde in der neusten Generation mit zwei weiteren Funktionen versehen. “Smart Pause” kommt bei Videos zum Einsatz und hält die Clips an, wenn man nicht mehr auf das Display schaut. Das Video wird dann automatisch abgespielt, wenn die Frontkamera das Gesicht des Benutzers erkennt. Ich konnte mich mit der Funktion nicht anfreunden, versteht mich nicht falsch, Smart Pause hat sehr gut funktioniert, stört aber auf Dauer ernorm. Bei einem Blick auf die Uhr stoppt schon das Video und falls man YouTube nur zum Musikhören nutzt, muss Smart Pause erst einmal umständlich über die Einstellungen deaktiviert werden. Ein Schnelleinstellungsicon in der Notification Bar fehlt nämlich für diese Funktion.

Bei “Smart Scroll” können Seiten und E-Mails über die Neigung des Kopfes oder des Gerätes gesteuert werden. In mehrfachen Tests hat das aber nur sporadisch funktioniert. In schlechten Lichtverhältnissen braucht man es erst gar nicht probieren. Viel wichtiger ist für mich die Frage nach dem Sinn von Smart Scroll. Ich halte das Smartphone ohnehin in der Hand, warum sollte ich also nicht meinen Daumen verwenden, um durch Texte zu scrollen. Das andauernde Kopfneigen ist einfach zu umständlich und bringt keinen Mehrwert mit sich. Zum Beeindrucken von Freunden reicht es aber immerhin.

Bewegungen und Gesten

Die dritte Funktion, welche sich ebenfalls mit der berührungslosen Interaktion mit dem Smartphone beschäftigt, dreht sich rund um Gesten bzw. Bewegungen. Die Hand kann verschiedene Funktionen starten oder Aktionen ausführen. Bei ausgeschaltetem Bildschirm kann “Quick Check” per Handgeste über das Display aufgerufen werden und zeigt wichtige Informationen (Uhr, Benachrichtigungen und Akku) an. “Air Browse” ermöglicht durch eine Handbewegung über dem Sensor nach links oder rechts zwischen verschiedenen Elementen zu wechseln. In einer Galerie kann so beispielsweise zwischen Bildern hin und her navigiert werden. Mit “Air Call-Accept” kann ein Anruf einfach nur durch eine Geste angenommen werden.

Die meisten Unterfunktionen der Gestik-Steuerung sind vorwiegend nicht zu gebrauchen und nur weitere Spielereien. “Quick Check” ist jedoch die Ausnahme und kommt bei mir immer wieder zum Einsatz. Kleines Extra, das Samsung Galaxy S4 kann ebenfalls mit dünnen Handschuhen bedient werden.

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S Translator

Samsung hat nicht nur neue Software-Funktionen ins Spiel gebracht, sondern auch viele Apps mitgeliefert, die verschiedene Dienste ersetzen. Eine der vielen Samsung-Anwendungen ist S Translator. Diese App kann Sätze in neun Sprachen übersetzten, die entweder per Tastatur oder per Sprache eingegeben werden. Die Übersetzung kann daraufhin auch vorgelesen werden und ermöglicht so eine verzögerte Kommunikation. Der gesprochene Text ist dank Sprachpaket sogar recht akzeptabel, jedoch wird für die Übersetzung immer eine Internetverbindung benötigt.

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S Health

Die nächste App im neuen Sortiment der Südkoreaner. Samsung verkauft das Galaxy S4 als so genannten “Life Companion” und bietet aus diesem Grund auch eine Gesundheitsapp an, um die eigenen Bewegungen, die Ernährung sowie den Schlaf aufzuzeichnen. Die App ermöglicht das Zählen von Schritten und kann mit etwas Administrationsaufwand auch die tägliche Ernährung archivieren. In Kombination mit dem S Band, welches wohl im Juni erscheinen wird, erlangt die App aber erst seinen wirklichen Nutzen und wertet dann die Aufzeichnungen des Fitness-Armbands aus.

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Samsung Hub

Einen eigenen App Store liefert Samsung natürlich auch noch mit. Der Samsung Hub kombiniert verschiedene Bereiche wie Apps, Spiele, Musik, Videos und Bücher in eine Anwendung, verweißt aber im Grunde nur auf die eigenständigen Apps, die auch im App Drawer vorzufinden sind. Das Angebot ist nicht gerade berauschend und ist für mich persönlich auch etwas überflüssig. Einziger Vorteil sind die gelegentlichen Schnäppchen, die der Samsung Hub hervorbringt.

Text- & Bildscanner

Der Text- & Bildscanner ist eine weitere App im Repertoire von Samsung und ermöglicht das Scannen von Text und QR-Codes. Die App ermöglicht das direkte Übersetzen von Texten mit der Kamera. Es muss nur ein Wort zentriert werden und die Übersetzung wird auf dem Display angezeigt. Die Funktion kann auch mit einem Foto durchgeführt werden, ein kompletter Text kann so fotografiert und übersetzt werden. QR-Codes können daneben auch eingelesen werden.

Die Ausführung hat in meinen Tests sehr gut funktioniert und konnte auch im Flugzeugmodus durchgeführt werden, das entsprechende Sprachpaket natürlich vorausgesetzt. Auf Reisen sollte man sich also vorher mit den jeweiligen Sprachpaketen eindecken, um von der Live-Übersetzung auch ohne mobilen Internetzugang zu profitieren.

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Story Album

Als Nächstes ist Story Album an der Reihe. Mit dieser App kann man geschossene Fotos in ein Fotoalbum packen und per E-Mail verschicken oder über einen Dienst ausdrucken lassen. Die Umsetzung ist allerdings nicht so mein Fall. Die Erstellung funktioniert ohne Probleme, aber das Design der Alben ist einfach nicht ansprechend. Es sieht ziemlich lieblos und zusammengewürfelt aus.

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WatchOn

Das Samsung Galaxy S4 verfügt wie schon erwähnt über einen Infrarot-Sender, der für die Bedienung von Fernseher oder HiFi-Anlage genutzt werden kann. Die App WatchOn ist das passende Gegenstück zum Infrarot-Sender und ermöglicht sowohl das Einrichten der Geräte als auch die Bedienung.

Ich habe WatchOn einmal mit einem LCD-Fernseher und Receiver verwendet, beide stammen übrigens von Samsung. Die Einrichtung ist im Grunde nicht weiter schwierig, die App probiert verschiedene Profile aus und man muss als Benutzer angeben, ob sich etwas “getan” hat. Hört sich unproblematisch an, aber wenn die App mehr als 100 Profile durchgehen muss, bis das verwendete Modell gefunden wurde, löst das schon ein bisschen Frustration aus. In meinem Fall habe ich locker 20 Minuten mit der Einrichtung verbracht, bis die App bzw. der Sensor endlich meinen Receiver erkannt hat.

Danach zeigt die App die laufenden Sendungen an und mit einem Tipp auf das jeweilige Vorschaubild springt der Fernseher bzw. der Receiver automatisch auf den entsprechenden Sender. Im Vorfeld sollte man aber die Auswahl der Sender begrenzen, eine Vielzahl kann ich nämlich mit meinem Paket gar nicht empfangen. Ansonsten können die TV-Geräte aber auch über eine “Fernbedienungs”-Oberfläche mit den gewohnten Tasten für Programme und die Lautstärke gesteuert werden.

Insgesamt ist WatchOn durchaus sinnvoll und hat meine Coach von zwei Fernbedienungen befreit. Es bringt einen Mehrwert mit sich und wird von mir regelmäßig genutzt, nur die Einrichtung hat mich anfangs abgeschreckt.

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Group Play

Als Letztes im Bunde möchte ich noch auf Group Play eingehen. Das Samsung Galaxy S4 baut bei dieser Funktion ein eigenes WLAN-Netzwerk auf, in dem sich andere Galaxy S4s einklinken können (zum Beispiel per NFC). Daraufhin können Bilder, Dokumente und auch Musik auf den anderen Geräten gestreamt bzw. übertragen werden. Kürzlich geschossene Fotos können so beispielswiese direkt der Familie präsentiert werden. Die Funktion erlaubt auch das Streamen von Musik auf mehrere Exemplare. Es werden also zukünftig gleich mehrere Lautsprecher den neusten Rap durch die Bahn jagen.

Des Weiteren können auch Spiele im erstellen Netzwerk auf mehreren Geräten gespielt werden. Die Auswahl ist allerdings extrem begrenzt, es stehen nur zwei Spiele zur Verfügung, die von Group Play unterstützt werden. Da dürfte aber in Zukunft noch mehr kommen.

Performance

In der Praxis kann der Snapdragon 600 mit 1,9 GHz mehr als überzeugen. Apps öffnen sich geschwind, die Animationen werden ohne Ruckler dargestellt und die Reaktionsgeschwindigkeit ist sehr flott. Der Prozessor bringt ebenfalls die nötige Power mit sich, um alle Games, die derzeit im Google Play Store zur Verfügung zu stehen und in den nächsten zwei Jahren noch rauskommen, ohne Probleme auszuführen.

In einigen Situationen gab es allerdings ein paar Ruckler bzw. Denkpausen, die nach einiger Zeit ziemlich stören sind, aber anfangs nur sehr selten vorkamen. Des Weiteren hakt auch der Wechsel zwischen Apps über den Multitaskingbereich. Nach nun zwei Wochen dauertesten scheinen die Ruckler jedoch häufiger aufzutreten. Ich habe ebenfalls manchmal kleine Hänger bei der Tastatur (Swiftkey) bemerkt, die mich ungefähr eine Sekunde lang vom Schreiben abgehalten haben. Das Ganze scheint sich also zu einem sehr ärgerllichen Problem zu entwickeln. Ich habe als Konsequenz die meisten Smart-Features ausgeschaltet, um den Arbeitsspeicher etwas zu schonen. In Anbetracht der ernormen Power ist das schon etwas verwunderlich und wird hoffentlich durch zukünfitge Software-Updates optimiert.

Bei Benchmarks kann das Samsung Galaxy S4 definitiv punkten. Im AnTuTu-Benchmark erreicht das Smartphone einen Wert von 24768 und kann damit das HTC One um zweitausend Punkte überholen. Im Quadranten ist der Unterschied zwischen den beiden Konkurrenten nicht so groß. Das Galaxy S4 kommt auf 12408 Punkte und das HTC One auf 12016 Punkte. Die erhöhte GHz des südkoreanischen Gerätes scheint also keinen großen Vorteil zu bringen.

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Kamera

Das Samsung Galaxy S4 verfügt wie schon mehrfach erwähnt über eine 13 Megapixel-Kamera. Die Südkoreaner haben sich also dem Trend angeschlossen und verbauen immer mehr Megapixel in ihre Geräte. Der vorhanden Exymor R-Sensor stammt von dem japanischen Unternehmen Sony und leistet ganze Arbeit in dem Smartphone. Die Kamera befindet sich wie gewohnt zentriert auf der Rückseite, ragt aber etwas aus dem Backcover heraus, was wiederum zu Kratzern auf der Linse führen kann. Die Linse ist nur minimal durch die Umrandung geschützt, die fast eben anliegt.

In unserem Kameravergleich hat das Samsung Galaxy S4 immer sehr gute Ergebnisse erzielt und konnte durch eine natürliche Farbwiedergabe und einem gutem Rauschverhalten trumpfen. Die Aufnahmen sind sehr scharf und besitzen eine hohe Detailtreue. Bei schlechten Lichtverhältnissen musste sich das Samsung-Smartphone aber geschlagen geben, dort hat das HTC One deutlich hellere Bilder aufgenommen, die jedoch etwas unnatürliche Farben aufwiesen. Die Fotos vom Samsung Galaxy S4 hatten allesamt einen kleinen Rotstich, besaßen aber ein geringeres Rauschen als das Apple iPhone 5.

Videovergleich bei Tag:

Videovergleich bei Nacht:

Die Frontkamera verfügt übrigens über zwei Megapixel und kann Videos in FullHD aufnehmen. Die Qualität ist vollkommen ausreichend und reicht vollkommen für Skype und Co. aus. Spontane Selbstportraits sind natürlich auch im Bereich des Möglichen und sehen durchaus akzeptabel aus.

Das Highlight ist mal wieder Software. Samsung hat sich bei der Entwicklung an der Galaxy Camera orientiert und eine Reihe von Modi auf das Smartphone gebracht. Neben gewöhnlichen Modi wie “Auto”, “Schönes Portrait”, “HDR”, “Panorama”, “Sport” und “Nachtmodus” hat sich Samsung auch ein paar kleine Extras einfallen lassen.
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Als Erstes muss man auf den Dual-Camera-Modus eingehen. Diese Funktion ist prägnet bei den Kamera-Icons vertreten und erlaubt die gleichzeitige Nutzung der vorderen sowie rückseitigen Kamera. Die Aufnahme der Frontcam wird in einem kleinen Bildchen inklusive Rahmen, der in verschiedenen Varianten zur Auswahl steht, angezeigt und kann nach belieben verschoben werden. Auf diese Weise kann sowohl der Fotograf als auch das Motiv in einem Foto festgehalten werden. Eine nette Idee, die sicherlich bei den ein oder anderen Benutzern gut ankommen wird.

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“Sound&Shot” ist ebenfalls erwähnenswert und ein weiteres Alleinstellungsmerkmal vom Samsung Galaxy S4. Dieser Modus erlaubt die Aufnahme von einer persönlichen Tonnachricht, die kurz nach dem eigentlichen Foto neun Sekunden lang aufgezeichnet wird und daraufhin per E-Mail verschickt werden kann.

“Bestes Foto” und “Best Face” sind im Grunde sehr ähnliche Funktionen. Bei “Bestes Foto” werden 8 Fotos hintereinander geschossen und die Software schlägt automatisch die schärfste Aufnahme vor. Der Benutzer kann aber natürlich auch noch interagieren und ein anderes Bild auswählen. “Best Face” verwendet die gleiche Vorgehensweise und nimmt insgesamt fünf Reihenaufnahmen von Personen auf. Danach können die einzelnen Gesichter der aufgenommenen Personen ausgetauscht werden, um so das perfekte Gruppenbild zu erstellen. Beides sehr praktische Features.

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“Drama” nimmt ungefähr 5-Sekunden lang eine Fotoreihe auf, die eine Bewegung eines Motives aufnimmt und sequenziell in einem Foto abspeichert. Auf diese Art und Weise entstehen interessante Aufnahmen, die vor allem bei Sportarten von Vorteil sein können.

Der Modus “Radierer” nimmt ebenfalls fünf Reihenaufnahmen auf und erlaubt im Nachhinein das Löschen von bewegten Objekten. Beispielsweise können mit dieser Methode störende Passanten aus den Fotos “wegradiert” werden. Das hat bei unserem Test ausgesprochen gut funktioniert und ist sicherlich auf Städtereisen praktisch.

“Animiertes Foto” ist im Grunde ein animiertes Gif, welches anhand von einer 5-Sekunden langen Aufnahme erstellt wird. Der Benutzer kann mit Hilfe des Fingers die beweglichen und eingefrorener Bereiche definieren. Die Durchführung ist etwas umständlich gemacht und wurde zum Beispiel beim Nokia* Lumia 920 deutlich einfacher gelöst. Die Ergebnisse haben mich persönlich auch nicht so überzeugt.

Insgesamt bietet das Samsung Galaxy S4 ein rundes Kamerapaket an, welches keine Wünsche offen lässt und momentan den größten Funktionsumfang unter den Smartphones besitzt. Die Modis sind größtenteils sehr gut umgesetzt und bringen einen Mehrwert auf das Gerät. Es fehlt mir eigentlich nur noch die “PhotoSphere”-Funktion aus Android 4.2 Jelly Bean, die Samsung kurz vor dem Markt aus dem Paket genommen hat. In einem zukünftigen Update soll PhotoSphere bzw. 360-Foto aber nachgereicht werden. 

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Sound & Empfang

Das Samsung Galaxy S4 verfügt über einen relativ großen Lautsprecher auf der Rückseite, der leider von einer kleinen Öffnung von der Rückschale abgedämpft wird. Das Ganze ist trotzdem verhältnismäßig laut, besitzt aber keinen so tollen Klang wie das HTC One, und auch der Bass fehlt komplett. Ansonsten ist die Positionierung etwas unvorteilhaft, da man den Lautsprecher beim Spielen aus Versehen zuhällt und so die Lautstärke entsprechend mindert. Daneben befindet sich der Lautsprecher wie gesagt auf der Rückseite, und wenn sich das Smartphone auf irgendeiner Fläche liegt, wird der Sound noch einmal abgeschwächt. Dieser Punkt lässt sich aber bei einer Reihe von Smartphones ankreiden.

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Samsung hat eine Reihe von Kommunikationsstandards in das Galaxy S4 eingebaut, die keine Wünsche offen lassen. Neben LTE, HSPA, GSM und UMTS, die vor allem mobile zum Einsatz kommen, verfügt das Gerät auch noch über WLAN nach 802.11a/b/g/n und dem schnelleren 802.11ac. Darüber hinaus ist noch NFC, Bluetooth 4.0 und GPS samt Glonass vorzufinden.

Die WLAN-Konnektivität ist ausgesprochen gut, bei meiner 50 mbit/s Leitung erreicht das Samsung Galaxy S4 einen Download von 41 mbit/s und einen Upload von 2,4 mbit/s. Das Gerät konnte meine Leitung also fast komplett ausreizen, was nicht bei jedem Smartphone der Fall ist. Ansonsten kann auch der mobile Zugang zum Internet überzeugen, durch LTE und HSPA in Kombination, hat man in den meisten Bereichen ein sehr schnelles Internet, falls es der Mobilfunkvertrag hergibt. Diesbezüglich konnte ich jedenfalls nichts bemängeln. Zu guter Letzt spielt natürlich auch der Empfang für die Telefonie eine Rolle, im Vergleich zum Apple iPhone 5 hatte ich meistens einen höheren Empfang. Die Sprachqualität hat in jeder Situation überzeugt und ist für meinen Geschmack vollkommen ausreichend.

Die GPS-Suche scheint allerdings etwas fehlerhaft zu sein. Die Suche benötigt im Vergleich zu anderen Smartphones deutlich mehr Zeit und verbraucht dadurch auch zusätzliche Akkulaufzeit. Aus diesem Grund ist beispielsweise Google Maps immer ganz oben dabei, wenn es um den Akkuverbrauch geht.

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Akku

Der 2600 mAh große Akku konnte mich voll und ganz überzeugen. Das Samsung Galaxy S4 hat mich zuverlässig über den Tag begleitet und hat erst am späten Abend oder am nächsten Morgen schlapp gemacht. Das Gerät hat zuverlässig drei verschiedene E-Mail-Konten synchronisiert, verschiedenste Benachrichtigungen von Twitter, Facebook und Co. abgefangen. Ab und an habe ich meinen RSS-Reader überprüft, ein Casual-Game gespielt und die sozialen Netzwerke gecheckt. Daneben bin ich auf verschiedenen Internet-Seiten unterwegs gewesen und hab Musik gehört. Insgesamt eine relativ intensive Benutzung des Smartphones.

Es kommt allerdings immer auf das Benutzungsverhalten drauf an, wie lange das Gerät wirklich im Alltag hält. Ich als Poweruser bin froh, dass das Smartphone ohne Probleme einen Tag übersteht, aber ich kann mir gut vorstellen, dass Otto-Normalnutzer sicherlich auch zwei Tage am Stück mit dem Akku auskommen könnten. Daneben gibt es aber auch immer noch die Möglichkeit einen zweiten Akku mit sich zu schleppen, denn die Batterie kann bekanntlich in wenigen Sekunden ausgetauscht werden und so könnte man auch eine längere Tour ohne Steckdose überstehen.

S View-Cover

Samsung hat im Rahmen des Unpacked Events in New York nicht nur das Galaxy S4 vorgestellt, sondern auch verschiedenstes Zubehör für das Smartphone. Wir haben uns das S View-Cover einmal genauer angeschaut und in einem Alltagstest unter die Lupe genommen. Die Schutzhülle ist momentan in zwei Farben bei Amazon erhältlich, beispielsweise Schwarz und Weiß, kann aber im Frankfurter Samsung Mobile Store in weiteren Editionen erworben werden.

Das S View-Cover ist eine Kombination aus Rückschale und Schutz für die Frontseite. Es ersetzt den originalen Akkudeckel und besitzt ein kleines Sichtfenster, welches eine Reihe von Informationen anzeigen kann, dazu aber gleich mehr. Es ist sehr hochwertig verarbeitet und wiegt 31g. Die Materialwahl ist schwer zu identifizieren, ist aber anscheinend eine Art Stoff, der sich meiner Meinung nach sehr gut anfühlt und auch optisch etwas hermacht. Das Design des Galaxy S4 wird natürlich von dem S View-Cover übernommen und beinhaltet ebenfalls die neue Struktur der Rückseite. Auf der Vorderseite ist daneben noch ein Samsung Galaxy S4-Schriftzug vorhanden. Die Innenseite der Schutzhülle besteht aus einer Mikrofaserschicht, um das Display etwas pflegen.

Das Cover ist passgenau angefertigt und schützt die komplette Front, jedoch hat es sich bei mir nicht immer perfekt geschlossen. Ich musste es immer wieder runterdrücken, damit es auf dem Display bleibt. Eine magnetische Schließvorrichtung wäre in diesem Fall wünschenswert gewesen. Außerdem gibt es noch zu bemängeln, dass die neue Rückseite etwas aufsetzt und deutlich dicker ist als der originale Akkudeckel. Das Smartphone ist dadurch ungefähr 1,5 mm dicker als zuvor. Einziger Vorteil an der Sache: Die herausstehende Kamera wird nun bündig abgeschlossen, die Rückseite ist somit komplett eben. Ich persönlich finde allerdings, dass sich dadurch die Haptik des Gerätes erheblich verschlechtert und die Einhandbedienung darunter leidet. Ich empfehle daher, das Zubehör einmal im Store vorher zu testen, um sich einen Eindruck über die Haptik zu verschaffen, für mich ist es jedenfalls nichts. Zu guter Letzt bedeckt das Cover leider auch die Notification LED des Smartphones und die Lautstärke-Tasten sind nicht mehr erreichbar.

Der große Vorteil ist jedoch das Sichtfenster aus Kunststoff. Bei geschlossener Front kann über dieses Fenster per Druck auf die Power-Taste die Uhrzeit sowie die Benachrichtigungen eingesehen werden. Nachrichten, E-Mails, Anrufe oder auch Termine werden dort ebenfalls angezeigt. Telefonate können dabei auch ohne das Abnehmen des Covers angenommen werden.

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Fazit

Ich kann abschließend noch einmal betonen, dass mir das Samsung Galaxy S4 sehr gut gefällt und für mich eines der besten Smartphones ist, welches momentan erhältlich ist. Den Spruch „Evolution statt Revolution“ verkneife ich jetzt einmal, den hat irgendwie jeder gebracht. Das erfolgreiche Grundgerüst wurde beibehalten, hat einen neuen Anstrich und den nötigen Feinschliff erhalten. Das Gesamtpaket des Samsung Galaxy S4 kann mehr als überzeugen. Auch wenn nicht jede Software-Funktion sinnvoll ist, hat der Benutzer eine große Auswahl und kann das Gerät nach seinen Bedürfnissen anpassen bzw. verwenden.

Im Alltag habe ich nur wenige Punkte gefunden, die mich tatsächlich gestört haben. Die Display-Lesbarkeit im Sonnenlicht, die regelmäßigen Ruckler, die teilweise überflüssigen Software-Funktionen und die langwierige GPS-Suche sind die Hauptpunkte, welche ich am neuen Flaggschiff der Südkoreaner zu kritisieren habe. Die Materialwahl ist ebenfalls anzuzweifeln. In diesem Bereich muss sich Samsung im Vergleich zur Konkurrenz, in diesem Jahr jedenfalls, einfach geschlagen geben. Mich persönlich hat das Polycarbonat aber nicht gestört, mir gefällt die neue Optik und die rautenartige Struktur auf der Rückseite. Im Hinblick auf den Vorgänger ein deutlicher Fortschritt.

Die überraschend gute Bedienung mit einer Hand sowie das herausragende Display (außer in der Sonne) haben dann den Rest erledigt und mich von dem Gerät überzeugt. Ich kann das Samsung Galaxy S4 also definitiv empfehlen. Im Hinblick auf das HTC One hat man momentan im Android-Bereich aber die Qual der Wahl. Es ist im Endeffekt alles eine Frage des Geschmacks. Mir persönlich gefällt das Samsung Galaxy S4 aber besser.

Vielen Dank für die Teststellung an

smartphone



20 Kommentare

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  1. jawo

    ich hab das video oben geguckt, und habe den bericht gelesen, aber im vieo steht am ende contra- wenige ruckler, und nur ne frage von mir, zählt ihr das unbedingt als contra?

  2. Batholomeus

    Natürlich nur eine Evolution, was soll denn noch großartiges entwickelt werden? Entweder gibt es nicht mehr viel und das wenige, was vielleicht auch sinnvoll wäre, ist durch Patente anderer Hersteller geblockt.

    Das ultimative Smartphone könnte nur durch eine gemeinsame Entwicklung verschiedener Hersteller auf dem Markt kommen und das wird wohl nicht passieren…

  3. Dark Knight

    Die Ruckler wurden soviel ich weiß durch ein FW Update beseitigt.

    In einem Vergleichstest der Prozessoren (woanders) kam raus, dass beide unterschiedliche Stärken und Schwächen haben, unter dem Strich aber ziemlich gleichwertig sind. In Sachen Stromsparen hatte der Snapdragon sogar ein bisschen die Nase vorn.

    • Moritz Kloft

      Welches Geschwärme? Ich kritisiere das Display, die Performance und jegliche Software-Features, das hat mit Geschwärme wohl wenig zu tun. Abgesehen von den Kritikpunkten gefällt mir das Gerät aber sehr gut, was wiederum auch subjektiv ist.

      • Lars

        Ich wollte dich damit nicht persönlich angreifen, falls ich das getan habe.

        Mein Kommentar bezog sich auf das Video.

        Was für mich definitiv der größte Kritikpunkt an dem Teil ist, ist die Tatsache, dass nur 9 GB für Apps an Speicher zur Verfügung stehen. Das würde das Gerät für mich schon fast unbrauchbar machen.

        Das Bild bei schlechten Lichtverhältnissen wäre für mich nicht mehr OK, sondern einfach nur schlecht. Das Bild will sich ja kein Mensch ansehen.

        Dass die meisten Gimmicks nicht ordentlich funktionieren, beispielsweise Smart Scrolling (welches oft genug in die falsche Richtung oder gar nicht scrollt), finde ich kommt auch nicht genug zur Geltung.

        Zwar werden viele Features in der Theorie erzählt und erklärt, dass das allerdings oft wenig in der Praxis bringt, findet hier meiner Meinung nach nicht genug Platz.

        Die kleinen Ruckler an der Oberfläche werden zwar erwähnt, sind aber „nicht schlimm“ – doch, denn bei einem Gerät der neuesten Generation erwarte ich auch eine ruckelfreie Oberfläche.

        Für mich ist gerade die Software des S4 nicht ausgereift und keine echte Verbesserung zum Vorgänger.

        Was ich auch schade finde ist, dass zwar die Nachteile erwähnt werden, was daraus aber schließlich resultiert, wird nicht gesagt. Beispielsweise der geringe Speicher. Wenn nun jemand das Review sieht, der sich mit Android-Smartphones nicht auseinandergesetzt hat, bekommt er einen verfälschten Eindruck.

        Meine Meinung. 😉

        • Melissa

          Da man jetzt aber Apps auf die SD Karte verschieben kann sollte der Speicher kein problem sein oder? Zudem ist das bei jedem mit dem Speicher anders, ich hab ein Nexus 4 (16GB) und komme auch locker aus.


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