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FBI: iPhone geknackt, Hilfe von Apple wird nicht mehr benötigt

Die US-Regierung hat dem kalifornischen Bundesgericht, das mit dem Fall Apple betraut ist, gestern mitgeteilt, dass man die Daten aus dem iPhone des San-Bernadino-Attentäters gekommen sei und damit die Hilfe von Apple nicht mehr benötigt wird. Damit gibt es an sich keinen Grund mehr Apple zu zwingen, das iPhone von sich aus zu hacken oder Backdoors einzubauen. Im Schreiben an das Gericht heißt es kurz und knapp:

The government has now successfully accessed the data stored on Farook’s iPhone and therefore no longer requires the assistance from Apple Inc. mandated by Court’s Order Compelling Apple Inc. to Assist Agents in Search dated February 16, 2016.

Auf welche Weise man an die Daten gekommen ist und welche Daten man gefunden hat, wurde leider nicht mit geteilt. Es gibt auch keine Angabe dazu, wer bei dem Öffnen des Gerätes geholfen hat.

Damit dürfte diesen Einzelfall erledigt sein, es gibt in den USA aber noch weitere Verfahren, in denen die US-Regierung Daten von Smartphones* haben möchte und ob man dort ebenfalls ohne die Hilfe von Apple auskommt, bleibt offen. Dazu wird sich Apple natürlich auch Gedanken machen, auf welche Weise die Daten zugänglich waren und eventuelle Gegenmaßnahmen in neueren iOS Versionen installieren. Das grundlegende Problem, wie stark die Regierung in die Sicherheit von privaten Geräten eingreifen darf, ist damit noch lange nicht zu Ende diskutiert.

Dazu gibt es nun ein neues Problem für das FBI. Die Behörde hatte im Zuge der Verfahren gegen Apple vor Gericht und auch unter Eid behauptet, es gebe keine andere Möglichkeit, Zugriff auf die Daten zu bekommen als mit Hilfe von Apple. Das war damals schon stark bezweifelt worden (unter anderem von Edward Snowden) und nun wird deutlich, dass das FBI möglicherweise auch an dieser Stelle nicht die Wahrheit gesagt hatte. Möglicherweise hat man auch in der letzten Zeit seit der Anhörung neue Verfahren entwickelt, sehr wahrscheinlich ist das aber nicht. Der Fall könnte also auch über das iPhone hinaus noch weiter die Gerichte beschäftigen.

Quelle: http://www.heise.de/downloads/18/1/7/7/9/3/2/0/usg-apple-209.pdf

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