Das Commodore PET im Test

Das Commodore PET im Test

Ein Smartphone mit dem Logo Commodore lässt die Herzen vieler Fans höher schlagen, wir haben geschaut was man für das Geld wirklich bekommt.




Nach wie vor warten viele Besteller auf ihre Geräte, man scheint vom Run auf das neue Commodore Smartphone überrascht worden zu sein. Wir haben das Gerät nach etwas mehr als zwei Monaten bekommen und es jetzt etwa 14 Tage im Test gehabt.

Das Design

Commodore hat sich wirklich Mühe gegeben und versucht das Branding des Commodore-Logos möglichst oft unter zu bringen. Neben dem großen Logo auf der Rückseite ist auch die Home Taste im Logo-Design gehalten und auch der Bootscreen kann mit einem animierten Logo aufwarten. Dazu gibt es mehrere Dutzend Hintergründe mit dem Logo. Fans werden also auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen.

Ansonsten fehlt dem Gerät eine eigene Designsprache. Von vorn sieht es bis auf die Home-Taste aus wie viele andere Geräte auch. Das ist nicht prinzipiell schlecht aber eben auch kein Hingucker. Problematisch ist die Rückseite. Diese besteht aus Plastik und ist sehr dünn und sehr glatt. Das fühlt sich ziemlich billig an und passt vom Design her auch nicht so richtig zum Metallrahmen. Ein wenig mehr Investitionen in die Rückseite hätte das ganze Gerät deutlich aufwerten können.

Ein richtiger Fauxpas ist aber die Farbgebung – zumindest bei den weißen Modellen. Dort ist in erster Linie die Rückseite weiß, während die Geräte von vorn nach wie vor schwarz aussehen. Man hat daher ein zweifarbiges Handy was nicht wirklich professionell wirkt.

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Der Amiga Emulator erschlägt mit Funktionen

Amiga 500 und C64 Emulator an Bord

Standardmäßig ist bei den Commodore PET Geräten der ViceC64- und der Uae4all2 Emulator installiert, mit denen sich ältere C64 und Amiga Spiele und Anwendungen zum Laufen bringen lassen. Das ist ein nettes Gimmick aber natürlich könnte man sich diese Apps auch extra installieren. Von daher ist das eigentlich kein Argument der direkt für das Gerät spricht. Wirkliche Fans die solche Emulatoren brauchen, dürfte diese auch jetzt bereits auf anderen Geräten im Einsatz haben. Man spart sich die extra Installation, mehr aber auch nicht.

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Wer kennt es noch? Die C64 Oberfläche.

Für den normalen Einsatz bringen diese Apps aber natürlich eher wenig. Dazu ist der Einsatz ziemlich komplex.  Es reicht nicht wie beim Amiga einfach eine Diskette einzuschieben und dann geht es los sondern der Start und der Einsatz erfordert ziemlich viel Know How und Frickelei.

Darüber hinaus findet sich aber im System relativ wenig Bloatware sondern Commodore hat das System sehr schlank gehalten.

Leistung und Handling

Bei der Leistung braucht sich das Gerät nicht zu verstecken. Es läuft Android 5.0* – allerdings mit den bekannten Stagefright Sicherheitslücken – und die Bedienung geht flott von der Hand. Der 64-Bit-Prozessor von Mediatek mit acht Rechenkernen macht hier einen guten Job, die 3GB RAM auf die der Prozessor zurück greifen kann, dürften auch einen Beitrag dazu leisten, dass man über die Geschwindigkeit im normalen Einsatz kaum klagen kann.

Im Benchmakr sieht man aber natürlich, dass das Gerät mit den aktuellen Topmodellen nicht mithalten kann und eher auf der Linie der Modelle vom Vorjahr liegt. Das ist aber bei dem Preis durchaus angemessen.

Das Commodore PET im Benchmark Vergleich

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Die Kamera im Commodore PET

Sowohl die Hauptkamera mit 13 Megapixeln als auch die Frontkamera mit 8 Megapixeln machen einen guten Eindruck. Die Hauptkamera bietet ein Weitwinkel-Objektiv (80 Grad) mit HDR Aufnahmemöglichkeiten. Dazu gibt es einen Hardware-Button für die Auslösung. Das ist zumindest für Rechtshänder eine sehr interessante Erleichterung.

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Nebeneinander: Speicherkarte und zwei Simkarten

Weitere Features und der Akku

Auf High-End Features wie kabelloses Aufladen, Fingerabdruck-Sensor oder NFC muss man leider verzichten. Dafür gibt es einen austauschbaren Akku und eine echte DUAL-Sim Kartenlösung. Es gibt zwei echte Slots für Simkarten und einen zusätzlichen Slot für eine SD Speicherkarte. Eine Kombilösung bei der man sich entweder für einen zusätzliche Simkarte oder eine Speichererweiterung entscheiden muss, gibt es hier nicht.  Genutzt werden zweimal Micro-Simkarten.

Der Akku selbst hat eine Leistung von 3.000mAh. Das sollte eigentlich genug Power sein für das Gerät, im Test wirkt der Akku etwas schwach und musste vergleichsweise oft nachgeladen werden. Das OPPO R5s mit 2000mAh Akku wirkte in der Parallelbenutzung ausdauernder. Das Display* ist zwar etwas kleiner und braucht damit etwas weniger Leistung, dass der Akku beim R5s länger hält ist schon erstaunlich.

Langes Warten auf die Commodore Geräte

Der Bestellprozess selbst war aufregend genug. Das Handy kam mit mehreren Monaten Verspätung an und nach wie vor warten viele Kunden auf ihre Geräte. Bei uns hat die Einschaltung des Paypal Käuferschutzes geholfen, den Prozess zu beschleunigen. Wer das bisher noch nicht probiert hat, sollte den Schutz bei Paypal beantragen. Eine neue Bestellung ist derzeit aber wohl nicht ratsam. Man sollte besser abwarten wie sich die Liefersituation entwickelt. Wahrscheinlich wäre es sinnvoller gewesen wie beim OnePlus auf ein Invite-System zu setzen um bei Lieferengpässen reagieren zu können.

 


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7 comments

  1. Stefan Abel

    Ich habe nach über 10 Wochen Warten und diversen von Commodore nicht beantworteten Mails den PayPal-Käuferschutz aktiviert. Auch hieraufhin kam keine Reaktion von Commodore. Ich habe inzwischen mein Geld wieder und kann nur jedem abraten, bei dieser unprofessionellen Firma zu bestellen.

    • Bastian Ebert

      Sehr schade, dass derzeit mit dem Namen Commodore so fahrlässig umgegangen wird. 🙁

  2. Jakob

    Ich habe mir auch ein Smartphone bei CBM bestellt soweit alles Super und Schaut auch geil aus… nur kann ich aus irgent einem Grund kein LTE auf dem Smartphone empfangen was mich mehr als Stört. Ich habe eine 6 GB Daten Flat mit LTE Vertrag das komische ist nur mein Anbieter sowie das Smartphone haben die gleiche frequenz und es ist auch in den Einstellungen auf 4G (Empfohlen) eingestellt das einzige was mich irritiert sind die Präferenzen, dort sind bei meinem mobilfunk Anbieter 2G und 3G eingestellt möchte ich nun bei 4G den Hacken setzten und Speichere die Einstellung wird sie automatisch zurück Gesetzt. Hat zuffälig jemand eine Ahnung was ich übersehen oder falsch Gemacht habe???

    • Bastian Ebert

      Bei mir hat LTE im Telekom Netz ohne manuelle Eingaben sofort funktioniert, es wird 4G direkt im Display angezeigt.

      Unter Präferenzen wird bei der Telekom sogar nur 2G angezeigt, die Verbindungen mit LTE klappen aber trotzdem. Daran dürfte es also nicht liegen.

      Welchen Zugangspunkt verwendest du denn?

  3. Skyynet

    Könnt Ihr das Smartphone mal auf die Waage legen? Würde gerne die Infos bei mir in der Datenbank aktualisieren http://www.skyynet.de/db/commodore/pet

    Das LTE Problem könnte an den unterstützten Frequenzen/Bändern liegen. Die Chinaphones bieten oft nicht alle deutschen Frequenzen. In Deutschland werden 3/7/20 (1800/2600/800 MHz) genutzt. Die Telekom nutzt in Städten auch die 1800er Frequenz. Ansonsten nutzen alle die 2600er und auf dem Lande die 800er.

    • Bastian Ebert

      Bei uns ist das Modell gerade im Kundendienst in Italien. Wenn es wieder da ist können wir es gerne mal wiegen.

      • Benny

        Das Commodore PET unterstützt die LTE-Bänder 1, 3 und 7 und damit nicht die „Digitale Dividende“ (Band 20, 800MHZ). Das ist auch sehr schön oben auf dem Foto mit dem entfernten Akku zu erkennen.
        Diejenigen, die o2 nutzen oder auf dem Lande wohnen, sind daher leider in Sachen LTE „etwas“ gekniffen. Dennoch laufen UMTS bzw. HSDPA mehr als stabil. UMTS / HSDPA (als H+) ist „gefühlt“ ebenso schnell wie ein spärliches, ländliches 800 Mhz-LTE. Daher ist es für mich zumindest zu verschmerzen!
        Von allen anderen, technischen Dingen bin ich bei diesem Smartphone mehr als überzeugt. NFC ist zwar nicht an Bord. Wer jedoch „nur“ Daten übertragen möchte, ist auch mit dem Bordmittel „HotKnot“ (ähnlich NFC) gut bedient. GPS funktioniert tadellos (auch nicht immer gegeben bei MTK-Chips).
        Mttlerweile sollen alle Bestellungen auch „abgearbeitet“ sein. Lt. CBM ist das Smartphone auf Lager. Der Versand max. 10 Tage benötigen.

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