Googe Nexus 9 Test – die neue Referenz im Android-Bereich?




Einführung

Google hat am 15. Oktober 2014 in Kooperation mit HTC das Google Nexus 9 präsentiert. Wie in jedem Jahr freute sich die Android-Gemeinde auf die Vorstellung des neuen Referenz-Tablets, das erstmals mit Android 5.0 Lollipop* ausgestattet ist. Neben zahlreichen Neuerungen bei der Software, durfte man gespannt sein was HTC als Hersteller des neuen Tablets auf die Beine gestellt hat.

Nach gut zwei Wochen des dauerhaften Testens, kann ich euch heute sagen was das Nexus 9 auf dem Kasten hat, wo die Vorteile, aber auch die Nachteile liegen. Ob sich das Nexus 9 – zumindest im Android-Bereich – auf den Thron setzen darf, das verraten wir euch in den nächsten Zeilen.

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Lieferumfang

  • Google Nexus 9
  • Netzteil
  • USB-Kabel
  • Anleitung

Technische Daten

  • Display*: 7.9 Zoll IPS-LCD mit 2048 x 1536 Pixel (= 288ppi)
  • Prozessor: Nvidia Tegra K1 64bit Dual-Core Prozessor mit 2.3GHz | Keppler GPU mit 192 Kernen
  • Arbeitsspeicher: 2 GB
  • Interner Speicher: 16 oder 32GB
  • Betriebssystem: Android 5.0 Lollipop*
  • Kamera: 8 Megapixel Hauptkamera mit f/2.4 Blende und LED-Blitz | 1,6 Megapixel Frontkamera
  • Mobilfunknetze: GPRS, EDGE, HSDPA, LTE
  • Konnektivität: Wi-Fi 802.11a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.0 LE, NFC, GPS
  • Abmessungen: 228 x 153 x 7.95 Millimeter
  • Gewicht: 425 Gramm
  • Akku: 6700 mAh 
  • Farben: Wolkenweiß, Schwarz, Sand
  • Preis: ab 399 Euro bei Amazon (Link zum Kaufangebot) | Saturn* (Link zum Kaufangebot) | OTTO (Link zum Kaufangebot)

Video

(Youtube-Direktlink)

Design, Verarbeitung & Ausstattung

Beim ersten Blick auf das Google Nexus 9 ist es nicht schwer eine Verwandschaft zum Nexus 5 (Testbericht) herzustellen. Vor allem auf der Rückseite ist die Ähnlichkeit unübersehbar. Da HTC das selbe Material wie LG beim Nexus 5 verwendet, darf man davon ausgehen, dass Google hier tonangebend war. Die Rückseite ist matt gehalten und besitzt eine softtouch-artige Oberfläche, die sich wirklich extrem gut anfühlt. Großer Nachteil dieser Oberfläche sind jedoch zwei Sachen: in der schwarzen Variante des zieht es Fingerabdrücke wie ein Magnet an, die wolken-weiße Ausgabe ist ein wahrer Schmutzmagnet.

Sobald das weiße Nexus 9 im alltäglichen Gebrauch auf Sofa, Tisch oder in einem Rucksack verstaut wird, hat man nach kurzer Zeit Dreckanhaftungen. Diese gilt es schnellstmöglich wegzuwischen.

Komm zu mir, Schmutz!

HTC umkleidet das Tablet mit einem Metallrahmen, der dem Device einen wirklich nettes Finish verlieht, die erhoffte Verwindungssteife konnten wir jedoch nicht feststellen. Bedeutet, beim Verwinden des Tablets kommt es zu Knackgeräuschen. Zudem lässt sich die zuvor erwähnte Rückseite mittig des Tablets leicht eindrücken. Premium sieht bei einem Preis von knapp 400 Euro leider anders aus.

Auf der Vorderseite verbaut HTC neben einer 1.6MP-Kamera ein 7.9-Zoll Display* und zwei Frontlautsprecher. Die Lautsprecher befinden sich oberhalb der Frontkamera, sowie im unteren Bereich des Rahmens. Besonders bis zu einer Lautstärke von 70% machen die Teile einen richtig guten Job, hören sich sauber und voluminös an. Oberhalb dieser Grenze verlieren auch diese Lautsprecher etwas an Punch, überzeugen dennoch mit einer sehr guten Akustik allein der Platzierung wegen.

Auf der rechten Seite verbaut HTC die Lautstärkewippe und den Ein-und Ausschalter. Beide Buttons besitzen gute Druckpunkt, sind jedoch zu sehr in den Metallrahmen eingelassen. Dadurch sind sie nicht wirklich gut fassbar und müssen ertastet werden. Sieht zwar schick aus, bringt aber nicht wirklich viel. Ansonsten finden wir im Rahmen noch zwei Mikrofone, im Fuß des Gerätes die microUSB 2.0-Buchse und im Kopf den Audioanschluss für die Kopfhörer. Das Modell mit LTE-Modem besitzt zudem noch einen Einschub für die SIM-Karte.

SPECS

Beim Prozessor setzt HTC auf einen Nvidia Tegra K1 64bit-Chip, der mit zwei Kernen maximal 2.3GHz stemmen kann. Zudem finden wir noch eine 192-Kern-Keppler GPU und 2GB RAM im Gerät. Bereits das bringt zum Ausdruck was das Nexus 9 im Stande ist zu leisten. Der interne Speicher von 16GB bzw. 32GB kann leider nicht mehr aufgerüstet werden und stellt für uns ein kleines Manko dar. Wer Hardcore-User ist, weiß wie schnell 32GB vollgestopft sind.

Ansonsten finden wir noch die üblichen Kommunikationsprotokolle im WLAN, BT 4.0 LE, NFC und wahlweise auch LTE. Dahingehend mangelt es dem Nexus 9 an nichts.

Display

Das Display* ist für mich eines der wichtigsten Bauteile in einem Smartphone oder Tablet. Hierüber konsumiert der Kunde Inhalte, nimmt Eingaben vor und interagiert. Beim Hochfahren des Nexus 9 musste ich Erschreckendes feststellen, was mit heutigem Stand kein Einzelfall ist. Am Rande des Displays gibt es Lichthöfe, die durch ein nicht ausgewogen beleuchtetes Panel zustande kommen. Diese sind zwar nur bei dunklen Szenen, wie zum Beispiel beim Filme schauen, erkennbar, doch auch hier gilt wieder, im Preisbereich von 400 Euro darf das nicht passieren. Doch kommen wir nun zu erfreulicheren Dingen.

Die Auflösung ist mit 2048 x 1536 Pixel bei 7.9-Zoll ordentlich hoch und zaubert 288 Pixel-pro-Inch auf´s Display. Das ist für ein Tablet ein Spitzenwert und dementsprechend scharf sind die Inhalte. Aber auch Farbtemperatur, Weißwerte und Blickwinkel gefallen. Die Helligkeit liegt ebenfalls auf einer guten Stufe, so dass es wirklich nur bei direkter Sonneneinstrahlung zu Problemen kommen kann. Hier hat HTC wirklich gute Arbeit geleistet.

Ein nettes Feature ist die „tap to wake“ Funktion, die das Display durch zweimaliges Tippen aus dem Tiefschlaf hoch. Ähnliches kennt man bereits vom LG G3 oder auch HTC One M8 (Testbericht). Wenn die Lichthöfe bei schwarzen Hintergründen nicht wären, wäre das Display des Nexus 9 fast perfekt.

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Kamera

Gegenüber Kameras in Tablets steh ich immer sehr skeptisch gegenüber, da ich vor allem Personen, die Tablet-Fotografie durchführen, nicht ganz verstehe?! Muss man sich so ein riesiges Teil vor die Nase halten? Aber gut, anderes Thema. HTC verbaut auf der Rückseite eine 8 Megapixel-Kamera mit f/2.4 Blende, die zudem bei schlechten Lichtbedingungen durch einen Blitz unterstütz werden kann. Auf der Front kommt eine 1.6MP-Selfiekamera zum Einsatz.

Bei guten Lichtverhältnissen macht die Kamera des N9 recht gute Fotos, angemessen für eine 8MP-Kamera in einem Tablet. Je dunkler die Szenen werden, desto stärkeres Bildrauschen kommt hinzu. Da ich selten zum Blitz greife, ist das Rauschen bei Dunkelheit schon etwas nervig. Bilder werden in 8MP übrigens nur im 4:3 Format gefertigt, möchte man auf 16:9 Bilder zurückgreifen sind diese nur mit 2.1MP möglich. Warum der Unterschied so groß ist, keine Ahnung. Auch bei der Frontkamera sieht es ähnlich aus. Hier sind die 1.6MP ebenfalls nur im 4:3 Format möglich. Videos können mit der Hauptkamera in 1080p, mit der Frontkamera in 720p aufgenommen werden.

In unserem Vergleichsvideo mit dem Apple iPad Air 2 sieht man sehr gut die Unterschiede zwischen den beiden Cams. Während die Apple-Kamera mit einem (digitalen) Bildstabilisator ausgerüstet ist, kommt im Nexus 9 kein Bildstabi zum Einsatz. Unseren ausführlichen Kameravergleich findet ihr übrigens hier >> Kameravergleich: Google Nexus 9 vs. Apple iPad Air 2

Vergleichsvideo: Nexus 9 vs. iPad Air 2

Die Kameraoberfläche des Nexus 9 ist einfach strukturiert und sehr schnell verständlich. Durch einen Wisch von der linken Seite gelangt man in die verschiedenen Modi und kann hier zwischen Kamera, Video, Fokuseffekt oder Panorama-/Photosphere-Aufnahmen wechseln.

Etwas schade empfand ich die teilweise zu lange Auslöseverzögerung, dies geht definitiv besser wie man im HTC One M8 schon bewiesen hat.

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Testbilder

Android 5.0 Lollipop

Neben den rein technischen und teils auch objektiven Eigenschaften des Nexus 9, habe ich mich besonders auf die neuste Android-Firmware, Android 5.0 Lollipop, tierisch gefreut. Bereits die ersten Videos und Bilder nach der Vorstellung versprachen ein von grundauf neues OS. Um das Fazit vorweg zu nehmen: Android ist in Versionsnummer 5.0 besser und einfacher denn je. Das von Google verwendete „reine“ Android konnte bisher schon als einfach strukturiert bezeichnet werden. Im Vergleich mit einem Samsung-Gerät wurde das nur allzu deutlich erkennbar.

Doch mit Lollipop ist selbst das Einstellungsmenü minimalistischer geworden, so dass kaum gescrollt werden muss. Das Multitasking-Menü wurde mit einer Kartenstapel-Optik versehen, Ordner und Appdrawer haben neue Animationen bekommen. Weiterhin erhielt der Benachrichtgungsmanger einen Neuanstrich, der jetzt durch zweimaliges Wischen von oben herab die Quicksettings öffnet. Das sogenannte Material Design sieht nicht nur gut aus, sondern ist zudem funktional.

Um einen kompletten Eindruck zu bekommen was sich in Android 5.0 Lollipop* geändert hat, empfehle ich euch unsere oben eingebundenes Video. Ab Minute 18:20 stelle ich Android 5.0 Lollipop näher vor. Ansonsten seht ihr hier noch einige Screenshots des aktuellen Systems.

Screenshots

Performance & Akku

Vorweg, die Performance und die Akkulaufzeit des Nexus 9 sind… WOW. Android 5.0 Lollipop fluscht regelrecht über das Display und auch rein objektive Benchmarks stimmen dem zu. Mit Antutu erreicht das Tablet über 52.000 Punkte, im Quadrant 13045 und im Geekbench 3 3352 Punkte (Multi-Score). Subjektiv öffnet alles rasend schnell, der Wechsel zwischen den Tasks geht flott von Statten und alle möglichen Games laufen flüssig. Kurzum: so soll es sein und man sieht wieder einmal, dass Dritthersteller-Oberflächen á la TouchWiz UI das System nur langsamer machen.

In Sachen Akkulaufzeit kann ich auch nur Gutes berichten. Mit 09:30 Stunden im normalen bis heavy Betrieb erreicht das Nexus 9 tolle Laufzeiten. Im Vergleich mit dem iPad Air 2 ist es trotz des kleineren Akku ausdauernder. Liegt das Tablet einfach nur auf dem Tisch, erreichen wir tagelange Standby-Zeiten.

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Fazit

Das Fazit fällt auch in diesen Test natürlich sehr subjektiv aus. Dennoch kann man sagen, dass HTC viel Gutes geleistet hat, aber bei einigen Dingen auch daneben liegt. Bevor wir zum Positiven kommen, erst einmal die Negativpunkte.

Vor allem die Verarbeitung macht mir beim N9 zu schaffen. Das Tablet ist nicht verwindungssteif, die Rückseite lässt sich eindrücken und das Material ist anfällig für Fingerabdrücke oder Schmutz. Weiterhin sind nicht übersehbare Lichthöfe in dunklen Szenen erkennbar. All das ist bei diesem Preis nicht akzeptabel. Die Kamera ist durchschnittlich. Bei guten Lichtverhältnissen ist sie gut, bei schlechten Lichtverhältnissen eher befriedigend. Die im Rahmen verbauten Knöpfe sind für meinen Geschmack etwas zu flach und nicht wirklich gut zu ertasten.

Positiv sind die Performance, Android 5.0 Lollipop und die Akkulaufzeit zu nennen. Das System rennt richtig schnell, das Tablet ist ausdauernd und Lollipop wurde ist einfacher, flacher und besser geworden. Es ist das bisher beste Android OS. Aber auch das Display weiß mit guten Blickwinkeln, einer guten Helligkeit und einer natürlichen Farbtemperatur zu überzeugen, auch wenn es die o.a. Nachteile besitzt.

Insgesamt würde ich mir das Nexus 9 nicht kaufen, da für mich die Negativpunkte überwiegen. Android 5.0 Lollipop wird in Kürze auf vielen Geräten installiert sein und dann wird dieser Pluspunkt nicht mehr beim N9 ausschlaggebend sein.

Galerie


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