HUAWEI Ascend G620s – das günstige Einsteiger-Smartphone mit LTE




Einführung

Das Ascend G620s wurde im September 2014 durch HUAWEI während der Internationalen Funkausstellung in Berlin vorgestellt und ist im Low-Budgetbereich angesiedelt. Mit einem aktuellen Straßenpreis zwischen 150 bis 175 Euro ist das Smartphone vor allem für Smartphone-Neulinge interessant. Dabei steht das Gerät in direkter Konkurrenz zum Motorola Moto G2, grenzt sich hier aber bereits durch das verbaute LTE-Modem ab. Mit Geschwindigkeiten von 150Mbit/s. im Download verfügt das G620S über den LTE-Standard der Kategorie 4.

Was man zu diesem recht ansprechenden Preis und in dieser Konfiguration erwarten darf, erfahrt ihr in den nächsten Zeilen.

Lieferumfang

  • HUAWEI Ascend G620s
  • Netzstecker
  • USB-Ladekabel
  • In-Ear Kopfhörer

Technische Daten

  • Display*: 5 Zoll IPS-LCD mit 1280x 720 Pixel (= 294ppi)
  • Prozessor: QUALCOMM Snapdragon 410 64bit Quad-Core mit 1.2GHz | Adreno 306 GPU
  • Arbeitsspeicher: 1GB
  • Interner Speicher: 8GB
  • Betriebssystem: Android 4.4.3 KitKat mit Emotion UI 2.3
  • Kamera: 8 Megapixel Hauptkamera | 2 Megapixel Frontkamera
  • Mobilfunknetze: UMTS, HSDPA, LTE-Cat.4
  • Konnektivität: 802.11 b/g/n (2,4GHz), Bluetooth 4.0 LE, microSD, DLNA, NFC
  • Abmessungen: 142,9 x 72 x 8,5 mm
  • Gewicht: 160 Gramm
  • Akku: 2000Ah 
  • Farben: Schwarz, Weiß
  • Preis: 179 Euro bei Amazon | 165 Euro bei Notebooksbilliger 

Video

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Design, Verarbeitung & Ausstattung

Zu einem Preis zwischen 150 und 170 Euro darf man natürlich kein Smartphone wie Samsung Galaxy S5 oder Huawei Ascend Mate 7 (Testbericht) erwarten. Dafür spielt das Ascend G620s einige Klassen tiefer. Doch genau hier liegen die Stärken, aber auch einige Schwächen.

Bei einem Blick auf das Design findet man ein Smartphone herkömmlicher Bauart. Auf der Vorderseite ist großzügig das 5-Zoll große Display* zu finden, darunter finden wir drei kapazitive Buttons. Auf der linken Seite den Zurück-Button, in der Mitte den Homebutton und auf der rechten Seite einen Button für die Einstellungen. Oberhalb des Displays finden wir die 2MP Frontkamera, diverse Sensoren und die Hörmuschel.

Nur Kunststoff, aber dennoch wertig

Beim ersten Kontakt mit dem Ascend G620S bekommt der Kunde einen durchaus guten Eindruck präsentiert. Obwohl das Gehäuse zum Großteil aus Kunststoff besteht, wirkt es solide und wertig verarbeitet. Spaltmaße sind keine vorhanden, der Akkudeckel liegt press an der Rückseite und lässt sich über einen kleinen Schlitz an der rechten, unteren Ecke entfernen. Durch eine leichte Riffelung und Gummierung liegt das 160 Gramm schwere Smartphone gut in der Hand. In einem direkten Vergleich mit einem Moto G2 wirkt es aber relativ kantig.

 

Huawei-Ascend-G620s-microSIM

Neben dem fest verbauten und nicht wechselbaren Akku findet sich der microSIM und microSD-Kartenslot. Hierüber lässt sich der 8GB große Festspeicher nochmals um 32GB erweitern. Der Arbeitsspeicher ist mit 1GB bemessen.

Auf der rechten Gehäusesseite finden wir in folgender Reihenfolge die Lautstärkewippe und den Ein- und Ausschalter. Beide Buttons sind sehr gut erreichbar, da sie auf einer angenehmen Höhe platziert wurden. Die Druckpunkt können als in Ordnung bezeichnet werden.

all about the bass

Im Fuß des Gerätes finden wir den microUSB-Anschluss und ein Mikrofon, auf der linken Seite nichts und im Kopf den Audioanschluss für die Kopfhörer. Diese sind im Lieferumfang enthalten und gehören dem unteren Preissegment an. Während die Höhen und Mitten gut rüberkommen, ist im Bassbereich so gut wie nichts los. Der Lautsprecher befindet sich auf der Rückseite und bietet einen relativ lauten Klang, aber auch hier gilt. Höhen und Mitten sind in Ordnung, im Bassbereich tut sich recht wenig.

Auf der technischen Seite sind vor allem zwei Dinge hervorzuheben. Zum einen darf hier der Snapdragon 410 Quad-Core auf 64bit Basis genannt werden, zum anderen das verbaute LTE-Modem. Kaum ein anderes Smartphone in diesem Preissegment bietet LTE an, schon gar nicht in der Kategorie 4 mit bis zu 150Mbit/s. im Download. Mehr zur Performance einige Zeilen tiefer.

Huawei-Ascend-G620s-backcover

Display

Das 5-Zoll Display* löst im G620s mit 1280 x 720 Pixeln auf, also High Definition, und wurde auf Basis der IPS-Technologie gefertigt. Durch diese Technologie sind sehr oft die Weißwerte und Blickwinkel gut und Farben wirken natürlich. Im Falle des Ascend G620s kann das in den meisten Punkten unterstrichen werden. Die Weißwerte sind für diese Preisklasse sehr gut und sogar um einiges besser als bei einem Moto G2. Auch die Blickwinkel bleiben stabil, die Farben wirken natürlich. Generell erscheint mir das Display aber etwas zu kalt kalibriert.

In Sachen Helligkeit gibt es keine große Einschränkungen. Lediglich unter Sonneneinstrahlung spiegelt das Display relativ stark und Inhalte sind manchmal nur schwer ablesbar. Das Problem mit der Spiegelung ist bei Geräten dieser Preisklasse aber kein Einzelfall.

Mit 294 Pixel-pro-Inch sind noch sehr viele Details wahrnehmbar und nur beim genauen Hinschauen erkennt man einzelne Pixel oder kleine Fragmente. Im Vergleich dazu: das iPhone 6 besitzt 326 Pixel pro Inch.

Kamera

Huawei-Ascend-G620s-kameraDie auf der Rückseite verbaute 8MP Kamera wird bei schlechten Lichtbedingungen durch einen LED-Blitz unterstützt. Hier sollte jedoch erwähnt werden, dass die max. Auflösung nur im 4:3 Format vorliegt, möchte man Bilder in 16:9 knipsen sind lediglich 6MP verfügbar.

Die Auflösung bei Videos liegt bei Full High Definition, also 1920 x 1080 Bildpunkten. Hier ist mir aufgefallen, dass der Weißabgleich sehr zögerlich arbeitet. Bedeutet, schwenkt ihr auf einen Bildbereich mit einer warmen Lichtquelle erscheint das Bild zunächst recht gelblich, bei kaltem Licht eher bläulich. Erst nach einigen Sekunden pendelt sich ein guter Abgleich ein.

Bilder hab ich meist mit 6MP geknipst, da ich ein Fan des 16:9 Formates bin. Auf den ersten Blick erscheinen sie durchaus gut, doch hier täuscht der erste Blick etwas. Bei Betrachtung auf größeren Bildschirmen oder TV Geräten sieht man oft zu starkes Bildrauschen, leicht verwaschene Bereiche oder wenig Details. Im Gesamteindruck erreicht dadurch die Hauptkamera nur ein ausreichend.

Die Kameranwendung hingegen ist simpel aufgebaut. Auf der einen Seite kann zwischen Front und Hauptkamera gewechselt werden, zudem kann hier tiefer in die Einstellungen vorgedrungen werden, um zum Beispiel die Auflösung zu ändern. Auch ist es hier möglich HDR-Aufnahmen auszuwählen bzw. besondere Filter anzuwenden. Weiterhin lässt sich auf der linken Seite der Blitz ein- oder ausschalten bzw. auf Automatik stellen.

Die Kamera auf der Vorderseite löst mit maximal 2MP auf und ist durchaus für Videochats und dergleichen geeignet. Detaillierte Selfies sind jedoch nicht möglich, da das Bild beim Hineinzoomen sehr verwaschen wird und wenig Details offenbart.

Testbilder

Gaming

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Software

Beim Betriebssystem kommt aktuell noch Android 4.4 KitKat zum Einsatz, in diesem Fall mit der Huawei-eigenen Oberfläche Emotion UI 2.3. Ob das Smartphone ein Update auf Lollipop* erhält ist aktuell noch unklar. Durch die Verwendung der Emotion UI besitzt auch das G620s keinen Appdrawer, alle installierten Anwendungen befinden sich direkt auf den Homescreens und können nicht ausgeblendet werden. Alternativ kann man sie aber in Ordnern gruppieren, um so eine bessere Übersichtlichtkeit zu erhalten.

Die Oberfläche läuft weitesgehend flüssig, Ruckler sind nur sehr selten und der Wechsel zwischen zwei Anwendungen läuft in der Regel flüssig von Statten. Der Taskmanager kann übrigens über einen langen Touch auf den Einstellungsbutton aufgerufen werden, über einen langen Druck auf den Homebutton gelang man zu Google Now und kann hier Sprachbefehle eingeben, die Google dann umsetzt.

Die Oberfläche kann als intuitiv und einfach bezeichnet werden, ähnlich wie man es von Apples iOS auf den iPhones und iPads kennt und ist für jedermann leicht erlernbar. Als Besonderheit kann hier noch die Personalisierung des Systems genannt werden Man kann nicht nur zwischen verschiedenen Übergängen wählen, so zum Beispiel Windmühle, Box oder Spiegeln, auch können für Start- und Sperrrbildschirm unterschiedliche Hintergründe festgelegt werden.

Nützlich ist, vor allem im Winter, der Handschuhmodus, der es im eingeschalteten Zustand erlaubt das Ascend G620s auch mit Handschuhen bedienen zu können. Bei Aktivierung wird das Display noch sensibler und kann so Eingaben mit Handschuhen erkennen.

Performance & Akku

Der hier verbaute Quad-Core ist aufgrund seiner 64bit Technologie nicht nur sparsam, sondern bringt das Ascend G620s für den Hausgebrauch auf Trab. Soll bedeuten, dass alltägliche Anwendungen wie WhatsApp, Facebook, Emails abrufen etc.pp. das Huawei Smartphone vor keine Schwierigkeiten stellen. Im Bereich des Gaming war es möglich selbst Spiele wie Dead Trigger 2 oder Asphalt 8 zu zocken, allerdings nicht in höchster Auflösung. Zudem sind die Ladezeiten bei einigen Spielen recht lang.

In Benchmarks liegt das G620S auf Augenhöhe der Konkurrenz und erreicht zufriedenstellende Werte. Hier wären der Antutu-Benchmark mit knapp 20.000 Punkten zu nennen, im Quadrant rund 12.000 Punkte und im Sunspider-Browserbenchmark 1900ms.

Der 2000mAh starke Akku schafft es mit einer Energieladung und Standbyzeiten locker auf 1.5 Tage.Im Standby verlor das G620s auf 1.5 Stunden rund 1% Energie, womit ich in einer 8 stündigen Nacht ungefähr 6 Prozent verloren habe. Das ist wirklich ein Spitzenwert. Tagsüber und im normalen Betrieb, inklusive Synchronisation von Emailkonten, Surfen und Telefonieren, verlor das Smartphone rund 45 Prozent.

Diese sehr guten Werte kommen unter anderem durch den 64bit-Prozessor von QUALCOMM zustande, aber auch durch das relativ dunkle Display im Automatikmodus. Ferner spendiert Huawei dem G620s weitere Stromsparmodi mit denen im Feintuning noch die ein oder andere Stunde herausgekitzelt werden kann.

Fazit

Unter Strich ist das G620S ein solides, gut verarbeitetes Einsteigersmartphone mit dem Datenturbo LTE. Das IPS-Display besitzt gute Weißwerte, ordentliche Blickwinkel und auch die Perfromance des Systems ist für den Normalverbraucher ausreichend.

Überraschend ist der Akku aufgetreten, der Dank eines guten Energiemanagments rund 1.5 Tage durchhalten kann ohne dabei auf irgendwelche Annehmlichkeiten verzichten zu müssen. Im Standby verlor er so gut wie keine Energie.
Der einzig wirkliche Schwachpunkt sind die beiden Kameras. Sowohl die Front, als auch die Hauptkamera liefern teils verwaschene Bilder mit zu wenig Details und könnten in der nächsten Generation ein Upgrade vertragen.

Wer auf der Suche nach seinem ersten Smartphone ist, gute Technik, ein solides Gehäuse und LTE benötigt und dabei Abstriche bei der Kamera machen kann, der sollte sich das Ascend G620s von Huawei unbedingt mal anschauen.

Galerie


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