Huawei Ascend Mate 7 im ausführlichen Test

Überraschungs-Hit aus China mit Powerakku




Einführung

In den letzten Wochen hatte ich die Möglichkeit ausführlich das neue Huawei Ascend Mate 7 zu testen. Der chinesische Hersteller Huawei (Sprich: Hua wai) ist eher für günstigere Smartphones bekannt, aber konnte sich in den letzten Monaten immer weiter vorarbeiten. Mit dem neuen Flaggschiff, welches ab Oktober im Handel erhältlich ist, hat Huawei allerdings den Sprung in die oberste Liga der Smartphone Hersteller geschafft. HTC, Apple und Co sollten sich ab sofort auf einen neuen Mitbewerber bei Premium Smartphones einstellen.

Lieferumfang

  • Ascend Mate 7
  • microUSB 2.0 Kabel
  • Netzadapter
  • SIM-Karten Entfernungstool
  • Headset

Technische Daten

  • Display*: 6,0″ IPS Display* mit 1920 x 1080 Pixel Auflösung (Full HD). Pixeldichte: 367 ppi
  • Prozessor: HiSilicon Kirin 925 Octa-Core-Prozessor (4 x A15 1.8 GHz + 4 x A7 1.3 GHz + 1 x 230MHz), Mali-T628 GPU
  • Arbeitsspeicher: 2 GB
  • Interner Speicher: 16 GB + microSD (offiziell bis 32 GB)
  • Betriebssystem: Android 4.4 mit Emotion UI 3.0
  • Kamera: 13 MP Sony BSI und 5 MP Frontkamera
  • Konnektivität: LTE Cat-6 (300 Mbit/s Down- und 50 Mbit/s Upload), HSDPA+, WLAN n (2,4 + 5 GHz), Bluetooth 4.0 LE, NFC, GPS + GLONASS
  • Abmessungen: 15,7 x 8,1 x 0,79 cm
  • Gewicht: 185 Gramm
  • Akku: 4100 mAh
  • Farben: Schwarz, Silber
  • Preis: 499 Euro bei Amazon

Video Review

Design & Verarbeitung

Das Design erinnert im ersten Moment etwas an ein zu groß geratenes iPhone 6, sowohl von der Vorder- als auch von der Hinterseite, und ist ziemlich schlicht gehalten. Die Vorderseite wird durch das riesige Display* dominiert, welches 83% der Fläche ausmacht. In der silbernen Version des Smartphones ist die Vorderseite weiß gehalten, in der schwarzen Variante ist sie schwarz. Die Rückseite besteht zum größten Teil aus Aluminium und fühlt sich somit sehr hochwertig an.

Rundherum in Aluminium

Ähnlich wie beim iPhone 6 ist jedoch ein Teil der Ober- und Unterseite aus farblich passendem Kunststoff, unter dem sich die Antenne verbergen. Der Übergang zwischen dem Aluminium und den Kunststoffflächen ist bei direkter Berührung deutlich zu spüren, während man das Smartphone nutzt, kommt man allerdings aufgrund der schieren Größe nahezu nie mit der Hand an diese Stellen. Der Fingerabdrucksensor fällt ins Auge, da er etwas eingesenkt und mit einem silbernen Streifen umgeben ist. Die Linse der Kamera schaut hingegen ein wenig heraus, jedoch nur so wenig, dass es im Alltag nicht stört.

Ascend-Mate-7-Test-(2)

Die beiden Seiten sind ebenfalls aus Aluminium. Die rechte Seite beherbergt dabei den Power- und die Lautstärke Knöpfe, auf der linken Seite ist ein microSIM und ein microSD Einschub zu finden. Die beiden Knöpfe sind leider ein wenig wackelig verbaut, was zum Glück jedoch in der normalen Benutzung nicht auffällt. Die Ober- und Unterseite beherbergen je ein Mikrofon. Oben findet sich dazu der Headset Anschluss, unten der micro USB Anschluss. Insgesamt ist die Verarbeitung sehr hochwertig. Bis auf die seitlichen Knöpfe wackelt oder knarzt nichts. Huawei hat bei der Verarbeitung gute Arbeit geleistet.

Display

Das Display ist vor allem groß. Ein Smartphone (beziehungsweise Phablet) mit 6″ ist sicher nicht für jeden das Richtige. Wer jedoch mit der Größe kein Problem hat, bekommt dafür ein gutes, helles und blickwinkelstabiles Display. Auch wenn das Display nur eine Auflösung von 1920 x 1080 Pixel (Full HD) hat, ist es jedoch auch bei kleinsten Schriften immer noch scharf. Vor allem beim Surfen auf Desktopseiten bietet dies in Kombination mit dem großen Display ein sehr gutes Nutzungserlebnis. Auch Fotos sind sehr detailliert sichtbar.

Ascend Mate 7 Test (6)

Wem die Farbtemperatur des Displays nicht gefällt, der kann sie Softwareseitig noch in den wärmeren oder kälteren Bereich stellen. Im direkten Vergleich zu meinem LG G2 erschien es etwas wärmer, wenige Klicks im Menü später waren beide Displays annähernd gleich. Die leicht geringere Pixeldichte zu dem 5,2″ Display fällt nur bei sehr genauem hinschauen auf, ist im Alltag aber nicht zu merken. Bei den 367 ppi des Mate 7 sind ohne genaues hinsehen keine Pixel erkennbar. Ob man wirklich ein 1440p Display à la LG G3 und Galaxy Note 4 braucht, sollte man für sich selbst entscheiden. Doch das Display des Mate 7 ist trotz der Größe immer noch sehr gut.

Performance

Die Performance ist der wohl wichtigste Part eines Smartphones, denn wenn hier etwas nicht stimmt, liegen die Nerven schnell blank. Allzu oft redet man von langsamen Menüs oder ruckelnden Spielen. Beim Ascend Mate 7 ist dies natürlich eine besonders wichtige Frage, da sowohl der HiSilicon Kirin 925 Prozessor als auch die Software Oberfläche Emotion UI 3.0 den wenigsten geläufig sein sollte. Rein technisch ist das Mate 7 gut aufgestellt: 4 Kerne für größere Aufgaben mit je 1,8 GHz, 4 stromsparende Kerne mit je 1,3 GHz und ein zusätzlicher Co-Prozessor, welcher 230 MHz stark ist.

Der Hersteller HiSilicon kommt aus China und gehört komplett zu Huawei und ist bisher eigentlich nahezu unbekannt. Jedoch überrascht er mit einer absolut überzeugenden Leistung. Die Performance des Smartphones ist sehr gut. Nichts ruckelt, Spiele, Menüs, Grafiken laufen butterweich über den Bildschirm. Auch Benchmarks bestätigen diesen Eindruck. Der Prozessor des Mate 7 kann durchaus mit einem aktuellen Qualcomm Snapdragon 801 mithalten.

Huawei Ascend Mate 7 OnePlus One
AnTuTu: 41713 37005
Vellamo: 1350 (Metal), 1757 (Multicore) 1592 (Metal), 1857 (Multicore)
Quadrant Standard: 12153 23037
SunSpider (Chrome):  635 ms 955 ms

Software

Als Betriebssystem ist Android 4.4.2 installiert. Davon merkt der Nutzer allerdings erstmals nicht viel, denn Huawei hat seine neue, hauseigene Oberfläche Emotion UI 3.0 darüber gelegt. Die Oberfläche ist optisch sehr gelungen und eher minimalistisch gehalten. Es gibt sehr oft Kreise als Element, welche diverse Animationen bekommen haben. Leider hat die Oberfläche aber auch ihre Nachteile. In der Bedienung verkompliziert sie oft einiges, welches bei einem Standard Android sehr viel einfacher gehalten ist. Außerdem gibt es – wie bei Apple – keinen App Drawer. Jede installierte App wird automatisch auf den Homescreen gelegt.

Wer Standard Apps für bestimmte Aktionen ändern möchte, muss erst in ein verstecktes Menü gehen. Erst hier kann man beispielsweise alternative Launcher wie Nova Launcher aktivieren. Aufgrund der Größe des Bildschirms gibt es eine Einhand-Bedienung. Diese verschiebt Tastatur und Software Buttons leicht auf eine Seite um sie mit dem Daumen besser erreichen zu können. Dies ist zwar sehr praktisch, jedoch kann man die Ausrichtung nur per schütteln ändern. So kommt es häufig vor, dass die Buttons sich plötzlich mittig oder gar auf der komplett anderen Seite befinden.

Dies kann man nicht feststellen – hoffentlich reicht Huawei dafür eine Funktion in einem zukünftigen Update nach. Huawei hat einige Apps vorinstalliert, welche selbst entwickelt wurden. Von diesen Apps ist beispielsweise die Lupe sehr interessant. Sie stellt die Kamera in einen starken Makro Modus und zeigt – wie eine echte Lupe – das Bild unter dem Handy auf dem Bildschirm vergrößert und sehr scharf an.

Fingerabdruckscanner

Der Fingerabdruckscanner des Huawei Ascend Mate 7 ist auf der Rückseite angebracht. Dieser erkennt bis zu 5 Finger nur per Auflegen – Bei vielen anderen Modellen muss der Finger erst umständlich über den Scanner gezogen werden. Der Scanner ist dauerhaft aktiv, so reicht zum Entsperren des Smartphones ein einziges Auflegen des Fingers. Dies ist im Alltag sehr praktisch und geht schnell. Die Genauigkeit des Scanners ist relativ hoch, der Finger wird jedoch nicht immer erkannt. Ich würde es auf eine Erfolgsrate von etwa 90% schätzen. Durch eine kurze Vibration wird angezeigt, wenn der Abdruck nicht erkannt wurde oder falsch ist.

Ascend Mate 7 Test (5)

Wird der Finger erkannt, geht das Display ohne Vibration an und ist direkt entsperrt. Die eingebaute Dateiverwaltung bietet einen speziellen Schutz für Dateien auf dem Smartphone an: Man kann verschlüsselte Ordner anlegen, deren Inhalt sich erst nach einem Scannen des Fingerabdrucks anzeigen lässt. So kann man beispielsweise geheime Bilder auf dem Smartphone haben und kann es trotzdem unbeobachtet kurz aus der Hand geben. Auch Apps lassen sich per Fingerabdruck sperren – diese können ohne Abdruck nicht mehr gestartet werden. Der Scanner kann für die Kamera auch als Auslöser verwendet werden. Dies ist vor allem bei Selfies sehr praktisch.

Kamera

screenshot ascend mate 7 (2)

Der Kamerasensor wird von Sony gefertigt und bietet eine recht gute Qualität. Fotos können mit bis zu 13 Megapixel Auflösung geschossen werden und sind für eine Smartphone Kamera überwiegend gut. Bei Details erkennt man manchmal leichte Unschärfen, im Gesamteindruck sind die Bilder allerdings scharf und knackig. In dunklen Umgebungen macht die Kamera eine recht gute Figur. Sie kommt sicher nicht an die Qualität eines Lumia 1020 heran, doch die Bilder sind auch ohne Blitz meist okay. Die Kamera hat einige nette Features eingebaut.

So gibt es einen Gesamt-Fokus, welcher die Schärfe des Bildes im Nachhinein verändern lässt, einige optische Effekte, ein Verschönern Modus bei Gesichts-Aufnahmen, einen Panorama Modus und natürlich einen HDR Modus. Videos werden maximal in 1080p aufgenommen. Bei 720p Aufnahmen besteht sogar die Möglichkeit für HDR Videoaufnahmen. Um die Qualität der Kamera zu veranschaulichen haben wir hier eine Bildergalerie und ein Video mit kurzen Beispielaufnahmen.

Testvideo

Testbilder

 

Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit des Huawei Ascend Mate 7 ist für ein solches Smartphone sehr hoch. Selbst bei starker Nutzung bleiben am Abend gut 30% übrig und man kann direkt in die Nacht hineingehen. Bei gelegentlicher Nutzung sollte man mit dem Mate 7 definitiv zwei Tage am Stück durchhalten können. Diese gute Akkulaufzeit hat zwei Faktoren: Mit 4100 mAh ist es mit Abstand der größte Akku aktueller Smartphones: Das neue Galaxy Note 4 bietet nur 3220 mAh, das LG G3 hat 3000 mAh, das neue Sony Xperia Z3 hat 3100 mAh.

Dazu kommt eine sehr ausgefeilte Software, welche automatisch energiehungrige Apps in der Statusleiste anzeigt und fragt, ob diese bei deaktiviertem Display ebenfalls deaktiviert werden sollen. Auch der 8+1 Prozessor scheint sich zu bewähren. Wem selbst diese Akkulaufzeit nicht reicht, der kann in den Ultra-Stromspar Modus wechseln. Hier sind bis auf Telefonieren und SMS alle Funktionen deaktiviert und der Bildschirm zeigt eine spezielle einfarbige Oberfläche. In diesem Modus wird die Laufzeit des Akkus etwa verdreifacht. Somit kann man selbst bei niedrigen Akkuständen noch eine gewisse Zeit erreichbar bleiben.

Fazit

Das Huawei Ascend Mate 7 ist – sicher entgegen einiger Erwartungen – eines der besten Android Smartphones derzeit auf dem Markt. Natürlich ist ein 6″ großes Smartphone nicht jedermanns Sache, wem ein so großes Display gefällt, wird vom Mate 7 definitiv nicht enttäuscht werden. Sowohl Software als auch Hardware sind in einer absoluten Spitzenqualität vorhanden und auch die Kamera ist für den täglichen Gebrauch mehr als nur ausreichend. Mit dem Fingerabdruckscanner kann sich das Mate 7 außerdem von der Masse der Smartphones abheben und lässt die Eingabe von Pins überflüssig werden.

Wer ein aktuelles Android Gerät mit langer Akkulaufzeit sucht, ist hier bestens aufgehoben. Den 4100 mAh Akku bekommen selbst die größten Smartphone Süchtigen bis zum Abend nicht leer. Das schicke Aluminium Gehäuse lässt die Kunststoff-Konkurrenz alt aussehen. Für einen Preis von 499 Euro UVP ist es definitiv eine Empfehlung. Bis auf kleine Details macht Huawei mit dem neuen Ascend Mate 7 alles richtig. Ascend Mate 7 Test (4)


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3 comments

  1. Sakko

    Ich habe das Teil seit 3 Wochen. Es ist einfach nur gut!! Und bei dem Preis ist das Verhältnis preis Leistung viel besser als bei manch anderem Hersteller!!

  2. Sakko

    Noch ein Tipp: Nach dem einrichten des Telefons kann man anstatt des großen Wetter Widgets auch nur das Wetter als Icon auf den Homescreen legen!
    Zeigt live das Wetter an!!

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