Review: Samsung Galaxy Note Edge (Premium Edition) – verdammt krumm das Ding




Einführung

Ein wenig überraschend stellte Samsung Electronics zur IFA 2014 ein Smartphone mit abgerundetem Display vor, nun, einige Wochen später wird es in einer limitierten Edition offiziell über Samsung vertrieben. Ob das abgerundete Display* wirklich einen Mehrwert bietet, wie die Akkulaufzeiten und die sonstigen Fähigkeiten sind, das lest und seht ihr in den nächsten Minuten.  Zu einem aktuellen Preis von 899 Euro ist das Galaxy Note Edge (Premium Edition) nämlich kein Preisbrecher und bedarf einer genauen Kaufentscheidung.

Lieferumfang

Technische Daten

  • Display*: 5.6 Zoll Super-AMOLED-Display* mit 2560 x 1600 Pixeln (= 524ppi)
  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 805 mit 2.7GHz | Adreno 420 GPU
  • Arbeitsspeicher: 3GB
  • Interner Speicher: 32GB
  • Betriebssystem: Android 4.4 KitKat
  • Kamera: 16 Megapixel Hauptkamera mit OIS | 3.7 Megapixel Frontkamera
  • Mobilfunknetze: UMTS, HSDPA, LTE-Cat.6
  • Konnektivität: Wi-Fi 802.11a/b/g/n/ac , Bluetooth 4.0 LE, MHL, NFC
  • Abmessungen: 151,3 x 82,4 x 8,3 mm
  • Gewicht: 174 Gramm
  • Akku: 3000mAh 
  • Farben: Schwarz
  • Preis: 899 Euro

Video

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Design, Verarbeitung & Ausstattung

Bei einem ersten Blick auf das Samsung Galaxy Note Edge wird man ein wenig an etwas spaciges, vielleicht etwas zukunfts-orientiertem erinnert. Erstmalig wird das herkömmliche Design eines Smartphones seit Jahren angekratzt. Hier findet man nicht nur einen rechteckigen Klotz mit Display auf der Vorderseite, sondern wieder einmal was eigenständiges. Dazu hat Samsung auf der rechten Seite einfach mal den Rand weggelassen und ein stark abgerundetes Display verbaut. Aber es ist nicht nur rund, es ist interaktiv, multimedial und kann im Alltag genutzt werden. Dazu aber später mehr!

Vom Design erinnert das Galaxy Note Edge an ein Samsung Galaxy Note 4 (Testbericht). Aluminiumrahmen, lederartige Rückseite und ein fast gleich großes Display. Fast gleich groß, denn beim Note Edge kommen „nur“ 5.6 Zoll zum Einsatz. Die Auslösung ist allerdings identisch.

Powerbutton mit ungünstiger Position

Auf der Vorderseite finden wir den physikalischen Homebutton inklusive Fingerscanner, angrenzend zwei kapazitive Buttons (zurück und Multitasking) und im oberen Bereich diverse Sensoren, die Hörmuschel und die Frontkamera. Aufgrund dessen, dass der rechte seitliche Rahmen fehlt, ist der Ein- und Ausschalter in den Kopfbereich gewandert und befindet sich angrenzend an den Infrarot-Sender, einem Mikrofon und den Audioanschluss.

Durch diese Positionierung des Powerbutton ist eben selbiger auch nur sehr schwer erreichbar und nur durch Umgreifen des Gerätes zu fassen. Hier wäre eine „Double Tap to Wake“-Funktion wie beim HTC One M8 oder LG G3 sinnvoll gewesen. Auf der linken Seite finden wir noch die Lautstärkewippe, im Fuß des Gerätes zwei Mikrofone, den USB-Ladeanschluss und den Einschub für den S Pen, also dem digitalen Stift von Samsung.

galaxy-note-edge-test-collage

Die Verarbeitung und die Materialwahl des Note Edge gefallen mir außerordentlich gut, auch die oft kritisierte, lederartige Rückseite gefällt mir und fühlt sich gut an. Etwas unangenehm, bzw. unangenehmer als beim Samsung Galaxy Note 4, empfand ich das Handling des Note Edge. Die rechte Seite war mir persönlich zu eckig, etwas ungewohnt und ich hatte das Smartphone nur so lange wie nötig in der Hand. Ein richtiger Handschmeichler ist es also nicht. Hier merkte ich den fehlenden Rahmen.

Bei der restlichen Ausstattung finden weitere Highend-Komponenten, Adreno 420 Grafikprozessor, 3GB RAM und ein 2.7-GHz schneller Snapdragon 805 Quad-Core. Selbstverständlich haben wir auch LTE, Bluetooth 4.0 und NFC an Bord. Hier muss der Nutzer auf nichts verzichten. Der Festspeicher von 32GB kann nochmals durch eine microSD-Karte um 64GB aufgestockt werden.

Display

Mit 2560 x 1440 Bildpunkten ist der Haupt-Bildschirm extrem scharf, hinzu kommen noch 160 Bildpunkte auf der abgerundeten Seite, so dass wir in der Summe auf eine Pixeldichte von 524 Pixel pro Zoll kommen. Schärfer gehts wohl nicht. Blickwinkel und Helligkeit haben mir außerordentlich gut gefallen, auch die Weißwerte sind bei frontaler Betrachtung sehr gut. Einzig bei seitlicher Betrachtung gehen sie etwas in gelbliche über.

Ein Übergang zwischen Hauptscreen und seitlichem Bildschirm ist nicht sichtbar, alles geht fließend ineinander über, viele Hintergrundbilder erstrecken sich sogar über die komplette Fläche. Rein optisch ist das absolute Spitze. Wer also viel Wert auf das Display legt, wird vom Galaxy Note Edge also nicht enttäuscht.

Galaxy Note Edge Display

Kommen wir in diesem Zuge auch auf das seitliche Display zu sprechen. Dies lässt sich über die Einstellungen individualisieren. Bedeutet, ihr könnt nicht nur festlegen was ihr hier sehen wollt, sondern auch eure eigenen Designs anwenden und so zum Beispiel Fotos in den Hintergrund legen. Durch einen Wisch von links nach rechts oder umgedreht, ist der Wechsel zwischen den einzelnen Panels möglich. Hier bekommt ihr nicht nur Informationen zu eurem Datenverbrauch, dem Wetter oder aktuellen Twitter-Themen angezeigt, auch das Ablegen von Quicklinks zu Anwendungen ist möglich.

curved: multimedial, fließend, individuell

Hierdurch lassen sich komfortabel und schnell Anwendungen erreichen ohne mit der Hand umgreifen zu müssen. In all den unterschiedlichen Panels besteht aber noch eine weitere Möglichkeit. Ihr könnt zu jederzeit mit einem Wisch von ben nach unten Shortcuts aufrufen, die euch Zugriff auf ein Maßband, eine Stoppuhr, der Taschenlampe oder einem Sprachrekorder bieten. All diese Funktionen sind komplett über die Leiste steuerbar.

In der Regel ist es so, dass nach dem Öffnen von Anwendungen der seitliche Bildschirm verkleinert wird und in den Hintergrund rutscht. Einige Anwendungen, wie zum Beispiel die Kamera-Anwendung bieten jedoch die Möglichkeit Aktionen über die Leiste auszuführen. In der Kamera-App ist es dabei möglich über den Button in der Sidebar ein Bild auszulösen, den Modus oder auf die Frontkamera zu wechseln.

Sehr nützlich empfand ich den Nachtmodus, der mir im abgedunkelten Screen eine Uhr, das Datum und das Wetter angezeigt hat. Wer also seinen Nachttisch auf Augenhöhe platziert hat und das Note Edge sich liegen hat, kann nachts recht bequem die Uhrzeit ablesen ohne geblendet zu werden.

Kamera

Wie auch beim Samsung Galaxy Note 4 finden wir beim Note Edge eine 16MP-Hauptkamera mit f/2.2 Blende, optischen Bildstabilisator und LED-Blitz. Die Fotos sind wirklich absolut genial. Kaum eine andere Smartphone-Kamera, außer iPhone 6 Plus und Lumia 1020, können so tolle Fotos schießen. Die Auslöseverzögerung ist super, selbst unter schlechten Lichtbedingungen, und der optische Bildstabi arbeitet bei Videos sehr gut.

Wer aktuell im Android-Bereich ein Kamera-Smartphone sucht wird am Note 4 oder Galaxy Note Edge kaum vorbeikommen. Wie vor wenigen Zeilen schon erwähnt finde ich auch das Bedienkonzept der Kamera sehr genial. Da die Interaktion über das abgerundete Display stattfindet, ist der komplette Hauptscreen frei von unnötigen Icons.

Testbilder

Software & Sensoren

Softwaremäßig überrascht uns das Galaxy Note Edge kaum. Aktuell kommt noch Android 4.4 KitKat zum Einsatz, der Rollout von Android 5.0 Lollipop* dürfte jedoch kurz bevorstehen. Samsung überzieht die Oberfläche wieder mit der TochWiz UI, die relativ simpel aufgebaut ist. Während die Einstellungen in den ein oder anderen Punkten noch recht unübersichtlich sind, findet man sich in der Regel relativ schnell zurecht.

Auf der Startseite findet man unten links die Telefonanwendung, unten rechts den Appdrawer, also das zentrale Installationsverzeichnis in dem alle Anwendungen aufgelistet sind. Weitere Anwendungen können in der seitlichen Leiste abgelegt werden, so dass die Startseite Platz für genügend Apps oder Widgets bietet.

Widgets können wie gehabt über einen langen Touch auf das Display hinzugefügt werden, genauso funktioniert auch der Wechsel der Hintergrundbilder oder das Hinzufügen von weiteren Seiten. Da die S Pen Funktionen des Note Edge mit denen des Galaxy Note 4 identisch sind, verweise ich hier mal auf mein anderes Video (siehe unten), da hier alles im Detail erklärt wird.

Bezüglich der Software gehe ich nochmal auf die S Health App ein. Hierüber lassen sich dank einiger Sensoren, unter anderem der Puls, die UV-Intensität, dein Stresslevel und die Sauerstoffsättigung im Blut messen. Alle Sensoren sind auf der Rückseite unterhalb der Kamera angebracht und lassen sich spielend einfach bedienen. Die Ergebniss sind zwar nicht medizinisch korrekt, geben einen ungefähren Anhaltspunkt über euer Wohlbefinden bzw. die äußeren Umstände.

Bei Sensoren wäre auch noch der Fingerabdrucksensor zu nennen, der seit Bestehen des Galaxy S5 in Highend-Smartphone von Samsung zum Einsatz kommt. Der Scanner schützt dabei euer Gerät vor fremden Blicken. Die Einrichtung ist einfach, wird über die Einstelllungen Punkt Fingerscanner vorgenommen und ist innerhalb einer Minute erledigt. Doch die Nutzung ist auch im Galaxy Note Edge imm er noch etwas „hakelig“. Zum Entsperren muss der Finger in korrekter Position über den Scanner gezogen werden, ansonsten kommt es zu Fehleingaben.

S Pen-Funktionen erklärt

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Performance & Akku

Was die Performance und den Akku betrifft kann ich euch jetzt schon sagen, alles bewegt sich im grünen Bereich. Mit 3000mAh ist der Akku des Galaxy Note Edge nominell 220mAh schwächer als im Note 4, dennoch ist es auch hier möglich 24 – 32 Stunden mit dem Phablet auszukommen.

Nachdem der Akku nach einigen Ladezyklen trainiert ist, kommt das Gerät tagsbüber ohne Probleme ohne Netzteil klar. Dabei spreche ich von einer normalen Nutzung, also keinem Hardcore-Zocken oder dauerhaften Surfen über LTE. Wem diese Akkulaufzeiten nicht ausreichen, kann zudem einen Energie und Ultra-Energiesparmodus auswählen. Im Energiesparmodus werden unter anderem die CPU-Taktung und die Helligkeit gedrosselt.

Im Ultra-Energiesparmodus wird das Note Edge auf seine rudimentärsten Funktionen beschränkt. Bedeutet, ihr könnt noch telefonieren SMS schreiben oder kurz im Internet surfen. Alle weiteren Funktionen wie Facebook oder WhatsApp werden deaktiviert, so dass man im Standby teilweise tagelang das Note Edge nutzen kann. 75 % Akkuladung bedeuten dabei rund 10 Tage Standby.

Phänomenla ist die Ladezeit. Dank Quick-Charge ist der Akku des Note Edge von 0 auf 100% innerhalb von 80 Minuten geladen.

Gameplay

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Die Leistung ist sowohl subjektiv als auch objektiv auf dem heutigen Maximallevel. Die Oberfläche ist flüssig und ich würde sie zusammen mit dem Note 4 als flüssigstes Android OS auf Samsung Smartphones betiteln. Dementsprechend fielen auch die Benchmark-Ergebnisse aus: 3140 Punkte im Geekbench 3, knapp 22.000 Punkte im Quadrant und 46.000 Punkte im Antutu sprechen für sich. Mit diesem Gerät wird man auch in ferner Zukunft noch seinen Spass haben.

Solltet ihr mit dem Galaxy Note Edge zocken wollen, so empfehle ich euch das Gerät entgegen des Uhrzeigesinn zu drehen. Denn in diesem Fall ist nicht nur die abgerundete Benachrichtigungsleiste oben und wird nciht irrtümlich beim Zocken verwendet, auch der Lautsprecher auf der Rückseite wird so nicht durch die Finger verdeckt.

Unterm Strich

Abschließend ist das Note Edge schwer zu beurteilen, da ich mich immer noch frage wer ein solches Smartphone wirklich benötigt. Technik, Akkulaufzeit und Kamera sind auf einem Höchstlevel, das Display brilliant und der Preis astronomisch. Für 899 Euro kann man sich sicherlich auch ein Highend-Smartphone und Tablet kaufen.

Die Idee mit dem gekrümmten Display ist toll, hat mich im täglichen Gebrauch aber nicht sonderlich bewegt, habe es kaum genutzt und empfand es mehr als Spielerei. Wer also nicht unbedingt auf ein geekiges Smartphone steht, dem würde ich aktuell eher das Galaxy Note 4 empfehlen, denn hier bekommt man ein fast identisches Gerät zu einem deutlich günstigeren Preis.

Aktuell bietet mir das gekrümmte Display zu wenig Mehrwert.

Galerie


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3 comments

  1. Matthias W.

    Anstelle des Power Buttons kann man bei Samsung doch auch den Home Button verwenden oder ist das beim Edge nicht mehr so?

    • Christian

      Doch klaro, als Alternative auf jeden Fall möglich. Dennoch sitzt das Teil sehr ungünstig.

  2. iMacce

    Einfach 4 Monate warten dann kostet es nur noch 349€

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