Testbericht: Samsung Gear Live




Vor wenigen Wochen haben wir euch unseren Testbericht zur LG G Watch gezeigt, heute präsentieren wir euch unseren Testbericht zur zweiten Smartwatch mit Android Wear*: die Samsung Gear Live. Bereits jetzt können wir euch sagen, dass beide Uhren sehr viel gemein haben und die Unterschiede mehr im Detail liegen. Ob uns die Gear Live gefallen hat und besser abschneidet als das Pendant von LG, das lest ihr in den kommenden Zeilen. 

Lieferumfang

  • Samsung Gear Live
  • Netzstecker mit microUSB 2.0 Anschluss
  • Ladeschale
  • Kurzanleitung

samsung gear live test (7)

Technische Daten

  • Display*: 1.63 Zoll Super AMOLED-Display* mit 320 x 320 Pixel
  • Prozessor: QUALCOMM Snapdragon 400 Quad-Core
  • Arbeitsspeicher: 512MB RAM
  • Interner Speicher: 4GB
  • Betriebssystem: Android Wear* 4.4
  • Verbindungen: Bluetooth 4.0
  • Abmessungen: 37,9 x 56,4 x 8,9 mm
  • Gewicht: 59 Gramm
  • Akku: 300mAh
  • Farben: Schwarz
  • Preis: 199 Euro im Google Play Store

Design, Verarbeitung & Ausstattung

Beim Design bleibt sich Samsung treu und führt Merkmale fort, die wir bereits von der Samsung Gear 2 / Gear 2 NEO kennen. Der Großteil des Gehäuses besteht aus Aluminium und wird lediglich in der Seitenansicht durch Kunststoff komplettiert. Dabei sind die beiden Gehäuseteile nicht „platt“ aneinander gesetzt, sondern mittels einer geschwungenen Linie versehen. Dies vermittelt der Uhr eine Art Leichtigkeit und gefällt mir besser als bei der G Watch von LG Electronics.

Das Armband besteht aus Vollgummi, ist mattiert und besitzt auf der Innenseite mit Rillen. Wozu die allerdings da sind, keine Ahnung! Wie dem auch sei, das Armband ist am Gehäuse fixiert und nicht so ganz elastisch wie das von der G Watch. Einen Nachteil hat man dadurch nicht, eher einen Vorteil, da sich die Uhr einfacher anlegen lässt. Besonders gelungen finde ich den Verschluss des Armbandes, der im geschlossenen Zustand einen wirklich edlen Eindruck vermittelt.

samsung gear live test (3)Das Armband lässt sich wechseln, allerdings nur gegen Armbänder aus dem Samsung-Produktportfolio, da hier kein Standard verwendet wird. Ansonsten ist noch das Displayglas zu nennen, das am oberen und unteren Rand leicht zum Gehäuse gewölbt ist. Als sehr sinnvoll erachte ich den Powerbutton, der auf der rechten Seite des Gehäuses platziert ist. Hierüber lässt sich die Gear Live nach Belieben ein- und ausschalten.

Für manche ein „must have“, für andere wiederum ein „no go“ ist der Herzfrequenzmesser auf der Unterseite der Uhr. Da er nicht zu 100% korrekte Daten liefert würde ich ihn eher als „nice to have“ bezeichnen. Medizinisch genaue Daten werden nicht geliefert, dafür kann der Nutzer sich in etwa den aktuellen Puls anzeigen lassen. Etwas oberhalb sind noch die Konnektoren zum Laden der Uhr verbaut.

Gut, kurz noch die technischen Daten: wie haben hier ein IP67-zertifiziertes Gehäuse, das Tauchgänge im Süßwasser bis zu 30 Minuten überlebt. Weiterhin haben wir ein Mikrofon, BT 4.0, 4GB Cache-Speicher, einen Quad-Core Prozessor und 512MB RAM an Bord. Mittels einer Ladeschale kann die Uhr geladen werden, wozu zwei kleine Einkerbungen an der rechten und linken Seite der Uhr eingelassen wurden. Über dieses Slots wird die Uhr fest verankert.

Display & Einrichtung

Das Display* ist mit 1.63 Zoll ausreichend groß und mit 320 x 320 Pixel auch ausreichend scharf. Wie auch bei der LG G Watch sind jedoch die Helligkeitswerte eher naja. In Gebäuden oder bei schlechten Lichtverhältnissen ist alles top, geht man Outdoor sieht man immer weniger. Hinzu kommt, dass die Helligkeit nur manuell über die Einstellungen reguliert werden kann. Hier stehen dem Nutzer 5 Stufen zur Verfügung.

Die Weißwerte gehen leicht ins graue, dafür ist die Farbwiedergabe wiederum besser. Über die Einstellungen kann zudem festgelegt werden, ob das Display „always on“ sein soll. Zum Ablesen des Displays perfekt, für die Akkulaufzeit eher von Nachteil. Ich würde daher das Display dimmen (ist also nicht ganz aus) und durch den Powerbutton oder eine Handbewegung die volle Helligkeit wieder aktivieren. Wie es sich für 2014 gehört, werden die Eingaben auf dem Display 1:1 umgesetzt.

Einrichtung Samsung Gear Live

Bevor ihr euch ins Vergnügen stürzt, müssen sowohl die Uhr, als auch das zu koppelnde Smartphone vorbereitet werden. Dazu sollte die Gear Live 30% Akku (Erfahrungswert) vorweisen und das Smartphone die Android Wear* Anwendung und Android OS 4.3 oder höher besitzen. Bedeutet im Umkehrschluss, dass alle Geräte mit Android 4.2 oder niedriger mit der Gear Live nicht kompatibel sind. Die Erstinstallation geht bei der Samsung Gear Live ruckzuck von Statten und innerhalb von 3-5 Minuten könnt ihr bereits loslegen.

Android Wear – Smartwatch
Entwickler: Google Inc.
Preis: Kostenlos

Anbei findet ihr ein Video zur Ersteinrichtung der LG G Watch. Bei der Samsung Gear Live funktioniert es nach dem gleichen Prinzip, nur geht hier alles schneller über die Bühne.

Ersteinrichtung & Installation

(YouTube-Direktlink)

Funktionen

Als ich vor einigen Wochen den Testbericht zur LG G Watch geschrieben habe, waren die Funktionen und die zur Verfügung stehenden Anwendungen sehr überschaubar. Dies hat sich jetzt relativiert, da immer mehr Anwendungen für Android Wear geschrieben werden oder dessen Inhalte mit Android Wear kompatibel sind. Von daher steigt von Woche zu Woche der Nutzen unter Android Wear. Mittlerweile gibt es sogar Anwendungen, die autark auf der Uhr laufen. Nichtsdestotrotz stehen Benachrichtigungen im Vordergrund des Systems.

Dedizierter Android Wear App Store 

So wird euch alles auf die Uhr gepusht was in irgendeiner Art und Weise mit Nachrichten zu tun hat. WhatsApp-Nachrichten, Twitter, Facebook, GMail oder was auch immer findet ihr nach Erhalt einer Nachricht auf eurer Uhr. Die anschließende Interaktion mit dieser Nachricht ist je nach Anwendung unterschiedlich.

So ist es unter GMail möglich eine Antwort mittels Sprache zu verfassen und direkt an den Absender zu schicken. WhatsApp Nachrichten enthalten zum Beispiel nur einen kleinen Auszug aus der Nachricht. Zum vollständigen Lesen muss man also wieder aufs Smartphone wechseln. samsung gear live test (6)

Alle sportlich aktiven Nutzer dürfen (in gewissem Umfang) von der Samsung Gear Live begeistert sind. Neben dem integrierten Schrittzähler wurde durch Samsung auch ein Pulsmesser verbaut. Dieser lässt sich auf zwei Arten starten. Zum einen lässt sich dieser über „Meine Herzfrequenz anzeigen“ starten, zum anderen über „Start -> Fit“. Der Unterschied liegt allein darin, dass die eine Anwendung direkt von Google stammt, die zweite Anwendung eine Samsung-eigene ist. Die meisten Funktionen bedürfen dem Vorhandensein einer gekoppelten Smartwatch. Lediglich die Uhrzeit und die ein oder andere App lassen sich autark auf der Uhr starten. Hier könnte man zudem anmerken, dass mit der Uhr nicht telefoniert werden kann. Anrufe annehmen und ablehnen, ja, aber nicht über die Uhr sprechen. Aufgrund des fehlenden Lautsprechers ist das hier nicht möglich.

Bei einem langen Touch auf das Display des Gear Live wird die aktuelle Ansicht verkleinert. Nun besteht die Möglichkeit ein anderes Ziffernblatt (Watchface) auszuwählen. Hier ist von analog im schicken Stil über digital bis etwas surreal alles dabei.

Performance & Akkulaufzeit

Zur Performance müssen wir bei der Samsung Gear Live keine unnötigen Worte verlieren, das ist einfach top. Die Finger flutschen schnell über das Display, Anwendungen werden schnell geschlossen oder gewechselt. Das passt alles. Bei der Akkulaufzeit sieht es etwas anders aus. Mit Werten von 22 – 26 Stunden liegen diese eher im schlechten bzw. unteren Bereich. Samsung gibt zwar nur eine Laufzeit von einem Tag an, doch ist dies eindeutig zu wenig. Dabei ist es noch beachtenswert, dass selbst die LG G Watch mit einem deutlich größeren Akku (400mAh) nicht mehr aus der Uhr herausholen kann. Dennoch bleibe ich dabei, jeden Tag möchte ich keine Uhr an die Steckdose hängen.

Auch interessant: Vergleich: Samsung Gear Live vs. LG G Watch

Fazit

Die Samsung Gear Live gefällt mir momentan zufriedenstellend, vielleicht mit einer leichten Tendenz zu gut. Momentan macht sie was sie soll, nämlich Benachrichtigungen anzeigen. Zudem nutze ich sie sehr häufig um Musiktitel über Spotify vor- und zurück zu skippen. Von Hardwareseite gesehen gibt es hier eigentlich keine Beanstandungen, das Display lässt sich häufig ablesen, die Performance stimmt und wir haben einen verbauten Pulsmesser.

Im Bereich Haptik und Verarbeitung war ich ebenfalls zufrieden, alles wirkt sauber verarbeitet, das Gummiarmband lässt sich leicht anlegen und der Verschluss sieht edel aus. Nachdem ich anfangs etwas skeptisch gegenüber Android Wear war, sehe ich zunehmend Potential in diesem Betriebssystem und bin gespannt was wir in Zukunft noch zu sehen bekommen.

Eins sollte aber klar sein, egal ob LG G Watch, Samsung Gear Live oder (später) Motorola Moto 360. Von der Oberfläche sind alle drei Uhren sehr gleich, fast identisch.

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