Samsung Gear S – gebogene Smartwatch mit Tizen OS im Test




Zur IFA 2014 stellte Samsung mit der Samsung Gear S eine Smartwatch vor, die auf den ersten Blick eine eierlegende Wollmilchsau ist. GPS, SIM-Kartenslot, WLAN, alles was das Herz begehrt. Dazu noch ein gebogenes AMOLED-Display* und die Samsung-eigene Oberfläche Tizen OS. Ob die Gear S (Link zum Kaufangebot) aus allen anderen Smartwatches herausstechen kann, was sie besonders macht und ob sich die rund 330 Euro Anschaffungskosten lohnen, das lest und seht ihr in den nächsten Minuten. 

Lieferumfang

  • Samsung Gear S
  • Netzstecker
  • Ladeschale mit integriertem Akku
  • Anleitungen
  • SIM-Kartentool

Technische Daten

  • Display*: 2 Zoll Super AMOLED-Display* (gebogen) mit 480 x 360 Pixel
  • Prozessor: Dual-Core CPU mit 1GHz
  • Arbeitsspeicher: 512MB RAM
  • Interner Speicher: 4GB
  • Betriebssystem: Tizen OS
  • Verbindungen: Bluetooth 4.1, WLAN 802.11b/g/n 2,4 GHz, GSM/UMTS
  • Besonderheit: nanoSIM-Kartenslot, Herzfrequenzmesser, UV-Sensor, Mikrofon + Lautsprecher
  • Sensoren: Beschleunigungssensor, Barometer, Lagesensor, Geomagnetischer Sensor, Umgebungslichtsensor
  • Gewicht: 67 – 84 Gramm
  • Abmessungen: 58,1 x 39,9 x 12,5mm
  • Akku: 300mAh
  • Farben: Blau-Schwarz, Weiß
  • Preis: ca. 340 Euro bei Amazon (Link zum Kaufangebot)

Video

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Design, Verarbeitung & Ausstattung

Die Samsung Gear S ist außergewöhnlich. Nicht nur, dass das Display dieser Smartwatch mit 2 Zoll ungewöhnlich groß ist, es ist zudem über die komplette Fläche gebogen. Dadurch haben wir nicht nur eine einzigartige Optik, aufgrund der Größe des Displays ist diese Uhr auch extrem groß. Dadurch wirkt wie an Frauenarmen etwas deplatziert. Hier hat man eher das Gefühl, dass die Dame von Welt ein kleines Smartphone am Handgelenk trägt. An Männerhandgelenken ist sie ok, wobei auch hier mit 2 Zoll das Maximum ausgereizt ist.  Das Design der Gear S ist ansprechend, zudem gefallen mir die Materialien auch wenn nicht alles aus Metall und/oder Glas besteht.

Aktuell gibt es die Samsung Gear S in zwei Farben, Schwarz und Weiß. Durch ein einfaches Herausklippen des Cores – also der Recheneinheit – lässt sich zudem das Armband wechseln. Momentan stehen aber leider nur Samsung Armbänder zur Auswahl und sollte man sich für die weiße Version entscheiden, trägt man ein paar Gramm mehr mit sich rum. Hier gibt es einen Gewichtsunterschied von 17 Gramm.

Samsung Gear S (3)

Auf der Unterseite der Smartwatch finden wir den Herzfrequenzmesser zur Bestimmung des Pulses, die Pogo-Pins zum Laden der Smartwatch, sowie den Kartenslot für die nano-SIM-Karte. Um die SIM möglichst leicht einlegen zu können, legt Samsung der Gear S ein Öffnungs-Tool zur Seite, alternativ könnt ihr den Slot aber auch mit einem Fingernagel öffnen. Die SIM-Karte wird anschließend in den Deckel des Slots eingelegt.

Über die beigefügt Ladeschale wird die Uhr geladen. Entsprechend Pins der Schale und Pogo-Pins der Uhr deckungsgleich anbringen und mittels des mitgelieferten microUSB-Kabel verbinden. Die Ladeschale dient aber nicht nur zum stationären Laden der Uhr, in der Ladeschale selbst ist nochmals ein 350mAh starker Akku verbaut. Damit lässt sich die Uhr auch bequem von unterwegs laden. Der Akku der Gear S ist übrigens 300mAh groß.

Von technischer Seite betrachtet finden wir einen 1GHz Dual-Coe, 512 MB RAM und 4GB internen Speicher in der Uhr. Weiterhin gibt es WLAN, Bluetooth und ein GPS-Modul, die die Uhr in einigen Bereichen komplett autark machen.

Display

Das Super AMOLED-Display der Gear S löst bei 2 Zoll mit 480 x 360 Pixel auf, ist dadurch sehr hochauflösend und stellt Farben brillant dar. Aus jedem Blickwinkel ist der Screen sehr gut ablesbar und gefällt supergut. Eingaben sind zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, da man selten ein gebogenes Display nutzt. Allgemein ist das aber kein Problem und es macht bereits nach einigen Minuten Spass mit dem Display zu hantieren. Ab und zu hat man aber das Gefühl, dass das Display nicht richtig reagiert bzw. etwas hinterher hängt.

Doch nach einigen Tagen des Nutzens ist hier der Fehler eher in der „falschen“ Bewegungs- und Gestenausführung des Nutzers zu suchen. Die Toleranz in der man mit dem Finger von unten nach oben oder von oben nach unten streicht, ist relativ klein, so dass der Finger schon ziemlich genau auf den Displayrand aufgesetzt werden muss.

Samsung Gear S (4)

Unterhalb des Displays finden wir noch den Helligkeitssensor, der die Displayhelligkeit der Gear S automatisch regelt. Hier ist also ein manuelles Nachjustieren nicht mehr notwendig. Das was seit Jahren in Smartphones Verwendung findet, gibt es nun auch in Smartwatches.

Zudem finden wir noch einen Homebutton und UV-Sensor unterhalb des Displays angebracht. Mittels des UV-Sensors lässt sich die UV-Intensität messen.

Kompatibilität & Funktionen

Kommen wir nun zur Kompatibilät der Samsung Gear S und hier liegt das erste Problem. Die Samsung Uhr ist nur mit bestimmten Galaxy Smartphones kompatibel, unter anderem dem Note 2, 3 und Note 4, sowie der Galaxy S-Serie ab Galaxy S 3. Zudem muss mindestens Android 4.3 auf dem Smartphone vorhanden sein. Sollten diese Voraussetzungen nicht vorliegen, könnt ihr die Uhr nicht nutzen.

Die Kopplung des Smartphones und der Uhr erfolgt via Bluetoooth, zudem muss auf dem Smartphone der Samsung Gear Manager installiert sein, um Anwendungen auf der Uhr verwalten und installieren zu können.
Bedeutet, ohne gekoppeltes Smartphone könnt ihr keine weiteren Anwendungen auf die Gear S herunterladen. Über die Anwendung lassen sich weiterhin Watchfaces, also Hintergründe ändern, Musik und Bilder übertragen, sowie Benachrichtungen verwalten. Um also wirklich die Uhr in vollem Umfang nutzen zu können, ist ein Pairing mit dem (Galaxy-) Smartphone zwingend notwendig.

Die Oberfläche der Samsung Gear S ist in vier Bereiche aufgeteilt. Ausgehend von der Startseite gelangt ihr mit einem Wisch von oben nach unten in die Quick-Settings für den „Nicht-Stören Modus“ und die Helligkeitsregulierung. Weiterhin seht ihr hier ob ihr mit einem Smartphone verbunden seid oder nicht und wie viel Power eure Gear S noch besitzt.

Mit einem Wisch nach rechts kommt ihr zu den Notifications. Auf der ersten Seite werden alle Benachrichtigungen angezeigt, fortfolgend nach rechts wischend werden diese Nachrichten nochmals einzeln aufgelistet. Alternativ könnt ihr aber auch über einen Touch auf die Benachrichtigung entsprechende öffnen. Je nach Anwendung kann sie nur gelesen werden, auf manche, wie WhatsApp, kann mittlerweile aber auch direkt geantwortet werden. (siehe Video)

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Streicht man vom Hauptscreen nach links kommt man zu den Widgets. Hier ist es möglich 5 Widgets anzulegen, darunter findet man von Beginn an den Musikplayer, den Kalender, die S Health Anwendung und den News-Hub. Über das Plus-Symbol kann dann noch eine weitere Anwendung hinzugefpgt werden.

Streicht man von unten nach oben findet man alle installierten Anwendungen. Hier sind unter anderem eine SMS- und Email-App, sowie die Kontakte und Telefon oder Galerie und die Nokia Here Navigation vertreten.

Um alle diese Anwendungen nutzen zu können ist zwingend ein Koppeln mit dem Smartphone notwendig. So ist es zwar möglich mit der Uhr allein SMS zu schreiben, möchte man jedoch Emails verfassen oder einen Runstastic Lauf starten, so wird immer die Bluetooth Verbindung zum Smartphone benötigt. Komplett autark ist daher auch die Gear S nicht.

Über den Homebutton gelangt ihr übrigens wieder auf die Startseite, zweimaliges Drücken öffnet S Voice und ein langer Touch öffnet die Schnelleinstellungen für den Offline-Modus, das WLAN, die mobilen Netzwerke und die Vibration.

Screenshots

Telefonie & Empfangsstärke

Aufgrund des verbauten SIM-Kartenslots, Mikrofon und Lautsprechers ist es möglich mit der Samsung Gear S auch zu telefonieren. Dabei konnte mich das Gegenüber gut verstehen, der Lautsprecher war meiner Meinung nach etwas zu dumpf. Aufgrund des Lautsprechers und der Möglichkeit Apps zu installieren ist es auch möglich Videos auf der Gear S anschauen zu können. Dazu müsst ihr einfach nur mit dem Gear Manager eine passende App auswählen und installieren.

Die Empfangsstärke des Mobilfunkmoduls war nicht überragend. Während ich auf meinem Smartphone teilweise LTE-Empfang hatte, zeigte mir das Display der gear S ledigich Edge an. Maximal ist es möglich mit HSPA ins Netz zu gehen.

Performance & Akkulaufzeit

Der Akku schafft es die Samsung Gear S rund 40 Stunden am Leben zu halten. Dabei war der Schrittzähler aktiv, 2-3 am wurden am Tag der Puls gemessen und regelmäßig Benachrichtigungen abgerufen. Mit dieser Laufzeit liegt die Samsung Gear S in einem gut – durchschnittlichen Bereich, da auch Android Wear*-Smartwatches nicht mehr auf die Beine bekommen. Dabei war die Uhr mit dem Smartphone gekoppelt und wurde nicht eigenständig genutzt. Solltet ihr jedoch GPS anwerfen, über die Gear S Telefonate führen oder Musik hören, so schwindet der Akku zusehends. Dann ist es auch möglich, dass ihr wieder nach 8-10 Stunden ans Netz müsst.

Generell kann man damit zufrieden sein, da man nicht jeden Tag an die Dose muss, in zukünftigen Uhren wünsch ich mehr aber dennoch mehr Power.

Unterm Strich

Untern Strich ist die Samsung Gear S eine sehr schöne Smartwatch mit einem sehr guten Display und einer durchschnittlichen Akkulaufzeit. Obwohl die Uhr über zahlreiche Ortungs- und Funkmodule verfügt, zudem einem SIM-Kartenslot besitzt, kann sie dennoch nicht komplett eigenständig genutzt werden. Warum als über 300 Euro zahlen, wenn man für 180 Euro eine im Nutzen vergleichbare Android Wear-Uhr bekommt?

Dazu kommt die fehlende Unterstützung für Android Smartphones. Zum jetzigen Zeitpunkt, und das wird sich nicht so schnell ändern, ist die Gear S nur mit Galaxy Smartphone kompatibel!

Galerie

Samsung Gear S (1)

Samsung Gear S (4)

Samsung Gear S (3)

Samsung Gear S (2)

 


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