Testbericht: Lenovo Yoga 2 Pro im 4 Wochen Praxistest




Lenovo Yoga 2 Pro Intel Core i7 Test (8)

Einführung

In den letzten vier Wochen durften wir das Lenovo Yoga 2 Pro Ultrabook einem umfassenden Praxistest unterziehen. Dieses Ultrabook fällt nicht nur aufgrund seiner flachen Bauweise auf, sondern kann auch mit exzellenter Hardware aufwarten.
Das Besondere an der Yoga-Serie besteht unter anderem in dem um 360 Grad drehbaren Display*, so dass das Gerät auf vier verschiedene Arten genutzt werden kann. Wie sich das Ultrabook mit Intel Core i7-Prozessor und Windows 8.1 geschlagen hat, lest ihr in den folgenden Zeilen.

Ein großer Dank geht dabei an Lenovo, die uns dieses Gerät zur Verfügung gestellt haben.

Lieferumfang

  • Lenovo Yoga 2 Pro
  • Bedienungsanleitung
  • modulares Netzteil (230V)

Technische Daten

  • Display* 13.3″ QHD+ LED Multitouch-Display* (glossy)
  • Auflösung 3200×1800 Pixel
  • Prozessor 4. Generation Intel Core i7-4500U CPU (1,80GHz 1600MHz 4MB)
  • Grafikprozessor Intel HD4400
  • Arbeitsspeicher 8.0GB PC3-12800 DDR3L SDRAM 1600 MHz
  • SIM-Typ nicht verfügbar
  • Verbindungen 802.11 n/g/b/ | Bluetooth 4.0
  • Speicherplatz 512GB SSD SATA III
  • Kameras Frontkamera
  • Akku 4 Zellen Lithium-Polymer (bis zu 9 Stunden Akkulaufzeit)
  • Betriebssystem Windows 8.1 (64bit)
  • Abmessungen 15mm Dicke
  • Gewicht 1390 Gramm
  • Preis ab 1299 Euro bei Redcoon | Notebooksbilliger | Amazon

Design, Verarbeitung und Ausstattung

Das Yoga 2 Pro macht dem Namen Ultrabook alle Ehre, da es nur eine maximale Bauhöhe von 15.5mm besitzt und lediglich 1.39 Kilogramm auf die Waage bringt. Zudem packt Lenovo allerhand hochpotente Hardware in das Gehäuse womit das Gerät zu einer echten Arbeitsmaschine wird. Dazu aber gleich noch mehr. Das Yoga 2 Pro wird in den Farben Silbergrau und Orange angeboten, wobei uns das orangene Modell zur Verfügung gestellt wurde.

Die Außenseiten sind leicht gummiert und besitzen eine angenehme Softtouch-Oberfläche ohne dabei in irgendeiner Art und Weise Schmutz oder Fingerabdrücke anzuziehen. Auf der Unterseite finden wir vier Gummipuffer, die das Gerät wenige Millimeter oberhalb der Ablage halten. Ein Verkratzen der Unterseite wird damit ausgeschlossen. Weiterhin finden wir hier Stereolautsprecher mit Dolby Home Theate. Unserer Meinung sind diese etwas zu leise und können nicht das nötige Volumen für einen ordentlichen Bass liefern. Aufgrund der Bauhöhe und des kleinen Resonanzkörpers ist das aber nicht verwunderlich.

Lenovo Yoga 2 Pro Intel Core i7 Test (11)

Im Bereich der Displayscharniere sind die Lüftungsschlitze zu finden, die dem Intel Core i7 ordentlich mit Frischluft versorgen. Leider spricht der Lüfter etwas zu früh an was sich in einem leichten Summen bemerkbar macht. So kam es de Öfteren vor, dass bereits bei Verwendung von 10 Chrome-Tabs das Ultrabook aktiv gekühlt werden musste.

Auf der linken Gehäuseseite befinden sich der Ladeanschluss, ein SD-Kartenport, microHDMI Anschluss und USB 3.0. Das Kabel für den Ladeanschluss kann dabei beliebig eingesteckt werden, ähnlich dem Lightning-Anschluss bei neueren Apple-Geräten. Auf der gegenüberliegenden, rechten Seite finden wir folgende Anschlüsse: Powerbutton, Ein-Auschalttaste für die Displayrotation, Status-LED, 3.5mm Klinkenanschluss, Lautstärkeregelung und ein USB 2.0-Anschluss. Alle Anschlüsse sind gut verarbeitet, jedoch sind Powerbutton und Lautstärkewippe etwas zu tief eingefasst und schlecht greifbar.

Das Keyboard kann bei Bedarf beleuchtet werden (FN + Space) was vor allem Nachts einen erheblichen Mehrwert mit sich bringt. Apropos Tastatur. Wenn man von einem richtigen Notebook kommt wirkt die Tastatur bei erstmaliger Nutzung etwas schwammig. Dieses Gefühl bleibt auch nach längerer Nutzung bestehen, man gewöhnt sich jedoch daran. Wir hatten dabei immer das Gefühl, dass die Tasten etwas wegkippen. Ferner ist der Tastenhub sehr gering und wieder der flachen Bauweise geschuldet.

Lenovo Yoga 2 Pro Intel Core i7 Test (7) Lenovo Yoga 2 Pro Intel Core i7 Test (6)

Das Trackpad ist für ein Ultrabook ausreichend groß und weiß mit Gesten verschiedenerer Art umzugehen. So können fast alle Windows 8.x Gesten auch mittels des Trackpads realisiert werden. Hier sind der Wechsel zwischen aktiven Anwendungen, das Aufrufen der Einstellungen und Pinch-to-Zoom zu nennen. Leider nimmt das Trackpad bereits leichte Fettanhaftungen der Finger auf, so dass es immer etwas „unappetitlich“ aussieht.

Oberhalb des 13.3-Zoll großen Displays finden wir noch eine Frontkamera für Videochats oder Internet-Telefonie.

Multifunktionalität

Wie in den ersten Zeilen angerissen wurde, ist das Lenovo Yoga 2 Pro auf vier Arten nutzbar. Logisch, zum einen als normales Notebook, weiterhin als „Zelt“, als Präsentations-Tablet und als Tablet (siehe Bilder). Während die Verwendung als Notebook nicht weiter ausgeführt werden muss, kann das Display im Tabletmodus um 360 Grad gedreht werden.

Damit befindet sich das Display auf der Rückseite der Tastatur und kann normal als Tablet verwendet werden. Der Clou besteht in der Deaktivierung der Tastatur, so dass dabei keine Fehleingaben durchgeführt werden. Im Präsentationsmodus wird die Tastatur als Auflage genutzt, das Display um einige Grad nach hinten gedreht. In diesem Modus könnten zum Beispiel auf Events Präsentationen ablaufen. Der „Zelt“-Modus ist für ähnliche Einsatzzwecke gedacht, für uns aber nicht abschließend erklärbar und bleibt damit etwas Spielerei.

Das Schöne an den verschiedenen Modi ist die benutzerdefinierte Software, mit der du jeden Modus optimal genutzt werden kann. Je nachdem welcher Modus verwendet wird erkennt das Yoga 2 Pro welche Anwendungen den besten Bedienspaß bieten.

Display

Kommen wir nun zum Prachtstück dieses Ultrabooks, dem Display. Mit einer Diagonalen von 13.3-Zoll und einer Auflösung von 3200 x 1800 Pixel setzt das Yoga 2 Pro zweifelsohne einen Maßstab. Dabei ist das Display multitouchfähig und kann bis zu zehn Finger gleichzeitig verarbeiten. Negativ fällt hingegen das spiegelnde Display auf, welches unter Sonneneinstrahlung schlecht ablesbar wird. Verfügt der Nutzer über entsprechend hochauflösende Inhalte (Bilder, Videos) ist das Display wirklich ein Traum.

Doch es gibt auch Schattenseiten. So ist diese extrem hohe Auflösung für normale Desktop-Programmen schlicht überdimensioniert. Die Schaltflächen werden derart klein wiedergegeben, dass nur die Reduzierung auf eine Auflösung von 1920 x 1080 Pixel Abhilfe schaffte. Im Gegenzug waren dann aber Desktopsymbole, Ordner und Anwendungen zu groß. Ein wirkliches Allheilmittel gibt es hier leider noch nicht. Die Eingabe per Finger über das Display klappte hervorragend und Gesten werden Windows-typisch gut umgesetzt.

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Das Display ist mit dem Keyboard über zwei Metallscharniere verbunden. Aufgrund der dieser „Zweipunkte-Aufhängung“ und der Multifunktionalität des Gehäuses wippt das Display bei Bewegungen leicht nach. Als schlimm habe ich es nicht erfunden, dennoch sollte es angemerkt werden. Das Yoga 2 Pro verfügt weiterhin über eine automatische Helligkeitsregulierung, die unserer Meinung zu sensibel auf das Umgebungslicht reagierte. So bestand ab und an das Gefühl, dass das Display „pulsieren“ würde und immer wieder nach der richtigen Einstellung sucht.

Software

Lenovo liefert das Yoga 2 Pro mit einer 64bit-Version von Windows 8.1 aus. Was für viele User noch ein ungewohnter Anblick ist, entpuppt sich nach wenigen Tagen als Hausmannskost, da auch Windows 8 kein Hexenwerk ist. Die Startoberfläche oder auch Metro UI genannt ist durch Kacheln und Live-Kacheln belegt und bietet wie unter Windows Phone direkten Zugriff auf Anwendungen.

Dabei werden von Haus aus News-Anwendunge, Wetter- und Sport Apps mitgeliefert. Aber auch einige Drittanbieter-Anwendungen wie eBay sind auf dem Yoga 2 Pro vorinstalliert. Dadurch, dass das Yoga 2 Pro einen Touchscreen besitzt können alle bekannten Touchgesten ausgeführt werden. Dies beinhaltet genauso das Öffnen der Einstellungen als auch der Wechsel zwischen den einzelnen Apps.

Unser Testmodell verfügt über einen tatsächlichen Speicher von 476GB was unserer Meinung nach noch in Ordnung ist.

Performance & Akkulaufzeit

Die Performance des Intel Core i7-Prozessor der 4. Generation ist in den meisten Situationen absolut ausreichend. Nicht nur, dass der Wechsel zwischen Anwendungen zügig von Statten geht, auch die Ausführung von Photoshop CC oder Illustrator CC ging flüssig von Statten. Im Bereich der Videobearbeitung (und dementsprechend wichtig für uns) war die Performance eher durchschnittlich, so dass ein 450MB großes Video unter Höchstlast dennoch 25 Minuten zum Rendern benötigte. Dies dürfte vor allem mit der GraKa Intel HD4400 zusammenhängen, da die Taktrate bei ULV-Prozessoren oft sehr niedrig ist und selten der Turboboost aktiviert wird.

Im Bereich der Festplattengeschwindigkeit konnten wir beim Lesen einen Maximalwert von guten 495Mbit/s. verzeichnen, beim Lesen waren es immerhin 249Mbit/s. Beim PCMark 7 Benchmark wurde ein Wert von, im Sunspider Webbrowserbenchmark ein Wert von 193ms erreicht.

Lenovo gibt eine Akkulaufzeit von bis zu 9 Stunden an und genau so sollte der Wert auch gedeutet werden. Die Spanne „bis zu“ fiel bei uns dabei auf knapp 8 Stunden womit wir insgesamt zufrieden sein können. Dabei war die Helligkeit meist auf 90% geregelt, da uns da zuvor erwähnte „pulsieren“ etwas nervte. Wurde ein Video auf Höchstleistung und im Akkumodus gerendert konnten wir eine Laufzeit von 2.5 Stunden erreichen.

Wer das Yoga 2 Pro also im Bereich der Schule, Universität oder auf Events/Messen mitnehmen möchte, hat ausreichend Akkupower dabei.

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Fazit

Das Lenovo Yoga 2 Pro ist nicht nur ein multifunktionales Convertible, sondern kann bereits von Beginn mit einem überzeugenden Softwarepaket punkten. Der hier verbaute Intel Core i7 ist in 90% der Lebenslagen pfeilschnell und führt Anwendungen – auch im Multitasking – sehr schnell aus. Einzig beim Videoschnitt mit Adobe Premiere CC konnte ich den Prozessor/GraKa in die Knie zwingen,  so dass das Rendern etwas länger Zeit in Anspruch nahm. Zudem sind die Schreib- und Lesegeschwindigkeiten hervorragend.

Die Auflösung des Displays ist phänomenal und generell bin ich auch ein Freund von Touch-Displays. Doch es hat auch zwei Nachteile. Zum einen ist die Displayoberfläche dadurch spiegelnd, zum anderen ist die Auflösung derart hoch, dass „normale“ Desktopprogramme kaum gelesen werden können. Hier ist ein Wechsel auf FullHD, 1920 x 1080 Pixeln angesagt.

Mit einem Preis von ~ 1500 Euro für unser Testmodell muss der Kunde ordentlich tief in die Tasche greifen, doch bekommt er ein Convertible mit tollem Display, Alleinstellungsmerkmalen und einem guten Softwarepaket geliefert.

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