Testbericht: LG G Watch

LG G Watch - Eine gute Nachrichtenzentrale & Navigationshilfe




Google hat vor einigen Tagen bei der Google I/O 2014 die Samsung Gear Live, Moto 360 und LG G Watch offiziell vorgestellt. Obwohl alle drei Smartwatches von unterschiedlichen Unternehmen gefertigt werden, haben sie eins gemein: Android Wear! Dabei handelt es sich um das erste, mobile Betriebssystem von Google für Wearables und erinnert stark an Google Now. Wie sich LG´s erste Smartwatch in den vergangenen Tagen geschlagen hat, lest ihr in den folgenden Zeilen. 

Lieferumfang

  • LG G Watch
  • microUSB-Kabel (USB 2.0)
  • Ladeschale (magnetisch)
  • Kurzanleitung

Technische Daten

  • Display*: 1.65 Zoll LCD-Display* mit 280 x 280 Pixel
  • Prozessor: QUALCOMM Snapdragon 400 Quad-Core
  • Arbeitsspeicher: 512MB RAM
  • Interner Speicher: 4GB
  • Betriebssystem: Android Wear* 4.4
  • Verbindungen: Bluetooth 4.0
  • Abmessungen: 37,9 x 46,5mm
  • Gewicht: 63 Gramm
  • Akku: 400mAh
  • Farben: Schwarz, Weiß-Gold
  • Preis: 199 Euro im Google Play Store

 

LG G Watch Unboxing (1)

Design, Verarbeitung & Ausstattung

Das Design der LG G Watch ist einfach, bodenständig und solide. Aufregend sieht anders aus, da die Uhr im Grunde genommen nur rechteckig ist. Hardwaretasten sind auf keiner Seite der Smartwatch vorzufinden, so dass man sich zu Beginn fragt wie die Uhr gestartet und gesteuert wird. Dazu komme ich aber gleich noch zu sprechen. Nichtsdestotrotz ist die Verarbeitung auf einem sehr hohen Niveau, alles wirkt sauber verarbeitet und ist dem Preis von 199 Euro angemessen.

Bei Auslieferung wird ein dunkelgraues Gummiarmband mit Größenverstellung mitgeliefert. In Kombination mit dem Uhrendesign dürften vor allem jüngere Kunden angesprochen werden, edel ist sie jedoch nicht, hier ist eher der sportlich ambitionierte Kunde die Zielgruppe. Erfreulicherweise lässt sich jedoch das Armband auswechseln, so dass euer örtlicher Uhrenhändler sicherlich etwas Passendes für euch hat.

lg-g-watch-test

Hinsichtlich der technischen Ausstattung ist die G Watch bestens aufgestellt. Der Quad-Core Prozessor in Form des Snapdragon 400 sieht sich beim Navigieren über die Oberfläche keinen Problemen gegenüber. Ferner wurden 512MB RAM, 4GB interner Speicher, Bluetooth 4.0 und ein Mikrofon verbaut. Mit einem Gewicht von 63 Gramm hat LG eine gute Wahl getroffen. Die G Watch wirkt nicht zu leicht oder zu schwer. Positiv hervorzuheben ist das IP67-zertifizierte Gehäuse, womit die G Watch im Süßwasser Tauchgänge bis zu 30 Minuten überlebt.

Die Ladeschale der LG G Watch ist magnetisch, womit die Uhr beim Ladevorgang fest und sicher verankert ist. Auf der Unterseite der Smartwatch finden wir neben den Pogo-Pins (zum Laden der Uhr) auch einen kleinen Resetknopf, um die Uhr auf Werkszustand zurück zu setzen.

Display & Einrichtung

Das Display* ist mit 1.65 Zoll ausreichend groß dimensioniert und besitzt gute Blickwinkel. Geht man jedoch Outdoor, so sollte man die Helligkeit (unter den Einstellungen zu finden) mindestens auf Stufe 5 regeln, da sonst keine Inhalte ablesbar sind. Weiterhin spiegelt es stark. Die Auflösung von 280 x 280 Pixel erscheint auf den ersten Blick zu gering, bei einem Abstand von 30cm – 40cm zum Handgelenk aber absolut ausreichend. Von Werk aus ist das Display auf „always on“ geschaltet was bei längerer Nutzung der Akkulaufzeit nicht entgegen kommt.

Unter den Einstellungen kann das Display optional auch ausgeschaltet werden. Wenn diese Option getroffen wurde, schaltet sich das Display nur bei einer Armbewegung oder einem Tip auf das Display an, Bewegungs- und Beschleunigungssensor sei dank.

Die Eingaben an sich werden 1:1 umgesetzt und bieten keinen Grund zur Kritik, das passt!

lg-g-watch-collageDie Einrichtung der LG G Watch gestaltete sich – zumindest während unseren Zeitraumes – als etwas kompliziert. Um die G Watch mit eurem Smartphone verbinden zu können sind einige Voraussetzungen notwendig.

  • ihr habt ein Android-Smartphone mit Android OS 4.3 oder höher
  • Android Wear* muss installiert sein

Bereits beim ersten Punkt liegt ein Haken. Ältere Smartphone besitzen in der Regel kein Android 4.3 Jelly Bean, so auch das Samsung Galaxy S2. Aber auch bei Einsteigermodellen kann es durchaus möglich sein, dass noch kein Android 4.3 installiert ist. Zudem scheiden alle Geräte ohne Android OS generell aus, Windows Phone und iOS sind also außen vor.

Die Erstinstallation dauer rund 10 Minuten, da die LG G Watch über das Smartphone aktuelle Firmware-Daten herunterlädt und im Anschluss zweimal neu startet. Zu Beginn muss die G Watch auf die Ladeschale gelegt werden, damit der Startvorgang beginnt. Eine andere Möglichkeit die Armbanduhr zum ersten Mal in Betrieb zu nehmen ist nicht gegeben, es sind ja keine Hardwaretasten vorhanden. Anschließend beginnt der Installationsvorgang.

Android Wear – Smartwatch
Entwickler: Google Inc.
Preis: Kostenlos

LG G Watch – Ersteinrichtung & Installation

(YouTube-Direktlink)

Funktionen

Die Funktionen der LG G Watch sind zum jetzigen Zeitpunkt noch sehr eingeschränkt, da wenige Drittanbieter-Anwendungen Android Wear* unterstützen. Aktuell sind es zwanzig an der Zahl, davon einige, die mir zumindest nicht geläufig sind. Neben Google Maps und Hangouts, wird zum Beispiel auch eine Wetter-App und Onefootball Brazil unterstützt. Eine vollständige Auflistung alles Android Wear Applikationen findet ihr im dedizierten Android Wear App Store auf Google Play.

Generell sind die LG G Watch und alle anderen Android Wear Smartwatches auf das Anzeigen von Benachrichtigungen ausgelegt, ähnlich wie man es auch von Google Now kennt. Aktuelles Wetter, WhatsApp-Eingänge, Wegstrecken zu beliebten Orten und das Navigieren gehören zur Grundausstattung. Mit den Erweiterungen aus dem Play Store erhält man zudem Nachrichten aus dem Fussballbereich (Onefootball Brazil) oder dergleichen.

Möchte man allerdings den Inhalt einer komplette Nachricht lesen, so muss man auf das Smartphone wechseln. Bei GMail ist es möglich direkt auf die eingegangene Nachricht zu antworten. Dies geschieht mittels Spracheingabe über das Mikrofon. Im Anschluss folgt der selbstständige Versand. Bei WhatsApp hingegen ist dies (zum jetzigen Zeitpunkt) noch nicht möglich. Hier ist der Wechsel auf das Smartphone zwingend erforderlich.

  • Anrufe: Annehmen, Ablehnen, mit SMS antworten (aus Vorlagen)
  • GMail: Ausschnitt lesbar, per Spracheingabe Antwort erstellen
  • WhatsApp: ersten 2-3 Worte lesbar
  • Facebook: erste Worte lesbar, auf Smartphone wechseln erforderlich
  • Wetter: aktuelle, sowie Temperaturen der nächsten Tage

Weiterhin ist ein Schrittzähler verbaut, der eure täglichen Schritte zählt nachdem ihr zuvor das Tagespensum festgelegt habt. Die Möglichkeit Bilder, Videos oder auch Daten zur LG G Watch zu senden, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gegeben. Für diese Zwecke ist noch keine Anwendung vorhanden, zudem schlug das Senden von Bildern immer auf die G Watch fehl.

Euch sollte bekannt sein, dass die G Watch kein „standalone Gerät“ ist und NUR im Zusammespiel mit einem Smartphone vollends funktioniert. Kein Smartphone, keine Benachrichtigungen, kein aktuelles Wetter. Nur der Schrittzähler läuft und läuft und läuft.

Über die Einstellungen können unter anderem noch diverse Ziffernblätter auf die Uhr gepusht werden, ganz nette Spielerei mit einer guten Auswahl an Designs. Die Bedienung der G Watch unter Android Wear ist simpel, absolut kinderleicht und nach wenigen Minuten verstanden. Weiterhin werden die Hintergründe sehr schön gewählt. Optisch gefällt mir Android Wear mal richtig gut.

lg-g-watch-anrufe

 

Performance & Akkulaufzeit

Die Leistung des G Watch ist sehr gut, aber was anderes wäre auch nicht akzeptabel, da hier nur durch diverse Karten gewischt wird ohne große Anwendungen auszuführen. Die Akkulaufzeit ist hingegen nicht berauschend. Mit einer Akkuladung schafft man in der Regel 24 Stunden, mehr ist nicht drin. Dabei war das Display auf „always on“ gestellt und es wurden rund 12000 Schritte mit der Uhr zurück gelegt. Im Vergleich mit einer Pebble, Samsung Gear 2 (Hands-on auf YouTube) oder auch Sony Smartwatch 2 eindeutig zu wenig. Wer hat Lust jeden Tag seine Uhr an den Steckdose zu hängen? Hier ist eindeutig Nachholbedarf.

Fazit

Beim Fazit zur LG G Watch müssen mehrere Punkte beachtet werden. Die Hardware, also die verwendeten Komponenten wie Prozessor, Display, Armband etc.pp. kommen direkt vom koreanischen Hersteller. Die Software hingegen wird von Google aufdiktiert.

Hardwaremäßig ist die G Watch gut bis durchschnittlich. Das LCD-Display bietet recht gute Blickwinkel, allerdings ist es auch spiegelnd und unter der Sonne kaum ablesbar. Die Oberfläche ist flott und über das integrierte Mikrofon können zahlreiche Spracheingaben wahrgenommen werden. Das Armband ist Geschmackssache und nicht unbedingt für die „edle“ Käuferschicht gedacht, zudem ist das Design der Uhr sehr schlicht. Ob der fehlende Lautsprecher gut oder schlecht ist, muss jeder Kunde selbst entscheiden. Persönlich vermisse ich ihn nicht, da ich eh keine Telefonate über eine Smartwatch führe. Weiterhin fehlen eine Kamera und/oder Herzfrequenzmesser wie aus der Samsung Gear 2 bekannt.

Von der Haptik und Verarbeitung gefällt mir die G Watch echt gut.

Hinsichtlich der Funktionen sind LG etwas die Hände gebunden, da Google hier den Ton angibt. Das Unternehmen aus Mountain View möchte zudem nicht, dass die Oberfläche durch die Hersteller angepasst werden kann (erinnert mich irgendwie an Apple). Bedeutet ihr habt den gleichen Kram auf jeder Android Wear Uhr, egal ob von Samsung, LG oder Motorola.

Zum jetzigen Zeitpunkt sind nur wenige Anwendungen für Android Wear verfügbar. Aber auch hier gilt: mehr Anwendungen bedeutet nicht mehr Möglichkeiten, eher mehr Benachrichtigungen, da die Uhr nicht autark arbeiten kann. Ohne Smartphone geht hier fast nichts. Ob und wie sich das in Zukunft ändern wird, keine Ahnung. Zudem ist die Akkulaufzeit unterirdisch, wer möchte jeden Tag die Uhr laden?

Momentan sehe ich die LG G Watch bzw. Android Wear hinter der Sony Smartwatch oder auch der Samsung Gear 2 NEO, da Google die Funktionen stark einschränkt. 200 Euro ausgeben ohne autark arbeiten zu können, Lieder vorzuspulen, Bilder anzuschauen und dergleichen, sind eindeutig zu viel.


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3 comments

  1. TRK

    Sehr schöner Test alles wichtige ist drin 1A. Obwohl Smartwatches nichts für mich sind, finde ich die Entwickelung interesannt.

  2. cM

    Grosses Lob, der Blog ist super und ich fast tgl. vorbei. Wollte mich mal bedanken für alle Test, Reviews und Beiträge. Vielen Dank

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