Als Boston Dynamics vor Jahren mit den ersten Videos seines Roboters „Spot“ das Internet in Staunen versetzte, wirkte die Technologie für die meisten Beobachter noch wie ferne Science-Fiction. Heute, im Jahr 2026, hat sich das Bild grundlegend gewandelt: Der Markt für vierbeinige Roboter – in Fachkreisen als Quadrupeds bezeichnet – ist zu einem hart umkämpften Schlachtfeld globaler Tech-Giganten geworden. Während humanoide Roboter noch immer mit den komplexen Anforderungen des aufrechten Gangs und des Gleichgewichts kämpfen, haben sich die vierbeinigen Maschinen bereits als deutlich praxistauglicher erwiesen. Sie meistern Treppen, navigieren durch Geröllfelder und finden ihren Weg über unebene Waldwege, was sie für eine Vielzahl von Einsätzen prädestiniert. Doch trotz dieser mechanischen Überlegenheit hat sich der Markt in den letzten Jahren sichtlich gespalten.
An der Spitze der technologischen Entwicklung steht nach wie vor der gelbe Roboterhund Spot von Boston Dynamics. Er bleibt der unangefochtene Goldstandard, konzentriert sich jedoch fast ausschließlich auf den professionellen Sektor. Sein Einsatzgebiet findet sich dort, wo es für Menschen zu gefährlich oder zu mühsam wird: bei der Inspektion von Bohrinseln, der Entschärfung von Kampfmitteln oder der autonomen Überwachung weitläufiger Baustellen. Die Stärke von Spot liegt in seiner extremen Robustheit und einer Software, die komplexe Industrieanlagen nahezu ohne menschliches Eingreifen navigieren kann. Dieser Vorsprung hat jedoch seinen Preis – mit Anschaffungskosten im hohen fünfstelligen Bereich bleibt Spot für Privatpersonen weiterhin unerschwinglich.
Hier setzt Xiaomi mit seiner CyberDog-Serie an und versucht, das erfolgreiche Smartphone-Rezept auf die Robotik zu übertragen: Hochtechnologie für die breite Masse zugänglich zu machen. Mit dem CyberDog 1 und dessen Nachfolger CyberDog 2 hat das Unternehmen eine Plattform geschaffen, die vor allem Entwickler und Technik-Begeisterte anspricht. Der Fokus liegt hier weniger auf der harten Industriearbeit, sondern auf der Einbindung in ein smartes Ökosystem. Dank der Integration in Xiaomis HyperOS kann der CyberDog als mobile Schaltzentrale fungieren, die Klimaanlage steuern oder bei Abwesenheit der Besitzer als patrouillierende Überwachungskamera dienen. Zwar ist er im Vergleich zur Profi-Konkurrenz weniger gegen extreme Witterung gewappnet, doch sein Preis-Leistungs-Verhältnis macht ihn zum unangefochtenen Champion im Konsumentenbereich.
Dicht auf den Fersen ist Xiaomi dabei der chinesische Verfolger Unitree Robotics. Mit Modellen wie dem Go2 zielt das Unternehmen ebenfalls auf den Massenmarkt ab und erweist sich oft als der dynamischere Akteur. Unitree setzt massiv auf die Integration von KI-Sprachmodellen, was dazu führt, dass ihre Roboter natürlicher auf menschliche Befehle reagieren und eine beeindruckende mechanische Agilität an den Tag legen – und das oft zu Preisen, die sogar noch unter denen von Xiaomi liegen.
Dieser Wettbewerb hat die technologische Entwicklung massiv beschleunigt. War der Fokus früher rein auf mechanische Kunststücke wie Saltos oder Tanzeinlagen gerichtet, steht heute die KI-gestützte Wahrnehmung im Vordergrund. Dank moderner LiDAR-Systeme und Tiefenkameras erkennen die Roboter heute nicht mehr nur Hindernisse, sondern verstehen deren Kontext. Sie können Personen autonom durch dichte Menschenmengen folgen und treffen Entscheidungen mittels Edge Computing direkt in ihrem eigenen Prozessorkern, ohne auf eine verzögerungsanfällige Cloud-Verbindung angewiesen zu sein. Zudem geht der Trend weg vom reinen Hunde-Imitat hin zum multifunktionalen Assistenten, der mit Greifarmen ausgestattet sogar Türen öffnen oder Pakete tragen kann.
Trotz dieser Fortschritte ist der Weg in den breiten Massenmarkt noch mit Hürden gepflastert. Die Akkulaufzeit bleibt mit 60 bis 90 Minuten bei aktiver Bewegung ein wunder Punkt, und die Lärmentwicklung der Servomotoren wird in ruhigen Wohngebieten oft noch als störend empfunden. Hinzu kommt eine psychologische Komponente: Die Akzeptanz der „kopflosen“ Maschinenwesen ist in der Gesellschaft noch nicht vollständig gegeben; viele Menschen reagieren mit Skepsis auf die mechanischen Begleiter.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Traum vom Roboterhund keineswegs gestorben ist – er ist lediglich seriöser und praktischer geworden. Während Xiaomi die Technik nutzt, um sein Smart-Home-Imperium zu erweitern, beweisen Firmen wie Unitree und Boston Dynamics den Nutzwert in Industrie und Forschung. Ob diese Maschinen jemals den echten „besten Freund des Menschen“ im emotionalen Sinne ersetzen, bleibt fraglich. Als hocheffiziente, nützliche Werkzeuge im Alltag und im Beruf sind sie jedoch gekommen, um zu bleiben.
Mobilfunk-Newsletter: Einmal pro Woche die neusten Informationen rund um Handy, Smartphones und Deals!
Unser kostenloser Newsletter informiert Sie regelmäßig per E-Mail über Produktneuheiten und Sonderaktionen. Ihre hier eingegebenen Daten werden lediglich zur Personalisierung des Newsletters verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können sich jederzeit aus dem Newsletter heraus abmelden. Durch Absenden der von Ihnen eingegebenen Daten willigen Sie in die Datenverarbeitung ein und bestätigen unsere Datenschutzerklärung.
Immer die aktuellsten Nachrichten direkt im Smartphone.
Unsere Kanäle gibt es kostenlos hier:
Telegram: Appdated Telegram Channel
Facebook: Appdated Facebook Seite
Twitter: Appdated Twitter Channel

Technikaffin seit den Zeiten von Amiga 500 und C64 – mittlerweile aber eher mit deutlichem Fokus auf die Bereich Mobilfunk und Telekommunikation. Die ersten Artikel im Telco Bereich habe ich bereits 2006 geschrieben, seit dem bin ich dem Thema treu geblieben und nebenbei läuft mittlerweile auch noch ein Telefon- und Smartphone Museum um die Entiwcklung zu dokumentieren.
