In den USA wird derzeit viel über das sogenannte Trump Phone (offiziell T1 Phone) diskutiert, das von der Firma Trump Mobile vermarktet wird. Wer jedoch ein echtes High-End-Gerät „Made in USA“ erwartet hat, wird enttäuscht: Der Verkaufsstart verzögert sich massiv, und die technischen Versprechen bröckeln. Aktuell wurde daher noch kein einziges Gerät ausgeliefert.
Eigentlich sollte das goldfarbene „T1 Phone“ bereits im Spätsommer 2025 die Hosentaschen der treuen Anhängerschaft füllen. Doch wer die stolzen 499 US-Dollar (zzgl. monatlichem „The 47 Plan“ für 47,45 Dollar) bereits angezahlt hat, starrt im Januar 2026 immer noch auf leere Hände. Der aktuelle Stand? Das Gerät ist weiterhin „Vaporware“.
Die Geschichte der Veröffentlichung ist eine Serie von verpassten Deadlines:
- Juni 2025: Erstmals angekündigt, hieß es, das Gerät würde im August oder September 2025 ausgeliefert.
- Herbst 2025: Der Termin wurde auf das vierte Quartal, also spätestens bis Ende 2025, korrigiert.
- Aktueller Stand (Januar 2026): Das Jahr 2025 verstrich ohne eine einzige Auslieferung. Laut Support-Mitarbeiter
Berichten zufolge (u.a. Associated Press) haben bereits über 590.000 Kunden eine Anzahlung in Höhe von 100 US-Dollar geleistet, um sich ein Exemplar zu sichern. Das entspräche allein an Anzahlungen einer Summe von fast 60 Millionen Dollar. Wir gehen aber davon aus, dass auch im Januar keine Auslieferung erfolgen wird.
Da das T1 nicht lieferbar ist, hat der Webshop von Trump Mobile umgesattelt. Statt des eigenen Wunder-Telefons werden dort aktuell gebrauchte und generalüberholte iPhones und Samsung-Geräte zu teils überhöhten Preisen angeboten – ein Schritt, der unter Hard-Core-Anhängern für erste Irritationen sorgt.
Die „Made in USA“-Lüge
Ursprünglich wurde das T1 als patriotische Antwort auf das iPhone beworben – produziert im eigenen Land. Doch kaum waren die Vorbestellungen live, verschwand das Label „Made in USA“ klammheimlich von der Webseite. Nun heißt es vage, es sei „mit amerikanischen Werten im Hinterkopf“ designt. Branchenexperten sind sich einig: Unter der goldenen Haube steckt höchstwahrscheinlich Standard-Hardware eines chinesischen Auftragsfertigers (OEM), wie etwa Wingtech. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, dass Präsident Trump gleichzeitig hohe Zölle auf genau solche Importe fordert.
Technische Daten im Schrumpfkurs
Nicht nur das Herkunftsversprechen wurde korrigiert, auch die Hardware-Specs scheinen eine Diät zu machen:
- Display: Angekündigt mit 6,78 Zoll, wird auf der Webseite nun teils nur noch von 6,25 Zoll gesprochen.
- Kamera: Ein 50-Megapixel-Hauptsensor klingt okay, wird aber von zwei nahezu nutzlosen 2-Megapixel-Sensoren (Makro/Tiefe) flankiert – klassisches Blendwerk für die Datenblatt-Optik.
- Preis-Leistung: Für 500 Dollar bekommt man bei Samsung oder Google technisch deutlich ausgereiftere Geräte. Hier zahlt man primär für den Namen und die Farbe.
Warum dauert es so lange?
Als neueste Ausrede für die Verzögerung bis (vielleicht) Ende Januar 2026 muss der US-Government-Shutdown herhalten. Dieser habe die Zertifizierungsprozesse bei der Fernmeldebehörde FCC lahmgelegt. Kritiker vermuten eher logistische Probleme und die Tatsache, dass man schlicht noch kein fertiges Seriengerät vorweisen kann. Auf Werbebildern wurden zudem bereits peinliche Photoshop-Fehler entdeckt – die US-Flagge auf dem Gehäuse wirkte wie nachträglich draufgeklebt.
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Technikaffin seit den Zeiten von Amiga 500 und C64 – mittlerweile aber eher mit deutlichem Fokus auf die Bereich Mobilfunk und Telekommunikation. Die ersten Artikel im Telco Bereich habe ich bereits 2006 geschrieben, seit dem bin ich dem Thema treu geblieben und nebenbei läuft mittlerweile auch noch ein Telefon- und Smartphone Museum um die Entiwcklung zu dokumentieren.
