Samsung Galaxy S4 mini im ausführlichen Testbericht


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Einleitung

Samsung* hat sich in den letzten Monaten nicht lumpen lassen und eine Reihe neuer Smartphones auf den Markt gebracht. Das Samsung Galaxy S4 war die treibende Kraft dahinter, so dass mehrere Ableger des Flaggschiffes vorgestellt wurden. Am Interessantesten dürfte das Samsung* Galaxy S4 mini sein, welches wir uns in den letzten Wochen einmal genauer angeschaut haben.

Das „Mini“-Konzept hat Samsung* bereits im letzten Jahr mit dem Galaxy S3 mini erfolgreich durchgesetzt und diese Strategie in der neuen Generation ohne große Änderungen fortgeführt. Das Design, die Software-Oberfläche und die ein oder anderen Features des Galaxy S4 wurden genommen und in ein kleineres Gehäuse mit abgespeckter Hardware gepackt. Bei diesem Schritt muss der Benutzer natürlich einige Abstriche machen, die den Otto Normalnutzer aber nicht sonderlich stören dürften. Ein High-End-Smartphone* im kompakten Gehäuse sieht jedenfalls anders aus.

An dieser Stelle möchte mich kurz bei getgoods.de bedanken, die uns das Samsung Galaxy S4 mini zur Verfügung gestellt haben.

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Spezifikationen

  • Display*: 4,3 Zoll Super AMOLED mit 960 x 540 Pixel
  • Pixeldichte: 256 ppi
  • Prozessor: 1,7 GHz Qualcomm Snapdragon 400 Dual Core-Prozessor
  • Arbeitsspeicher: 1,5 Gigabyte
  • Datenspeicher: 8 Gigabyte, davon 4,47 Gigabyte frei (durch microSD-Slot erweiterbar)
  • Kamera: 8 Megapixel
  • Frontkamera: 1,9 Megapixel
  • Funksystem: GSM/GPRS/EDGE/UMTS/HSPA+ mit 42Mbit/s/LTE mit 100Mbit/s über 800MHz, 1.800MHz, 2.600MHz
  • Schnittstellen: Bluetooth 4.0, NFC, WLAN 802.11 a/b/g/n über 2,4 und 5GHz
  • SAR-Wert: 0,33W/kg
  • Ausmaße (dicke x breite x höhe): 8,94 x 61,3 x 124,6 Millimeter
  • Gewicht: 107 Gramm
  • Akku: 1900 mAh
  • Betriebssystem: Android* 4.2 Jelly Bean mit TouchWiz-Oberfläche

Lieferumfang

Der Lieferumfang ist mittlerweile bei den Samsung-Smartphones standardisiert und nicht besonders umfangreich. Samsung Galaxy S4 mini, microUSB-auf-USB-Kabel, Netzstecker, Kopfhörer plus passende Ohrmuscheln, Akku und eine Reihe von Betriebsanleitungen. Das Ganze gibt es auch noch in bewegten Bildern in unserem Unboxing:

Ist Mini auch wirklich Mini?

Ist die Bezeichnung „Mini“ gerechtfertigt? Eine Frage, die je nach Betrachtungswinkel anders beantwortet werden kann. Im Hinblick auf den aktuellen Android*-Markt, der sich in diesem Jahr immer mehr in Richtung 5-Zoll-Smartphones entwickelt hat, dürfte die Namensgebung durchaus passend gewählt sein. Mit 4,3 Zoll liegt das Samsung Galaxy S4 mini deutlich unter den aktuellen Flaggschiffen und kann durch ein kompaktes Gehäuse auftrumpfen. Im Vergleich zum Apple iPhone 5, welches ja nicht wirklich als „Mini“ bezeichnet wird, und den Geräten von vor zwei Jahren kann man die Wortlaut „Mini“ im Zusammenhang mit einem 4,3 Zoll großen Display* durchaus belächeln.

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Nichtsdestrotz finde ich die Namensgebung passen gewählt. Die Ausmaße sind mit 8,94 x 61,3 x 124,6 Millimeter (Dicke x Breite x Höhe) im gleichen Bereich wie das Apple iPhone 5, welches bekanntlich „nur“ ein 4 Zoll großes Display* besitzt. Im Vergleich besitzt das Galaxy S4 Mini aber dünnere Ränder und ein etwas größeres Display. In der Dicke kann jedoch das Apple-Smartphone* (nur 7,6 Millimeter) punkten.

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Insgesamt kann man sagen, dass Samsung Galaxy S4 Mini ideal für Nutzer konzipiert ist, welche von den größeren Smartphones, die heutzutage wie Pilze aus dem Boden schießen, abgeneigt sind und etwas kompakteres suchen.

Design, Verarbeitung und Haptik

Wie schon oben angekündigt hat sich Samsung wie zu erwarten an das Design des Galaxy S4 gehalten. Das Galaxy S4 mini besitzt die selben Züge, ist vorne dominant mit einem 4,3 Zoll großem Display ausgestattet, welches von einem dünnen Rahmen umhüllt wird. Die Kanten sind durch einen sehr kleinen, silbernen Streifen abgegrenzt, der im Vergleich zur Front eine kleine Erhebung darstellt und das Display vor Kratzern schützt. Der Rahmen ist ebenfalls in Silber gehalten, wobei hier ein Look im gebürsteten Aluminium zum Einsatz kommt. Die Rückseite, genau wie das ganze Geräte, besteht wie beim großen Bruder aus Polycarbonat und besitzt ein gepunktetes Design, welches mir bereits beim Galaxy S4 sehr gut gefallen hat. Die Materialwahl kann natürlich wieder mal angekreidet werden, langsam aber sicher sollte die Kritik aber auch bei Samsung angekommen sein und ich bin mir sicher, dass die Südkoreaner für das nächste Jahr schon etwas „Neues“ geplant haben. Im Mittelklasse-Bereich ist Plastik meiner Meinung nach aber durchaus noch akzeptabel.

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Die Verarbeitung des Gehäuses ist jedoch wie gewohnt vorbildlich. Die Knöpfe besitzen einen guten Druckpunkt und haben keinerlei Spiel im Rahmen. Die Spaltmaße fallen sehr gering aus und das Gehäuse knarzt kein Stück. Der Akkudeckel ist abnehmbar, hält aber trotzdem sehr fest und lässt sich sehr einfach entfernen. Der physische Home-Button ist ebenfalls perfekt in die Vorderseite eingelassen und verbessert die Bedienung des Android*-Smartphones erheblich. Der Power-Button ist an der rechten Seite platziert und die Lautstärkewippe auf der Linken. Beide Buttons sind sehr gut mit einer Hand erreichbar.

Auf Grund der vergleichbar geringen Ausmaße lässt sich das Samsung Galaxy S4 mini ohne Probleme mit einer Hand bedienen. Ich komme fast ohne Verrenkungen in alle vier Ecken des Displays, was mir beim großen Bruder nicht gelungen ist. Außerdem ist das Smartphone* wirklich ein Handschmeichler und liegt sehr gut in der Hand. Die Haptik ist 1A.

Display

Ein der wichtigsten Faktoren bei einem Smartphone ist das Display, aus diesem Grund war ich relativ bestürzt, dass Samsung wieder mal, jedenfalls bei diesem Punkt, den Namen des großen Bruder „missbraucht“. Das Samsung Galaxy S4 mini besitzt ein 4,3 Zoll Display, welches lediglich mit einer Auflösung von 960 x 540 Pixeln ausgestattet ist. Rechnerisch kommt man dabei auf eine Pixeldichte von 256 ppi. Meiner Meinung nach wäre ein 720p-Display durchaus angebracht gewesen, um ein perfektes Gesamtpaket zu schnüren, gerade bei dem relativ hohen Preis. HTC hat es ebenfalls mit den One mini geschafft (auch wenn das Smartphone deutlich größer ausfällt als das S4 mini), warum dann nicht auch Samsung? Der Durchnittsnutzer wird sich aber an dieser Tatsache nicht stören, die Auflösung reicht im Alltag noch aus, auch wenn man bei genauem Hinsehen Pixel entdecken kann.

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Samsung setzt, wie nicht anders zu erwarten, auch bei dem Galaxy S4 mini auf ein Super AMOLED Display. Es kommt aber glücklicherweise keine PenTile-Matrix zum Einsatz, die beim Galaxy S4 für die ein oder anderen Diskussionen gesorgt hat. Die Displayhelligkeit hat im Vergleich zur Vorgängergeneration etwas zugenommen, so dass man das Display gerade noch bei Sonnenlicht ablesen kann. Die Helligkeit beträgt ungefähr 300 cd/m2, was für OLED-Display durchaus hoch ist, aber gegenüber den IPS-Panels mit locker 450 cd/m2 alt aussieht. Der Unterschied ist vor allem draußen bemerkbar. Die Blickwinkel sind dagegen wieder sehr gut. AMOLED-typisch sind die Kontrastwerte hervorragend und die Farben etwas übersättigt. Letzteres gefällt mir persönlich nicht so, lässt sich aber in den Einstellungen mit wenigen Klicks anpassen.

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Performance

Samsung hat im Galaxy S4 mini keinen Quad-Core oder Octa-Core verbaut, sondern setzt auf einen durchaus leistungsstarken Dual-Core-Prozessor mit 1,7 GHz. Der Snapdragon 400 liegt im Mittelklasse-Bereich deutlich an der Spitze und kann durch die Adreno 305 Grafikeinheit auch bei performancehungrigen Spielen punkten. Im Alltag konnte man wirklich nicht meckern. Anfangs hatte ich sogar den Eindruck, dass die Software-Oberfläche etwas flüssiger läuft als bei dem Galaxy S4 (das hat sich aber mit der zunehmenden Benutzung wieder relativiert). Die Menüs konnten ohne große Ruckler durchgescrollt werden, nur ab und ab gab es minimale Ruckler, die aber nicht sonderlich oft vorkommen. Apps starten sehr fix und weisen ebenfalls keine Verzögerungen oder Ruckler auf.

Interessant ist außerdem die verbaute Grafikeinheit. Es lassen sich überraschenderweise auch leistungsanspruchsvolle Spiele ohne Probleme wiedergeben. In meinem kleinen Gaming-Video habe ich mir ein paar „Blockbuster“ näher angeschaut und konnte alle Titel zufriedenstellend spielen. Bei Real Racing 3 muss man mit kleinen Mikro-Rucklern leben, spielbar ist es aber allemal. Modern Combat 4 oder Dead Trigger lassen dagegen sehr flüssig spielen. Insgesamt versteckt sich also eine Menge Leistung in dem kleinen Smartphone.

Wer zum Abschluss noch ein Benchmarks braucht. Bei AnTuTu kommt das Galaxy S4 mini auf 14266 Punkte. Bei Geekbench auf 1793 Punkte und im Quadranten auf 7023 Punkte.

Software

Samsung kann auch bei der „Mini“-Variante des Galaxy S4 punkten und hat dem Smartphone von Anfang an die Android-Version 4.2.2 Jelly Bean mit der neusten TouchWiz-Oberfläche spendiert. Von dem riesigen Funktionsumfang des großen Bruders ist aber leider nicht mehr viel übrig geblieben. Air-View, die Gesten-Steuerung, S-Health und viele weitere Funktionen sind nicht im Galaxy S4 mini präsent. Grund hierfür sind die nicht vorhandenen Sensoren, die für diese Features vorausgesetzt werden. Die viel beworbenen Alleinstellungsmerkmale vom Samsung Galaxy S4 haben es also nicht auf das Mini geschafft, was wiederum ein Fragezeichen hinter der Bezeichnung des Gerätes setzt.

Ansonsten sind die gewohnten Features vertreten: Schnellzugriffe in der Notification Bar, Smart Stay, die Zusatzapps von Samsung (S-Translator, Samsung-Dienste,Kalender und viele mehr) und auch die Möglichkeit, ein Video als kleineres Fenster darzustellen, ist gegeben. Multi-Window ist auf Grund der Displaygrößer nicht auf dem System vorhanden. Der Infrarotsender vom Galaxy S4 hat es aber glücklicherweise auf das Mini geschafft, so dass auch hierauf WatchOn zur Bedienung von Fernsehgeräten und HiFi-Anlagen genutzt werden kann.

Kamera

Das Samsung Galaxy S4 mini wurde nicht wie der große Bruder mit einer 13 Megapixel-Kamera ausgestattet, sondern verfügt über den altbekannten und bewährten 8 Megapixel-Sensor aus dem Galaxy S3 und Galaxy Note 2. Definitiv eine gute Wahl. Bei Tageslicht erzeugt die Kamera sehr ansehnliche Fotos, die nicht mit dem großen Bruder mithalten können, aber definitiv im Mittelklasse-Segment im oberen Bereich angesiedelt sind. Bei Low-Light-Fotos liefert das Galaxy S4 mini allerdings nur mäßige Bilder, die durch Rauschen und Unschärfe beherrscht werden.

Bei der Software hat Samsung wieder mal das „Mini“-Konzept raushängen lassen und einige Funktionen dem Gerät vorenthalten. Die Kamera-Modi „Radierer“, „Drama“ und „Animiertes Foto“ sind nicht vertreten, die meiner Meinung nach eine nette Ergänzungen sind. Darüber hinaus hat sich Samsung auch den Dual-Shot-Mode (Frontkamera und Rückkamera gleichzeitig) gespart, die restlichen Modi wie HDR, Panaroma, Sound-Shot usw. sind aber vertreten. Diese liefern auch ganz passable Ergebnisse, wobei ich mir einen intelligenteren Automatik-Modus wünschen würde, der sich auf die jeweiligen Bedienungen (beispielsweise bei Nacht) besser anpasst.

Zum Schluss noch ein paar Beispielsfotos, die ich mit dem Samsung Galaxy S4 mini aufgenommen habe:

Akku

Zu guter Letzt sollte man sich noch mit der Akkulaufzeit beschäftigen. Hier kann das Samsung Galaxy S4 mini mit einem 1900 mAh Akku punkten, der den Nutzer locker über den Tag bringt und das bei allerhand Aktivitäten. Im Alltag werden bei mir vier verschiedene E-Mail-Konten, eine Reihe von Diensten wie Twitter, Facebook und Google+ ständig synchronisiert und trotzdem bin ich mit dem Gerät immer über den Tag gekommen. Einen zweiten Tag hat das Galaxy S4 mini aber bei meiner persönlichen Nutzung nicht geschafft, aber das schaffen die Wenigsten. Alles in allem wird der Otto Normalnutzer ohne Probleme über den Tag kommen (ohne intensives Zocken).

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Vergleich: S4 mini und S3 mini

Fazit

Das kompakte Gehäuse, die beinahe aktuellste Android-Version, der leistungsstarke Dual-Core-Prozessor und die 8 Megapixel-Kamera machen das Samsung Galaxy S4 mini zu einem fast perfekten Gesamtpaket. Die fehlenden Funktionen sind für den Normalverbraucher im Grunde nicht von Bedeutung und werden auch beim großen Bruder im seltensten Fall ausgiebig genutzt. Einzig und alleine das geringe Auflösung des Displays ist verbesserungswürdig und sollte bei einem Preis von 370 Euro höher ausfallen. Insgesamt kann ich das Samsung Galaxy S4 mini aber absolut empfehlen. Die Performance ist ausreichend, die Software läuft flüssig und die Kamera schießt für den Preis akzeptable Fotos.

Falls man jedoch nicht auf ein „kleines“ Smartphone aus ist, sondern nur ein günstiges Gerät sucht, sollte man sich vielleicht auch das Samsung Galaxy S3 oder HTC One mini anschauen. Ersteres ist ebenfalls zu einem Preis von 370 Euro zu haben und bietet ein gleichwertiges Nutzererlebnis, ist allerdings vom letzten Jahr. Das HTC One mini dagegen kostet momentan noch deutlich mehr (wird aber sicherlich bald fallen), bringt aber ein 720p-Display und die BoomSound-Lautsprecher mit sich. Alles eine Frage der Bedürfnisse und Geschmacks.




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