Testbericht des neuen Nexus 7 (2013)


Einführung

Bereits zur Google I/O 2013 wurde das neue Nexus 7 – sofern es wieder diese Bezeichnung tragen sollte – erwartet. Doch nach kurzer Zeit war klar: Das neue Nexus 7, Modelljahr 2013, werden wir an diesem Abend nicht zu Gesicht bekommen.

Aufrgund dieser Tatsachs und etlichen Leaks stieg die Vorfreude auf das neue Referenz-Tablet weiter. Die Vorstellung fand letztendlich am 24. Juli 2013 statt und konnte auf der einen Seite begeistern, auf der anderen Seite aber auch nicht das WOW-Erlebnis in mir entfachen.

Nachdem das Gerät in den USA verfügbar war, führten wir es in Deutschland ein und haben es seitdem einige Tage testen können. Hier seht ihr, wie sich das neue Google-Tablet (auch in Bezug auf den Vorgänger) schlägt.

Nexus 7 2013 Review (9)

Lieferumfang

  • Google Nexus 7 (16GB)
  • Bedienungsanleitung, Garantiekarte
  • Netzteil (us-amerikanisch)
  • USB-/microUSB-Kabel

Technische Daten

  • Display* 7.02 Zoll IPS-LCDisplay
  • Auflösung 1920×1200 Pixel bei 323ppi
  • Prozessor QUALCOMM Snapdragon S4 Pro APQ8064 mit 1.5GHz
  • Grafikprozessor Adreno 320-GPU
  • Arbeitsspeicher 2 Gigabyte
  • Verbindungen WLAN 802.11 a/b/g/n Dualband (2,4 GHz/5 GHz) | Bluetooth 4.0 | GPS | NFC
  • Speicherplatz 16GB, davon 11.94GB tatsächlich nutzbar
  • Kameras 5 Megapixel, Primärkamera – Fertigung von Videos in 1080p | 1.2 Megapixel Frontkamera
  • Sensoren Annäherungssensor, Umgebungslichtsensor
  • Akku 3950mAh
  • Betriebssystem Android* 4.3 Jelly Bean
  • Abmessungen 200mm x 114mm x 8.65mm
  • Gewicht 290 Gramm
  • Preis ca. 279€ (32GB)

Video


Design, Verarbeitung und Ausstattung

Nexus 7 2013 Review (2)

Das erste Nexus 7 aus dem Jahr 2012 sollte den Tabletmarkt im Android*-Bereich so richtig ins Rollen bringen. Nicht nur, dass Google mit dem Tablet ein gutes Stück Hardware zu einem fairen Preis offerierte, auch der Formfaktor und die Verarbeitung lagen auf einem guten Niveau. Nun, in 2013, präsentiert Google eine konsequente Weiterentwicklung, die auf den schnellen Blick nicht als Evolution erkennbar ist.

So wanderte unser Nexus 7 (2013) durch mehrere Hände, ohne dass diese das Neugerät als solches erkannten. Beim Design bleibt sich Google treu und zeigt dies in einem annähernd gleichen Formfaktor, gleichen Materialien und Positionierung der Buttons. Lediglich an der 5MP-Kamera könnte der Otto-Normalverbraucher das Upgrade erkennen.

Mit einem Gewicht von 290 Gramm ist es bedeutend leichter geworden als der Vorgänger, da dieser noch ordentliche 340 Gramm auf die Waage brachte. Bei den Abmessungen hingegen gibt es Pro & Contra. Zum Einen ist es deutlich in der Dicke geschrumpft, zum Anderen ist es aber auch etwas größer geworden. Während bei der Erstausgabe noch auf einen Chromrand gesetzt wurde, kommt das neue Gerät wie ein Stealth-Bomber daher.

Nicht nur die Rückseite wurde mit einer leicht gummierten Softtouch-Oberfläche überzogen, auch die Kanten, Ränder, Tasten und die Front sind komplett in Schwarz gehalten. Das macht das Gerät sexy und entfacht ein „Lass-es-mich-endlich-anfassen“-Gefühl.

Befremdlich hingegen wirken die relativ breit geratenen Displayränder ober- und unterhalb des Displays (vertikal gehalten). Diese sind ggü. des ersten Nexus 7 deutlich gewachsen und vermitteln das Gefühl das Gerät im Landscape-Modus zu bedienen.

Nexus 7 2013 Review (3)

Das Nexus 7 der 2. Generation wird – zumindest in den USA – in drei verschiedenen Varianten auf den Markt kommen. Das Einstiegsmodell ist mit 16GB bestückt, gefolgt von einem 32GB-Modell, das im Spitzenmodell zusätzlich noch über ein LTE-Modem verfügt. Nach ersten Informationen werden in Deutschland lediglich die 32GB-Varianten mit und ohne LTE-Modem im Handel erscheinen.

Wie auch beim Nexus 7 aus 2012 wurde der Neuauflage eine microSD-Karten-Integration verwehrt. Wer sich also einmal für 16GB (netto 11,94GB) entschieden hat, muss mit dem Speicher zurecht kommen.

Als Prozessor kommt ein Snapdragon S4 Pro mit 1.5GHz Taktung zum Einsatz, der nach ersten Informationen einem potenteren Snapdragon 600 ähnelt. Für ordentliches Multitasking wurden 2 Gigabyte Arbeitspeicher verbaut. Der fest verbaute Akku weist eine Kapazität von 3950mAh auf, rund 10% weniger als im Vorgängermodell. Ob die Leistung der Batterie dennoch seinen Zweck erfüllt, lest ihr einige Zeilen tiefer.

Sowohl die Tasten, als auch die microUSB-Buchse sind an altbekannten Stellen untergebracht. So ist auf der rechten Seite die Power- und Lautstärketeaste vorzufinden, im Fuße befindet sich der microUSB-Port.

Eine Besonderheit stellen die Stereolautsprecher dar, die über Fraunhofer Virtual Surround Sound verfügen und wesentlich lauter sind als die des Vorgängers.

Display

Nexus-7-2013-Test-display

Um ganz kurz vorgreifen zu wollen, das Display* ist der Hammer! Google hat sich in Zusammenarbeit mit ASUS dazu entschlossen in seinem neusten Tablet ein FullHD-Display* zu verbauen. Bei einer Displaydiagonalen von 7.02 Zoll ergibt das eine Pixeldichte von 323ppi. Damit erreicht das Nexus 7 (2013) die gleiche Schärfe wie ein Apple* iPhone 5, nur eben 3 Zoll größer.

Während das erste Nexus-Tablet „nur“ eine HD-Auflösung erreichte, sind beim 2013er-Modell deutliche Fortschirtte sichtbar. Die Blickwinkel sind sehr gut, die Weißwerte gestiegen und auch die Farben wirken nicht mehr ausgelaugt. Zeitgleich wurde die Bauhöhe des Displays minimiert was sich wiederum in der Dicke des Tablets bemerkbar macht.

Aber auch bei der Helligkeit wurde zugelegt, so dass es auch unter freiem Himmel Spass macht das Tablet zu bedienen. Im Vergleich mit dem alten Nexus 7 wird die Evolution sofort erkennbar.

Besonders Surfen im Web, Ebooks lesen und Emails schreiben machen auf dem Gerät am meisten Spass. Aber auch das Betrachten von FullHD-Videos ist ein Genuss, wobei hier dem User die breiten Ränder im Landscape-Mode zugutekommen.

Kamera

Mit einer 5-Megapixel-Primärkamera und 1.2-Megapixel-Frontkamera werden dem Kunden gleich zwei Shooter an die Hand gegeben. Während die 1.2MP-Fornknipse für Videotelefonie und Selbstporträts noch durchaus brauchbar ist, ist die Primärkamera lediglich für Schnappschüsse geeignet. Unter anderem sind Fotografien in schlechten Lichtverhältnissen bzw. Dunkelheit aufgrund des fehlenden Blitz fast unmöglich.

Während die Auslöseverzögerung der Kamera noch OK ist, sind auch unter guten Bedingungen zu wenig Details erkennbar, das Bild wirkt etwas krisselig. Bei den Farben weiß die 5MP-Kamera besser umzugehen, diese sind durchaus in Ordnung. Eine Reihe von Testbildern und Videos findet ihr etwas weiter unten.

Nexus-7-2013-Test-kamera

In Sachen Kamera: Neu ist auch die Oberfläche! Nachdem die erste Kamera UI unter Android* Jelly Bean oft kritisiert wurde, ist diese unter Android 4.3 modifiziert worden. Mittlerweile findet sich nur noch ein „Halb-Ring-Menü“ auf der Oberfläche wieder, so dass Einstellungen nicht mehr durch den bedienenden Finger überlagert werden.

Auf dem neusten Nexus-Gerät sind 360-Grad-Aufnahmen mit Photosphere, Panoramaaufnahmen und Videoaufnahmen möglich. Videos lassen sich in einer maximalen Auflösung von 1080p fertigen. Insgesamt kann die Primärkamera als durchschnittlich bezeichnet werden, viel darf jedoch nicht erwartet werden.

Testbilder & Testvideos

nexus7-2013-testbild-art

 

Software

Augenscheinlich macht Google mit Android Jelly Bean alles richtig. Das Unternehmen hält bereits in der dritten Version an den Geleebohnen (Jelly Beans) fest und führt bei jeder Versionsnummer nur noch kleine Änderungen durch. Beim Nexus 7 (2013) kommt erstmals von Werk Android 4.3 Jelly Bean zum Einsatz und nach wenigen Minuten fragt man sich: Was ist hier eigentlich neu?

Generell läuft das System sehr flüssig, doch ist es flüssiger als Android 4.2? Rein subjektiv würde ich „nein“ sagen, denn bereits seit Android 4.1 ist die Oberfläche extrem smooth.

Unter Android 4.3 hält unter anderem der Support für Bluetooth 4.0 (Low Energy) Einzug, mittels dessen Zubehörteile mit geringer Energieaufnahme verbunden werden können.

Nexus-7-2013-Test-software

Unter „Einstellungen“ ist es möglich mehrere Nutzer anzulegen. Damit wird es möglich das Tablet auf verschiedene Bedürfnisse vorzubereiten. Aber auch das Konfigurieren von Beschränkungen für Nutzer ist machbar. So könnt ihr das Tablet kindgerecht einrichten und bestimmte – vielleicht nicht jugendfreie Anwendungen – ausblenden.

Beim Durchscrollen des Appdrawers fällt dem User nur noch eine Änderung auf: Google Play Games. Mit diesem Service gibt Google seinen Kunden ein Spielecenter an die Hand in dem unter anderem eure Highscores und Auszeichnungen anschauen könnt. Ferner gibt es speziell für den User empfohlene Spieletitel, die auf Grundlage eurer bisherigen Games erstellt werden.

Bereits auf der Startseite von Play Games könnt ihr euch einen Überblick verschaffen welche Spiele momentan bei euren (Google Plus-) Freunden angesagt sind und welche dieser Spiele letztmalig gezockt wurden. Ansonsten gibt es nicht viel zu sagen, Überraschungen bleiben aus und wer einmal Jelly Bean in Reinstform gesehen hat, wird auch mit dem neuen Nexus 7 keine Probleme haben.
jelly-bean-screenshot

Performance & Akkulaufzeit

Wer jemals ein Gerät des Nexus-Lineup bedient hat, weiß, dass die Oberfläche jeher extrem flüssig ist. Im Zuge von Project Butter wurde die Performance nochmals gesteigert. Während die Performance des „alten“ Nexus 7 vor wenigen Wochen mit Negativschlagzeilen behaftet wurde, ist die Leistung des neuen Gerätes auf Höchstniveau.

Rein von der technischen Seite gesehen spielen Nexus-Geräte nicht in der High-End-Liga, doch ist es vielmehr die perfekte Symbiose von Hardware und Software, die die Geräte so flüssig machen. Mit einem 1.5GHz starken QUALCOMM Snapdragon S4 Pro APQ8064 und 2 Gigabyte Arbeitsspeicher lassen sich Applikationen schnell öfffnen und Multitasking wird verzögerungsfrei ausgeführt.

In einschlägigen Benchmarktests ist eine deutliche Steigerung zum Vorgänger erkennbar, doch reisst das Tablet keine Bäume aus. Wie gesagt, rein technisch gesehen ist es kein High-End.

Hinsichtlich der Akkulaufzeit waren wir absolut zufrieden. Nach dem ersten Ladezyklus, der Ersteinrichtung, zahlreichen Videoaufnahmen (siehe Youtube-Kanal) und Spieletests, kamen wir auf eine Gesamtlaufzeit von 27 Stunden mit einer Restkapazität von 3%.

Bereits nach dem zweiten Ladezyklus und einem eher „normalen“ Userverhalten hielt das Nexus 7 (2013) bereits 36 Stunden durch und besaß noch 41% an Restlaufzeit. Entgegen des alten Modells ist die Akkukapazität um 10% gesunken, doch scheint der 3950mAh starke Akku genügend Leistungsreserven zu besitzen. Auf 24 Stunden gerechnet verbraucht das Gerät rund 10% im Ruhezustand.

Userkategorie

1. OTG-Fähigkeiten

OTG steht für „on-the-go“ und erlaubt es Geräten mit externen Komponenten zu kommunizieren. Aufgrund dessen, dass das Einstiegsmodell des Nexus 7 mit 16GB (netto 11.94GB) relativ klein bestückt ist, stellt sich daher die Frage: Erkennt das Nexus 7 (2013) externe Speicherkomponenten?

Die Aussage ist ganz klar „JA“, sofern ihr über eine Anwendung verfügt, die diese externen Komponenten auch einlesen kann. Dies macht zum Beispiel der Nexus Media Importer, der für knapp 3€ im Play Store erhältlich ist. Weiterhin benötigt ihr ein OTG-Adapterkabel, das ebenfalls für kanpp 3€ über Amazon bezogen werden kann.

Unter Android 4.3 in Verwendung mit dem Nexus Media Importer kommt es aber zweitweilen zu Problemen, die mittels eines kleinen „Workaround“ abgestellt werden können. Eine detailierte Anleitung* dazu findet ihr hier.

USB Media Explorer
USB Media Explorer
Entwickler: Homesoft, LLC
Preis: 4,39 €

2. HDMI/SlimPort/WiDi-Support

Hier müssen wir euch zum Einen gute, zum Anderen schlechte Nachrichten verkünden. Mittels WiDi (Wireless Direct) war es uns nicht möglich eine Verbindung mit dem Nexus 7 (2013) aufzubauen. Dazu haben wir es über einen Wireless Adapter probiert, auf der anderen Seite mit einem WiDi-fähigen TV-Gerät. Aus bisher unbekannten Gründen wurde das Display nicht gefunden.

Mittels eines Slimport-Adapter war es ohne Probleme Inhalte auf unserem TV auszugeben. Adapter auf die microUSB-Buchse des Nexus 7, HDMI-Kabel angesteckt und los gehts. Somit lassen sich Spiele oder auch Filme auf euren großen TV spiegeln.

3. Anwendungen öffnen/Multitasking Nexus 7 vs. Nexus 7 (2013)

Hier ging es einem Leser darum, zu sehen auf welchem Gerät (Nexus 7 2012 vs. Nexus 7 2013) Applikationen schneller öffnen. Da es in einem Video am Besten zu veranschaulichen ist, Film ab…

Fazit

Mit dem Nexus 7 aus 2013 hat Google ein Tablet auf die Beine gestellt, dass ein hervorragendes Display und eine gute-sehr gute Performance bietet. Grund dafür dürfte unter anderem eine fehlende Herstelleroberfläche sein, wie sie zum Beispiel von Samsung* in Form der TouchWiz UI bekannt ist. Es gibt momentan kein anderes Android-Tablet, das so gut mit den Leistungsreserven umgehen kann und katapultiert sich dementsprechend auf Platz 1.

Leider hapert es immer noch an zu wenigen, für Tablet optimierten, Apps. Da ist Apple* mit seinem iPad wesentlich besser aufgestellt. Was nutzt also ein FullHD-Display, wenn Inhalte nicht entsprechend schön dargestellt werden?

Auszeichnen kann sich das Nexus 7 (2013) beim Lesen von Text, da hier das Display seine Trümpfe ausspielt. Tolle Blickwinkel, bessere Farben als im Vorgänger und auch unter freiem Himmel ablesbar.

Preislich betrachtet wird das neue Nexus 7 den Kunden etws mehr fordern. Mit angepeilten 279€ für die 32GB-Variante (wifi-only) wird das neue Modell 30€ mehr kosten als der Vorgänger. Damit positioniert sich Google nicht mehr ganz im Einsteigersegment, da andere Hersteller wie Acer und ASUS nachgezogen haben und deutlich günstigere Alternativen bieten.

Wer bereit ist diesen Betrag zu zahlen, der erhält ein sehr gutes Tablet mit einem der besten Displays auf dem Markt.

Nexus 7 2013 Review (3)



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