Test: Sony Xperia Z1


Einführung

Das Sony Xperia Z1 wurde am 04. September 2013 auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin vorgestellt und soll laut Sony Bestmarken in der
mobilen Fotografie setzen. Aber nicht nur die 20MP Kamera mit ihren zahlreichen Features ist erwähnenswert, auch die hervorragenden Hardwarekomponenten und das wassergeschützte Gehäuse.

Während beim Vorgänger – dem Xperia Z – das Display* einer der größten Kritikpunkte war, soll das Trilumminos-Display* im Nachfolger bessere Farben liefern und blickwinkelstabiler sein.

Nach einer Woche des ausführlichen Testens, sagen wir euch wie sich das neue Flaggschiff des japanischen Konzerns geschlagen hat.

Unser Videotest wurde dieses Mal in drei kleine Teile gesplittet, so dass ihr ohne Umwege auf die für Euch interessanten Fakten zurückgreifen könnt. 

Lieferumfang

  • Sony Xperia Z1
  • Bedienungsanleitung, Garantiekarte
  • Netzteil (230V)
  • USB-/microUSB-Kabel
  • Stereo-Kopfhörer

Technische Daten

  • Display* 5-Zoll Trilumminos Display mit X-reality Engine
  • Auflösung 1920 x 1080 Pixeln bei 441ppi
  • Prozessor QUALCOMM Snapdragon 800 Quad-Core mit 2.2GHz
  • Grafikprozessor Adreno 330-GPU
  • Arbeitsspeicher 2 Gigabyte
  • SIM-Typ microSIM
  • Verbindungen WLAN 802.11 a/b/g/n | Bluetooth 4.0 | aGPS | NFC, DLNA, MHL
  • Kommunikation UMTS HSPA+ 850 (Band V), 900 (Band VIII), 1.700 (Band IV), 1.900 (Band II), 2.100 (Band I) MHz | LTE (Band 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 20)
  • Speicherplatz 16GB, nutzbar 11.72GB
  • Kameras 20.7 Megapixel Primärkamera mit Exmor RS-Sensor  – Fertigung von Videos in 1080p | 2 Megapixel Frontkamera
  • Sensoren Annäherungssensor, Umgebungslichtsensor, Gyroskop
  • Akku 3000mAh
  • Betriebssystem Android* OS 4.2.2 mit Xperia UI
  • Abmessungen 144,4 x 73,9 x 8,5 Millimeter
  • Gewicht 169 Gramm
  • Preis ca. 650 Euro bei Amazon

Design, Verarbeitung und Ausstattung

Beim Design bleibt sich Sony treu und nimmt beim Xperia Z1 sämtliche Merkmale des Vorgängers auf. So besitzt auch die Neuauflage einen Skelettrahmen, dieses Mal jedoch aus Aluminium, anstatt aus Kunststoff. Die Front und auch die Rückseite bestehen aus gehärtetem Mineralglas und machen das Z1 „unverwüstlich“.

Die Kombination aus Glas, Aluminium und den abgerundeten Gehäuseecken lassen das Z1 wirklich gut in der Hand liegen.

Komischerweise fallen dabei dem Nutzer das gestiegene Gewicht und die größeren Abmessungen kaum auf. Mit Abmessungen von 144,4 x 73,9 x 8,5 Millimeter und einem Gewicht von 169 Gramm gehört das Sony-Smartphone* schon eher zu den Schwergwichten in der 5-Zoll-Klasse.

Eine der Besonderheiten beim Xperia Z1 ist das wassergschütze und staubdichte Gehäuse. Sony hat das Gerät nach den Schutzklassen IP55 und 58 zertifizieren lassen, wodurch das Smartphone* Tauchgänge bis zu 30 Minuten (Süßwasser) und einer Tiefe von 1,5 Meter aushält. Weiterhin ist es aboslut staubdicht, dem nächsten Sahara-Urlaub steht also nichts mehr im Wege.

Um einen Schutz gewährlisten zu können, müssen alle Abdeckungen geschlossen sein. Lediglich die 3.5mm Klinkenbuchse bleibt geöffnet und übersteht einen Tauchgang unbeschadet.
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Das Xperia Z1 wird von Sony mit einem Flashspeicher von 16GB angeboten, letztendlich nutzbar sind 11.72GB. Demzufolge sind rund 4.3GB für Android* OS bzw. den vorinstallierten Anwendungen reserviert. Für Speicherhungrige steht ein microSD-Kartenslot zur Verfügung mit dem der Speicher um weitere 64GB vergrößert werden kann.

Das Gerät wird durch Sony in den Farben Lila, Schwarz und Weiß angeboten und liegt momentan in einem Preis bereich von 650 Euro. Rein von den technischen Daten betrahtet ein fairer Wert, wenn man sich vor Augen hält, dass selbst ein Apple iPhone 5c 599 Euro kostet.

Auch Sony setzt bei seinem neuen Flagship-Phone auf einen Qualcomm Snapdragon 800 SoC mit 2.2GHz Taktung. Gepaart mit einer Adreno 330 GPU und 2GB Arbeitsspeicher ist das Gerät allen Anwendungen gewachsen. Bereits jetzt kann ich sagen, dass alle Spiele flüssig liefen, es nie zu Abstürzen kam und das gesamte System sehr „smooth“ war.

Der festverbaute 3000mAh starke Akku lässt das Z1 bis zu 25 Stunden laufen, detaillierter gehe ich dazu aber nochmal im Kapitel „Performance & Akkulaufzeit“ ein.

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Bei den drahtlosen Kommunikationsmöglichkeiten ist das Xperia Z1 sehr gut aufgestellt. Nicht nur, dass es HSPA+ mit Geschwindigkiten von bis zu 42Mbit/s beinhaltet, auch Long Term Evolution (LTE) ist in den gängigen Bändern vorhanden. Weiterhin sind Bluetooth 4.0, NFC und WLAN a/b/g/n gegeben. Mittels einer Medienserver-Einstellung können Inhalte des Gerätes im Internet freigegeben werden, über „Bildschirm spiegeln“ lassen sich weiterhin Inhalte auf einen Fernseher streamen.

Hinsichtlich der Anschlüsse finden wir auf der rechten Gehäuseseite in folgender Reihenfolge den microSIM-Slot, den Powertbutton, die Lautstärkewippe und einen dedizierten Kamerabutton. Mit letztgenanntem lassen sich übrigens Fotos sogar unter Wasser knipsen. Der Lautsprecher ist mittlerweile in den Fuß des Gerätes gerückt und etwas lauter geworden als noch im Vorgänger. Bei genauem Hinhören sind auf vollster Einstellung jedoch leichte Kratzgeräusche wahrnehmbar.

Auf der linken Gehäuseseite ist ein Anschlus für Dockingstationen, der microUSB-Anschluss und der microSD-Kartenslot untergebracht. Auf der Oberseite finden wir lediglich die 3.5mm Klinkenbuchse.

Mit einem SAR-Wert von 0,77 Watt/KG liegt das Smartphone* auf einem guten Niveau.

Display

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Im Sony Xperia Z1 kommt ein 5-Zoll Full-HD Trilumminos Display mit X Reality Engine zum Einsatz. Die Auflösung beträgt 1920 x 1080 Pixeln, wobei aufgrund der On-Screen Buttons einige Pixel wegfallen. Mit einer Pixeldichte von 441 Pixel-per-Inch liegt das Gerät im abosluten Highend-Bereich.

Während beim Vorgänger das Display eines der größten Kritikpunkte war, soll das Xperia Z1 nicht nur über bessere Blickwinkeleigenschaften, sondern auch über bessere Farbgebung verfügen. So wurde nicht nur auf einen anderen Pixelaufbau gesetzt, auch die Hintergrundbeleuchtung wurde angepasst. Diese Technik hat Sony aus der TV-Abteilung des eigenen Unternehmens entnommen und wendet sie nun auch in mobilen Highend-Geräten an.

Sofern der Nutzer frontal auf da Display schaut, wirken die Farben echt und sind nicht überzeichnet. In dieser Disziplin ist Sony gegenüber des Xperia Z einen Schritt nach vorne geschritten.

Doch leider wird beim Neigen des Displays ersichtlich, dass Farben immer noch schwächer werden bzw. weiße Hintergründe einen leichten Gelbstich bekommen. In diesem Falle bricht die Blinkwinkelstabilität und bereits bekannte Mängel kommen wieder zum Vorschein. In einem Vergleich mit dem Xperia Z (siehe oben) sind kaum Unterschiede ersichtlich, bei einer Gegenüberstellung mit dem Apple* iPhone 5c umso größere.

Um eins vorweg zu nehmen, das Display war und ist einer der größten Kritikpunkte in den mobilen Endgeräten, hier sind andere Hersteller einen Schritt weiter.

Kamera

Sony verbaut im Xperia Z1 eine 20.7 Megapixel Kamera mit Exmor RS Sensor, eine asphärische Linse, bei Sony G-Lens genannt, und ein BIONZ Bildprozessor. All diese Komponenten entstammen der hauseigenen Cybershot-Abteilung und sind gute Grundvoraussetzungen für sehr gute Bilder. Hier stand die hochgelobte Systemkamera Sony RX100 Pate.

Die Bilder sind des Xperia Z1 sind in guten Lichtverhältnissen wirklich sehr gut und auch bei schlechten Lichtverhältnissen gehören sie zu den besten im Android*-Bereich. Hier erkennt man wirklich die jahrelange Erfahrung der Japaner. Vergleichbare Fotos liefert im Android-Segment nur das Samsung* Galaxy S4, jedoch mit Abstrichen bei Nachtaufnahmen.

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In einem durch uns durchgeführten Vergleich mit dem Nokia Lumia 925 schnitt das Z1 jedoch etwas schlechter ab.

Die maximale Auflösung von 20.7 Megapixeln wird leider nur im 4:3 Format erreicht, im 16:9 Format kann die Kamera noch Bilder mit 8 MP aufzeichnen. Grund dafür sei laut Sony die Möglichkeit 3-fach ohne Qualitätsverlust zu Zoomen. Die Differenz von rund 12 Megapixeln sei dabei als Puffer gedacht.

Videos werden mit einer maximalen Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln aufgenommen, also FullHD. Weiterhin wurde mittels der zuschaltbaren „Steady-Shot“ Option ein Bildstabilisator implementiert. Ob Sony bei der Videokamera nochmals nachbessern wird, steht noch in den Sternen. Denn der hier verwendete Snapdragon 800 SoC kann Videos bis zu 4k aufzeichnen.

Wie auch viele andere Hersteller gibt Sony dem User zahlreiche Einstellungen an die Hand. Erwähnenswert wären hier die überlegene Automatik, in der das Bild automatisch den äußeren Umständen angepasst wird. Mittels Timehsift werden 60 Bilder in 2 Sekunden geschossen und mit den AR-Effekten kann man Freunde mit virtuellen Effekten beeindrucken.

Mittels des dedizierten Kamerabuttons auf der rechten Gehäuseseite wird nach wenigen Sekunden die Kameraoberfläche gestartet. Während es im Xperia Z noch Schwierigkeiten bereitete unter Wasser Fotos zu knipsen, ist dies mit dem Xperia Z1 kein Problem mehr.

In unserem kleinen Demonstrationsvideo von der IFA 2013 konnten wir das sehr gut nachtstellen.

Testbilder & Testvideos

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Sony Xperia Z1 Testbilder in voller Auflösung downloaden (Google Drive)

Software

Bei Auslieferung kommt beim Xperia Z1 Android 4.2.2 Jelly Bean in Verbindung mit der Xperia UI zum Einsatz. Bedeutet, dass Icons und die Notification-Leiste etwas angepasst wurden und der Appdrawer sinnvolle Funktionen enthält. Die Anpassungen halten sich aber in Grenzen, sind funktionell und wirken nicht aufdringlich.

So wurde im Appdrawer eine Navigationsleiste integriert über die Anwendungen geordnet, gesucht oder deinstalliert werden können. Dazu müsst ihr nur vom linken Bildschirmrand in das Display ziehen. Weitere Änderungen finden sich in der Notification-Leiste in der bis zu 10 Schnelleinstellungen abgelegt werden können. Um diese Quick-Settings konfigurieren zu können, ist ein Wechsel in Einstellungen > Personalisierung > Schnelleinstellung notwendig.

Ihr könnt ingesamt sieben Homescreen definieren, indem ihr die Finger zusammenzieht. Über das Plus-Symbol können neue Seiten hinzugefügt oder bestehende Seiten entfernt werden. Ferner ist es in dieser Ansicht möglich Widgets und Apps hinzuzufügen oder den Hintergrund und das Design zu ändern.

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Sony bringt aber auch viele, eigene Anwendungen mit an den Start. Hier sind vor allem die Walkmann App, Video Unlimited, Social Live und Sony Select zu nennen, die allesamt auf Sony Content zurückgreifen oder durch das japanische Unternehmen „gebrandet“ wurden.

Social Live ist ein Feed-Reader über den ihr eure Feed-Abos immer im Blick habt, mit Sony Select wird euch eine Auswahl an besonderen Anwendungen an die Hand gegeben und die Walkman App ist die zentrale Anlaufstelle für Musik. Vorausgesetzt ihr besitzt ein Sony-Konto, können hierüber auch Lieder auf euer Device gestreamt werden.

Auch im Xperia Z1 nutzt Sony weitreichende Energiesparoptionen. Mittels des STAMINA-Modus können Anwendungen bestimmt werden, die trotz ausgeschaltetem Display immer aktiv sein sollen. Alle weiteren Anwendungen verbrauchen beim Display-Timeout keine Energie, WLAN und Mobile Daten werden abgeschaltet. Im Akkuschonmodus werden weiterhin Dienste benannt, die ab einem bestimmten Energielevel deaktiviert werden.

Über den Multitasking-Button sind wieder Mini-Anwendungen verfügbar infolge dessen sich ein Rechner, Rekorder oder eine Notiz-Funktion aufrufen lassen. Diese Anwendungen können auf Homescreens und vielen Apps frei platziert bzw. skaliert werden und überlagern eine bestehende Anwendung.

Performance & Akkulaufzeit

Die Performance des Sony Xperia Z1 ist mit einem Wort beschrieben brachial. Momentan ist nur das LG G2 auf gleicher Stufe mit dem Sony-Smartphone. In nackten Zahlen bedeutet es, dass das Xperia Z1 im Antutu Benchmark einen Wert von ~34000 Punkten erreicht, im Quadrant fantastische 21473 und im Sunspider Browserbenchmark 779ms.

Die Oberfläche ist ruckelfrei und Aktionen werden umgehend umgesetzt. Auch das Installieren und Deinstallieren von Applikationen geht rasend schnell vonstatten.

Multitasking wird über den unteren, rechten On-Screen Button aufgerufen und während einige andere Premium-Smartphones mit einem Wechsel zwischen Apps zu kämpfen haben, funktioniert hier alles ohne Probleme.

Die Akkulaufzeit des Xperia Z1 geht vollkommen in Ordnung. Währen dem Normalbetrieb Laufzeiten von 18-24 Stunden erreicht werden, kann diese bei reiner Videowiedergabe auf 7 Stunden, beim Surfen auf 8,5 Stunden schrumpfen. Wenn ihr das Gerät nur selten nutzt sind auch Laufzeiten von 30-35 Stunden möglich (Ausnahmefall)

Während unseres Testzeitraums war der STAMINA- und Akkuschonmodus aktiviert, Anwendungen wie Facebook, Twitter oder WhatsApp waren davon jedoch ausgeschlossen, so dass wir regelmäßig Nachrichten erhielten und online waren.

Gegenüber des Xperia Z hat Sony erkannt, dass der 3000mAh große Akku notwendig ist, da Hardwarekomponenten wie ein Full-HD Display doch ordentlich Strom ziehen können. Größter Grund für die Zunahme bei den äußeren Abmessungen dürfte der Akku gewesen sein.

Fazit

Das Sony Xperia Z1 ist momentan eines der stärksten Android-Smartphone, die im Handel erhältlich sind. Positiv herorzuheben sind die hervorragende Verarbeitungsqualität, die verwendeten Materialien und die brachiale Leistung.

An diesem Smartphone knirscht rein gar nichts, der Wechsel zwischen Applikation funktioniert bestens und die IP55/58 Zertifizierung macht das Z1 zu einem waren Outdoorhandy.

Aber auch die 20MP Kamera kann überzeugen. Nicht nur Fotos bei Tageslicht, auch unter schlechten Lichtverhältnissen sind noch gut und stechen so manch anderes High-End-Gerät aus. Die Sony-eigene Oberfläche Xperia UI wirkt zu keinen Zeitpunkt aufdrunglich, ist schlicht gehalten und funktionell.

Negativ fallen die gestiegenen Abmessungen und das Gewicht auf, auch wenn dies kein Ausschließungsgrund für einen Kauf wäre.

Leider ist auch bei der Neuauflage des Xperia Z das Display das größte Manko. Während alle weiteren Hardwarekomponenten überzeugen können, ist das Trilummnos-Display nur geringfügig besser als im Xperia Z.

Bereits bei leichten Blickwinkelveränderungen bricht die Stabilität, Farben werden blasser und das Weiß erhält einen leichten Gelbstich. Dies fällt besonders auf, wenn Vegleichsgeräte vorhanden sind.

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