Review: Google Nexus 5 im ausführlichen Test



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Einführung

Während andere Hersteller ihre Geräte gerne ins Rampenlicht rücken, gibt sich Google die letzten zwei Jahre äußerst zurückhaltend. Kein großer Trommelwirbel, lediglich die Bekanntgabe per Pressemitteilung, dass ab sofort ein neues Gerät verfügbar ist. So wurde auch das diesjährige Nexus-Smartphone* vorgestellt, das Google Nexus 5.

Abermals wurde LG Electronics als Fertiger des neuen Nexus-Smartphones auserkoren und bietet mit der neusten Auflage ein gutes Stück Hardware. Zu einem ansprechenden Preis ab 349 Euro wird das Nexus 5 im Google Play Store vertrieben und ist damit ein echtes Schnäppchen.

Doch kann das Gerät mit aktuellen Android*-Boliden aus den Häuser LG, Samsung* oder HTC mithalten? Wie stehts mit der Verarbeitung, dem Akku und vor allem der Kamera? Diese gab zumindest in den letzten Jahren häufig Grund zur Kritik.

Wenn ihr etwas Zeit mitgebracht habt und wissen wollt ob sich eine Investition ins Nexus 5 lohnt, dann macht euch einen Kaffee, lehnt euch zurück und lasst die nächsten Zeilen auf euch wirken.

Lieferumfang

  • Google Nexus 5
  • Bedienungsanleitung
  • modulares Netzteil (230V)

Technische Daten

  • Display* 4.95-Zoll IPS-LCDisplay, geschützt durch Corning Gorilla Glas 3
  • Auflösung 1920 x 1080 Pixeln bei 445ppi und ca. 440cd/m²
  • Prozessor QUALCOMM Snapdragon 800 mit 2.26GHz
  • Grafikprozessor Adreno 330 GPU
  • Arbeitsspeicher 2 Gigabyte
  • SIM-Typ microSIM
  • Verbindungen 802.11 ac/a/b/g/n WLAN (2.4GHz + 5GHz)  | Wifi-Direct | Bluetooth 4.0 | GPS
  • Kommunikation UMTS/HSPA+/LTE
  • Speicherplatz 16GB oder 32GB
  • Kameras 8 Megapixel Kamera mit optischem Bildstabilisator und f/2.4er Blende – Fertigung von Videos in 1080p | 1.3MP-Frontkamera
  • Sensoren Annäherungssensor, Umgebungslichtsensor, Gyroskop
  • Akku 2300mAh
  • Betriebssystem Android* 4.4 KitKat
  • Abmessungen 69,17 x 137,84 x 8,59 Millimeter
  • Gewicht 130 Gramm
  • Preis ab 349 Euro im Google Play Store | ab 399 Euro bei Amazon

Design, Verarbeitung und Ausstattung

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Das Nexus 5 wird durch Google direkt vom Start weg in zwei Farben und zwei Speichervarianten angeboten. So gibt es das Gerät in den Farben Schwarz und Weiß und mit Speichergrößen von 16GB und 32GB. Wie auch bei den Vorgängern lässt sich der Speicher leider nicht erweitern. So sollte vor dem Kauf wohlüberlegt sein für welche Variante man sich entschließt. Beim Modell mit 32GB stehen dem User vom Start weg rund 28.5GB zur Verfügung.

Der Preis beläuft sich beim kleinen Modell auf 349 Euro, bei der größeren Version müssen 399 Euro gezahlt werden. Preise können im freien Handel entsprechend höher liegen.

Wer bereits das Nexus 7 Modelljahr 2013 kennt, findet beim Nexus 5 viele Gemeinsamkeiten. Auch hier besteht das Gehäuse aus Polycarbonat und ist mit einer weichen, leicht gummierten Softtouchoberfläche versehen. Diese lässt das Gerät nicht nur angenehm in der Hand liegen, durch die leichte Gummierung ist es zudem griffsicher.

[bq_left]Feels like a Nexus 7…[/bq_left]

Genau genommen besteht das Nexus 5 nicht aus einem Unibody, sondern vielmehr aus einem Grundgehäuse mit einem aufgesteckten Backcover. Dennoch ist die Verarbeitung sehr gut und das Backcover lässt sich nur durch Spezialwerkzeug entfernen, Spaltmaße oder Verarbeitungsmängel sucht man vergebens.

Die Abmessungen betragen 137,8 x 69,2mm x 8,59mm. Damit zählt es zwar nicht zu den dünnsten Smartphones, dennoch passt es ohne Probleme in jede Hosentasche. Das Gewicht von 130 Gramm ist zudem absolut Spitze für ein Modell dieser Größe.

Im Fuße des Smartphones finden wir zum einen den microUSB-Anschluss, den Lautsprecher und das Mikrofon. Obwohl das Nexus 5 die Verwendung von Stereolautsprechern vorspielt, handelt es sich tatsächlich um einen Monolautsprecher. Der Klang des Lautsprechers ist gut, ist auf Maximalstufe dennoch zu leise. Ein Problem, das wir bereits von vorherigen Nexus-Phones kennen.

Auf der linken Gehäuseseite finden wir die Lautstärkewippe, auf der gegenüberliegenden Seite den Powerbutton. Beide Tasten sind aus Keramik gefertigt, leicht scharfkantig und haben unserer Meinung nach etwas zu viel Spiel. Der Druckpunkt hingegen ist OK. Im Kopf finden wir noch ein zweites Mikrofon und den Audioanschluss für die Kopfhörer. Diese sind im Lieferumfang übrigens nicht enthalten was bei mir mittlerweile zu Kopfschütteln führt. Selbst Smartphones in der Einsteigerklasse werden mit In-Ear-Steckern ausgestattet.

[bq_right]Einmal Deluxé bitte! Hardwarekomponenten der Spitzenklasse.[/bq_right]

Bei den verwendeten Hardwarekomponenten greift Google in die Vollen. Als Antrieb dient ein QUALCOMM Snapdragon 800 SoC mit Adreno 330GPU, ferner sind 2GB Arbeitsspeicher an Bord. Hier steht also genügend Power zur Verfügung, um alle Anwendungen ausführen zu können.

Bei den Drahtloseigenschaften beherrscht das Nexus 5 Bluetooth 4.0, NFC, WLAN im 2.4 und 5GHz Band und LTE in allen deutschen Netzen. Hinsichtlich des WLAN konnten wir einige Empfangsschwierigkeiten feststellen, da das Signal selbst in Nähe eines Hotspots kaum am Maximum lag. Die Sprachqualität ist hingegen gut – sehr gut.

Nur kurz angerissen, der Akku hat eine Kapazität von 2300mAh. Mehr dazu aber nachher im Sonderteil zu „Performance & Akku“.

Unboxing Nexus 5

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Display

Neben den Hardwarekomponenten ist sicherlich das Display* das Prachtstück des Nexus 5. 4.95-Zoll Diagonale gepaart mit  FullHD Auflösung spiegelt Inhalte nicht nur scharf, sondern auch naturgetreu wieder. Verantwortlich dafür ist die Verwendung eines IPS-Panels, das mit einer maximalen Helligkeit von rund 440 cd/m² punkten kann.

So ist es kein Problem unter freiem Himmel und Sonneneinstrahlung Inhalte abzulesen und besitzt deutliche Vorteile gegenüber der AMOLED-Technik. Aufgrund der On-Screen Tasten sollte jedoch bedacht werden, dass in vielen Apps nicht die volle Diagonale zur Verfügung steht, sondern ein Teil des Displays wegfällt. Dies könnte sich jedoch in den nächsten Wochen bereits ändern, alsbald App-Entwickler ihre Anwendungen auf Android* 4.4 KitKat optimiert haben. Dann können auch auf diesen Displays Inhalte in voller Größe dargestellt werden.

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Weiß wird – wie für ein IPS-Display* typisch – sehr gut dargestellt und auch die Schwarzwerte können sich sehen lassen. Geschützt wird das Display übrigens durch Gorilla Glass 3 von Corning. Damit wird es auch den widrigsten Beanspruchungen standhalten.

Kamera

Nexus-Smartphones und Kameras sind wie Himmel und Hölle. Bisher war es Google nicht möglich eine adäquate Kamera in seinen Smartphones zu verbauen. Im Nexus 5 kommt zum zweiten Mal eine Kamera mit 8 Megapixel Sensor zum Einsatz, in diesem Fall arbeitet sie mit einem optischen Bildstabilisator und ist mit einer f/2.4er Blende ausgerüstet.

Der optische Stabilisator ist bei Videoaufnahmen gefragt, denn hiermit sollen kleine Wackler ausgeglichen werden. Dies funktioniert in der Praxis auch recht gut, jedoch war bei Kameraschwenks ein Ruckeln festzustellen, das in dieser Art und Weise nicht OK ist. Vermutlicherweise liegt hier ein Softwareproblem vor, das in naher Zukunft mittels Update behoben werden dürfte. Ansonsten stimmt die Qualität der Videos, Farben kommen gut rüber und auch die Schärfe geht absolut in Ordnung.

Hinsichtlich der Fotoeigenschaften gab es Licht und Schattenseiten. Ursächlich dafür ist unter anderem die relativ kleine Blende, da Konkurrenzprodukte einen deutlich größeren Lichtdurchsatz besitzen und somit unter erschwerten Lichtbedingungen einen Vorteil haben.

Generell können die Bilder als gut bezeichnet werden, die Kameraeinstellungen sind schlicht gehalten und entgegen Smartphones wie Galaxy S4 oder HTC One gibt es nur sehr wenige Einstellungen. Über die Wahl der Auflösung, Abgleich des Weißwertes und eines HDR+ Modus sind keine nennenswerten Features implementiert worden. Negativ fiel die lange Auslöseverzögerung auf, Google, das geht eindeutig besser. Bei sich schnell bewegenden Objekten tritt eine Unschärfe ein, die mit heutiger Technik nicht mehr akzeptabel ist.

Einen Rundgang durch die Kameraoberfläche findet ihr im Video ab Minute ??:??.

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Testbilder & Testvideo

Software

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Wie von Nexus-Geräte bekannt, kommt auch auf dem Nexus 5 Android in seiner „Reinstform“ vor. Rein nicht wirklich, da Google auch eigene Anwendungen und den neuen Experience Launcher verwendet, um den Nutzern eine verbesserte Usabilty zu bieten. Google verwendet erstmalig Android 4.4 KitKat und gibt dem Kunden ein etwas frischeres Design an die Hand.

Wer mit dieser Iteration allerdings auf einen großen Rundumschlag gehofft hat, der wird leider enttäuscht. Dennoch gibt es die ein oder anderen Kleinigkeiten die besser gemacht wurden.

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Lockscreen

Beginnend beim Lockscreen fällt auf, dass von Haus aus die Widgets deaktiviert sind. Bedeutet, ihr seht nur die aktuelle Uhrzeit und könnt mittels eines Swype nach rechts in die Kamera starten. Ferner gibt es nun auch die Möglichkeit die Kamera von einem Lockscreen-Button zu starten, ähnlich wie bei Geräten unter iOS.

Mittig findet sich im unteren Bereich ein kleiner Pfeil über den Google Now gestartet werden kann. Bereits hier fällt auf, dass das Design flacher und frischer wurde, dazu aber gleich mehr.

Homescreens

Unter Android 4.4 KitKat (Vanilla Android) werden nur so viele Homescreens dargestellt wie notwendig. Erst wenn ein Screen mit Apps oder Widgets befüllt ist, erscheint ein weiterer Screen und bietet mehr Platz. Alternativ können Apps oder Widgets aber auch auf einem neuen Screen platziert werden indem die Applikation bis an den Rand des Displays gezogen wird.

Google Now kann unter Android 4.4 nicht mehr nur über das Gedrückthalten der Starttaste aktiviert werden, sondern auch per Swype von links nach rechts. Wer Google Now noch nicht kennt: Hier werden euch aktuelle Ereignisse just-in-time angezeigt, von der Wegstrecke zur Arbeit bis hin zum aktuellen Wetter oder Börsennotierungen.

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OK Google

Google hat auch beim Nexus 5 eine „always-listening“-Funktion implementiert. So wird durch den Ausruf „OK Google“ Google Voice Search aktiv und erwartet eure Spracheingabe. Leider ist dieses Feature bisher nur in US-English verfügbar.

Design – alle neu macht der Oktober!

Der Appdrawer kommt nun mit deutlich größeren Icons daher. 4×5 Anwendungen finden auf jeder Seite Platz, beim Nexus 4 waren es noch 5×5 Icons. Ferner wurden die Icons etlicher Anwendungen angepasst. Für einen deutlich frischeren Eindruck sorgt vor allem die transparente Benachrichtigungs- und Navigationsleiste. Endlich kehrt frischer Wind ein.

Performance & Akkulaufzeit

Snapdragon 800, Adreno 330 Grafikprozessor und 2GB Arbeitsspeicher lassen das Google Nexus 5 im wahrsten Sinne der Worte fliegen. Ich konnte im Testzeitraum zu keinem – wirklich keinem Zeitpunkt – eine Situation ermitteln in der das Gerät langsam, träge oder dergleichen war. Selten habe ich ein Android-Smartphone* gesehen, dass in dieser Art und Weise mit der Software harmonierte und mich glücklich machte. Vergleichbar sind hier nur das HTC One oder LG G2. Rein vom subjektiven Eindruck spielt das Samsung* Galaxy S4 in einer anderen Liga, nämlich zwei Klassen tiefer.

Anwendungen öffnen schnell, Multitasking wird umgehend durchgeführt und auch Highend-Games sind ohne Ruckler in der höchsten Auflösung spielbar.

Bei reinen Benchmarks sieht es etwas anders aus. Hier liegt das Nexus 5 deutlich hinter einem LG G2 oder Galaxy S4, obwohl es auf dem Papier identische oder bessere Daten vorweisen kann. Dies könnte zum Einen an nicht optimierten Benchmarks für auf Android 4.4 KitKat liegen, zum Anderen waren Nexus-Geräte nie Vorreiter in diesem Bereich.

Kurz und knapp: Das Nexus 5 ist einfach sauschnell!

Google Nexus 5 vs. Samsung Galaxy S4: Fight!

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Kommen wir nun zum Akku. Für viele Technikbegeisterte war der Akku mit 2300mAh von vornherein unterdimensioniert. Andere „Flaship-Phones“ haben hier deutlich mehr auf der Kante. Da ich das Nexus 5 nun gut 10 Tage testen konnte, komme ich zu folgendem Fazit:

Je länger das Gerät in euren Händen ist und Ladezyklen durchgeführt wurden, desto besser gestaltet sich die Akkulaufzeit. Einen Akku bereits nach 2-4 Tagen wirklich beurteilen fällt mir schwer, auch wenn manche Kollegen anderer Meinung sind. Mit Synchronisation von 4 Emailkonten, Facebook und Twitter-Zugriff, dem Streamen von Spotifysongs und das gelegentlich Spielen von Games, kam ich meist auf eine Mindestlaufzeit von 17 Stunden, im besten Fall waren es sogar 22 Stunden.

Hier muss ich natürlich anmerken, dass ich nicht 22 Stunden wach war um den Akku zu testen, Standbyzeiten von 5-6 Stunden gehörten natürlich auch dazu. Dafür, dass der Akku des Nexus 5 bereits im Vorfeld durch vielerlei Kritiker zerrissen wurde, kann ich nach meinem Testzeitraum nur den Hut ziehen.

P.S. Wer noch etwas mehr Laufzeit herauskitzeln möchte, sollte Google Now deaktivieren (war bei mir eingeschaltet)

Fazit

Im Fazit hinterlässt das Nexus 5 einen sehr guten Eindruck. Angefangen bei den positiven Dingen lassen sich unter anderem das hochauflösende Display, die sehr gute Performance und eine gute Verarbeitung nennen. Das Design ist unspektakulär, unaufdringlich, kein Smartphone* mit dem man Freunde beeindrucken kann. Es ist einfach gehalten und entspricht dem momentanen Statement von Google.

Die Software ist im Gegensatz zu einem Galaxy S4 nicht aufgebläht und auf das Wesentliche und Erforderliche reduziert. Ihr könnt alle wichtigen Dinge mit diesem Gerät machen, auf Spielereien wurde jedoch verzichtet. Wem das reicht und Android auf eine einfache Art und Weise schätzt, der wird mit dem Nexus 5 seine Freude haben.

Mediengalerie

Der einzig wirklich negative Punkt ist – wieder einmal – im Bereich der Kamera zu finden. Die hier verbaute f/2.4 Blende ist mit aktuellem Stand zu klein, die Auslöseverzögerung zu lang und Bilder werden mit gemischter Qualität dargestellt. Insgesamt sind sie gut, dennoch kann das Gesamtpaket nicht ganz überzeugen. Auch wenn die restliche Schlichtheit im System überzeugt, so würden dem Nexus 5 im Fotobereich weitere Funktionen gut tun.

Wer weiterhin ein Smartphone sucht, um S-Bahnen beschallen zu können, sollte sich am HTC One orientieren. Auch wenn der Klang gut ist, die maximale Lautstärke ist einfach zu gering.

Wer also mit den hier genannten Punkten leben kann, dem kann ich das neuste Google-Smartphone nur wärmstens ans Herz legen. Google hat es wieder einmal geschafft für relativ wenig Geld viel Smartphone zu offerieren.




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