Gigaset QV830 Tablet im Test


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Lieferumfang

  • Gigaset QV830
  • Anleitung*
  • modulares Netzteil (230V), bestehend aus USB-/microUSB Kabel und Netzstecker

Technische Daten

  • Display* 8-Zoll IPS-LCDisplay
  • Auflösung 1024 x 786 Pixel bei 160ppi
  • Prozessor MediaTek MT8125 Quad-Core mit 1.2GHz
  • Grafikprozessor nicht bekannt
  • Arbeitsspeicher 1 Gigabyte
  • SIM-Typ ohne
  • Verbindungen WLAN 802.11 b/g/n 2.4 GHz | Bluetooth 4.0 LE
  • Kommunikation 
  • Speicherplatz 8GB | erweiterbar mittels microSD um weitere 32GB
  • Kameras 5 Megapixel Hauptkamera | 720p-Frontkamera für Videotelefonie
  • Sensoren Annäherungssensor, Umgebungslichtsensor, Gyroskop
  • Akku 3260mAh
  • Betriebssystem Android* 4.2.2 Jelly Bean mit Fire OS 3.0
  • Abmessungen 8mm dick
  • Gewicht 340 Gramm
  • Preis 180 Euro bei Amazon

Design, Verarbeitung und Ausstattung

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Das QV830 Tablet wird durch Gigaset in den Farben Schwarz oder Silber zu einer UVP von 199 Euro angeboten. Das Tablet besteht vorwiegend, oder eigentlich komplett, aus Kunststoff und bereits beim ersten Kontakt merkt man diesen Umstand. Nicht das Kunststoff generell eine schlechte Wahl ist, doch beim QV830 ist er nicht sonderlich wertig gehalten. Während andere Hersteller auf eine Textur oder leicht raue Oberfläche setzen, vermittelt dieser hier einen etwas billigen Eindruck.

Daran können auch die glänzenden Chromleisten im Kopf und Fuße des Smartphones* nicht ändern, vielmehr unterstreichen sie meinen ersten Eindruck. Hinzu kommt, dass die Verwindungssteife des Tablets zu wünschen übrig lässt und dadurch das Tablet bei minimalen Verdrehungen schon knarzt und ächzt. Die Rückseite ist matt gehalten, jedoch auch ein Magnet für Fingerabdrücke. Vom Formfaktor gefällt das Tablet: es besitzt abgerundete Ecken, der Rahmen seitlich des Displays ist relativ klein und mit einem Gewicht von um die 340 Gramm liegt es auf einem guten Niveau. Passend dazu ist auch die Dicke von 8mm hervorragend.

Der interne Speicher von 8GB kann nach Abzug des Betriebssystem – in diesem Fall Android* 4.2.2 Jelly Bean – eine Kapazität von 5.1GB vorweisen. Dementsprechend tat Gigaset richtig dem QV830 einen microSD-Slot für die Erweiterung des Speichers zu verpassen. Hier kann der Speicher nochmals um 32GB aufgestockt werden. Im Kopf des Gerätes finden wir alle verfügbaren Anschlüsse, angefangen vom microSD-Slot, dem Audioanschluss und microUSB Port. Weiterhin finden wir hier die Lautstärkewippe und den Powerbutton.

[bq_left]Quad-Core? Ja, schon irgendwie…[/bq_left]

Als Prozessor kommt ein Quad-Core in Form des Mediatek MT8125 zum Einsatz und nein, er ist im Zusammenspiel mit den 1GB Arbeitsspeicher nicht wirklich potent. Die maximale Taktfrequenz beträgt 1.2GHz, doch wer mit dem Tablet Highend-Games zocken möchte, sollte sich lieber in anderen Lagern umschauen. Näheres dazu aber unter der Rubrik Performance & Akkulaufzeit.

Im Rücken des Gerätes wurden die 5 Megapixel-Kamera und ein Monolautsprecher verbaut. Letztgenannter wird bei zunehmender Lautstärke etwas heiser, wodurch ein leichtes Kratzen entsteht. Bei der Konnektivität sind WLAN in den Protokollen 802.11 b/g/n (2.4GHz) und Bluetooth 4.0 LE an Bord. Eine Variante mit UMTS ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht erhältlich.

Der Akku weist eine Kapazität von 3260mAh auf.

Display

Das Display* steht in jedem multimedialen Device im Fokus des Nutzers. Dies ist der Teil des Geräte mit dem zu 99% immer interagiert wird. Aufgrund dessen zählt das Display* zu den wichtigsten Bauteilen eines Gerätes. Im Gigaset QV830 kommt ein 8-Zoll Display mit einer Auflösung von 1024 x 768 Pixel zum Einsatz. Dies entspricht nach Adam Riese einer Pixeldichte von 160 Pixel pro Zoll und liegt damit irgendwo im Keller (Vergleich: Kindle Fire HDX = 323ppi).

Gigaset beschreibt das Tablet zwar als Einstiegsgerät, doch 2014 ist diese Pixeldichte zu einem Preis von ~200 Euro  nicht mehr hinnehmbar.

gigaset qv830 test (3)Doch auch die Blickwinkel, der Weißwert und die Farben sind nicht auf aktuellem Stand. Obwohl ein IPS-Panel verwendet wird, ist die Blickwinkelstabilität sehr gering, die Farben wirken blass und der Weißwert geht eher in ein grau über. Auch die Helligkeit lässt zu wünschen übrig, doch offizielle Angaben konnte ich nicht finden.

Nun sagen vielleicht viele, gut, es kostet auch nur 200 Euro, doch für nur wenige Euro mehr bekommt man im Amazon Kindle Fire HDX eines der besten Displays im 7-Zoll Format mit einer wesentlich höheren Auflösung.

Kamera

Bei der Kamera setzt Gigaset auf eine 1.2MP Frontkamera mit 720p-Auflösung, bei der Hauptkamera sind maximal 5 Megepixel möglich. Da kein Blitz verbaut wurde, sollten Bilder nur unter günstigem Umgebungslicht geknipst werden. Anfänglich interessant, später etwas verdutzt nahm ich das Livebild in der Kamera-Anwendung zur Kenntnis. Schwenkt man das Tablet, so wird das Bild deutlich verzerrt und zieht fast halluzinogene Kreise.

Der Autofokus der Kamera arbeitet sehr zögerlich und Bilder besitzen selbst bei gutem Licht Rauschfragmente. Unter schlechten Lichtbedingungen sind scharfe Bilder fast nicht möglich. Videos werden in FullHD aufgenommen und im 3gp-Videoformat abgelegt. Im Anschluss findet ihr ein paar Testaufnahmen (alle bei Tageslicht entstanden)

Software

Im Gegensatz zu vielen anderen Geräten ist das Softwarekapitel beim Gigaset QV830 schnell abgehakt. Beim Betriebssystem setzt das Münchener Unternehmen auf Android* 4.2.2 Jelly Bean und bringt dieses nahezu unverändert an den Start. Kein überflüssiger Launcher, keine unnötigen Widgets. Lediglich der ES Datei Explorer ist von Beginn an installiert.

Das Swypen durch die Menüs, Öffnen von Applikationen und Multitasking funktionieren gut und stellen keine Beanstandungen dar. Lediglich das Ausführen von speicherhungrigen Spielen stellen das Tablet vor Schwierigkeiten.

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Performance & Akkulaufzeit

Das Gigaset QV830 ist mit einem Quad-Core ausgestattet, allerdings mit einem der günstigen von MediaTek. Im Normalgebrauch merkt man davon nicht viel. Sollten jedoch aufwändige Spiele wie Real Racing 3 oder Modern Combat 4 auf dem Spielplan des User stehen, so sollte man nicht mit dem QV830 liebäugeln. Dafür ist die CPU im Zusammenspiel mit den 1GB Arbeitsspeicher zu unterperformant. Beispielhaft habe ich drei Games zu Rate gezogen, nämlich Temple Run 2, Dead Trigger 2 und Real Racing 3. Während Temple Run 2 noch einigermaßen spielbar war, wurde der Prozessor bei Real Racing 3 an seine Grenzen getrieben.

Hier waren vermehrt Lags zu verzeichnen, so dass ich das Gerät nach wenigen Minuten am liebsten an die Wand geworfen hätte. Dead Trigger war hingegen unter niedriger Auflösung spielbar, doch auch hier merkte man einzelne Aussetzer.

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Wer gerne auf nackte Zahlen steht: im Antutu- Benchmark erreichte das QV830 einen Wert von 13300 Punkten, im Quadrant von 4700 Punten und im Sunspider erreichte das Tablet einen Wert von 1273ms.

Der Lithium-Polymer-Akku hat eine Kapazität von 3260mAh und hat damit im Gegensatz zur Konkurrenz etwas weniger auf der Brust. Dennoch verspricht der Hersteller eine Laufzeit  8 Stunden bei der Videowiedergabe und 10 Stunden beim Surfen. In unserem Test konnten wir diese Werte jedoch nicht ganz erreiche. Bei der Videowiedergabe haben wir eine Laufzeit von 6 Stunden, beim Surfen eine Laufzeit von 7.5 Stunden ermitteln können. Während des Testparcours war die Helligkeit des Displays auf das Maximum geregelt.

Fazit

Das Gigaset QV830 kostet 199 Euro und ja, es ist eindeutig zu teuer. Ich kann hier immer wieder nur betonen, dass für etwas mehr Geld ein Nexus 7 aus 2013 oder ein Kindle Fire HDX auf eurem Schreibtisch liegen könnten. Diese besitzen zwar ein etwas kleineres Display, sind dafür aber hochauflösender und wesentlich schneller. Auch die im Nexus 7 verbaute 5MP Kamera macht deutlich bessere Fotos. Von den verwendeten Materialien bzw. der Verarbeitungsqualität nicht zu sprechen.

Mit den hier aufgeführten Specs, der fehlenden Verwindungssteife und dem nicht ganz so brillanten Display ist das Gigaset Tablet überteuert und im Gegensatz zu Konkurrenz schlecht verarbeitet. Preislich würde ich das QV830 auf 130 – 150 Euro einnorden, mehr aber auch nicht.

MEDIENGALERIE



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