tado° im Test – Macht aus jeder Heizung eine smarte Heizung


Einleitung

Die Firma „tado° GmbH“ hat mit dem gleichnamigen Produkt eine intelligente Lösung auf den Markt gebracht, welche die hauseigene Heizung um eine kleine Box erweitert und das Steuern per Smartphone*, Tablet oder Webapp ermöglicht. Ich konnte die smarte Heizung in den letzten sechs Wochen ausgiebig testen und werde euch in den nächsten Zeilen meine Erfahrungen mitteilen.

Das System funktioniert bei Wohnungen bzw. Häusern, die eine eigene Heizung oder eine Etagenheizung besitzen. Wohnungen mit einer zentralgesteuerten Heizung werden zur Zeit noch nicht unterstützt. In meinem Fall habe ich einen knapp 10 Jahre alten Gas-Warmwasser-Boiler mit tado° erweitert und konnte somit nicht nur das Heizen endlich gescheit regeln, sondern auch die Kosten senken.

Die Einrichtung

Das Produkt besteht aus drei Teilen. Die tado° Box, das Gateway und optional das Thermostat. Die Box ersetzt entweder das zentrale Raumthermostaten oder wird direkt an den Boiler angeschlossen. In meiner Wohnung hatten wir zuvor kein Raumthermostat, daher musste die tado° Box direkt an die Heizung angeschlossen und zusätzlich ein Thermostat in dem meist genutzten Raum in der Wohnung angebracht werden. Das Gateway wird als Kommunikationsschnittstelle mit dem heimischen Router verbunden.

Die gesamte Einrichtung wird durch eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung*, die allerdings erst nach dem Login auf der Tado-Webseite erhält, unterstützt und benötigt neben Schraubenzieher im Grunde kein anderes Werkzeug. Die Installation hat bei mir ungefähr 20-30 Minuten gedauert, da ein kleiner Schritt in der Anleitung* gefehlt hat und ich den Support zu Rat ziehen musste. Dieser konnte mir aber direkt weiterhelfen und mein Problem lösen. Insgesamt kann also auch jemand, der nicht gerade handwerklich begabt ist (so wie ich), das System installieren.

Um eine Vorstellung von der Einrichtung zu bekommen, verlinke ich mal auf das YouTube-Video von tado°. Dort sieht man die Installation an einer Heizungstherme mit Thermostat:

Konzept

Nach einem Einsatz von etwas mehr als einen Monat kann ich sagen, dass Ich die Heizkosten um etwa 10-20 Prozent senken konnte, obwohl ich noch relativ viel Zeit zu Hause verbracht habe. Personen, die sich vorwiegend nur Morgens und Abends in der Wohnung aufhalten, können mit Sicherheit noch mehr sparen. Das Ganze wird durch drei kleine aber feine Funktionen bewerkstelligt.

Die smarte Heizung kann die Wohnung auf eine konstante Temperatur regeln, so dass das Heim über einen festgestellte Zeitspanne (bei mir von 7:30 bis 23:00 Uhr) eine angenehme Temperatur aufweist. Ich habe mich nach mehrmaligen Probieren für eine Temperatur von 20.5 Grad entschieden. In der Nacht wird die Wohnung auf eine voreingestellte Temperatur (zum Beispiel 16 Grad) abgekühlt. Diese beiden Funktionen können bereits von einer Vielzahl von Thermostaten bewerkstelligt werden, der Unterschied zwischen den herkömmlichen Produkten und tado° liegt aber vor allem in der Kopplung des Bewohners mit dem eigenem Smartphone*.

Mit Hilfe der Ortungsfunktion erkennt tado°, ob sich die Personen entweder in der Wohnung oder beispielsweise auf der Arbeit befinden. Im ersten Fall wird die Regelung der Heizung wie oben beschrieben gehandhabt. Hat der Bewohner allerdings das getraute Heim verlassen, schraubt tado° automatisch die Temperatur nach unten, um Geld zu sparen. Nähert man sich aber wieder der Wohnung, beginnt die smarte Heizung die Temperatur auf den voreingestellten Wert hochzusetzen. So kommt man immer in eine gewärmte Wohnung an.

Darüber hinaus bezieht tado° die Wettervorhersage aus dem Internet und passt die Heizung entsprechend an. Wenn zum Beispiel ein sonniger Tag vorhergesagt wird, regelt das System die Heizung frühzeitig nach unten, um der Sonne das Aufwärmen der Wohnung zu überlassen. Das spart natürlich zusätzlich noch einmal ein bisschen Kleingeld.

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Bedienung

Die tado° Box kann ausschließlich über das Smartphone*, Tablet oder über die Webapp im Browser gesteuert werden. Die gesamten Informationen werden über das Gateway an den Server von tado° übermittelt und können dann auf dem jeweiligen Gerät abgerufen werden. Somit wird auch immer eine Internet-Verbindung vom System benötigt, was einen kleiner Makel darstellt.

Die Funktionalität der jeweiligen App ist in jedem Fall identisch, umfasst aber nur grundlegende Funktionen, da sich das Ganze noch im „Beta“-Status befindet. Mit der App kann man die aktuelle Temperatur, den Status der Box, die Wohnungsumgebung (ist jemand derzeit zu Hause?) und den Wochenüberblick betrachten, aber auch die heutigen durch tado° verbrauchten Heizkosten werden in der App angezeigt. Dazu lassen sich noch die Komforteinstellungen, die Schlafzeiten, die Temperatur für Tagsüber sowie Nachts und die An/Abwesenheit einstellen.

Um eine akkurate Bestimmung des An/Abwesenheit des Smartphones zu gewährleisten, muss die App auf dem iPhone oder Android*-Gerät immer geöffnet sein. Die App kann einfach im Hintergrund operieren und verbraucht nach meinen Erfahrungen auch nicht allzu viel Akku. Personen, die kein Smartphone besitzen, können beim Ankommen den Home-Button an der Box tätigen. Das ist allerdings nicht gerade komfortable, so dass im Grunde ein Smartphone für eine effiziente Nutzung vorausgesetzt wird.

Probleme

Nach mehr als sechs Wochen konnte ich nur wenige Probleme mit der tado° Box feststellen. Ein paar Mal hat sich die App auf dem Smartphone abgemeldet, so dass die Heizung mich nicht als „zu Hause“ registriert hat. Zur Lösung des Problems musste ich mich nur noch einmal einloggen, dann lief die Heizung wieder und hat die Wohnung auf meine 20.5 Grad aufgewärmt. Daneben musste ich einmal auch die Box resetten, um die Verbindung mit dem Gateway wieder herzustellen. Das hat keine 2 Minuten gedauert und ist bislang nur ein einziges Mal vorgekommen. Ansonsten läuft das Teil einwandfrei und hält meine Wohnung murmelig warm.

Preis

Das System kann auf der offiziellen Webseite entweder gemietet oder gekauft werden. Der Anschaffungspreis liegt bei 299 Euro und wird sich vermutlich nach mehr als zwei Jahren rechnen. Als Alternative bietet das Unternehmen die Box auch zur Miete an. Bei diesem Modell bezahlt man 8,25 Euro pro Monat. Es wird aber garantiert, dass man mindestens 10 Euro im Monat einspart, so dass trotzdem noch ein Plus unterm Strich rauskommen soll. Falls nicht, werden alle Kosten der letzten 12 Monate rückerstattet. Ein faires Angebot meiner Meinung nach.

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Fazit

Ich bin schon lange angetan von dem Konzept und hab mit Freuden die smarte Heizung getestet. In der Vergangenheit hatten wir immer öfters Probleme mit der Heizung. Oft war die Wohnung unterkühlt und hat nur auf der höchsten Stufe etwas gebracht. Das Produkt der tado° GmbH war also die perfekte Ergänzung für den alten Boiler und lässt uns nicht nur Geld sparen, sondern auch endlich die Heizung richtig nutzen. Die Kombination aus Sparpotential und Komfort konnte mich in jedem Fall überzeugen. Einziges Manko ist, dass das System immer eine Internetverbindung benötigt und erst Sinn macht, wenn alle Mitbewohner ein Smartphone besitzen. Falls beide Dinge gegeben sind, kann ich tado° uneingeschränkt empfehlen.



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