Testbericht: Sony Xperia Z1 compact




(Youtube-Direktlink)

Einführung

Nachdem Sony auf der Internationalen Funkausstellung 2013 das Xperia Z1 vorstellte, war es im Januar 2014 an der Zeit einen Mini-Ableger zu präsentieren. Damit stellt sich das japanische Unternehmen auf eine Stufe mit Samsung* und HTC, da auch diese Hersteller Ableger ihrer Flaggschiff-Geräte anbieten. Doch bei Sony gibt es einen grundlegenden Unterschied. Das Sony Xperia Z1 compact ist kein Kompromiss!

Hinsichtlich der Ausstattung ist es bestens aufgestellt und steht – ausgenommen vom Display* – auf einer Stufe mit dem Xperia Z1. In unserem Test sagen wir euch, ob sich der Griff zum rund 500 Euro teuren „Z1 compact“ lohnt und ob das Display* aufgrund der 720p-Auflösung dennoch überzeugen kann.

Lieferumfang

  • Sony Xperia Z1 compact
  • In-Ear-Kopfhörer + verschieden große Aufsätze
  • Bedienungsanleitung
  • modulares Netzteil (230V)

Technische Daten

  • Display* 4.3-Zoll Triluminos HD-Display
  • Auflösung 1280 x 720 Pixel
  • Prozessor QUALCOMM Snapdragon 800 Quad-Core mit 2.2GHz Taktung
  • Grafikprozessor Adreno 330GPU
  • Arbeitsspeicher 2 Gigabyte
  • SIM-Typ micorSIM
  • Verbindungen 802.11ac/n/g/b/a  | Wifi-Direct | Bluetooth 4.0
  • Kommunikation GSM, UMTS, HSPA+ und LTE (alle Bänder)
  • Speicherplatz 16GB interner Speicher, plus Erweiterung via microSD (64GB)
  • Kameras 20.7MP Hauptkamera | 2MP-Frontkamera
  • Sensoren Annäherungssensor, Umgebungslichtsensor | Gyroskop
  • Akku 2300mAh
  • Betriebssystem Android* OS 4.3 Jelly Bean mit Xperia UI
  • Abmessungen: 127 x 64,9 x 9,5 mm
  • Gewicht: 137 Gramm
  • Preis: 499 Euro bei CyberPort | 495 Euro bei Redcoon.de | 499 Euro bei Notebooksbilliger.de | 499 Euro bei Amazon.de

Design, Verarbeitung und Ausstattung

Entgegen anderer Hersteller geht Sony auch mit dem Xperia Z1 compact in die Vollen. So wird spätesten beim Lesen des oben aufgeführten Datenblattes deutlich, dass das Smartphone* zwar ein Ableger ist, aber sich keinesfalls vor den größeren Brüdern verstecken muss. Beim Prozessor gibt es für das japanische Unternehmen nur eine Wahl. Hier wird auf den bärenstarken Snapdragon 800 Quad-Core mit 2,2GHz Taktung, sowie einer Adreno 330 Grafikeinheit und 2GB RAM gesetzt. Damit dürfte dem versierten Leser schon deutlich sein, dass hier volle Power angesagt ist.

[bq_left]Kleines Gerät mit großer Wirkung…[/bq_left]

Weiterhin setzt man die Tradition fort ein nach IP55 und IP58 zertifiziertes Gehäuse zu verbauen, welches laut Sony Tauchgänge bis zu 30 Minuten in 1.5 Meter Tiefe standhält, Einzige Voraussetzung: das Ganze findet im Süßwasser statt. Dazu wurden durch Sony die Anschlüsse mit Abdeckungen versehen, die auf der Innenseite eine Gummiabdichtung besitzen. Lediglich der 3.5mm Audioanschluss ist offen.

xperia-z1-collage

Beim Design beschreitet Sony keine neuen Wege. Bereits auf den ersten Blick ist erkennbar, dass es sich hier um ein Xperia-Smartphone* handelt. So finden wir mittig der rechten Seite den Powerbutton und die Lautstärkewippe, etwas weiter unterhalb den zweistufigen, dedizierten Kamerabutton mit dem sich auch aus dem Lockscreen heraus Bilder knipsen lassen. An der rechten Ecke ist weiterhin eine Öse für eine Handgelenksschluafe vorgesehen.

Im Fuße des Gerätes wurde der Lautprecher verbaut, der unserer Meinung nach etwas besser klingt als im Xperia Z1. Wird das Gerät jedoch im Landscape-Modus gehalten, also horizontal, dann wird dieser fast durchweg durch die rechte Hand verdeckt. Auf der linken Seite befinden sich alle implementierten Anschlüsse. Unter anderem finden wir den microUSB, microSD und microSIM-Kartenport, die wie zuvor erwähnt durch Gummidichtungen geschützt sind. Ferner wurden mittig Konnektoren für eine Lade- bzw Multimedia-Station integriert.

[bq_right]Xperia Z1 compact Test (6)[/bq_right]

Obwohl Vorder- und Rückseite des Xperia Z1 compact beim Beklopfen nach Kunststoff klingen, werden diese durch Mineralglas geschützt. Dieses soll ähnlich kratz- und stoßfest sein wie vergleichbares Gorilla Glass von Corning und kommt bei Sony schon seit Generationen zum Einsatz. Von der Haptik, der Wertigkeit und dem Design spielt das Xperia Z1 compact in der Highendklasse. Kein Knarzen, alles sitzt bombenfest und mit einem Gewicht von 137 Gramm und einer Dicke von 9.5mm lässt es sich ohne Probleme in Hosentaschen verstauen. Neu beim Xperia Z1 compact ist der in sich geschlossene Aluminium-Rahmen. Wurde beim Xperia Z und Xperia Z1 noch auf einen Skelettrahmen gesetzt, kommt beim „Z1 compact“ ein geschlossener Aluminium-Rahmen zum Einsatz, der meiner Meinung nach besser aussieht.

Wenn man hier allerdings von einem Highend-Smartphone* spricht, muss natürlich auch ein Wort zum Preis verloren werden. Mit einer UVP von 499 Euro wird deutlich, dass Sony auch mit dem „compact“ die Premiumklasse anspricht. Die direkten Konkurrenten von Samsung* und HTC sind deutlich günstiger.

Das Xperia Z1 compact wird in den Farben Schwarz, Weiß, Limette und Pink angeboten, jeweils mit einem internen Speicher von 16GB. Dieser lässt sich nochmals um 64GB mit einer microSD Karte aufstocken. Einem Modell mit 32GB internem Speicher wurde leider eine Absage erteilt. An Kommunikationsmöglichkeiten stehen dem „Z1 compact“ Bluetooth 4.0, HSPA+ und natürlich LTE (in allen deutschen Bändern) zur Verfügung. Der Akku besitzt eine Dimension von 2300mAh.


Xperia Z1 compact Test (2)Xperia Z1 compact Test (7)

Display

Xperia Z1 compact Test (4)

Das Display des Sony Xperia Z1 compact misst 4.3 Zoll und löst mit 720p, also mit 1280 x 720 Pixeln auf. In Zeiten immer hochauflösender Displays klingt dies wie ein schlechter Scherz und unterdimensioniert, doch werden immer noch Pixeldichten oberhalb eines Retina-Displays erreicht. Mit einer Pixeldichte von 341ppi werden die meisten unter euch keinen einzelnen Pixel erkennen können. Ein Vorteil eines weniger hochauflösenden Displays ist die Tatsache, dass weniger Strom verbraucht wird.

Vor allem beim Xperia Z – und auch noch beim Xperia Z1 (TEST) – wurden schlechte Blickwinkel beanstandet. Insbesondere beim vertikalen Betrachten des Displays ist das Xperia Z1 compact fast perfekt, da Farben und Helligkeit stabil bleiben. Beim horizontalen Blick auf den Screen gibt es leichte Abzüge, da das Display etwas abdunkelt. Die Weißwerte sind gut und verlieren nur beim Neigen etwas an Wirkung, die Schwarzwerte hingegen besitzen noch Spielraum nach oben und sollten sich am HTC One orientieren.

[bq_right]Kein FullHD? Wayne interessierts![/bq_right]

Im Vergleich zum Sony Xperia Z1 ist das Display des „compact“ einen Schritt in die richtige Richtung gegangen und verspricht zugleich Hoffnung für die kommenden Displays. Aber auch in Sachen Reaktionsschnelle überzeugt das Display auf ganzer Linie. Wären mir nicht immer Displays mit FullHD-Auflösung im Hinterkopf, so könnte dem Sony Xperia Z1 compact eines der besten Displays attestiert werden.

Kamera

Die Kamera im Xperia Z1 compact ist eine altbekannte, da sie bereits in selber Art und Weise im Xperia Z1 zum Einsatz kommt. Als Eckdaten können hier der 20.7MP Exmos-RS-Sensor und eine f/2.0 Blende genannt werden. Leider steht die maximale Auflösung aber nur im 4:3 Format zur Verfügung, bei Bildern im 16:9 Format sind lediglich Bilder mit 8 Megapixel möglich.

Besonders der große Sensor und Blende bringen die Kamera im „compact“ weit nach vorne. So können selbst Bilder bei schwachem Licht noch mit Details glänzen und machen den Blitz fast verzichtbar. Auch wenn Sony die Kamera als beste seiner Gattung bezeichnet, sind die Highend-Lumia Modelle noch einen Tick besser und bilden mehr Details im schwachem Umgebungslicht ab.

Xperia Z1 compact Test (8)

Absolut einzigartig ist hingegen die Möglichkeit mir der Kamera auch Fotos unter Wasser zu schießen. Dazu muss nur der dedizierte Kamerabutton betätigt werden, der auch vom Lockscreen die Kamera aktiviert. Der Button ist zweistufig gestaltet und fokussiert in der ersten Stufe das Objekt an, in der zweiten Stufe wird das Bild ausgelöst.

Der Otto-Normalverbraucher wird vor allem mit der überlegenen Automatik fotografieren, die durch die Bank weg wirklich gute Bilder macht und sich den äußeren Umständen anpasst. So wechselt die Automatik je nach Licht oder Abstand zum Objekt in den Makro- oder Nachtmodus. Hier gilt also nur: gutes Motiv finden und losknipsen!

In der manuellen Einstellung kann der User in die Tiefen der Fotografie gehen und an Weißabgleich, Belichtung oder der Szenenwahl spielen. So gibt es hier bestimmte Voreinstellungen für Nachtszenen, Essenfotografie oder Tiermotive. Weiterhin kann hier die Auflösung und das Format der Bilder geändert werden.

Aber auch spezielle Modi für Bildeffekte, Panorama und Timeshift sind implementiert, so dass hier viel Spielraum geboten wird. Vor allem der virtuelle AR-Effekt lässt Kinderaugen größer werden, wenn auf einmal Dinos in der Landschaft auftauchen. Ein gesondertes Video mit allen Features der Kamera (Xperia Z1) findet ihr auf unserem Youtube-Kanal.

Testbilder & Testvideo Sony Xperia Z1 compact


Software & Akkulaufzeit

Vom Start weg kommt beim Xperia Z1 compact Android* 4.3 Jelly Bean mit der Xperia-Benutzeroberfläche zum Einsatz. Da bereits auf einigen, auserwählten Geräten Android* 4.4 KitKat zum Einsatz kommt, ist das etwas schade, doch dürfte das Update auf die neuste Android-Iteration nicht mehr so lange auf sich warten lassen. Die Xperia UI ist übersichtlich und funktionell gestaltet. Besonders der Appdrawer – also das Menü in dem alle Apps gelistet sind – weiß mit seiner einfachen Bedienung und der Möglichkeit der schnellen Deinstallation zu überzeugen.

[three]Xperia Z1 compact Homescreen[/three] [three_middle]Xperia Z1 compact Appdrawer[/three_middle] [three_last]Xperia Z1 compact Appdrawer 2[/three_last]

Ferner ist es möglich die Apps nach Kategorien zu ordnen, so nach eigener Sortierung, alphabetisch, meist verwendet oder durch den Nutzer installierte Anwendungen. Etwas weiter unterhalb findet man Shortcuts zum Google Play Store und Sony Select, einem eigenen App Store mit auserwählten Titeln von Sony. 

Über das Gedrückthalten des Bildschirms lassen sich Widgets, Apps, Hintergründe oder auch ganze Szenen ändern. Dabei wird das komplette Layout inklusive Lockscreen des Xperia Z1 compact verändert und Bedarf nicht mehr den Wechsel in die Einstellungen. Im Bereich der Einstellungen sind vor allem zwei Punkte interessant. Zum einen wäre der Handschuhmodus zu nennen, in dem das „compact“ auch mit Handschuhen bedient werden kann. Auf Grund der größeren Auflagefläche wird dabei ein Kreis auf dem Display zur besseren Orientierung dargestellt. Lustigerweise konnten dabei mit bloßem Finger Interaktionen ausgeführt werden, ohne, dass das Display berührt wurde und erinnert etwas an Air View von Samsung*. Doch um gezielte Aktionen ausführen zu können bedarf es hier viel Übung.

[bq_left]Das Xperia Z1 compact wird zum Dauerläufer[/bq_left]

Der zweite und meiner Meinung nach wichtigere Punkt sind die Energieoptionen. Das Z1 compact ist mit einem 2300mAh starken Akku ausgestattet, der im Zusammenspiel mit dem 720p Display, dem Snapdragon 800 und den Energieoptionen sehr gute Arbeit verrichtet. Diese Kombination hat es uns ermöglicht mit dem Xperia Z1 compact locker über einen Arbeitstag zu kommen, selbst wenn im Hintergrund Daten synchronisiert werden und dauerhaft in den sozialen Netzwerken gesurft wird. Nach dem ersten Ladezyklus erreichte ich eine Laufzeit von 26 Stunden, nach dem zweiten Durchgang sogar von 31 Stunden. Und selbst hier war noch Spielraum nach oben!

Bei Sony zum Standard-Repertoire gehörend sind die Minianwendungen, die über den Multitasking-Button aufgerufen werden können. Hierbei stehen dem User von Beginn an neun Mini-Anwendungen zur Verfügung, die frei auf dem Screen über laufenden Anwendungen platziert werden können. So kann, während im Web gesurft wird, unter anderem auch Rechenaufgaben bewältigt oder Sprachmemos aufgenommen werden.Über das Plus-Symbol sind unzählige weitere Anwendungen im Play Store oder über Sony downloadbar.[three]

Xperia Z1 Energiemanagmentcompact[/three] [three_middle]Xperia Z1 compact Akku[/three_middle] [three_last]Xperia Z1 compact Minianwendungen[/three_last]

Performance

Zur Performance muss ich eigentlich nicht viele Worte verlieren. Wer schon einmal ein Smartphone mit Android OS und den hier verbauten Hardwarekomponenten in den Händen gehalten hat, weiß dass der Snapdragon 800 extrem flott unterwegs ist. Egal ob es hier um einfaches Multitasking, das Scrollen durch Webseiten oder das Spielen von aufwändigen Games geht, das Xperia Z1 compact ist immer vorne dabei ohne einen Hauch von Schwäche zu zeigen.

Beim Antutu-Benchmark erreichte das Gerät einen Wert von brachialen 34000 Punkten, im Quadrant einen Wert von 20600 und im Sunspider erreichte es hervorragende 899ms. Damit liegt es ganz dich hinter einem LG G2 oder Samsung Galaxy Note 3. Doch wen interessieren schon diese Zahlen, wenn der subjektive Eindruck hervorragend ist?!

Fazit

Das Xperia Z1 compact konnte mich im Testzeitraum vor allem durch folgende Dinge überzeugen: Überirdrische Perfomance, eine sehr gute Kamera, dem wasser- und staubdichten Gehäuse, sowie den kompakten Abmessungen. Auch wenn das Display in Sachen Auflösung nicht mit dem Xperia Z1 mithalten kann, so ist es in den Weißwerten und der Blickwinkelstabilität deutlich besser.

Aber auch der 2300mAh Akku konnte – im Zusammenspiel mit dem Energiemanagment – vollends auftrumpfen, da ich wirklich, wirklich ohne Probleme locker durch den Tag kam.

Wenn ich ehrlich sein soll, so richtig negativ ist mir eigentlich nichts aufgefallen. Wer allerdings auf den Preis schaut, wird feststellen, dass die Konkurrenten von Samsung und HTC teilweise bis zu 180 Euro günstiger sind. Das ist der Haken!

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