Jawbone vs. Fitbit: Kampf um die Vorherrschaft am Handgelenk geht vor Gericht

Bei den Marktanteilen sind die Claims im Bereich der Fitnessarmbänder und Wearables deutlich verteilt: Fitbit kommt nach den aktuellen Zahlen von IDC auf einen Anteil von fast 35 Prozent bei den Verkäufen, Jawbone liegt mit den eigenen Produkten deutlich abgeschlagen bei 5 Prozent Marktanteil. Auf dem Markt gibt es also bereits einen Gewinner – nun geht der Kampf auch auf juristischer Ebene weiter.

Grund dafür sind Patentverletzungen, die Jawbone beim Konkurrenten ausgemacht haben will. In der Klageschrift heißt es, dass Fitbit ein Patent für eine Wellness-App verletzen würde, die mit den Daten eines Fitnessbandes arbeiten soll. Das klingt wenig spektakulär, könnte aber durchaus gravierende Auswirkungen haben, denn Jawbone möchte mit dieser Angelegenheit unter anderem auch die  International Trade Commission (ITC) einschalten. Das könnte im schlimmsten Fall für Fitbit ein Importverbot für den US-amerikanischen Markt bedeuten. Fitbit selbst reagierte weitgehend gelassen auf die Klage und wies in erster Linie daraufhin, dass das Unternehmen selbst mehr als 200 Patente in diesem Bereich besitzt und sich daher keine Schuld bewusst ist.

Die Klage ist bereits der zweite juristische Schritt von Jawbone gegen Fitbit. Im Mai hatte Jawbone Klage eingereicht weil Mitarbeiter mit sensiblen Unternehmensinformationen zu Fitbit gewechselt sein sollen.

Für den deutschen Markt dürfte die Klage vorerst keine Auswirkungen haben, derzeit betrifft sie nur den Markt in den USA. Es könnte aber durchaus sein, dass die Klagen auch weiter ausgeweitet werden. Das erinnert sehr an die umfangreichen juristischen Auseinandersetzungen zwischen Apple und Samsung* vor einigen Jahren als es um die Vorherrschaft auf dem Smartphone* Markt ging. Im Bereich der Fitnessarmbänder ist der Markt noch lange nicht so groß und so umsatzstark, die ersten Klagen zeigen aber bereits, dass hier die Verteilungskämpfe in vollem Gange sind. Problematisch könnte das für die Kunden werden, wenn es wirklich ein Verkaufsverbot geben sollte und dann wichtige Produkte nicht mehr verfügbar sind. Dazu kommt, dass dieses juristische Aggressivität natürlich auch kleinere Unternehmen abschreckt, die dann eventuell ihre innovativen Lösungen nicht auf den Markt bringen.



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