Home Allgemein O2-Übernahme: 300 Base- und O2-Shops sollen Yourfone werden

O2-Übernahme: 300 Base- und O2-Shops sollen Yourfone werden

von Susanne B

Die Zusammenlegung der beiden Handynetze O2 und E-Plus bringt zwar Vorteile für die Kunden, die von besserer Netzverfügbarkeit und Netzqualität profitieren, ist allerdings auch an einen Kompromiss gegenüber der EU-Kommission gekoppelt, die sonst nicht der Übernahme von E-Plus durch O2* zugestimmt hätte. Damit muss Telefónica nicht nur einen Teil seiner Netzkapazitäten an Drillisch abgeben, sondern es sollen ebenfalls 300 Telefónica-Standorte (Base- und O2*-Shops) verkauft werden, die dann unter Yourfone-Shops von der Konkurrenz Drillisch AG völlig neu betrieben werden. Damit wird demnächst in deutschen Fußgängerzonen verstärkt die Farbe Lila auftauchen.

Widerstand der Shop-Betreiber

Doch welche Telefónica-Shops nun an Drillisch abgegeben werden sollen, das hielt Drillisch und Telefonica vorerst vor den Shop-Betreibern zurück und dass, obwohl intern bereits lange eine Liste vorlag, welche Shops zu Yourfone wechseln sollen. Damit bangten monatelang zahlreiche Shop-Betreiber und Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze, wurden somit ohne nähere Informationen allein gelassen. Jetzt ist die Liste der von der Übergabe an Drillisch betroffenen Shops veröffentlicht und damit soll alles jetzt sehr schnell gehen, zum Schreck der Shop-Betreiber die sich zurecht von der Sache übergangen fühlen, denn die ganze Abwicklung soll binnen weniger Tage abgeschlossen sein. Ziel ist es die vollständige Übergabe bis Ende Juni/Anfang Juli abzuwickeln. Und was haben die Shop-Betreiber hiervon?

Die Betroffenen erhalten ein Angebot zu einem Aufhebungsvertrag mit der Garantie, dass Drillisch diesen Standort übernimmt. Das bedeutet, damit würden sie verbindlich zu Yourfone wechseln. Wer bereit ist zu wechseln, der soll eine Abfindung erhalten, doch die beträgt gerade einmal rund 20 Prozent des Shop-Jahresumsatzes. Da tröstet auch nicht die Speed*-Prämie für Schnellentschlossene, denn anders als bspw. Filialen, deren Mitarbeiter direkt bei Telefónica unter Vertrag stehen, werden die Partnershops von selbständigen Inhabern betrieben. Eine Übernahme zu Yourfone würde bedeuten, binnen weniger Tage ihren gesamten Kundenstamm und ihre Reputation aufzugeben. Zusätzlich auch noch ihre gesamte Existenz in die Hände von Drillisch zu übergeben und das obwohl, Drillisch bisher keine Erfahrung im Bereich des Shop-Verkaufs vorweisen kann, anders als Telefónica, dessen Marke O2* bspw. beim Kunden immer für eine Art Prämium-Marke stand. Im Großen und Ganzen bedeutet das: Mit einer neu in den Direktvertrieb startenden Marke von Null zu beginnen und dagegen formiert sich Widerstand bei den Shop-Betreibern.

Das Angebot – Eine Frechheit mit hohem Risiko

Viele Shop-Btreiber empfinden dieses Angebot als Frechheit, denn die Risiken um eine ungewisse Zukunft müssen sie allein tragen. Gefordert wird dementsprechend, dass die Abfindung deutlich höher ausfallen soll, auch wenn Yourfone plant, seinen Partnern Provisionen zwischen 25 Euro und 550 Euro auszuzahlen. Die letztere Provision wird jedoch nur dann ausgezahlt, wenn Kunden einen LTE XL inklusive Handy im Wert von monatlich 79,99 Euro abschließen und das dürfte schwierig werden, da die Yourfone-Marke bisher in Augen der Kunden, als günstiger Anbieter bekannt ist.

Die Shop-Betreiber blicken somit mit Sorge in die Zukunft, denn wer den Abfindungsvertrag unterschreibt, gibt zusätzlich noch seine Einwilligung, aktuelle Kunden 18 Monate lang nicht mit neuen Yourfone-Angeboten von Telefónica abzuwerben. Hartes Brot also, besonders in Verbindung mit dem Umstand, ob Yourfone als Shopmarke tatsächlich Erfolg haben wird. Schließlich braucht es etwas Zeit bis ein effizienter Kundenstamm aufgebaut ist. Zusammenfassend also viele ungewisse Faktoren, die eine Kalkulation für die betroffenen Shop-Betreiber unmöglich machen. Was bedeutet das für bisherige Kunden?

Für Kunden bedeutet das, das der bisher bekannte Shop in Yourfone-Lila erstrahlt und der Ansprechpartner mitteilen muss, dass er keinen O2- oder Base-Service mehr anbietet. Entweder müssen sich Kunden nun einen anderen Shop suchen oder sich eventuell zu einem Yourfone-Vertrag überzeugen lassen. Für manche Shop-Betreiber dagegen bleibt, sollte sich das Angebot nicht verbessern, nur noch der Gedanke über einen kompletten Ausstieg oder den Wechsel zu einem anderen Netzbetreiber. Andere hingegen, sagen dem Aufhebungsvertrag zu.

Diesen Artikel kommentieren