Stiftung Warentest bescheinigt wenig Mehrwert bei Smartwatches

Stiftung Warentest unterzieht in der Oktober Ausgabe 2015 die kleinen Minicomputer am Handgelenk einem weitläufigen Test.  Sogenannte Smartwatches, auch in der Fachsprache Wearable genannt, stellen sich als neue Generation von Uhren heraus. Sie liefern dabei mehr als nur Zeit, sondern händeln Telefonate, Kurznachrichten, Mails, Termine, zählen Schritte oder messen den Puls und vieles mehr. Doch im Test von Stiftung Warentest stellte sich heraus, dass die Hightech-Uhren bisher noch in den Kinderschuhen stecken oder ohne Anbindung ans Smartphone* fast nichts können.

Das hat Stiftung Warentest getestet

Unter die Lupe genommen hat Stiftung Warentest hierzu 12 Smartwatches die im April bis Juni 2015 eingekauft worden. Gemessen wurde die allgemeine Funktion des Displays (Größe, Helligkeit etc.), auch wie Nachrichten sich lesen und beantworten lassen oder gar Telefonate beantwortet werden können. Die Fitnessfunktionen standen dabei genauso im Mittelpunkt, wie die Handysteuerung über die Uhr. Auch die Handhabung der Uhr war dabei ausschlaggebend für die Bewertung, wie auch der Akku, Stabilität und Vielseitigkeit bis hin zum Datensendungsverhalten der schlauen Uhren.

Smartwatches bisher nur Handlanger fürs Handy

Im Test von Siftung Warentest erreichten die besten Smartwachtes nur eine befriedigende Bewertung. Dabei schnitten die Modelle von Apple* mit der Apple* Watch und seiner Sportvariante noch am besten ab, doch auch nur weil sie spürbar besser funktionierten als andere Uhren. Apple* lässt sich diesen guten Qualitätsvorteil auch gut bezahlen und zwar mit rund 450 bis 700 Euro und das obwohl außer Nachrichten empfangen, etwas Fitness und nette Technikfunktionen die Uhren relativ wenig können und deshalb kein Handyersatz sind.

Viele Uhren entfalten ihre Funktionen außerdem nur in Verbindung mit dem Smartphone* in dem sie sich über Bluetooth drahtlos verbinden und so Daten austauschen. Doch dafür muss zuvor eine passende App auf dem Handy installiert werden. Selbst die Samsung*-Smartwatch Gear s (325 Euro) braucht trotz eigener SIM-Karte und weitgehender Selbstständigkeit zum Einrichten ein Samsung* Smartphone*. Wer als Multimedia-Fan hingegen in die Technik reinschnuppern möchte, der kann mit 140 Euro mit der Alcatel Onetouch Watch einsteigen. Diese schnitt jedoch auch nur mit mangelhaftem Ergebnis ab, da die Verbindung zum Handy sehr instabil war. Günstiger und dennoch mit befriedigender Leistung, direkt nach den Apple Watches, schnitt im Test die Smartwatches von LG Watch R (227 Euro) auf Android*-Basis ab.

Einige Mängel und Funktionen der Smartwatches

Im Test fiel auf, dass die Bedienung der Uhren wenig intuitiv ist und den meisten Uhren nur Kurzanleitungen beliegen. Die Uhren lassen sich zudem recht unterschiedlich bedienen. Apple Watches verfügen über einen guten Touchscreen und eine drehbare Krone, die Samsung* Gears s wird hingegen nur über ein berührungsempfindliches Display gesteuert. Andere Uhren lassen sich nur durch Tasten bedienen. Die Kommunikation ist bei den meisten Uhren auch eher träge. Richtig Telefonieren kann man nur mit den Uhren von Apple oder Samsung. Andere Uhren melden Anrufe nur. Nachrichten lassen sich auf der Smartwatch Samsung Gear S am besten lesen, durch ihren großen Display. Außerdem lässt sich bei den meisten Uhren nur eingeschränkt auf Nachrichten antworten. Viele haben hierfür nur vorgefertigte Texte und keine eigene Tastatur. Bei den Akkulaufzeiten sieht es insgesamt bei den Smartwatches eher mau aus. Je nach Nutzungsverhalten ist der Akku daher schnell leer.

Fazit von Stiftung Warentest: Smartwatches sind noch nicht massentauglich und oft meist teuer mit wenig Mehrwert. Im Grunde sind die schlauen Uhren bisher nur externe Monitor für Smartphones. Für Technik-Fans aber durchaus interessant. Das kann man natürlich auch ganz anders sehen.

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