Stiftung Warentest: Kostenlose Sicherheits-Apps mit mangelhaft bewertet

Eigentlich braucht ein Android*-Handy nicht zwingend eine Schutz-Software, es sei denn man bezieht Apps aus anderen Quellen als dem Google Play Store. Aber auch so können Sicherheits-Apps natürlich die Sicherheit zusätzlich erhöhen, besonders dann, wenn man sein Android*-Handy noch besser vor Phishing-Attacken oder sogenannten Trojanern schützen möchte, dann stellt sich jedoch die Frage: Lieber für die Sicherheits-App zahlen oder reicht auch die kostenlose Alternative aus?

Hierzu hat Stiftung Warentest 13 Sicher­heits­programme für Android*-Smartphones getestet, mit ernüchternden Ergebnis: Fünf davon erhielten die Note gut, viermal mussten die Tester ein Mangelhaft vergeben. Die Note Mangelhaft erhielten alle kostenlosen Angebote. Darunter fallen die Apps 360, CM und Trustlook. Hingegen schnitten die Apps von Eset, Avast, Norton, Kaspersky und McAfee im Test gut ab, diese verlangen allerdings auch eine Jahresgebühr von 10, 30 oder satten 50 Euro.

Warum nur Android-Apps getestet wurden, erklärt Stiftung Warentest damit, dass das Apple*-System geschlossener und damit sicherer sei als das von Android. Daher bräuchten iPhones keine Sicherheits-Apps.

Fazit – Stiftung Warentest: Zusätzliche Sicherheit ist nicht umsonst zu haben. Doch weshalb eigentlich?

Um Schadsoftware aufzuspüren, welche bspw. teure Premium-SMS versenden oder gar Nutzer aus dem Gerät aussperren, ist die Qualität von Sicherheits-Apps unabdingbar und die ist abhängig von der Aktualität und Voll­ständig­keit der „Erkennungs“-Liste der Schutz-Software, um bspw. berüchtigte Trojaner aufzuspüren. Bei kostenlosen Sicherheits-Apps ist dieser Schutz logischerweise unzureichender, vor allem bei betrügerischen Websites.

Doch wurde längst nicht nur die Qualität der Sicherheits-App von Stiftung Warentest unter die Lupe genommen, sondern noch einiges mehr, was ebenfalls mit in die Bewertung einfloss, unter anderem:

  • Hilfe bei Handyverlust: Lässt sich das Telefon aus der Entfernung orten, sperren oder löschen?
  • Handhabung: Wie gut sind Hilfe und Dokumentation, wie einfach lassen sich die Apps installieren, deinstallieren und benutzen?
  • Smartphonebelastung: Wie viel Strom wird verbraucht, wie lange dauern Datei-Downloads und Scans?
  • Datensendeverhalten: Welche Daten werden übermittelt, die nicht für das Funktionieren der App notwendig sind?

Besonders beim Thema Handy­verlust bieten die meisten Sicher­heits-Apps stan­dard­mäßig vorinstallierte „Android Geräte-Manager“. Damit kann man das Handy nicht nur online orten, sperren und löschen, sondern auch per SMS. Vorausgesetzt der Dieb lässt sich die SIM-Karte im Handy. Vier Apps gelang es dabei tatsächlich, das Handy gegen die Verwendung einer fremden Sim-Karte zu sperren.

Außerdem benötigen Apps sehr weit­gehende Zugriffs­rechte auf das Smartphone*, beispiels­weise die Ortungs­funk­tion oder das Adress­buch, damit könnten sie theoretisch den Nutzer detailliert ausforschen. Vier Apps bewerteten die Tester zum Daten­sende­verhalten als kritisch, da persönliche Daten bei einer Messung unver­schlüsselt an Dritte versendet wurden.

Immer auf den Laufenden bleiben: Tech News und Meldungen direkt auf das Handy oder in den Sozialen Netzwerken: Appdated Telegramm Channel | Appdated bei Facebook | Appdated bei Twitter

Schreibe einen Kommentar