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Stiftung Warentest: PC-Sticks kein vollwertiger PC Ersatz


PC-Sticks als Alternative zum PC. PC-Sticks sind kleine Taschenrechner. Nein, gemeint sind nicht die Rechenmaschinen, die uns im Alltag das Kopfrechnen abnehmen, sondern an Bildschirmen anschließbare Sticks. Über einen HDMI-Anschluss kann man sie an jeden Bildschirm anschließen und diesen so in einen vollwertigen PC verwandeln, so jedenfalls in der Werbung. Die Realität sieht leider anders aus.

Gute Idee und gutes Marketing

Die Idee ist so einfach wie genial. Ein PC zum Mitnehmen, der überall anschließbar ist was eine HDMI-Schnittstelle hat und das bei einer so geringen Größe. Fast so groß wie ein Handy sind PC-Sticks und sind damit genau so handlich. Zudem sind sie mit 100 bis 160 Euro ziemlich billig und haben außerdem einen geringeren Stromverbrauch als normale Rechner. Die Versprechungen der Anbieter sind ebenso atemberaubend wie die Geräte selbst. Bei Getini spricht man von einer mit normalen Rechnern identischen Leistung.

PC-Sticks können nicht überzeugen

Marketing allein reicht nicht damit die PC-Sticks überzeugen, denn was am Ende zählt ist die Leistung der Geräte, leider offenbaren sich hier Abgründe. Im aktuellen Test der Stiftung Warentest erreicht kein einziger PC-Stick die Note befriedigend. Das Einzige was hier noch ruckelfrei funktioniert ist entweder das Aufrufen von Internetseiten, das Bearbeiten von Textdateien und gerade noch so die Wiedergabe von Filmen in HD Ready, der Rest bereitet dem Stick Probleme.

Richtig deprimierend wird es, wenn man den Stick zum Spielen benutzen will. Getestet wurde hier mit einem Titel aus der „Call of Duty“-Reihe. Zum ruckelfreien Spielen sind hier mindestens 24 Frames pro Sekunde nötig. Der leistungsstärkste Stick schafft hier 13, manche nur zwei Frames. Flüssiges Spielen bei einem Shooter sieht anders aus. Ein weiteres Problem ist die dabei entstehende Hitze. Der Stick wird am Gehäuse bis zu 65 Grad heiß. Im Inneren des Sticks kann man dementsprechend mit Temperaturen aus der Hölle rechnen. Wer also „Call of Duty“-Dias schauen will und sich nebenbei auf dem Gehäuse des PC-Sticks ein Steak braten will, der kann es mit einem dieser Dinger mal versuchen.

Ein weiteres Problem: der Speicherplatz. Alle getesteten Modelle bieten 32 Gigabyte Speicherplatz. Wer will kann zu Hause an seinem Standrechner gerne mal den Selbstversuch wagen und sich eine 32 Gigabyte Festplatte einbauen und schauen ob der Speicherplatz reicht. Im Jahr 2002 wären 32 GB sicherlich eine Menge gewesen, aber 14 Jahre später ist das für normale Rechner ein Witz. Auch hier schaffen es die Sticks nicht den Rechner nur im Ansatz ebenbürtig zu sein.

Bei so vielen Mängeln die Sticks mit echten Rechnern zu vergleichen ist schon fast eine Unverschämtheit. Das Marketing der Hersteller der PC-Sticks macht futuristisch wirkende Versprechen, die allerdings an der gegenwärtigen Realität scheitern.



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