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Vodafone: kein LTE-Netz? Dann gibt es 90GB Datenvolumen GigaGarantie als Entschuldigung


Vodafone* will mit einem guten Netzausbau punkten und verspricht daher Nutzer, die mit dem Netz unzufrieden sind, eine Entschädigung von satten 90GB, die einen Tag lang genutzt werden können. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass man die MeinVodafone App nutzt und das vor Ort kein LTE Netz vorhanden ist. Dann kann man über die App den fehlenden LTE Empfang melden und bekommt über die sogenannte GigaGarantie die 90GB Datenvolumen gutgeschrieben.

Wir garantieren unseren Kunden ab sofort das schnellste Vodafone*-Netz mit der besten Sprachqualität. Und wer doch mal eine andere Erfahrung machen sollte, ist aufgerufen, uns das über die MeinVodafone-App zu melden. Wir entschuldigen uns mit 90 Gigabyte und erhalten im Gegenzug wertvolle Rückmeldungen, mit denen wir unser Netz noch gezielter verbessern können“, so Vodafone* Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter.

Diese Meldung ist allerdings nur einmal pro Monat möglich, man kann daher auch nur einmal im Monat die 90GB Datenvolumen bekommen. Dazu gilt das Volumen auch nur einen Tag lang – man wird sich also anstrengen müssen, um die 90GB wirklich aufzubrauchen. Die 90GB Datenvolumen sind auch für die Vodafone Freikarte verfügbar. Diese nutzt ebenfalls LTE mit Geschwindigkeiten von bis zu 375Mbit/s und wäre daher von einem LTE Ausfall auch betroffen.

Drittanbieter im Vodafone Netz profitieren davon im Übrigen nicht – diese können ohnehin nicht auf LTE und auf die MeinVodafone App zurück greifen.

Meldung von LTE Problemen über die MeinVodafone App

Kunden haben mit der neuen Garantie ab sofort die Möglichkeit, LTE Probleme über die MeinVodafone-App unter der Kategorie „Mein Netz“ unter dem Punkt „GigaGarantie“ zu melden. Dort muss man drei Fragen beantworten:

  • Was sollen wir verbessern?
  • Was stört Sie genau?
  • Wo passiert das meistens?

Danach wir das Datenvolumen gutgeschrieben – sobald das geschehen ist wird man über die App oder über einen SMS informiert.

Genau ins Kleingedruckte schauen

Bei der Nutzung gibt es allerdings einen Haken. Im Kleingedruckten heißt es:

Bei folgendem Missbrauch erlischt der Garantieanspruch: Nutzung des Datenvolumens als Hotspot oder für Streaming auf illegalen Webseiten und wenn das Nutzungsverhalten signifikant (10-fach) vom bisherigen Nutzungsverhalten abweicht.

Besonders der letzte Punkt könnte zum Problem werden. Das durchschnittliche Datenvolumen pro Mobilfunk-Anschluss betrug 2015 377MB pro Monat, also knapp 12MB pro Tag. Wer ein durchschnittlicher Nutzer ist, dürfte also 10x12MB = 120MB an diesem Tag verbrauchen, sonst könnte das Vodafone als Missbrauch werten. Oder umgekehrt auf den Monat gerechnet: ein Zehntel von 90GB sind 9GB Datenvolumen. Nur wer 9GB Datenvolumen regelmäßig im Monat verbraucht, kann von den gesamten 90GB profitieren ohne in den Verdacht zu geraten, die Garantie missbräuchlich zu nutzen.  Der größte Vodafone RED Tarif bietet derzeit gerade 6GB Datenvolumen pro Monat – nur Nutzer im größten Tarif, die dazu noch mehrere GB monatlich nachbuchen haben daher wirklich Zugriff auf die vollen 90GB.

Schade, dass Vodafone diese gute Aktion durch solche Klauseln im Kleingedruckten ins Zwielicht rückt. Die GigaGarantie ist an sich bereits durch die Beschränkung auf 90GB und auf einen Tag ganz gut gegen Missbrauch gewappnet, da muss man nicht noch mit weiteren Klauseln arbeiten, die im Zweifel die Nutzer nur verunsichern, ob sie die Entschuldigung wirklich nutzen können. Es wäre schön, wenn Vodafone hier nochmal etwas nachbessert und die Bedingungen entschärft – dann ist die Giga-Entschuldigung auch wirklich eine Entschuldigung.

BILD: CC BY SA Vodafone Medien @ Flickr

 



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