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EWE Smart-Home System einfach und sicher im Test


EWE Smart-Home System einfach und sicher im Test – Aufgeschreckt durch Einbruchsserien und geringe Fahndungserfolge der Polizei sind viele Hausbesitzer irgendwann mit der Frage konfrontiert, wie sie ihrer Häuser und Grundstücke auch bei Abwesenheit überwachen oder ungebetene Gäste abschrecken können.

Bis vor wenigen Jahren war die Realisierung von Sicherheitsanlagen, Wohnraumüberwachung und effektivem Einbruchsschutz Bauherren vorbehalten, die bereits bei der Planung ihrer Häuser eine höhere Summe in die nötige Hausautomationsanlage und den Ausbau der Elektro-Installation investierten. Eine Nachrüstung in einem bewohnten Haus war oft kaum möglich und mit längeren Handwerksarbeiten und Schmutz verbunden. Bei Mietwohnungen mussten Mieter und Vermieter die Frage klären, wer für die nötigen Investitionen aufkommt, die auch nach einem Auszug fest verbaut bleiben.

Mit dem Begriff „smart home“ wird einer der größten Wachstumsmärkte der IT-Branche zusammengefasst, der diese Probleme löst. Neben der nahezu alle Lebensbereiche umfassenden „Vernetzung der Dinge“ (z.B. ins heimische Netzwerk eingebundene Waschmaschinen und Kühlschränke) ist hier auch an Hausautomationssysteme zu denken, die per Plug & Play realisiert werden und per Funk mit verschiedenen Aktoren (Geräten, die verschiedene Schalt- oder Regelaufgaben ausführen) kommunizieren.

Unter dem Label „Smart Living“ bietet der norddeutsche Energiekonzern EWE verschiedene Pakete an, mit denen der Laie innerhalb kürzester Zeit die Lampen („Hell & Schnell“) oder die Heizung („Warm & Spar“) ins heimische Netzwerk und Internet einbinden und so jederzeit von überall steuern und kontrollieren kann. Die„smarte Lösung“ zum Schutz vor Einbrechern und zur Wohnraumüberwachung heißt bei EWE „einfach & sicher“.

EWE, bisher nur im norddeutschen Raum aktiv, bot zunächst seinen Kunden die verschiedenen Pakete an, bevor die „Smart Living Serie“ auch allen anderen zur Verfügung stand. Da wir unser Set in einem Vorort von Berlin testen, war bei evtl. Rückfragen eine Filiale von EWE nicht weit. Für alle anderen bleibt da meist nur die Kundenhotline.

Inhalt des Pakets „einfach & sicher“ und Installation

Zunächst wird die EWE smart living-App, die für iOS und Android* verfügbar ist, installiert und die Nutzerdaten wie Name, Kundennummer, Emailadresse und ein persönliches Passwort eingetragen. Nachdem eine von EWE zugesendete Email bestätigt ist, widmen wir uns der ersten Schachtel des StarterKits: Darin befindet sich die „EWE smart living Basis“, das Herz der drahtlosen Haussteuerung mit Z-Wave-Funk. Die Zentrale, ein Netzwerk-Adapter mit Powerline-Technik, sorgt für das Zusammenspiel aller Geräte und ermöglicht sowohl unterwegs als auch zuhause den Zugriff über das Smartphone*. Sie wird mit dem mitgelieferten LAN-Kabel an das bestehende Heimnetzwerk angeschlossen. Zwei LEDs an der Vorderseite signalisieren den Status der Komponenten.

Das zweite Paket enthält neben einem Bewegungsmelder zwei Zwischenstecker, mit denen die Weihnachtsbeleuchtung, eine Lampe, der Fernseher, das Radio und was auch immer über das Handy gesteuert werden können… hier sind der Fantasie der Anwender kaum Grenzen gesetzt. Ein Radio oder die Beleuchtung, die auch aus der Ferne auf Kommando gesteuert werden können, spielen natürlich bei Fragen zu Abwehr und Abschreckung von Einbrechern eine große Rolle. Auch bei Abwesenheit können z.B. Zeiten programmiert werden, an denen Lichter oder Fernseher an und nach gewisser Zeit wieder aus gehen, um zu simulieren, dass jemand da ist.

Die zwei im Set enthaltenen Tür- bzw. Fensterkontakte melden jederzeit, wenn die Tür, das Fenster oder eine Schublade, an denen sie angebracht werden, geöffnet werden. Wir entscheiden uns dafür, benachrichtigt zu werden, wenn die gläserne Terrassentür und das Fenster daneben geöffnet werden und bestimmen, dass in diesem Fall auch eine Lampe angeht, die an einen Zwischenstecker angeschlossen ist

Zum Paket gehört schließlich noch eine W-Lan Kamera von D-Link, die z.B. dann, wenn ein Kontakt an Fenster oder Tür ausgelöst wird, auch bei Dunkelheit noch scharfe Foto- und Filmaufnahmen macht, während wir auf unserem Handy benachrichtigt werden und Zugriff auf die Kamera haben.

Die Installation und der Aufbau sind selbsterklärend. Auf der Homepage von EWE lassen genaue Einrichtungsvideos keine Fragen offen. Als wir doch eine zu einer zusätzlichen Außenkamera haben, berät man uns sowohl am Telefon als auch in der Filiale freundlich und kompetent.

In der App werden verschiedene Szenarien entworfen, z.B. dass beim Verlassen des Hauses alle Lampen, die an Zwischensteckern angeschlossen sind ausgehen, dass beim Öffnen einer Tür sofort das Handy benachrichtigt wird oder einfach nur Anwesenheit simuliert wird.

Besondere Aufmerksamkeit widmet EWE der Frage nach Sicherheit der Daten und weißt darauf hin, dass die Daten aus dem „Smart Home“ (neben Sensordaten auch Bilder von WLAN-Überwachungskameras) nur innerhalb des eigenen Rechenzentrums am Firmensitz in Oldenburg verarbeitet werden. Damit tritt EWE offensiv Befürchtungen entgegen, die Nutzer könnten durch ihre eigene Überwachungstechnik selbst überwacht werden. Gerade nach den Enthüllungen Edward Snowdens wird das auch im Email-Bereich als Standortvorteil deutscher Firmen vermarktet.

Bei täglichen Einsatz fällt bald auf, dass die App oft lange zum Starten braucht. Nachdem eine Nachricht mit dem Hinweis auf einen Alarm auf Handy gesendet wurde, dauerte es oft eine Weile, bis die Information dazu auch abgerufen werden kann. Nach Wochen merkten wir, dass das Bild der Kamera in der App des Herstellers viel besser ist, als in der App von EWE. Die App des Kameraherstellers speichert bei der Aufnahme von Fotos auch immer einen kurzen Film. Das tolle Foto vom Fuchs, der uns in die Kamerafalle lief, wäre mit der App von EWE nicht möglich gewesen. Die App der Dlink- Kamera ist viel besser und kann viel mehr.

Bei den Kontakten, die wir an die Fenster angebracht haben, nervt irgendwann das rote Licht, das nicht ausgeschaltet werden kann und jedem schon von weitem signalisiert, dass hier ein „scharfer Sensor“ aktiv ist.

Kosten

Um das Set nutzen zu können, fällt zunächst für die Basis, bestehend aus der „EWE smart living Zentrale“ und der „EWE smart living App“, eine Grundpauschale von 4,95 € im Monat an. Die Mindestlaufzeit des Vertrages beträgt dabei 24 Monate.

Bei dem Bewegungsmelder, den zwei Zwischensteckern und den zwei Tür-/Fensterkontakten besteht, ähnlich wie bei einem Handyvertrag mit Gerät die Wahl, diese für einmalig 319,90 € direkt zu kaufen oder in 24 Monatsraten a´ 8.00 abzuzahlen. Auch die W-Lan Kamera für innen kann entweder mit 5,45 € im Monat abbezahlt oder für einmalig 129,95 € direkt erworben werden. Darüber hinaus kann das Set kann mit weiteren Komponenten wie einer WLAN-Kamera für außen erweitert werden.

Unser Paket „Einfach & Sicher“ würde in dieser Form mit der Zentrale, den Zwischensteckern, zwei Kontakten, dem Bewegungsmelder und der Kamera entweder monatlich 18,40 €, oder bei Direktkauf 319,90 € einmalig + 4,95€ pro Monat, für die Zentrale inklusive App kosten.

Fazit

Für Menschen, die sich nicht umfassend mit dem Thema „smart home“ beschäftigen wollen, die ohne große Vorkenntnisse eine schnelle Lösung für einen eng umrissenen Zweck suchen, könnten die einfachen Lösungen von EWE interessant sein.Hier sollte dann aber mit der wachsenden Anzahl an Wettbewerbern verglichen werden. Der Hinweis der Datenauswertung im eigenen Rechenzentrum wird jetzt noch diejenigen ansprechen, die kritisch gegenüber der Übermittlung und Auswertung von privaten Daten durch einen der großen amerikanischen Player gegenüberstehen.

Die lange Vertragslaufzeit ist allerdings eher ein Problem. Das sich rasend entwickelnde und gerade in einem großen Umbruch befindliche Marktsegment „smart home“ spricht derzeit m.E. gegen den Abschluss eines Vertrages mit 24 Monate Vertragslaufzeit. Ist man als „Smart Home“ Neuling anfangs begeistert von den Möglichkeiten, haben sich mittlerweile mit Siri, Cortana und Alexa Steuerungsmodule für zu Hause etabliert, die mit Phillips- Hue Lampen, Zwischensteckern oder Heizungsthermostaten bereits heute eine erstaunliche Bandbreite an Möglichkeiten bieten, dass einem schon nach kurzer Zeit die für ganz bestimmte Zwecke gedachten Pakete von EWE nicht mehr reichen.

In zehn Jahren wird vermutlich fast jeder Haushalt mit einer künstlichen Intelligenz von Amazon, Google, Apple oder Microsoft* und dem dazugehörigen Kosmos an Sensoren und Reglern ausgestattet sein. Dienstleistungen, die EWE jetzt in drei Pakete aufteilt, werden zum Standartrepertoire eines smarten Zuhauses. Beim Aufbau eines „Smart Home“ muss an viel mehr als nur an Heizung, Licht und Sicherheit gedacht werden.



  1. Amalia B

    Danke für dieses Review. Das EWE System klingt interessant. Ich interessiere mich generell sehr für das Smart Home Konzept. Bevor ich mir das wirklich zulege schaue ich mir aber noch ein paar andere Systeme an.


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