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Mobiler Datentraffic könnte 2017 die 10 Exabyte Marke knacken


Der Marktanteil von internetfähigen Smartphones hat auch 2016 weiter zugenommen. Dieser Trend spiegelt sich auch im Datenvolumen wieder, das weltweit mobil durch die Netze geht. Waren es 2015 noch 3,7 Exabyte, die im gesamten Jahr übermittelt wurden, sind es nach Berechnungen von Cisco Systems  2016 bereits 6,2 Exabyte gewesen. 2017 rechnet das Unternehmen mit einem Datenvolumen von 9,9 Exabyte  – mit etwas Glück wird dieses Jahr sogar bereits die Grenze von 10 Exabyte geknackt. Die Steigerung im Vergleich zum Vorjahr soll 2017 also mehr als 60 Prozent betragen.

Wer mit der Angabe Exabyte wenig anfangen kann: Damit ist ein Datenvolumen von einer Milliarde Gigabyte gemeint. Im Überblick sieht die Umrechnung so aus:

  • 1 Kilobyte kB = 1.000 Byte
  • 1 Megabyte MB = 1.000.000 Bytes
  • 1 Gigabyte GB = 1.000.000.000 Bytes (1000 MB’s)
  • 1 Terabyte TB = 1.000.000.000.000 Bytes (1000 GB’s)
  • 1 Petabyte PB = 1.000.000.000.000.000 Bytes (1000 TB)
  • 1 Exabyte EB = 1.000.000.000.000.000.000 (1000 PB’s)

Die Zahlen als Grafik:
Statistik: Datenvolumen des Internet-Traffics über mobile Endgeräte weltweit in den Jahren 2014 und 2015 sowie eine Prognose bis 2020 (in Exabyte pro Monat) | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Allerdings dürfte das Datenvolumen im mobilen Bereich (zumindest bei den Webseiten) etwas langsamer wachsen, denn zunehmend werden Maßnahmen ergriffen, um für mobile Geräte passende und abgespeckte Versionen von Webseiten auszuliefern, die weniger Datenvolumen haben und damit auch weniger Traffic verursachen. Google hat beispielsweise 2016 die Webdesigner und Webentwickler mit der Ankündigung auf Trab gehalten, mobile Seiten zukünftig besser zu ranken, wenn sie für Smartphones optimiert sind. Viele Unternehmen haben daraufhin ihre Webseiten überarbeitet um sie schlanker und einfacher zu machen. Der nächste Schritt sind weitere optimierte Formate wie AMP, bei denen mobil nur noch das geladen wird, was wirklich benötigt wird. Auch hier sind wieder die Entwickler gefragt um die aktuellen Webseiten an die neuen Formate anzupassen. Google will zukünftig den mobilen Suchindex als Hauptindex nutzen –  akein Wunder also, dass die Stellengesuche für Webentwickler in den Jobbörsen in den letzten Jahren fast genauso explodiert sind wie das mobile Datenvolumen.

Netflix und Co. kommen aufs Smartphone

Es gibt aber auch gegenläufige Bewegungen, die dafür sorgen könnten, dass der mobile Traffic nicht nur ansteigt, sondern explodiert. Video-Streaming ist im Bereich des stationären Internets ein wesentlicher Bestandteil der Datenübertragung. Je nach Tageszeit macht beispielsweise Netflix in Amerika schon fast ein Drittel des gesamten übertragenen Datenvolumens aus.

Der Trend geht dahin, diese Dienste auch immer mehr auf dem Smartphone* zu nutzen. Noch sind hier volumenbegrenzte Flatrates ein Hindernis, aber die ersten Anbieter (wie beispielsweise O2* mit den O2 Free Tarifen) haben die Drosselung schon weitgehend aufgehoben. Es ist zu erwarten, das andere Anbieter hier nachziehen werden. Damit wird auch Streaming mobil interessant und der Traffic könnte auf diese Weise noch deutlich ansteigen. Gleiches gilt natürlich auch für andere Dienste (wie beispielsweise das Musik-Streaming über Spotify, Apple Music oder die anderen Dienste) – auch hier setzt der Handytarife bzw. die Flatrate oft noch Grenzen. Fallen diese irgendwann weg, vervielfacht sich wahrscheinlich der Traffic.

Die Werte und die Vorhersagen von Cisco in der obigen Grafik sind also sogar eine vorsichtige Schätzung. Sie gehen davon aus, dass sich das Nutzungsverhalten in den nächsten Jahren nicht gravierend ändert. Sollte das doch der Fall sein, wären die Zahlen wohl hinfällig und es müssten durch wesentlich höhere Werte angesetzt werden.



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