Display, Schaden, Kratzer Pixabay CC0

Selbst-reparierende Displays könnte 2020 kommen


Displayschäden sind nach wie vor eine Hauptursache für Reparaturen an Handys und Smartphones und da die neuen Geräte oft mit verleimten und eingepassenten Bildschirmen arbeiten, sind die Kosten für solche Reparaturen meistens sehr hoch. Die Anbieter versuchen, dem entgegegen zu wirken, in dem man immer stabilere und kratzfestere Dsiplays einsetzt. Diese sind allerdings oft selbst auch relativ teuer und treiben damit die Preise für die Geräte in die Höhe.

Forscher an der University of California in Riverside haben nun ein neues Material vorgestellt, dass einen andere Weg geht: der neue Werkstoff ist nicht nur leitend (was für einen Bildschirm wichtig ist), sondern kann auch Schäden selbst schließen. Er besteht aus einer Kombination aus einem Polymer und einem ionischen Salz. Bei Schäden an der Oberfläche bewirkt die Anziehungskraft der Ionen, dass sich die Risse und Schäden selbst wieder schließen. Bei Test waren die Resultate bei erstaunlich: selbst ein komplett durchtrenntes Material konnte innerhalb von 24 Stunden diese Trennung wieder komplett heilen.

Bei Businessinsider schreibt man zu den Eigenschaften:

The material, which can stretch to 50 times its original size, is made of a stretchable polymer and an ionic salt. It features a special type of bond called an ion-dipole interaction, which is a force between charged ions and polar molecules. This means that when the material breaks or has a scratch, the ions and molecules attract to each other to heal the material.

Nach Angaben der Forscher könnte dieser Werkstoff nicht nur bei Displays eingesetz werden, sondern beispielsweise auch bei Akkus um Beschädigungen zu vermeiden und die Brandgefahr zu verringern.

Zeitlich gesehen geht man an der University of California davon aus, dass dieses neue Material bis 2020 so weit entwickelt ist, dass es in Smartphones oder auch Tablets eingesetzt werden kann. Ob das so funktionieren wird, hängt aber nicht nur von der Produktionsreife des neuen Werkstoffs ab, sondern auch davon, ob die Hersteller das neue Material in ihren Modellen einsetzen werden. Es könnte daher durchaus auch noch länger dauern, bis Modelle mit selbstheilenden Werkstoffen auf dem Markt kommen.

Erste Ansätze hatte LG dazu bereits mit dem LG Flex auf den Markt gebracht. Das Smartphone* hatte eine Rückseite aus einem Material, die kleine Kratzer ebenfalls von selbst wieder schließen konnte. Ein wirtschaftlicher Erfolg war das Gerät aber trotzdem nicht – mittlerweile setzt LG eher auf andere Geräte. Allerdings ist es natürlich schon ein Unterschied, ob die (eher wenig beachtete) Rückseite von Geräten so ausgestattet ist, oder ob man auf das Display* mit diesen Eigenschaften setzt, denn gerade beim Display* sind Kratzer und Schäden ärgerlich und sehr teuer. Daher könnte ein Display* mit der Fähigkeit zur Selbstreparatur wesentlich besser ankommen als die bisherigen Versuche.

 



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