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Die Fusion von 1&1 und Drillisch – was ändert sich für die Kunden?


Die Übernahme von Drillisch durch 1&1 hat im Mobilfunk-Bereich für einige Bewegung gesorgt und es sieht so aus, als würden diese Pläne weiter voran getrieben. Ziel ist es, den viertgrößten Mobilfunk-Betreiber auf dem deutschen Markt zu schaffen.

„Mit dem Zusammenschluss von 1&1 Telecommunication und Drillisch formen wir einen leistungsfähigen Telekommunikations-Komplettanbieter unter dem Dach von United Internet. 1&1 verfügt über eine starke Marke, einen riesigen Kundenstamm und enorme Vertriebskraft. Drillisch ist ein schnell wachsender Mobilfunkanbieter mit einem attraktiven Produktportfolio. Gemeinsam können wir unseren Kunden künftig die komplette Produktpalette auf Basis heutiger und künftiger Netztechnologien aus einer Hand bieten: Highspeed DSL, mobiles Internet und passende Services“, sagt Ralph Dommermuth, Vorstandsvorsitzender von United Internet.

Was ändert sich für Kunden von Drillisch und 1&1?

Prinzipiell sollte man den Zeithorizont für die Zusammenschluss der beiden Marken beachten. Die rechtliche Klärung und die Verträge zur Übernahme werden wahrscheinlich recht schnell abgwickelt sein. Einige Magazine schreiben als Zeitraum für diese erste Stufe des Zusammenschlusses eventuell schon bis Ende 2017.

Der inhaltliche Zusammenschluss wird aber wahrscheinlich noch einige Zeit länger dauern. Wer derzeit also Kunde bei einem Unternehmen oder eine Marke von Drillisch oder 1&1 ist, hat zumindest in den nächsten Monaten und wohl auch im nächsten Jahr noch relativ wenig zu beachten. In dieser Zeit dürfte sich noch wenig ändern.

Wie es danach weiter geht, ist aber noch nicht sicher. Nimmt man die Erfahrungen aus de Fusion von Eplus und O2*, kann man aber durchaus erwarten, dass die große Markenfülle, die es derzeit bei Drillisch gibt (Smartmobil*, WinSIM, Maxxim, Hellomobil, Simply, DeutschlandSIM usw.) wahrscheinlich zusammen gestrichen wird. Das könnte also bedeuten, dass vor allem Kunden bei den kleineren Marken zukünftig in andere Tarife und Anbieter übernommen werden. Es bleibt zu hoffen, dass solche Übernahmen dann besser laufen werden als die Übernahme beispielsweise von Simyo* durch Blau.de. Insgesamt wird man sich bei einem Zusammenschluss sicher sehr genau anschauen, welche Marken die gleiche Ausrichtung haben und diese dann möglicherweise zusammenschließen.

Sinkende Preise wird es durch die Fusion im Übrigen wohl nicht geben. Sowohl Drillisch als auch 1&1 treten auch jetzt bereits mit sehr knapp kalkulierten Preisen auf und damit bleibt wohl auch nach der Fusion von 1&1 und Drillisch kaum die Möglichkeit, noch größere Preissenkungen durchzusetzen. Allerdings wird man die aggressiven Preise wohl auch nach der Übernahmen behalten – es wird also auch keine Preissteigerungen in diesem Bereich geben.

Technisch gesehen ist die Fusion der beiden Marken auf jeden Fall deutlich einfacher als es beim Zusammenschluss von O2* und Eplus der Fall war. Weder Drillisch noch 1&1 betreiben ein eigenes Netz, so dass die aufwändige Integration von Netzkomponenten weitgehend entfällt. Man muss also in erster Linie die Backend-Prozesse beim Kundenservice und die Kundenverwaltung synchronisieren. Das sollte nicht nur schneller gehen als bei O2*, sondern auch mit weniger Schwierigkeiten verbunden sein.

Neue Tarife und neue Angebote?

Aufgrund der Marktmacht des neuen Anbieters mit den vereinigten Kunden von Drillisch und 1&1 könnte es durchaus möglich sein, dass die Verhandlungsposition gegenüber den großen Netzbetreibern besser wird und man dann eventuell doch bessere Konditionen aushandeln kann. Ob diese dann auch an die Kunden weiter gegeben werden, ist aber noch unsicher.

Insgesamt sollte man sich als Kunde einer Drillisch Markt oder auch bei 1&1 derzeit noch nicht sehr viele Gedanken machen. Innerhalb der Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten werden die Auswirkungen noch nicht wirklich spürbar sein und falls doch gibt es bei größeren Änderungen (Preiserhöhungen, Umstellung auf einen neuen Anbieter) in der Regel ein Sonderkündigungsrecht.



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