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5G Netzausbau – das plant die Bundesregierung um Mobilfunk schneller zu machen


In den nächsten Jahren soll die mobile Datenübertragung mit Handy und Smartphone* noch schneller werden und daher ist geplant, die Mobilfunk-Netze in Deutschland aber auch weltweit ab 2020 mit der nächsten Übertragungsgeneration aufzurüsten. Statt 4G und LTE soll es dann 5G Verbindungen geben, die ohne Probleme Daten mit Gigabit Geschwindigkeiten übertragen können.

Bereits jetzt sind die großen Netzbetreiber dabei, die Technik für den flächendeckenden Einsatz von 5G zu entwickeln und die Bundesregierung möchte diesmal den Trend nicht verschlafen, sondern will bereits im Vorfeld dafür sorgen, das Deutschland im 5G Bereich wettbewerbsfähig bleibt. Dazu hat das Kabinett gestern eine „5G-Strategie für Deutschland“ beschlossen, mit der die Umstellung und der Ausbau auf 5G gefördert werden soll.

Die Strategie sieht dabei wie folgt aus:

  • 5G-Frequenzen bereitstellen: Für alle 5G-relevanten Frequenzbereiche werden bedarfsgerecht Testfrequenzen bereitgestellt. Die anstehenden Vergabeverfahren für bereits zugewiesene Mobilfunkfrequenzen sind auf eine schnellstmögliche 5G-Markteinführung ausgerichtet.
  • 5G-Forschung unterstützen: Der Bund stellt Fördermittel bis zu 80 Millionen Euro für die 5G-Forschung und Entwicklung bereit. Er unterstützt die Koordination der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, um Deutschland eine Führungsposition bei 5G zu sichern.
  • 5G-Kooperationen fördern: Der Bund führt das „Dialogforum 5G“ für die Telekommunikationswirtschaft und die Anwenderindustrien fort. Das wissenschaftlich begleitete Forum organisiert die Vernetzung der Industriepartner – auch im Hinblick auf zukünftige Standards.
  • 5G für Städte und Kommunen initiieren: Der Bund initiiert den Aufbau einer 5G-Stadt in Deutschland. Dieses großflächige Demonstrationsprojekt soll verschiedene 5G-Anwendungen präsentieren. Die 5G-Musterstadt wird vom Bund mit bis zu zwei Millionen Euro gefördert.
  • 5G-Rollout beschleunigen: Bis 2025 sollen alle relevanten Verkehrswege im 5G-Netz funken. Der Aufbau von Mobilfunkzellen in Innenstädten soll weitestgehend unter Einbindung bestehender Trägerstrukturen wie Straßenlampen und Ampeln erfolgen.

Ob diese Punkte ausreichen werden, um 5G in Deutschland schnell voran zu bringen, ist aber noch nicht sicher. Die geplante Förderung von 80 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung in diesem Bereich sehen zwar zuerst gut aus, aber man muss bedenken, dass diese Summe für die nächsten Jahre reichen muss und im Vergleich beispielsweise zum G20 Gipfel in Hamburg (für den 150 Millionen Euro zur Verfügung standen) sieht das doch eher mager aus. Es besteht also zu befürchten, dass diese Summe recht schnell verbraucht sein wird.

Dazu kommt, dass die mobilen 5G Verbindungen ein Problem haben: die Einspeisung dieser Datenmengen ins Internet. Dazu bräuchten man an den jeweiligen Mobilfunk-Masten starke Verbindungen (am besten mit Glasfaser) die diese großen Datenmengen schnell ins kabelgebundene Netz einspeisen können. Das ist aber derzeit nur in Teilen der Fall – neben der Umstellung auf 5G müsste als auch das Backbone-Kabelnetz deutlich ausgebaut werden. Da Deutschland bei den Glasfaseranbindungen noch deutlich hinterher hinkt, könnte diese zumindest in den ersten Jahren mit das größte Problem sein.



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