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iOS 11 und die „Anti-Polizeitaste“


iOS 11 und die „Anti-Polizeitaste“ Beim iOS 11 gibt es ein neues Feature, welches mittlerweile als „Cop-Button“ beziehungsweise „Anti-Polizeitaste“ bekannt ist. Auf der Apple Homepage zum iOS 11 wird diese Funktion jedoch nicht explizit erwähnt. „Cop-Button“ und „Anti-Polizietaste“ widersprechen sich zunächst, dies liegt daran das die Funktion auf zweierlei Weise genutzt werden kann.

Wie funktioniert die „Anti-Polizeitaste“?

Eine spezielle Taste gibt es nicht dafür, man muss lediglich in schneller Folge fünfmal die Einschalttaste betätigen. Anschließend öffnet sich das Notrufmenü. Somit kann man im Notfall schneller Hilfe verständigen. Allerdings wird durch das Aufrufen des Notrufmenüs gleichzeitig die Touch-ID beziehungsweise die bald mit dem iPhone X* eingeführte Gesichtserkennung deaktiviert. In diesem Sinne ist es vielmehr eine „Anti-Polizeitaste“. Somit kann man das iPhone nur noch mit dem entsprechenden Passcode freischalten. Ein potentieller Beschuldigte ist jedoch nicht verpflichtet diesen Code preiszugeben, aufgrund der Selbstbelastungsfreiheit. Dementsprechend muss niemand gegen sich selbst aussagen. Der Apple-PIN* ist normalerweise sechsstellig, allerdings kann man es alternativ auch mit Kennwörter sichern. Wer also befürchtet, sein iPhone könnte in den nächsten Sekunden an einer Grenze kontrolliert oder von der Polizei beschlagnahmt werden, kann mit dem fünfmaligen Drücken der Taste die im Vergleich zur Finger- oder Gesichtserkennung schwerer zu knackende Barriere hochziehen. In Großbritannien können jedoch auch Verdächtige dazu gezwungen werden die Passwörter oder den PIN* herauszugeben.

Warum wurde die „Anti-Polizeitaste“ eingeführt?

Wie oben bereits erwähnt findet sich auf der Apple-Homepage bisher kein Vermerk dieses Features in der Beschreibung des iOS 11. Es ist jedoch zu vermuten, das dies eine Reaktion auf das Attentat in San Bernadino war. Bei dem Angriff am 2. Dezember 2015 wurden 14 Personen getötet und 21 weitere verletzt. Das FBI fand anschließend das Diensthandy eines Attentäters und wollte Apple gerichtlich verpflichten, bei der Entsperrung des Gerätes zu helfen. Apple wehrte sich dagegen und meinte, dass das FBI nicht das Recht habe Apple zu zwingen eine iOS-Variante zu entwickeln, welche die in iOS eingebauten Sicherheitsvorkehrungen umgehe. Zudem verwies Apple-CEO Tim Cook in einem offenen Brief darauf hin, dass eine solche Technologie ein hohes Missbrauchspotential berge. Die Klage des Department of Justice gegen Apple wurde im März 2016 zurückgezogen, nachdem diese selbst den Zugriff auf das iPhone des Attentäters herstellen konnte. Nichtsdestotrotz kann man die Einführung der „Anti-Polizeitaste“ durchaus als Statement von Apple sehen, um den Kunden zu zeigen: Eure Daten sind  bei uns sicher . Die Touch-ID oder Gesichtserkennung lässt sich zudem in den Einstellungen des iPhone deaktivieren, dies dauert jedoch wesentlich länger als mit der „Antipolizei-Taste“.

Die Folgen der „Anti-Polizeitaste“?

Wenn ein Grenzbeamter jedoch feststellt das ein Grenzgänger diese Funktion mit Absicht vorher aktiviert hat, so macht sich die Person womöglich noch verdächtiger?!? Bei politischen Demonstrationen, beim Besuch von Fußballspielen oder anderen Großereignissen besteht durchaus die Gefahr, dass man aufgrund der Masse unschuldig und unabsichtlich in ein „Polizei-Raster“ fällt. Dann ist es schon beruhigend, wenn man vorher seine persönlichen Daten schnell sichern kann. Allerdings würden wohl alle Sicherheitsexperten als auch Apple selbst generell davon abraten, derartige belastende Informationen auf dem iPhone zu speichern. Ein Fazit der „Anti-Polizeitaste“ im Alltagsleben lässt sich somit erst in einigen Monaten ziehen. Neben der „Anti-Polizeitaste“ kann man eine weitere bereits bekannte Sicherheitsfunktion beim iPhone einrichten, diese löscht nach 10 falschen PIN* Eingaben automatische alle Daten auf dem Smartphone*. Dieses Feature kann auf folgende Weise aktiviert werden:

  1. Das „Einstellungen“-Menü öffnen.
  2. Anschließend zu „Touch ID & Code“ navigieren und den entsprechenden Code eingeben.
  3. Danach runter scrollen zu der Option „Daten löschen“, die Funktion lässt sich per Schieberegler (nach rechts) aktivieren.
  4. Es erscheint ein neues Fenster, wo nochmals darauf hingewiesen wird das nach 10 Fehlversuchen alle Daten gelöscht werden, mit den Optionen „Aktivieren“ oder „Abbrechen“.

Weitere Links zum iOS 11




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