OnePlus, OnePlus 5

Update: OnePlus Smartphones verschicken umfangreiche Nutzerdaten (teilweise abschaltbar)

Update: Im Forum von OnePlus gab es den Hinweis, dass diese Funktion zumindest in Teilen abgeschaltet werden kann, wenn man die Funktion zur Teilnahme am Kundenzufriedenheitsprogramm deaktiviert. Damit werden aber trotzdem weiter die Geräteinformationen gesendet.

„Wir übertragen zwei gesicherte Streams mit Analysedaten über HTTPS an einen Server von Amazon. Der erste Stream beinhaltet Nutzungsdaten, die wir sammeln um unsere Software noch präziser an das Verhalten des Nutzers anpassen zu können. Diese Übertragung kann in den Systemeinstellungen unter ‚Erweitert‘ – ‚Nehmen Sie an unserem Kundenzufriedenheitsprogramm teil‘ abgeschaltet werden. Der zweite Stream beinhaltet Geräteinformationen, die wir sammeln um besseren Support zu gewährleisten.“


Smartphones* sammeln viele Daten über die Benutzer und die meisten Verbraucher haben sich mittlerweile daran gewöhnt – auch dass diese Daten teilweise auch verschicken werden. Bei OnePlus scheint diese Überwachung der Benutzer aber besonders umfangreiche Formen angenommen zu haben. Die Geräte sammeln und verschicken und großen Umfang die Daten ihre Nutzer. Aufgefallen war das einem Nutzer, der in den Logs seines Proxy-Servers die URL open.oneplus.net fand. Dorthin wurden von seinem Gerät (einem OnePlus 2) eine ganze Reihe von verschlüsselten Daten verschickt. Als er diese entschlüsselte, fand er sein Nutzungsverhalten protokolliert und an OnePlus verschickt. Unter anderem wird aufgezeichnet und gespeichert:

  • der Zeitstempel
  • die Seriennummer des Gerätes (und damit die individuelle Zuordnung)
  • die Telefonnummer
  • MAC-Adresse
  • IMSI Prefixe
  • Netzwerk-Namen
  • Apps auf dem Gerät, deren Aktivierung und wie lange sie aktiv waren
  • die Nutzeraktionen auf dem Gerät

Insgesamt wird damit ein komplettes Nutzungsprofil für die Geräte angelegt und an OnePlus weiter gegeben. Damit lässt sich sehr gut nachvollziehen, was ein Verbraucher mit seinem OnePlus gemacht hat und wenn OnePlus die Zuordnung von Seriennummer und Name hat (beispielsweise weil man das Gerät bei OnePlus selbst gekauft hat) lassen sich diese Daten auch individualisieren. OnePlus weiß also, was man mit den Geräten gemacht hat.

Der Support war in diesem Fall auch nicht sehr hilfreich und wies lediglich darauf hin, das man (warum auch immer) den Cache der Geräte löschen sollte. An der Datensammlung ändert das aber natürlich nichts. Man kann im Übrigen davon ausgehen, dass dieses Verhalten auch bei anderen Geräten als dem OnePlus 2 auftritt – das Problem scheint direkt im OxygenOS verankert zu sein und betrifft damit wohl alle OnePlus Modelle mit diesem Betriebssystem. Im Blog heißt es dazu:

Reading through the Reddit thread, we learn that the code responsible for this data collection is part of the OnePlus Device Manager and the OnePlus Device Manager Provider, which run the OneplusAnalyticsJobService under the OnePlus System Service. In my case, these services had sent 16MB of data in approximately 10 hours.

Auch diese Werte lesen sich bedenklich: 16MB Datenvolumen in 10 Stunden bedeuten wohl auch eine nicht unerhebliche Belastung für die Flat.

Mittlerweile haben die Nutzer aber die Möglichkeit gefunden, dieses Tracking abzuschalten. Allerdings ist unklar, ob das dann auf Dauer ist. Das Abschalten ist über das USB Debugging möglich:

Das grundlegende Problem ändert das aber nicht: OnePlus sollte diese Daten erst gar nicht erheben und versenden – vor allem nicht, ohne die Nutzer darüber zu informieren und diesen die Möglichkeit zu geben, dem zu widersprechen.




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