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Darknet – Was ist das und wie gelangt man dorthin?


Darknet – Was ist das und wie gelangt man dorthin? Medial ist das Darknet meist sehr negativ konnotiert. In den Fokus geriet das Darknet beispielsweise nach dem Münchener Amoklauf 2016. Der 18-jährige David S. tötete bei seinem Amoklauf neun Menschen und anschließend sich selbst. Die Tatwaffe beschafft sich der Amokläufer über das Darknet. Aber was genau ist das Darknet und tummeln sich da wirklich nur Kriminelle?

Unterschied Darknet und Deep Web

Die Begriffe werden in den Medien oftmals parallel verwendet. Allerdings ist dies nicht korrekt, denn es sind zwei vollkommen verschiedene Begriffe. Das Deep Web ist der Bereich des Internet der für Suchmaschinen nicht auffindbar ist. Dementsprechend existieren diese Seiten für Google und Co nicht. Ein Teil des Deep Webs besteht aus Intranetzen und Firmennetzen von Unternehmen oder Großorganisationen. Darüber hinaus machen Datenbanken beispielsweise von Bibliotheken, Universitäten oder Forschungseinrichtungen einen Großteil des „tiefen Netzes“ aus. Diese Seiten finden sich zwar nicht auf den gängigen Suchmaschinen im Internet, sind jedoch jederzeit abrufbar sobald man die entsprechende Webadresse kennt. Deep-Web-Seiten lassen sich also per normalen Browser aufrufen, Darknet-Seiten nicht.

Beim Darknet, dem „dunklen Netz“, gibt es keine zentralen Server. Stattdessen schließen sich viele einzelne Computer zu eigenen Netzwerken zusammen, das Ziel ist dabei die Anonymität der Nutzer zu ermöglichen. Somit werden die Daten in den Darknets meistens verschlüsselt übertragen, weshalb das Darknet schwer zu überwachen ist. Es wurde bereits erwähnt, dass das Darknet mit einem herkömmlichen Browser nicht zugänglich ist. Der nachfolgende Abschnitt befasst sich mit der Frage: Wie gelangt man ins Darknet?

Wie gelangt man ins Darknet?

Der Weg dorthin ist einfacher, als es der Name „Darknet“ vermuten lässt. Zunächst benötigt man eine „Zugangssoftware“, eine Art Darknet-Browser. Diese läuft im Tor-Netzwerk, somit ist es sinnvoll direkten Kontakt zu eben diesem Netzwerk aufzunehmen. Den Browser kann man kostenlos auf der Tor-Webseite herunterladen. Anschließend kann man den Browser starten. Beim normalen privaten Internetanschlüssen reicht es normalerweise aus einfach auf „Verbinden“ zu klicken. Ansonsten wird mitunter gefragt, ob noch irgendwelche Proxy-Einstellungen vorgenommen werden sollen. Danach kann man mit dem Tor-Browser im Tor-Netzwerk anoym im Internet surfen.

Auf der Tor-Homepage findet sich folgende englische Beschreibung:

What is Tor Browser? The Tor software protects you by bouncing your communications around a distributed network of relays run by volunteers all around the world: it prevents somebody watching your Internet connection from learning what sites you visit, it prevents the sites you visit from learning your physical location, and it lets you access sites which are blocked.

Wer nicht gleich in die Untiefen des Darknet eindringen will, kann den Tor-Browser auch für das anonyme Surfen im „normalen“ Internet nutzen. Dementsprechend ist man nicht automatisch im Darknet, sobald man den Tor-Browser benutzt. Der Zugang zum Darknet ist quasi ein „Nebenprodukt“, doch wie kommt man in beziehungsweise wie erkennt man das Darknet? Dafür ist die Kenntnis spezieller Domains mit der Endung .onion nötig. Diese Websites sind das Darknet. Somit erklärt sich auch der Begriff „Tor“, dies ist ein Akronym aus „The onion routing“ Netzwerk.

Was gibt es im Darknet?

Wie eingangs bereits erwähnt hat das Darknet einen schlechten Ruf, denn es bietet unter anderem die Plattformen für Waffenhandel, Drogenverkauf, Kinderpornografie oder Auftagsmorde. Womöglich handelt es sich bei den Seiten auch um Scams, aber davon sollte man generell die Finger lassen. Das Surfen im Darknet ist zwar nicht illegal, aber die angebotene Waren oftmals schon.

Ansonsten gibt es viel was es im normalen Internet auch gibt: Suchmaschinen, E-Mailprogramme, Chat-Foren oder Onlineshops. Die Navigation ist jedoch schwieriger, weil es eben nicht facebook, twitter oder instagram.com ist, sondern die Webadressen im Darknet aus langen Buchstaben- und Zahlenkombinsation plus die onion-Endung bestehen. Deswegen ist es ratsam zunächst eine „Ausgangsplattform“ anzuklicken, beispielsweise „Hidden Wiki“ (kpvz7ki2v5agwt35.onion) oder Onion-Wiki (wikitjerrta4qgz4.onion). Von dort bekommt man einen ersten Überblick, dennoch gilt es angesichts vieler „windiger“ Seiten wachsam zu sein: keine persönlichen Daten angeben und sicherheitshalber die Webcam abkleben oder deaktivieren. Ein Großteil der Links führt jedoch ins Leere, ist also nicht mehr aktiv.

Auf der „Ausgangsplattform“ kann man sich dennoch zunächst grob orientieren und nach Foren, Shops oder Suchmaschinen recherchieren. Bei den Shops gibt es – siehe den schlechten Ruf des Darknets – einige illegale Dinge zu kaufen. Finger weg davon. Bezahlt wird in den Onlineshops im Darknet größtenteils mit der digitalen Währung Bitcoin. Im Darknet gibt es auch ein eMail-Programm, über TorBox (http://torbod7japusejpn.onion/) kann man kostenfrei ein anonymes Webmail-Konto anlegen. Damit lassen sich jedoch selbstverständlich nur Mails im Darknet an anderen Darknet-Adressen schicken.

Darknet – Alles schlecht?

Dieser Artikel zeigt das der schlechte Ruf des Darknets nicht von ungefähr kommt, selbst bei einem kurzen „Schnupperbesuch“ im Darknet ist man nur wenige Klicks von obskuren und höchst illegalen Angeboten entfernt. Dennoch ist im Darknet nicht alles schlecht. In diktatorischen oder autokratischen Staaten bietet das Darknet mitunter den Oppositionellen die Möglichkeit, die Zensur im Lande zu umgehen und auf auf Misstände hinzuweisen. Darüber hinaus kann man sich dort vernetzen, so nutzte beispielsweise die Revolutionsbewegung in Ägypen 2011 Tor. Das Darknet bietet zudem „sicheren“ Raum für Enthüllungen von Whistleblowern, beispielsweise die von Edward Snowden oder WikiLeaks

Das negative Bild über das Darknet konnte dieser Artikel zwar nicht vollends „wegwischen“, dafür gibt es zu viele illegale Angebote. Eine Verteufelung des Darknets ist jedoch unpassend, siehe die Beispiele des vorherigen Abschnitts. Als Otto Normalverbraucher benötigt man das Darknet wahrscheinlich nicht wirklich. Nichtsdestotrotz ist ein anonmyes surfen im Internet durchaus überlegenswert, angesichts der persönlichen Datenmenge die man sonst im Netz freiwillig oder unfreiwillig hinterlässt. Wem das Surfen im Darknet also zu riskant ist, der kann zumindest den Tor-Browser herunterladen, um damit anonym im“normalen“ Internet zu surfen.

 



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