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Cybercrime mal anders – 600 Hochleistungsrechner gestohlen


Wenn Hacker sich Zugriff auf fremde Rechner verschaffen oder Wallets mit Kryptowährungen ausräumen, ist das mittlerweile nichts Neues mehr. In Island gab es nun aber einen Fall, der Aufsehen erregte, weil er ganz anders aufgebaut war: die Kriminellen hatten es nicht auf Software oder Zugangsdaten abgesehen, sondern entwendeten einfach die Hardware. Insgesamt wurden im Laufe von 2 Monaten etwa 600 Hochleistungs-Rechner gestohlen, die speziell dafür ausgelegt waren, Bitcoins zu minen und so neue Währung zu erzeugen. In Island hat dieses Geschäft einen besonderen Stellenwert, da hier Strom aus Geothermie sehr billig ist und es sich daher besonders lohnt, diese Rechner dauerhaft laufen zu lassen. Der Stromverbrauch für diese Geräte ist extrem hoch – je nach Hardware kostet in Deutschland ein Gerät pro Monat etwa 300 Euro an Strom. In Island liegen die Kosten deutlich darunter und Bitcoin-Mining ist daher dort profitabler.

Die Behörden in Island haben mittlerweile 11 Verdächtige in diesem Fall fest genommen und  damit dürften auch ein Großteil der Rechner wohl wieder aufgetaucht sein. Man hatte den Fall erst jetzt publik gemacht, um die Ermittlungen nicht zu gefährden. Ohnehin wäre ein Betrieb der Miner wohl kaum unauffällig möglich gewesen, das der Stromverbrauch auf jeden Fall aufgefallen wäre.

Solche Vorfälle rund um Bitcoins haben mit dem ernormen Kursanstieg der Kryptowährung deutlich zugenommen. Der Kurs für diese Währung ist in den letzten Jahren um ein Vielfaches gestiegen (und auch der von anderen Kryptowährungen). Damit sind unter anderem auch die Kosten für die Hardware deutlich gestiegen – reine Miner sind oft nur mit langen Wartezeiten zu haben und passende Grafikkarten und Netzteile, die man für die Erzeugung von Kryptowährungen einsetzen kann, sind teilweise bereits wieder ausverkauft. Auf Ebay werden die entsprechenden Geräte zu Mondpreise gehandelt.

Auf diese Weise steigt natürlich auch der Anreiz für Kriminelle, in diesem Bereich aktiv zu werden. Die Angriffe auf Börsen, private Wallets und Minipools haben mit dem Kursansteig ebenfalls deutlich zugenommen und man kann davon ausgehen, dass auch zukünftig die Kryptowährungen im Fokus von Angriffen stehen werden. Wahrscheinlich wird es damit auch immer mehr Angriffe direkt auf die Hardware geben. Der Fall in Siland war natürlich auch aufgrund der Größe spektakulär, man kann aber durchaus damit rechnen, das auch Lager mit Grafikkarten und anderen Teilen früher oder später in den Fokus von Kriminellen geraten. Immerhin bedeuten Miner und schneller Rechner früher oder später Geld – das dazu weitgehend pseudonym sein kann. Der Anreiz für nicht legale Machenschaften ist also in diesem Bereich groß.

Video: Bitcoin – alles nur eine Blase?

 

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