Google will gegen die 4,3 Milliarden Euro Bußgeld vorgehen

Google hat noch gestern mit einem Blogpost auf die Rekordstrafe durch die EU reagiert und führt darin aus, dass man die Begründung der EU zur Marktbeeinflussung durch Google nicht nachvollziehen kann. Nach Ansicht des Unternehmens hätte Android zu mehr Auswahl für den Kunden auf dem Markt geführt und dazu würde die Kommission auch verkennen, das mit Apple und iOS ein weiterer starker Mitbewerber nach wie vor vorhanden ist und es daher durchaus Konkurrenz und einen Markt in diesem Bereich gäbe.

Im Original heißt es dazu:

… Today, the European Commission issued a competition decision against Android, and its business model. The decision ignores the fact that Android phones compete with iOS phones, something that 89 percent of respondents to the Commission’s own market survey confirmed. It also misses just how much choice Android provides to thousands of phone makers and mobile network operators who build and sell Android devices; to millions of app developers around the world who have built their businesses with Android; and billions of consumers who can now afford and use cutting-edge Android smartphones ….

Daher will Google diese Entscheidung nicht akzeptieren und dagegen vorgehen. Welche Schritte das Unternehmen aber genau plant, wurde nicht angegeben.

Die Konkurrenz im Bereich der Suchmaschinen dagegen begrüßt die Entscheidung der EU Kommission weitgehend und man geht natürlich die Hoffnung, dass zukünftig unter Android auch andere Suchmaschinen als Google einfach zum Einsatz kommen können.

„Wir sind sehr zufrieden, dass die Europäische Kommission verstanden hat, wie Google die beherrschende Stellung des Betriebssystems Android nutzt, um den Wettbewerb auf dem Markt der allgemeinen Online-Suche zu behindern. Wir erwarten nun, dass Google die Entscheidung der Kommission vollständig erfüllt, sodass die Nutzer die Suchmaschine und den Browser, frei wählen können, wenn sie ein Mobiltelefon kaufen“, betont Eric Leandri, Präsident und Mitbegründer der europäischen Suchmaschine Qwant.

Hintergrund zur Rekordstrafe für Google

Die EU sieht es als gegeben an, dass Google mit Android gegen wichtige Grundsätze für einen freien Wettbewerb verstößt, weil man mit dem Betirebssystem Konkurrenz im Bereich des Betriebssystems den Zugang erschwert. Insbesonders waren es drei Punkte, die durch die EU Kommission beanstandet wurden. Google hat:

  • von allen Herstellern als Bedingung für eine Lizenzierung des App-Store von Google (Play Store) verlangt, die Anwendung („App“) Google-Suche und die Google-eigene Browser-App (Chrome*) auf ihren Geräten vorzuinstallieren,
  • Zahlungen an bestimmte große Hersteller und Mobilfunknetzbetreiber geleistet, wenn diese ausschließlich die App Google-Suche auf ihren Geräten vorinstallierten, und
  • Hersteller, die Apps von Google auf ihren Geräten vorinstallieren wollten, daran gehindert, auch nur einziges intelligentes Mobilgerät zu verkaufen, das über eine alternative, von Google nicht genehmigte Android-Version – einen sogenannten Android-Fork – betrieben wird.

Bei dem Bußgeld in Höhe von genau 4.342.865.000,00 Euro hat die Kommission unter anderem berücksichtigt, dass Google bereits seit 2011 diese Praktiken anwendet und auch die Einnahmen von Google aus dem Android Bereich berücksichtigt.

Das Unternehmen hat nun 90 Tage Zeit, diese Praktiken einzustellen. Sollte sich das Unternehmen weigern, könnten Zwangsgelder in noch höherem Umfang möglich werden, insgesamt könnten Strafen bis zu 5 Prozent des Umsatzes des Mutterkonzerns ausgesprochen werden. Wie genau eine Änderung bei Android aussehen könnte, steht bisher noch nicht fest.

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