Kühlung Pixabay CC0

Flüssigkühlung bei Handys – ein Weg zu mehr Performance?


Die meisten Handys und Smartphones auf dem Markt setzen bei der Kontrolle der Hitzeentwicklung auf ein passives System. Über Kupferbrücken wird dabei die Wärme des Prozessors an die Außenseite der Modelle abgeführt und so sollen die Geräte in einem nutzbaren Wärmebereich bleiben.

Die Alternative dazu wäre eine Flüssigkühlung, wie man sie beispielsweise auf Fahrzeugen kennt. Dort wird Wärme aktiv abgeführt in dem man die Flüssigkeit pumpt und damit Wäre aktiv verschiebt. Das ist natürlich wesentlich aufwendiger und daher findet man dies bei mobilen Endgeräten nur extrem selten.

Dazu ist die Frage, ob so eine Kühlung überhaupt etwas bringen würde. Immerhin ist nicht klar, ob die Prozessoren schneller arbeiten könnten, wenn man die Hitzeentwicklung besser in den Griff bekommen würde. Derzeit bietet sich eine interessante Gelegenheit um zu vergleichen, welchen Vorteil diese Form der Kühlung hat. Konkret geht es dabei um das Pocophone F1, das Xiaomi* gerade vorgestellt hat. Das Modell hat den gleichen Prozessor wie viele andere Topmodelle (Snapdragon 845) aber setzt auf eine Flüssigkühlung.

Höhere Benchmark Werte mit Flüssigkühlung

Die Werte, die das Pocophone F1 im Antutu Benchmark gezeigt hat, sind dabei recht beeindruckend:

 

Andere Modelle mit dem gleichen Prozessor kommen nicht an dieser Ergebnisse heran. Am besten schneidet dabei noch das OnePlus 6 ab (bei dem man sehr viel Wert auf die Performance-Optimierung gelegt hat). Das OnePlus 6 schafft im gleichen Test Wert um die 265.000 Punkte. Das Galaxy S9* kommt sogar nur auf 248.000 Punkte im gleichen Test. Damit liegt das Pocophone bei Antutu etwa 20.000 Punkte vor vergleichbaren Geräten.

Leider gibt es für das Pocophone F1 noch keinen Eintrag bei Geekbench. Dort wird noch stärker auf die Leistung des Prozessors Wert gelegt und damit könnte das F1 sogar noch besser abschneiden.

Konkret scheint man also mit einer besseren Kühlung in den Smartphones eine Leistungssteigerung von etwa 5 Prozent erreichen zu können im Vergleich zu Modelle mit dem gleichen Prozessor und einer normalen Passiv-Kühlung.

Flüssigkühlung als Alternative

Das Beispiel zeigt, dass die aktuellen Prozessoren wohl tatsächlich mehr Leistung bringen könnten, wenn man die Abwärme in den Griff bekommt. Allerdings scheinen 5 Prozent mehr Leistung dann doch eher zu gering um den Aufwand einer Flüssigkühlung zu rechtfertigen. Das könnte ein Grund dafür sein, warum diese Technik bisher kaum eingesetzt wird (mal ganz abgesehen davon, dass damit ein weiterer Faktor für Defekte und Reparaturen dazu kommt).

Dazu sollte man natürlich im Hinterkopf behalten, dass das Pocophone bisher noch nicht auf dem Markt ist – die bisher gezeigten Werte könnten also auch nur ein Fake sein. Eine Bestätigung (auch bei anderen Benchmarks) steht also bisher noch aus.

Abwärme scheint aber auf jeden Fall ein Problem zu sein, dass die Hersteller beschäftigt. Im neuen Galaxy Note 9 sollen wohl deutlich massivere Kühlbereiche zum Einsatz kommen. Auf diese Weise setzt Samsung* zwar weiterhin auf passive Kühlung, will aber dennoch mehr Abwärme weg schaffen können. Das soll dann die Leistung der Modelle steigern. Welche Werte das Note 9 damit erreichen wird, ist aber noch nicht sicher. Genaueres dazu werden wir wohl heute Abend erfahren, wenn Samsung* das neue Smartphone* offiziell vorstellt und dann sicher auch mehr Details zu den Leistungsdaten bekannt gibt.



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