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Ein kritischer Blick auf die Handyversicherung – lohnt sich das überhaupt?

von Laura

Ein kritischer Blick auf die Handyversicherung – lohnt sich das überhaupt? – Wichtige Gegenstände versichert man gerne. So ist man im Schadensfall abgesichert und braucht sich nicht so viele Gedanken machen. Einige Menschen denken, dass dies vor allem bei neuen Handys sinnvoll ist. Diese sind schließlich häufig teuer, wenn es sich um Produkte teurer Marken handelt und werden viel beansprucht. Wahrscheinlich gibt es kaum einen Menschen, dem das Handy noch nicht aus der Hand gefallen ist. Problematisch bei Handyversicherungen ist jedoch, dass einige Schadensfälle nicht abgedeckt werden und sie dennoch sehr teuer sind. In diesem Artikel geht es daher darum, warum man lieber auf eine Handyversicherung verzichten sollte und was es sonst zu beachten gibt.

Darum sollte man besser keine Handyversicherung abschließen

Besonders problematisch ist bei Handyversicherungen der äußerst hohe Preis. Häufig ist es so, dass die Versicherung auf eine Dauer von zwei Jahren teurer ist als eine Reparatur des Displays oder ähnliches.Der Preis einer Handyversicherung richtet sich nach dem Neuwert des Smartphones. Der Betrag für die Versicherung pro Jahr liegt dann zwischen 10 und 20 Prozent des Neuwerts des Handys. Diesen bezahlt man dann in der Regel zwei Jahre lang, obwohl das Gerät natürlich an Wert verliert. Das ist verhältnismäßig sehr teuer. Nimmt man an, man kauft sich ein Smartphone* im Wert von 750 Euro, was zur Zeit ungefähr eine Samsung* Galaxy S9* entspricht. Dann muss man bei einem Prozentsatz von 15 Prozent pro Jahr zusätzlich 112,5 Euro pro Jahr bezahlen. Liegt die Laufzeit der Versicherung bei zwei Jahren sind das 225 Euro. Die Reparatur eines defekten Displays beim S9 hingegen kostet zum Beispiel auch nicht viel mehr. Hier liegt der Preis bei rund 250 Euro. Sicherlich gibt es auch noch deutlich günstigere Angebote. Die Versicherung muss man jedoch sicherlich zahlen. Die Kosten für die Reparatur fallen nur an, wenn tatsächlich ein Schaden vorliegt.

Zusätzlich werden viele Situationen, durch die ein Handy zu schaden kommt, nicht berücksichtigt und abgedeckt. Dazu zählen zum Beispiel Diebstahl, Liegenlassen oder falsches Bedienen. Was wirklich von der Versicherung übernommen wird, hängt sehr stark von der Versicherung ab. Oft werden Leistungen auch angepriesen und am Ende heißt es, dass die beschriebene Situation doch nicht dadurch abgedeckt wird. Bei vielen Leistungen gibt es also auch Ausschlüsse. 

Wahrscheinlich  schleißen die meisten Menschen eine Handyversicherung ab, aus der Angst das Handy könnte herunterfallen und großen Schaden mit sich tragen. Bei dieser Beschädigung durch Herunterfallen hat die Versicherung jedoch sehr viel Interpretationsspielraum. Häufig steht in den Produktbeschreibungen dann auch nur “Unfall”. Nennt man in der Meldung des Schadens dann, dass ein anderer an diesem Fall beteiligt war, dann kann sich die Versicherung hier schon heraus winden. Finanztip und die Fernsehsendung Akte haben zusammen mit versteckter Kamera überprüft, wie der Kauf einer Handyversicherung und weitere Fälle, die damit zusammen hängen, ablaufen. Finanztip berichtet, dass eine Handyversicherung die Zahlung sogar verweigerte, da ein Fall des Handys aus beschriebener Höhe angeblich nicht für die entstandenen Schäden ausgereicht hätte.

Ein weiterer Punkt der in vielen Versicherungen enthalten ist sind Feuchtigkeitsschäden. Hier kommt es jedoch ebenfalls darauf an, wie und wieso das Wasser in das Handy gelangt ist. Ist das Handy aus Versehen in das Waschbecken gefallen, dann wird die Versicherung wahrscheinlich bezahlen. Ist die Ursache des Schadens jedoch das Wetter, dann wird die Versicherung die Zahlung eventuell verweigern. Witterungseinflüsse werden von vielen Versicherungen nämlich nicht abgedeckt.

Diebstahl ist ebenfalls ein Versicherungspunkt, der häufig zu streit zwischen Versicherung und Kunde führen kann. Hier kommt es nämlich in machen Fällen sehr darauf an, wo sich das Handy zum Zeitpunkt des Diebstahls befunden hat. War der Ort dem Dieb eher leicht zugänglich, dann kann es sein, dass die Versicherung nicht für den Schaden einspringt. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn das Handy in der Seitentasche des Rucksacks oder in einer abgestellten Tasche war. Das gerät sollte also besser wirklich immer im Körper getragen werden wie zum Beispiele einer Innentasche oder der Hosentasche. So ist es für Diebe weniger zugänglich und die Versicherung wird im Ernstfall wahrscheinlicher bezahlen.

Sollte man eine Versicherung abgeschlossen haben, ohne diese wirklich zu wollen, dann kann man diese innerhalb von 14 Tagen widerrufen. Dafür kann man ein Einschreiben oder eine E-Mail schreiben und darin den Widerruf mitteilen. Dazu sollte man außerdem die Versicherungsnummer angeben. Sinnvoll ist es auch, wenn man sich den Erhalt des Widerrufs bestätigen lässt, sodass man nachweisen kann, dass dieser fristgerecht war. Ist der Zeitraum der Widerrufsfrist vorbei, dann muss man wohl oder übel für die Dauer der Mindestvertragslaufzeit zahlen. In einem solchen Fall sollte man wenigstens dann an eine fristgerechte Kündigung denken, sodass sich die Versicherung nicht verlängern kann.

Auf was man bei einer Handyversicherung achten sollte

Wer dennoch eine Handyversicherung abschließen möchte, kann das natürlich gerne tun. Dabei sollte man jedoch auf einiges achten, damit man nicht viel zu viel bezahlt. Als erstes ist es am besten, wenn man die Versicherung nicht direkt beim Kauf abschließt. Meist sind diese Angebote nicht die günstigsten und die Verkäufer versuchen Druck zu erzeugen. Es gibt auch einige Maschen der Handyverkäufer. So wird manchmal ein Komplettpreis genannt, bei dem die Versicherung angeblich schon enthalten ist. So hat man das Gefühl, dass keine zusätzlichen Kosten durch die Versicherung entstehen und man diese nehmen muss. Andere Verkäufer bieten hingegen einen Rabatt auf den Handyvertrag an, wenn man eine Versicherung hinzu bucht. Die Kosten für die Versicherung sind dann jedoch in der Regel teuer als das Ersparnis durch den Rabatt. Man sollte also nicht auf solche Maschen hereinfallen und sich nicht unter Druck setzen lassen. Es lohnt sich also, wenn man sich Zeit lässt und zwischen verschiedenen Angeboten vergleicht. Meist hat man bis zu 30 Tage nach Kauf oder sogar länger Zeit, um eine Versicherung für das Smartphone* abzuschließen.

Zum Vergleichen der Versicherungen kann man Onlineportale nutzen. Hier sollte man zum Beispielsweise herausfinden, ob ein Diebstahlschutz preislich viel Unterschied macht. Außerdem sollte man mit einer Dauer der Versicherung von 24 Monaten planen, da dies auch die Mindestvertragslaufzeit der meisten Tarife ist. Wichtig ist es außerdem einen genauen Blick auf die Versicherungsbedingungen zu haben. So kann man überprüfen, welche Schäden die Versicherung wirklich übernimmt. Man sollte auf keinen Fall eine Versicherung abschließen, bevor man sich nicht genau die Bedingungen angeguckt hat. Nur so kann man entschieden, ob die Versicherung die relevanten Situationen abdeckt.

Man sollte auch darauf achten, dass die Handyversicherung keine Garantieverlängerung enthält. Diese lohnen sich häufig nicht, da der Wert des Handys sowieso sinkt. Ein weiterer relevanter Aspekt ist die Frage, ob die Versicherung den Neuwert oder den Zeitwert bezahlt. Hier gibt es zwischen Versicherungen sehr großen Unterschied, wie viel Geld und was für Leistungen man noch bekommt. Nutzt die Versicherung zum Beispiel den Zeitwert, dann kann es sein, dass man bei einem Gerät, welches ein halbes Jahr alt ist, nur noch 80 Prozent des Kaufpreises erhält. Hier hilft ein Blick in die detaillierte Beschreibung der Versicherungsleistungen.

In manchen Fällen benötigt man aber auch gar keine Versicherung, die nur für das Handy greift. Hat man zum Beispiel eine Hausratsversicherung, die in der Regel alle Gegenstände abdeckt, die man besitzt, dann benötigt man keine Handyversicherung. Das Handy ist dann in einigen Fällen schon mit versichert. So greift die Hausratsversicherung zum Beispiel, wenn in die Wohnung eingebrochen wird und das Handy gestohlen wird. Hier sollte man also überprüfen, ob der Schutz der Hausratsversicherung nicht vielleicht sogar schon ausreicht.

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