Home HerstellerApple iPhone XS und iPhone XR – schlechte Nachrichten zu den Produktionszahlen

iPhone XS und iPhone XR – schlechte Nachrichten zu den Produktionszahlen

von Bastian Ebert

Berichte über geringere Verkaufszahlen bei Apple* gehören zu den Ritualen nach dem Verkaufsstart der neuen Modelle und auch in diesem Jahr ist es nicht anders. Sowohl die iPhone XR Modelle als auch die iPhone XS sollen in den Verkäufen nicht ganz die Erwartungen erfüllt haben und daher soll das Unternehmen die Produktionsziele gesenkt haben – sprich es werden weniger Modelle produziert als man ursprünglich geplant hatte. Entsprechende Berichte gibt es mittlerweile direkt von Foxconn aber auch von anderen Unternehmen in der Lieferkette von Apple*. Bei der Bewertung dieser Berichte sollte man aber immer beachten:

  • Apple* nutzt in der Regel mehrere Zulieferer und die Produktionssenkung bei einem Anbieter muss nicht zwangsläufig heißen, dass auch insgesamt weniger Modelle hergestellt werden. Es kann durchaus auch sein, dass an anderer Stelle mehr produziert wird.
  • Bei der Bewertung ist immer die Basis interessant: wurden nur die Erwartungen von Apple abgesenkt oder liegen die Produktionszahlen tatsächlich unter den Zahlen aus dem Vorjahr. Aus den Berichten der unterschiedlichen Quellen geht dies nicht immer zweifelsfrei hervor und daher ist es schwer, ein direktes Fazit für die gesamte iPhone Produktion zu ziehen.
  • Neben den neuen Modellen werden auch früher Modelle noch produziert und oft gleichen hier zusätzliche Nachfragen die Schwächen der neuen Topmodelle aus. Das liegt vor allem am Preis: mit Geräten aus dem Vorjahr bekommt man oft die Technik deutlich billiger.

Es ist daher aus den aktuellen Zahlen aus der Produktions- und Zulieferkette von Apple nicht so einfach möglich, direkt ein Statement zu den Verkaufszahlen zu generieren. In diesem Jahr gibt es aber gleich von mehreren Quellen und von mehreren Firmen die Hinweise, dass die Produktion gedrosselt werden mußte. Daher scheint es durchaus ernster zu sein als vielleicht in den Vorjahren und es bleibt abzuwarten, wie sich dies auf die Unternehmenszahlen und den Umsatz von Apple im Weihnachtsquartal und im ersten Quartal 2019 auswirken wird.

Verkaufszahlen werden nicht mehr veröffentlicht

Apple reagiert ab diesem Quartal auf die eher verhaltenen Verkaufszahlen und will zukünftig die konkreten Zahlen zu den Verkäufen der Modelle nicht mehr kommunizieren. Stattdessen sollen wohl nur die Umsätze veröffentlicht werden.

Die Handelszeitung schreibt dazu:

Apple hat die Börse mit seiner Umsatzprognose für das wichtige Weihnachtsgeschäft enttäuscht – und wird künftig keine Absatzzahlen mehr zu seinen Geräten veröffentlichen. Die Zahl binnen drei Monaten verkaufter iPhones, iPads und Mac-Computer sei kein guter Gradmesser für den Erfolg des Apple-Geschäfts, begründete Finanzchef Luca Maestri den Schritt. Konzernchef Tim Cook griff zu einem Alltagsbeispiel: An der Laden-Kasse werde man auch nicht gefragt, wie viele Artikel im Einkaufswagen liegen.

Dieses Transparenz-Embargo betrifft dabei nicht nur die iPhone Modelle. Auch beim Mac und dem iPad wurden bisher die konkreten Verkaufszahlen veröffentlicht. Auch dies wird wohl zukünftig wegfallen. Diese Änderungen sollen dabei bereits für das laufende Quartal gelten. Damit könnten die aktuellen Zahlen die letzten offiziellen Verkaufszahlen sein, die Apple zu den eigenen Modellen veröffentlicht. Ab dem Weihnachtsquartal 2018 gibt es dann nur noch die Umsätze.

Prinzipiell ist der Schritt des Unternehmens nachvollziehbar. Der Smartphone*-Markt stagniert beispielsweise weltweit und die Zuwächse bei den Gesamt-Verkäufen über alle Hersteller sind marginal, teilweise ist der Gesamtmarkt sogar rückläufig. Davon ist natürlich auch Apple betroffen und kann daher aufgrund des Gesamtmarktes gar keine hohen Wachstumszahlen beispielsweise bei den iPhone Verkäufen erreichen. Daher ist es durchaus sinnvoll, sich auf bestehende Kunden zu konzentrieren und mit diesen mehr Geld zu verdienen. Allerdings ist dies natürlich auch ein Rückschritt in Sachen Transparenz. Apple war bisher einer der Hersteller, der in solchen Sachen deutlich offener gearbeitet hat als die Konkurrenz. Das Unternehmen ist damit auch bisher sehr gut gefahren, man kann nicht sagen, dass die Zahlen oder deren Veröffentlichung Apple geschadet hätte. Daher ist es sehr bedauerlich, dass Apple diese Form der Transparenz zurück fährt und auf die Linie der anderen Hersteller einschwenkt. Zukünftig muss man sich als noch mehr auf die Zahlen von Analysten und den Produktionsstätten verlassen, wenn es darum geht, den Erfolg der iPhone Modelle einzuschätzen.

 

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