Home HerstellerApple Nach iPhone Gewinnwarnung: Anwaltskanzlei prüft möglich Klage gegen Apple

Nach iPhone Gewinnwarnung: Anwaltskanzlei prüft möglich Klage gegen Apple

von Bastian Ebert

Das neue Jahr startet nicht gut für Apple*. Qualcomm hat das Verkaufsverbot für ältere iPhone Modelle in Deutschland in Kraft gesetzt und Tim Cook mußte gleich zum Jahreswechsel eine Gewinnwarnung herausgeben, weil sich die iPhone Verkäufe bei Apple* nicht so gut entwickelt haben, wie man es eigentlich erwartet hatte.

Nun sorgt diese Gewinnwarnung für weiteren Ärger, denn eine Anwaltskanzlei hat angekündigt, prüfen zu wollen, ob Apple* eventuell die Anleger und Aktionäre falsch informiert hat. Konkret heißt es in der Pressemitteilung der Kanzlei:

On January 2, 2019, during aftermarket hours, Apple disclosed that its revenue for the first fiscal quarter of 2019 would be over 7% lower than it previously expected due to “[l]ower than anticipated iPhone revenue, primarily in Greater China, [which] accounts for all of [Apple’s] revenue shortfall to [its] guidance and for much more than [its] entire year-over-year revenue decline.” However, on November 1, 2018 during Apple’s fourth quarter 2018 conference call, CEO Tim Cook stated that “[o]ur business in China was very strong last quarter. We grew 16%, which we’re very happy with. iPhone in particular was very strong, very strong double-digit growth there.”

Bisher war das Unternehmen für das Weihnachtsquartal (von Oktober bis Dezember 2018) von einem Umsatz zwischen 89 bis 93 Milliarden US Dollar ausgegangen. Diese Prognose konnte allerdings nicht bestätigt werden – in den neuen Zahlen geht Apple stattdessen davon aus, dass der Umsatz in diesen drei Monaten lediglich bei 84 Milliarden US Dollar liegen wird – also etwa 1 Milliarde bis 9 Milliarden Euro unter den Erwartungen aus dem November.

Einen Großteil der Probleme stammen dabei unter anderem vom chinesischen Markt. Vor allem das iPhone hat dort einen schweren Stand und die neuen Modelle hätten wohl eher weniger Kunden von einem Wechsel überzeugt. Dazu würden wohl die Mobilfunk-Unternehmen dazu übergehen, die iPhone Modelle weniger zu subventionieren und damit ist ein Wechseln natürlich auch nicht mehr so attraktiv. Andere Apple Geräte hätten in China dagegen besser funktioniert – lediglich und vor allem beim iPhone gibt es diese Schwierigkeiten.

Die Börsen hatten auf diese Gewinnwarnung sehr deutlich reagiert und der Kurs von Apple war innerhalb von wenigen Tagen von knapp 140 Dollar auf unter 130 Dollar gefallen und konnte sich bisher auch nicht wieder auf das alte Niveau erholen. Auf diese Weise wurden mehrere Milliarden Dollar Börsenwert vernichtet und man kann davon ausgehen, dass davon eine ganze Reihe von Investoren und Aktionären betroffen sind. Bei Bernstein Liebhard LLP prüft man daher nun, ob Apple die Anleger unter Umständen falsch informiert hat oder eher auf die Probleme in China hätte hinweisen müssen. Möglicherweise schließt sich dieser Prüfung dann eine weitere Klage gegen Apple an, denen sich dann betroffene Aktionäre anschließen können um eventuelle Kursverluste von Apple ersetzt zu bekommen. Allerdings ist natürlich bisher offen ob es überhaupt eine Klage in dieser Form geben wird und selbst wenn wäre diese Klage natürlich noch nicht automatisch erfolgreich, sondern müßte ein Gericht überzeugen und auch hier gibt es durchaus Punkte, die gegen eine Verurteilung von Apple sprechen. Unabhängig davon wächst derzeit der Druck auf Apple von sehr vielen unterschiedlichen Seiten und es bleibt abzuwarten, ob das Unternehmen im Laufe des Jahres 2019 wieder in ein ruhigeres Fahrwasser kommen kann.

Diesen Artikel kommentieren