Wish-Nutzungsbedingungen

Doch so einfach ist es nicht, denn wer Wish nutzen will, muss zunächst folgende Voraussetzungen erfüllen:

  1. will man ein Produkt bestellen, muss man beim Kauf entweder eine Sofortüberweisung oder die Dienste von schwedischem Online-Payment-Anbieter Klarna nutzen, PayPal ist also bei Wish nicht zugelassen
  2. um Wish nutzen zu können, muss man sich auf der Seite anmelden. Die Angebote können also nicht einfach angeschaut werden, wie es zum Beispiel bei Amazon der Fall ist
  3. wer sich nicht auf der Seite anmelden will, kann das über Facebook, Google und eine E-Mail Adresse machen. Facebook ist natürlich aus dem Grund zugelassen, da man mit dessen Hilfe bestimmte Produkte liken, verlinken und mit Freunde teilen kann oder, um es anders zu formulieren, um die Werbung des Verkäufers bei dem Netzwerk zu erhalten

Die Anmeldung auf der Seite ist auch mit dem Faktor verbunden, dass Wish Angaben zufolge über einen Algorithmus verfügt, der nach längerer Nutzung des Klientel passende Angebote und Werbung machen. In diesem Fall müssen sich die Leser keine Sorgen machen, denn dasselbe wird auch von anderen Online-Shops gemacht.

Ist Wish Ernst zu nehmen?

Für viele Internet Nutzer scheint Wish die perfekte Alternative für Großhändler wie Amazon und ebay zu sein, doch in meisten Fällen handelt es sich nicht alleine um den günstigen Preis, denn hinter diesem ist in der Regel etwas verbirgt. Die Sachen, die dem unerfahrenen Käufer nicht auffallen, häufen sich jedoch zu einer Liste der Nutzerbeschwerden. So weist die Verbraucherzentrale Nordrhein Westfalen darauf hin, dass man bei bestimmten Angeboten und Diensten besonders aufmerksam sein sollte. Die meisten Beschwerden fokussieren sich auf die mangelhafte Qualität der Waren, doch die Liste geht an dieser Stelle noch weiter. Worauf sollte man also genau achten?

  • komplizierter Bestellungsprozess: wer bei Wish bestellt muss unter anderem damit rechnen, dass der Kaufprozess, aufgrund von Stationierung des Anbieters schwer nachvollziehbar ist. Will man also die erhaltene Ware zurücksenden oder Geld zurückerhalten, kann es zu einem unlösbarem Problem werden
  • zusätzliche Produktkosten: ebenfalls mit dem Bestellungsprozess im Zusammenhang stehend ist die Tatsache, dass auf bestimmte Produkte zusätzliche Zollkosten entstehen können. Darüber hinaus, soll man eine markengefälschte Ware bestellt haben, kann diese von der Grenzkontrolle beschlagnahmt werden, sodass die bestellte Ware überhaupt nicht ankommen wird. Das Portal nutzt zudem eine Verkaufsmethode, die sich nicht nur unter verdächtigen, sondern auch bei vertrauten Anbietern bewährt hat: besucht man die offizielle Seite von Wish, werden dem Nutzer sofort die Artikel auffallen, bei welchen der „ursprüngliche“ Preis für einen Herrenmantel in Höhe von 182 Euro durchgestrichen und stattdessen ein neuer Betrag und zwar 23 Euro festgesetzt ist. Viele Nutzer lassen dabei die Vorsicht außen vor und wollen so schnell wie möglich von dem reduzierten Angebot profitieren
  • lange Lieferzeiten: dieser Punkt spricht für sich selbst. Eine Bestellung aus China dauert in der Regel mehrere Wochen, sodass man mit sehr langen Lieferzeiten rechnen muss
  • Warenzustand: die Tatsache, dass bestimmte Produkte für einen billigen Preis verkauft werden, deutet daraufhin, dass die Produktion dieser ebenso billig war, was sich für viele Nutzer darin zeigt, dass die angekommene Ware nicht den Erwartungen entspricht. Das betrifft auch technische Waren, bei welchen die Bauteile entweder defekt oder unvollständig eingebaut werden können, was dazu führt, dass das bestellte Produkt nicht einwandfrei funktioniert
  • Probleme bei Kontaktaufnahme: wie es schon mehrmals erwähnt wurde, befindet sich der Wish-Händler in China. Aus diesem Grund ist es sehr schwer Hilfe von dem Kundendienst zu erhalten, wenn man vor allem den Vermittler nur über ein Online-Formular ansprechen kann. Eine Hotline gibt es bei Wish nämlich nicht

Folgekosten bei der Wish-App

Ein weiterer wichtiger Punkt, der die Anwendung des Online-Shops betrifft und nicht vergessen werden darf, betrifft die Folgekosten von Wish. Mit einer für viele Internethändler beliebten Trick, sieht man den vollständigen Preis der bestellten Ware erst kurz vor der Kaufbestätigung. Das hängt damit zusammen, dass die Kosten der Ware separat von der Bestellung angerechnet werden, sodass der Kunde bis zum „letzten Augenblick“ den falschen Preis vor Augen hat. Hinzu kommt aber noch ein weiterer Faktor, den man leicht vergessen kann. Bestellt man die Artikel von unterschiedlichen Shops und legt sie in den digitalen Warenkorb, werden die Versandkosten, auch diesmal erst kurz vor der Bestellung zu sehen, schnell ansteigen, da jeder Händler verschiedene Versandpreise zusätzlich anrechnet. Dazu kommen auch noch die eventuellen Zollgebühren, die bei einer Bestellung aus dem Ausland entstehen. Der Preis, den man dafür zahlen muss, kann bis zu 20% des Artikelpreises hoch sein, wobei, einigen Berichten zufolge, ein zusätzlicher Preis zwischen 25 Euro und 150 Euro entstehen kann. Einige Nutzer berichten sogar von Ausnahmefällen, bei welchen sie die bestellte Ware persönlich beim Zoll abholen müssten, doch in der Regel kommt es nicht dazu.

Wish-App vs. Datenschutz?

Bei der umfangreichen Liste der zahlreichen Probleme werden sich viele Leser sicherlich die Frage stellen, wie sich nun das Portal zu dem Datenschutz verhält. Um die Antwort kurz und prägnant zu halten – nicht gut. Das betrifft vor allem die Anwendung des Händlers. Bei dieser muss man damit rechnen, dass jegliche persönliche Daten auf dem Gerät von der App gesammelt werden. Darüber hinaus verfolgt das Programm das „Internetleben“ des Nutzers, was soviel heißt, dass man allerlei Werbung auf den Seiten bekommen wird, bei denen man nicht damit gerechnet hat. Jedoch geht die Liste auch in diesem Fall weiter, denn die App erhält Zugriff auf folgende Dienste des Nutzers, der die App heruntergeladen, installiert und sich angemeldet hat:

  • Zugriff auf alle Personalkontakte des Nutzers
  • Zugriff auf alle Netzwerke und Netzwerkverbindungen des Gerätes
  • Berechtigung, USB-Speicherinhalte zu lesen, diese zu ändern oder sogar zu löschen
  • Berechtigung, Bilder und Videos mit dem Gerät aufzunehmen

Vor allem der letzte Punkt sollte für viele schon ein Warnzeichen sein, denn für eine gewöhnlich Shopping-App ist das zu viel. Ähnlich wie bei der Anmeldung auf der Internetseite mit Facebook oder einem anderen Netzwerk, verfolgt Wish auch hier ihr Ziel, das Leben des Nutzers mit Shopping-Vorschlägen zu vervollständigen. An dieser Stelle sollen die Leser erneut davor gewarnt werden, sich bei der App oder auf der Seite von Wish mit dem beliebten Netzwerkaccount einzuloggen, denn in diesem Fall, wird die App einen tatsächlich „verfolgen“.  Ohne einer Anmeldung kann man mit der App nämlich nichts machen. Was die anderen Daten betrifft, die von dem Unternehmen gesammelt werden, wie zum Beispiel die USB-Speicherinhalte, so kann man nicht mit Sicherheit sagen, wozu Wish diese braucht. Vermutlich handelt es sich aber um etwas Dubioses.

Erfahrungen mit der Wish-App

Für viele wird es sicherlich als eine Überraschung erscheinen, jedoch gibt es auch positive Erfahrungen mit dem Online Dienst von Wish. Wenn man länger im Internet nachguckt, wird man Berichte finden, die von einem erfolgreichen Bestellungsvorgang und Erhalt der Ware berichten, die sie mit der Wish-App gemacht haben. Hierbei sollte man aber darauf achten, dass mit der Bestellung viele Probleme verbunden sind, die im oberen Bereich des Berichtes angeführt wurden. In der Regel findet man folgende Erfahrungsbeiträgen zu Wish:

„Im August 2018 wurde Ware bestellt und bezahlt. Bis heute, Januar 2019 wurde die Ware nicht geliefert, auf unmengen von Nachfragen nicht reagiert und auch das bereits bezahlte Geld nicht zurückbezahlt. Diese Plattform ist BETRUG. WISH IST NICHT ZU EMPFEHLEN!!!
KAUFT NICHT BEI WISH, IHR WERDET BETROGEN!!!“

Auch wird das Problem der Kontaktaufnahme und Geldrückgabe im Folgenden angesprochen:

„Ich habe im Oktober ei Wish Ware für 135 € bestellt. Bis heute sind 3 Artikel im Wert von 30 € geliefert worden. Es fehlen Artikel in Wert von 105 € !!! Laut Wish ich habe kein Recht auf Geldrügabe, die Frist wäre abgelaufen. Ich habe seit Dezember 2018 so viele E-Mails geschrieben und bis heute habe ich keine plausible Antwort bekommen. Sie schicken automatische E-Mail die niemanden helfen. Ich habe Ware bestellt und bezahlt und bis heute hat Wish das Geld kassiert und die Ware nicht geliefert Ich nenne das Betrug und Abzocke“

Will man sich über weitere Kundenerfahrungen informieren kann man das auf der Trustpilot Seite machen.

Worauf man bei dubiosen Online-Shops achten sollte

Damit die Leser nicht nur vor solchen Anbietern wie Wish, sondern vor ähnlichen verdächtigen Online-Händler geschützt bleiben, müssen sie auf bestimmte Faktoren achten, die es erlauben, eine vertrauenswürdige Seite von dem Gegenteil zu unterscheiden. Diese sehen wie folgt aus:

  • auf Kundenbewertung achten: die Sternchen, die dafür sorgen, dass die Kunden einem bestimmten Dienst die entsprechende Bewertung abgeben können, sollen für zukünftige Besucher als Warnzeichen gelten. Ist die Bewertung nicht allzu gut, muss man den Produkt-Anbieter eingehend betrachten
  • Zahlungsmethoden: bei vertrauenswürdigen Webseiten gibt es in der Regel eine ausgiebige Auswahl an Zahlungsmöglichkeiten. Sieht man aber nur eine Überweisungsmethode, die dabei im Ausland fungiert oder in solches gefördert wird, sollte man es sich zweimal überlegen, bevor man die entsprechende Ware bestellt
  • auf Gütesiegel und Auszeichnungen achten: hat sich eine Seite nicht nur im Auge der Kunden gut bewährt, sondern wurde von anerkannten Qualitätszeichen versehen, spricht es des Öfteren dafür, dass man der Marke vertrauen kann. Jedoch kann es in Deutschland, aufgrund von fehlender Regulierung dazu kommen, dass ein Gütesiegel von dem Unternehmen selbst bereitgestellt und verliehen wird. In diesem Fall sollten die Nutzer das Qualitätszeichen auf der Seite „Siegelklarheit.de“ oder im Netz überprüfen