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5G Frequenzen – die ewige Auktion

von Bastian Ebert

Die Bundesnetzagentur hat über Pfingsten die Bieterrunden für die neuen 5G Frequenzen ausgesetzt und wird erst am 11. Juni mit einer neuen Runde weiter machen. Damit dürfte die Zahl der Bieterrunden auf über 490 steigen. Ursprünglich hatte die Agentur erwartet, dass nach weniger als 200 Runden die Frequenzen vergeben werden. Die Auktion für den 5G Bereich sollte damit an sich schon längst beendet sein und die erfolgreichen Bieter hätten schon längst damit beginnen können, den Netzausbau des neuen 5G Netzes für Deutschland vorzubereiten.

Derzeit sieht es aber noch nicht nach einem Ende aus. Die Gebote für alle Netzbereiche liegen aktuell bei 6,37 Milliarden Euro und die Bundesregierung dürfte mit diesem Ergebnis bereits höchst zufrieden sein. Aber noch ist nicht Schluss, denn es wird weiter geboten – allerdings nur noch marginal. So stiegen die Gebote in den letzten Runden nur noch um 10 bis 15 Millionen Euro pro Runde. In der Regel wurde nur auf einen Frequenzblock geboten. Vor allem im Bereich der 2 GHz Frequenzen scheinen die Anbieter derzeit mit der Verteilung zufrieden zu sein. Neue Gebote kommen vor allem im 3,6 GHz Bereich. Dort liegen die Preise noch etwas unter denen im 2 GHz Segment und daher scheint es bei diesen Bändern noch Spielräume und Begehrlichkeiten zu geben. 1&1 United Internet bietet ab und an für einen Block und sichert sich diesen und dann bietet ein anderer Anbieter auf diesen Block zurück. Das sind keine großen Bewegungen, aber sie verhindern, dass die Auktion endet. Es hat den Anschein, als hätte die Netzbetreiber und Bieten auch kein größeres Problem damit, dass die Auktion länger dauert – man konnte die Bedingungen der Vergabe nicht verhindern, aber hat so die Möglichkeit, eventuell die Vergabe durch die länge angreifbar zu machen.

Die Bundesnetzagentur scheint für diesen Fall in der Vergabe auch keine Handhabe eingebaut zu haben. Es gibt zwar gewisse Mindestgebote, aber so lange diese eingehalten werden und noch vergleichsweise günstig sind, scheinen die Bieter ewig so weiter machen zu können. Für Deutschland ist das keine wirklich gute Situation, denn ohne die Frequenzvergabe kann kein Netzaufbau starten und damit sieht es schlecht aus, Deutschland als 5G Leitmarkt international zu positionieren. In anderen Ländern sind 5G Bereiche mittlerweile schon im Einsatz – es wäre also höchste zeit, dass auch Deutschland hier einen Anfang findet.

 

 

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