Video-Streaming – die Nutzung steigt immer weiter

Die Videonutzung in Deutschland aber auch weltweit kennt seit Jahren nur eine Richtung: Nach oben. Sowohl die Aufrufe bei den Portalen steigen als auch die Nutzungszeiten – die Verbraucher schauen also immer länger Videos online.

Stand erstes Halbjahr 2019 erreichte beispielsweise das Video von Luis Fonsi (eine Cover-Version von Despacito) immerhin satte 6,3 Milliarden Aufrufe (kein Schreibfehler!). Auch andere Künstler schaffen auf YouTube die Marke von mehreren Milliarden Aufrufen und das macht deutlich, wie wichtig die Videoplattform und allgemein Videos mittlerweile bei den Nutzern sind.

Im Jahr 2018 gab immerhin jeder zweite deutsche Nutzer an, zumindest selten Videoportale zu nutzen und dabei dürfte zum großen Teil YouTube gemeint sein. Man kann davon ausgehen, dass 2019 dieser Anteil weiter angestiegen ist. Mittlerweile gehen Online-Videos aber weit über reine Musik hinaus – man findet dort mittlerweile klassische Reportagen, Anleitungen, Fashion- und Styling-Tipps oder immer stärker nachgefragte Erklärvideos.

Statistik: Anteil der Befragten, die zumindest selten Videoportale im Internet nutzen in Deutschland in den Jahren 2011 bis 2018 | Statista
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Befeuert hat diese Entwicklung unter anderem der mobile Konsum. Moderne Handys und Smartphones sind immer mehr darauf ausgerichtet, Videos auch unterwegs bequem zu schauen (man bedenke die vielen Display mit 18:9 Format) und das Datenvolumen bei den Flatrates und Tarifen wird immer billiger. Vor einigen Jahren gab es Allnetflat beispielsweise mit 250 MB oder 500 MB und damit war das monatliche Datenvolumen doch recht knapp bemessen. Im schlechtesten Fall konnte man ein oder zwei Videos schauen und dann war die Verbindung gedrosselt und eine weitere Nutzung kaum möglich. Mittlerweile sind 2 bis 3 GB monatlichen Datenvolumen fast Standard und es gibt immer mehr Tarife die auch 10 GB im Monat oder sogar mehr bieten. Auf diese Weise kann man auch mobile auf dem Smartphone ohne größere Probleme auf Videos und Streams zugreifen ohne schnell gedrosselt zu werden, was natürlich in der Nutzungsdauer und den Zugriffen niederschlägt. Der Trend zu immer günstiger und größer werdendem Datenvolumen scheint dabei auch 2019 und in den nächsten Jahren anzuhalten. Das dürfte die Entwicklung bei der Videonutzung wahrscheinlich noch weiter befeuern.

Videos werden mittlerweile professionell produziert und angeboten

Auf diese Entwicklung haben mittlerweile auch die Unternehmen in vielfacher Form reagiert, denn der Trend zu Videos und Streaming ist nicht neu, sondern setzt sich bereits seit einigen Jahren so fort. Dabei geht es nicht nur um Media-Unternehmen, die in diesem Bereich Geld verdienen und Stars aufbauen, sondern auch um herkömmliche Unternehmen, die ihr Unternehmenskommunikation mit Videos anreichern.

Viele Unternehmen setzen daher mittlerweile auch auf Videos und haben beispielsweise ihre eigenen FAQ-Bereiche mit passenden Videos ergänzt oder teilweise auch ersetzt. Wer also Fragen zu einem Produkt hat, findet mittlerweile ein passendes Video dazu.

Apple beispielsweise setzt sehr intensiv auf diesen Ansatz und hat viele FAQ Bereiche zu großen Teilen mit Videos aufbereitet. Das Unternehmen hat dazu auf YouTube einen eigenen Kanal eingerichtet und bietet dort Hilfestellungen per Video zu allen Apple Produkten an. Die Zugriffszahlen sprechen dabei für sich – viele Videos liegen im Bereich von mehrere hunderttausend Aufrufen.

Auf der anderen Seite gibt es professionelle Anbieter für Video Content, bei denen Unternehmen passende Video-Arbeiten in Auftrag geben können. Auf diese Weise können auch Unternehmen ohne eigenen Video-Knowhow von diesem Trend profitieren.

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TV Streaming löst Fernsehen ab

Eine andere Entwicklung in diesem Bereich betrifft das klassische Fernsehen. Dieses wird in vielen Haushalten inzwischen durch Dienste wie Netflix oder Amazon Prime Video ergänzt und hat bei einigen Verbrauchern sogar bereits das normale TV-Programm abgelöst. Auch hier sind die Zugriffszahlen mittlerweile extrem gestiegen, das gleiche gilt für die Nutzungszeiten. Allerdings ist es bei den Streaming Portalen nicht ganz so einfach die Erfolge zu ermitteln, denn während bei YouTube die Zugriffe direkt am Video stehen, ist das bei Netflix und Co. kaum zu finden. Dennoch gibt es Auswertungen zur Reichweite der TV-Streaming Portale, auch wenn man dabei in der Regel auf Analysen von Drittanbietern zurückgreifen muss.

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Mittlerweile gibt es für viele Nutzer kaum noch Unterschiede zwischen Streaming und normalen TV, denn oft wird eine TV Zentrale wie das 1&1 Center oder die MagentaTV App genutzt, auf der Sender und Streaming gleichberechtigt nebeneinander stehen und einfach mit der gleichen Fernbedienung angewählt werden können. Die technischen Unterschiede spielen dann also gar keine Rolle mehr. Dazu wird auch herkömmliches TV und die bekannten Sender oft bereits per Internet übertragen, so dass die Kunden gar keine Antennen oder Satellitenschüssel mehr brauchen. In dem Fall macht es keinen wirklichen Unterschied, ob eine Sendung linear per TV oder auf Abruf per Streaming bereits gestellt wird – für den Kunden ist es nur ein Klick.

Den nächsten Push in dieser Richtung könnten die neuen 5G Netze geben. Telekom und Vodafone haben mittlerweile entsprechende Tarife veröffentlicht und teilweise gibt dann nicht nur mehr Speed, sondern sogar unbegrenztes Datenvolumen, so dass Videos zukünftig noch hochauflösender konsumiert werden können. Man kann davon ausgehen, dass Videos und Streaming auch künftig eine große Rolle spielen werden.

 

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