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Kostenfallen beim Handyvertrag und wie sich Verbraucher schützen können

von Tobias

Bei Handyverträgen sorgen diverse Fallstricke für Frust. Viele Kunden lassen sich von Lockangeboten blenden und ärgern sich später beispielsweise über überdurchschnittlich lange Laufzeiten, Beschränkungen beim Datenvolumen oder versteckte Kosten in Form von verschleierten Einmalzahlungen. Nachfolgend typische Fehler bei der Auswahl eines Handyvertrags und wie Verbraucher diese vermeiden.

  1. Vorsicht Prämien: Konditionen kritisch kontrollieren!

Viele Anbieter setzen gezielt Prämien ein, um möglichst viele Neukunden für sich zu gewinnen. Neben Sachprämien wie Apple* Watch, Fernseher oder E-Scooter kommen Bargeldauszahlungen und Gutscheine für Einkäufe in ausgewählten Fachmärkten zum Einsatz. Was viele Verbraucher übersehen, sind die teilweise raffiniert versteckten Kosten. Generell muss klar sein, dass Prämien nie gänzlich kostenlos sind. Stattdessen sind die Extras an Verträge gekoppelt, die den Wert der Prämie zumindest in gewisser Höhe kompensieren. Laufzeiten von 24 Monaten bei monatlicher Grundgebühr sind gängig. Sinnvoll ist ein solches Angebot nur dann, wenn sowieso ein Vertragswechsel oder die Anschaffung eines neuen Smartphones in Erwägung gezogen wird. Passen die Tarifkonditionen mit den persönlichen Ansprüchen überein, spricht nichts dagegen derartige Angebote in Anspruch zu nehmen. Vorausgesetzt es handelt sich um seriöse Vertragspartner. Wird ein Handyvertrag mit Prämie favorisiert, kann sich der Blick auf den Angebotsvergleich eines Onlinemagazins über Handybundles lohnen. Darin werden die Besonderheiten der verschiedenen Angebote und wichtige Vertragsbestandteile thematisiert. Wie die Beispiele verdeutlichen, werden auch für Komplettpakete inklusiv Vertrag und Handy attraktive Prämien präsentiert.

  1. Auch Handys gibt es nicht kostenlos!

Bei der Suche nach geeigneten Tarifen mit Smartphone* lassen sich Verbraucher schnell täuschen. Eines steht jedoch fest: Auch moderne Handys gibt es nicht umsonst. Ob ein monatlicher Aufschlag die Rechnung erhöht oder eine Einmalzahlung fällig wird, ist anbieter- und tarifabhängig. Um dennoch möglichst preiswert fündig zu werden, lohnt es sich zunächst den Preis für das Wunschhandy online zu recherchieren. Anschließend sollten kostenlose Tarifrechner herangezogen werden, um passende Angebote zu fairen Preisen zu finden. Durch Addieren der allgemeinen monatlichen Gebühren über die gesamte Vertragslaufzeit sowie die Anschaffungskosten für das Mobilgerät lässt sich die effektive monatliche Grundgebühr kalkulieren und anschließend attraktiven Komplettangeboten gegenüberstellen. Anhand der rechnerischen Ergebnisse steht schnell fest, ob ein Bundle tatsächlich die billigere Lösung ist.

  1. Kündigungsfrist verpasst: Achtung Vertragslaufzeit!

Wird ein Handyvertrag nicht regelmäßig geprüft, verlängert er sich womöglich ungewollt um ein weiteres Jahr. Je nach Gebühren kann das teuer werden. Vielleicht gibt es am Markt längst deutlich günstigere Tarife, wovon sich mit einer pünktlichen Kündigung des Altvertrags profitieren lässt. Clevere Kundschaft merkt sich das Ende der Vertragslaufzeit sowie die Kündigungsfrist vor, um fristgerecht handeln zu können, falls sich bessere Vergleichsangebote finden lassen.

  1. Versteckte Kosten

Kostenfallen gibt es bei Handyverträgen leider reichlich. Das Spektrum reicht vom übertriebenen Bereitstellungspreis (Anschlussgebühr) über Staffelpreise bis hin zur Datenautomatik. Für optimierten Verbraucherschutz vor dubiosen Machenschaften, hat der Gesetzgeber auf Grundlage der Telekommunikationsmarkt-Transparenzverordnung einige Änderungen durchgesetzt. Seit Juni 2017 sind Anbieter beispielsweise verpflichtet, sämtliche relevanten Vertrags- und Leistungsinhalte leicht verständlich und übersichtlich in Form eines Produktinformationsblatts aufzuführen. Folgende Angaben dürfen dabei unter anderem nicht fehlen:

  • Vertragslaufzeit

  • Gebühren

  • Kündigungsfrist

  • Verlängerungsoptionen

  • Datenvolumenverbrauch, der eine Drosselung der Geschwindigkeit* auslöst

  • verfügbare Datenübertragungsrate (Normal, Maximum, Minimum)

Problematisch sind Testoptionen. Diese sind online in der Maske für den Vertragsabschluss oft voreingestellt und werden automatisch hinzugebucht, wenn Interessenten die jeweiligen Haken beim Beauftragen nicht entfernen. Läuft die Testphase ab, muss Kundschaft für die Leistungen zahlen.

  1. Fallstrick Drittanbieterleistungen: Sonderkündigungsrecht klären!

Verändert sich ein Tarif zu Ungunsten des Kunden, kann vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch gemacht werden. Ein Grund für eine Sonderkündigung kann beispielsweise die Abrechnung von Drittanbieterleistungen sein, worunter in der Vergangenheit zum Beispiel zahlreiche Kunden von Vodafone*, Klarmobil und Mobilcom Debitel zu leiden hatten. Grundsätzlich dürfen nur Leistungen des Mobilfunkpartners auf Rechnungen auftauchen. Führen Vertragspartner Gebühren von Premiumdiensten, Drittanbietern oder Sonderrufnummern auf, die weder genutzt wurden noch bekannt sind, kann die außerordentliche Kündigung gerechtfertigt sein. In einer solchen Situation müssen Sie der Mobilfunkrechnung schriftlich widersprechen und Ihrem Anbieter mitteilen, dass Sie mit den abgerechneten Fremdfirmen keinen Vertrag eingegangen sind, diese nicht kennen und keine Leistungen von ihnen bezogen haben“, so der Hinweis von Rechtsanwalt Thomas Hollweck in einem Ratgeber zur Kündigung von Handyverträgen. Zudem sollte demnach um eine Stornierung der Drittanbieter auf der Rechnung gebeten und dem Provider mitgeteilt werden, dass sich der Kunde mit diesen direkt in Verbindung setzen möchte. Der Mobilfunkanbieter muss die Fremdanbieter anschließend von der Rechnung entfernen und das Dokument um die entsprechenden Beträge bereinigt, ausstellen. Kommen im Anschluss Rechnungen der Drittanbieter, ist dagegen Widerspruch einzulegen.Weigert sich Ihr Mobilfunkanbieter aber, die Fremdfirmen von der Handyrechnung zu entfernen, […] liegt ein Grund zur außerordentlichen Kündigung vor“, fügt Hollweck hinzu.

Handys ohne Vertrag* sind eine alternative Option mit mehr Flexibilität. Die Vor- und Nachteile dazu in diesem Beitrag.

 

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