Zu hohe Roamingkosten – Vogelforscher pleite

Zu hohe Roamingkosten – Vogelforscher pleite – In der EU ist das Roaming im Mobilfunk-Bereich mittlerweile weitgehend kostenfrei und daher kann man in allen Ländern der EU zum gleichen Preis wie in Deutschland telefonieren. In anderen Länder ist das allerdings nicht der Fall, dort fallen nach wie vor recht hohe Kosten an, wenn man Dienste im Ausland nutzen will.

Diese Lektion musste jetzt auch russische Forscher lernen. Sie hatten Adler mit Sendern ausgestattet. Diese übermittelten den Standort der Tiere per SMS und so wollten die Forscher die Flugrouten der Adler erforschen. Allerdings wurde das teuer, denn die Tiere flogen ungeplant in den Iran. Dort kostet eine SMS 49 Rubel (also etwa 69 Cent) und damit schmolz das Budget für die Forschung ganz schnell weg. Zum Schluss mussten die Forscher sogar einen Kredit aufnehmen um die Gebühren bezahlen zu können.

Die BBC berichtete über den Fall und schreibt dazu:

The journey of one steppe eagle, called Min, was particularly expensive, as it flew to Iran from Kazakhstan. Min accumulated SMS messages to send during the summer in Kazakhstan, but it was out of range of the mobile network. Unexpectedly the eagle flew straight to Iran, where it sent the huge backlog of messages. The price per SMS in Kazakhstan was about 15 roubles (18p; 30 US cents), but each SMS from Iran cost 49 roubles. Min used up the entire tracking budget meant for all the eagles. The Russian researchers are volunteers at the Wild Animal Rehabilitation Centre in Novosibirsk. Their crowdfunding appeal, which has paid off more than 100,000 roubles (£1,223), was called „Top up the eagle’s mobile“

Als Lösung wurde ein Crowdfunding Projekt gestartet, dass helfen sollte und tatsächlich auch 100.000 Rubel einbrachte. Damit ist die Forschung zumindest vorläufig gerettet. Dazu will MegaFon (der Mobilfunk-Anbieter hinter diesem Fall) zukünftig einen speziellen Tarif dafür anbieten. Wie genau das aussieht ist aber noch offen.

Wer sich die teuren Flugrouter der Adler anschauen will, kann das auf der Webseite des Teams nach wie vor tun.

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