Handy gesperrt – was tun, wenn man keine Zugriff auf das eigene Smartphone mehr hat?

Handy gesperrt – was tun, wenn man keine Zugriff auf das eigene Smartphone* mehr hat? – Handys und Smartphone* beinhalten eine ganze Reihe von sensiblen Informationen und oft werden auch Bank-Geschäfte mittlerweile über die Geräte abgewickelt. Daher sind die Modelle inzwischen auf verschiedenen Ebenen geschützt. Probleme kann es geben, wenn man die entsprechenden Passwörter vergessen hat.

So schreibt beispielsweise ein Nutzer im Samsung* Forum:

bin gerade im Ausland und hatte eine chilenische Simkarte in meinem Samsung* Galaxy S8*. Nun wollte ich meine deutsche Simkarte wieder in mein Handy rein machen, kann mein Handy aber nicht mehr einschalten. Es kommt die Meldung „Ihr Telefon wurde zur Sicherheit verschlüsselt. Bitte geben Sie Ihren PIN* ein“. Ich bin mir absolut sicher über meinen Pin* und leider kommt auch nie die Möglichkeit, mal den PUK einzugeben. Wurde mein Handy aufgrund der fremden, ausländischen Simkarte gesperrt? Was kann ich tun? Hoffentlich könnt ihr mir weiterhelfen!

Und bei Android* Hilfe schreibt ein Nutzer zu diesem Thema:

Da ich das Passwort für die Entsperrung der Bildschirmsperre meines Handys nicht mehr wusste, habe ich es über meinen Laptop durch Googles „Mein Gerät finden“ mit einem weiteren Passwort gesperrt und es danach mehrmals versucht, mit dem vermeintlich neuen Passwort zu entsperren. Dies hatte nicht funktioniert.

Ich habe das Passwort für die Entsperrung des Handys richtig eingegeben, also erscheint weiterhin die Aufforderung, das Passwort für die Bildschirmsperre einzugeben und danach würde vermutlich erst die Eingabe des Passwortes für die Sperrung durch „Mein Gerät finden“ abgefragt. Wie ich das lösen kann war meine ursprüngliche Frage.

In diesem Artikel wollen wir zeigen, wie man die jeweiligen Sperren am Handy wieder lösen kann und welche Möglichkeiten es gibt, die Geräte freizuschalten, wenn das Handy gesperrt ist.

PIN Sperren lösen – so geht man vor

Sperrbildschirm PIN* entsperren

Die häufigste Sperren, mit der ein Handy-Nutzer zu tun hat, ist mittlerweile die Displaysperre, bei der vor der Benutzung des Gerätes ein Sperrbildschirm kommt, der per Muster, PIN, Fingerabdruck oder auch Retina* Scan entsperrt werden muss.  Welche Form der Sperre man nutzt, ist dabei unerheblich, auch für die Entsperrung macht es keinen Unterschied, ob man beispielsweise ein PIN oder ein Muster zur Sperrung eingesetzt hat.

Prinzipiell gilt, dass man diese Sperre umgehen kann, wenn man die Smartphones* auf die Werkseinstellungen zurück setzt. Wie genau das geht haben wir hier zusammen gestellt. Dann werden alle Daten auf dem Gerät gelöscht und das Setup nochmal komplett gestartet. Eventuelle eigene Fotos, Videos und Apps gehen damit verloren. Daher sollte man diese Option nur nutzen, wenn es gar nicht mehr anders geht. Dazu hat Google mittlerweile einen Factory Sperre eingebaut: man braucht also auch nach einem Reset auf die Werkseinstellungen das Google Passwort, um sich einzuloggen (sofern das Gerät mit einem Google Account verbunden war).

Einfacher und ohne Datenverlust funktioniert die Entsperrung der PIN des Lockscreens, wenn man den Google Gerätemanager nutzt. Dafür muss das Gerät mit einem Google Account verbunden sein (was mittlerweile bei den meisten Modellen der Fall ist) und dann kann man über diesen Account die Sperre auf dem Handy verändern. In der Regel wird dabei nach mehreren falschen Versuchen der Hinweis “Passwort vergessen” eingeblendet. Diesen kann man nutzen um direkt zum Gerätemanager zu kommen. Alternativ kann man diesen auch direkt aufrufen: https://security.google.com/settings/

Unter dem Punkt “Sperren” kann man beispielsweise eine neue PIN setzen und hat dann damit wieder Zugriff auf die Geräte.

Wichtig: Wer bei Google die Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzt, bekommt in der Regel einen SMS mit einer Bestätigung zugeschickt. Das ist ein Problem, da man ja auch die SMS durch das gesperrte Handy nicht mehr zugreifen kann. Daher sollte man in diesem Fall die Simkarte in ein freies Gerät einlegen und dann die SMS empfangen.

Video: Entsperrmuster vergessen

Google Account Abfrage

Diese Abfrage ist nicht direkt eine PIN Abfrage, verlangt aber den Login mit dem Konto, das mit dem Gerät verknüpft ist und wird in der Regel nach einem Werksreset aufgerufen. An sich ist diese Funktion (auch unter dem Namen Android* Factory Reset Protection) durchaus sinnvoll, denn sie hilft dabei, den Zugriff auf Android* Geräte nur für autorisierte Benutzer zu sichern. Wird ein Gerät verloren oder gestohlen, kann der Finder oder Dieb mit dem Gerät wenig anfangen, da selbst nach einem Werksreset ein Login mit dem ursprünglichen Google Account gefordert wird – ansonsten kann man auf die Geräte nicht zu greifen. Das Problem: Google hat diese neue Funktion kaum kommuniziert und daher wissen auch viele rechtmäßige Besitzer nicht, dass es diese Sperre gibt und dass man sich sowohl den Google Account (also im besten Fall die Email-Adresse) sowie das Passwort merken sollte. Für die Entsperrung der Smartphone* Device Protection benötigt man daher:

  • den Google Account Namen (Email-Adresse)
  • das Passwort
  • die Entsperrung ist hier möglich

Die genauen Details zur Entsperrung haben wir hier zusammen gefasst.

SIM PIN – wenn die Simkarte gesperrt ist

Die Simkarte selbst hat auch einen PIN Schutz und dieser wird aktiv, wenn die Simkarte zum ersten Mal in ein Gerät gelegt wird oder das Gerät aufgrund eines leeren Akkus abgeschaltet wurde. Die SIM PIN soll verhindern, das jemand mit dem Gerät telefoniert oder ins Internet geht, der das nicht darf. Hintergrund ist es, hohe Kosten für den Inhaber der PIN zu vermeiden. Man könnte ein fremdes Gerät ohne eine solche PIN auch missbräuchlich für Fake Bestellungen oder Schlimmeres verwenden. Daher ist dieser Schutz durchaus sinnvoll.

Wenn die SIM PIN verloren gegangen sein sollte, ist das allerdings kein größeres Problem. Diese PIN kann jederzeit direkt im Handy neu gesetzt werden. Man benötigt dazu allerdings die sogenannte PUK. Diese wird in der Regel direkt mit der PIN und den Vertragsunterlagen zur Simkarte mit verschickt. Man sollte die PUK daher gut aufbewahren um sie im Falle des Falles zum Setzen einer neuen PIN zu nutzen.

Die Entsperrung der PIN durch die PUK ist dabei wie folgt möglich:  **05*PUK*neue PIN*neue PIN#

Sollte auch die PUK nicht mehr vorhanden sein, hilft leider nur noch der Weg zum Kundenservice des neuen Anbieters. Dort kann man sich PIN und PUK erneut holen, oft ist das allerdings mit Kosten verbunden. Mehr dazu gibt es in diesem Artikel zur PIN und PUK.

Simlock PIN

Der Simlock wird gerne bei Prepaid Handys eingesetzt und ist eine Sperre, bei der man ein Handy nur mit einer bestimmten Simkarte nutzen kann. Legt man in so ein Gerät eine andere Sim ein, wird ein Entsperrcode abgefragt. Nur mit diesem Code ist es möglich, die Geräte frei zu schalten um auch Simkarten anderer Anbieter zu verwenden. Den Code gibt es in der Regel nach zwei Jahren beim eigenen Anbieter kostenfrei. In den ersten beiden Jahren kann man die Geräte auch entsperren, dann gibt es den Code aber nur gegen Gebühr und diese beträgt meistens um die 100 Euro. Das lohnt sich nur selten.

Mittlerweile findet man diese Sperren aber nur noch selten.  Beispielsweise gab und gibt es aber gerade bei den iPhones immer wieder Anbieter, die auf den Netlock (als abgewandelte Form des Simlock) setzen.

Was tun wenn der Anbieter das Handy gesperrt hat?

Der Anbieter kann an sich nicht das Handy direkt sperren, sondern wenn dann nur die Simkarte. Das kann beispielsweise geschehen, wenn man mit den Rechnung zu lange im Zahlungsverzug ist. Allerdings gibt es dafür mittlerweile recht klare Regeln, es darf beispielsweise nicht wenige kleinen Summen gesperrt werden. Dazu kann man jedes Handy an sich auch weiter nutzen, wenn man es mit einer anderen (nicht gesperrten) Simkarte nutzt, denn die Sperre bezieht sich eben nur auf die Sim.

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