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Schlechter Empfang bei Handys und Smartphones – so kann man sich helfen

von Bastian Ebert

Schlechter Empfang bei Handys und Smartphones – so kann man sich helfen – Das mobiles Internet ist mittlerweile die wichtigste Funktion am Handy, aber man ist dabei darauf angewiesen, dass man ein schnelles und stabiles Mobilfunk-Netz hat. Leider ist das nicht immer der Fall, viele Nutzer klagen immer wieder über schlechte Verbindung mit wenig Empfang und wenigen Balken. In dem Fall sind dann viele Funktionen der Handys und Smartphones nicht nutzbar und daher ist schlechter Empfang bei Handys und Smartphones immer ein Ärgernis. In diesem Artikel wollen wir zeigen, was man dagegen tun kann und auch, wie es rechtlich bei schlechtem Netz aussieht.

Wichtig dabei: Hier geht es nicht um Problemfällen, bei denen der Empfang komplett weg ist oder die Handykarte gar kein Netz* findet. Dies hat in der Regel andere Ursache und wir haben diese Probleme (und die Hilfestellungen dazu) hier zusammenengefasst: Handy hat kein Netz | Handy erkennt Sim nicht | Kein mobiles Internet | Kein WLAN Empfang

So kann man sich selbst helfen

Bei schlechtem Empfang kann man sehr gut selbst aktiv werden und unterschiedliche Möglichkeiten prüfen, um den Empfang zu verbessern. Die wichtigsten Tipps dazu haben wir hier zusammengestellt:

  • Netzabdeckung prüfen: in vielen Bereichen (vor allem außerhalb der Städte) ist das Netz einfach noch nicht so gut ausgebaut und daher ist der Empfang schlecht und man hat wenige Balken. Das kann man auf den Netzausbaukarten der Anbieter abfragen – diese stehen kostenlose für alle deutschen Netze zur Verfügung und dort sieht man, was theoretisch möglich wäre oder eben auch nicht:  Telekom Netzkarte |Vodafone Netzkarte | O2 Netzkarte
  • Netzverbindung zurücksetzen – in vielen Fällen kann es helfen, das Handy neu ins Netz einwählen zu lassen. Dann werden aktuellen Daten zum Netz geholt und das reicht oft schon aus um den Empfang zu verbessern. Die Neueinwahl kann man mit einem Neustart des Smartphone* erzwingen, es reicht aber auch, die Geräte kurz auf Flugmodus zu schalten und dann diesen wieder abzuschalten. Auch dann wählen sich die Handys neu ins Netz ein.
  • Position ändern: Oft schirmen Gebäude oder Wände den Empfang ab und dann hat man ein deutlich schlechteres Signal und nur wenige Balken. in dem Fall kann es helfen, sich eine andere Position zu suchen, bei der es diese Störung nicht gibt. Das kann aber recht mühsam sein, wenn man nicht weiß, wodurch das Signa gestört wird.
  • Unterschiedliche Netzmodi versuchen: Wenn es mit LTE nicht gut klappt, kann man LTE auch manuell abschalten und dann mit 3G möglicherweise besser surfen. Gleiches gilt auch für 5G. Mit etwas ausprobieren findet man auch in schwach ausgebauten Regionen oft einen guten Standard.
  • Langfristig gedacht – Netzbetreiber wechseln: Wenn man häufig in Gebieten mit schlechten Empfang unterwegs ist, kann man versuchen den Tarif auf einen Netzbetreiber zu wechseln, der vor Ort den besten Empfang bietet. Dafür können die Netzkarten der jeweiligen Anbieter (oben verlinkt) hilfreich sein.

Sollte alles nichts helfen, ist der Support des eigenen Anbieters der richtige Ansprechpartner. Dort kann man auch prüfen lassen, ob eventuell eine technische Störung vorliegt oder es andere Ursachen für den schlechten Empfang gibt.

Schlechter Empfang? Alternativen nutzen!

Wenn das Handy-Netz sehr schlecht ist und man kaum mobilen Empfang hat, kann man versuchen auf Alternativen zurückzugreifen, um dennoch Verbindung zu bekommen.

So kann man beispielsweise mit WLAN Calling auch dann telefonieren, wenn man kein Handynetz hat, aber WLAN zur Verfügung steht. Dafür muss allerdings der Tarif und auch das Handy WLAN Calls unterstützen.

WLAN Hotspots sind dann eine Alternative, wenn man mobil ins Netz gehen will, aber nur schlechtes Handynetz hat. Diese Hotspots stehen teilweise kostenfrei, teilweise kostenpflichtig an immer mehr Stellen in Deutschland zur Verfügung. Bei einigen Flatrates und Handyverträgen ist de Hotspot Nutzung kostenlos mit inklusive. Falls nicht sollte man überlegen, ob es sich rechnet den Zugang kurzfristig zu buchen und dafür eventuell auch etwas zu bezahlen.

Es kann auch helfen eine zweite Simkarte oder eSIM* mit einem anderem Tarif in einem anderen Netz zu nutzen um bei schlechtem Empfang unter Umständen wechseln zu können.

Die rechtliche Situation bei schlechtem Empfang

Immer wieder kommen Fragen auf, ob man einen Handyvertrag kündigen kann, wenn der Empfang zu schlecht ist. Allerdings ist die Situation bei schlechtem Empfang vergleichsweise komplex, besser ist es geregelt, wenn es eine komplette Störung gibt.

Der Bundesgerichtshof (AZ: III ZR 98/12) schreibt im Bereich DSL (aber auch anwendbar beim Handy):

Es kann einen ersatzfähigen Vermögensschaden darstellen, wenn dem Inhaber eines DSL-Anschlusses die Möglichkeit genommen wird, seinen Zugang zum Internet zu nutzen, ohne dass ihm hierdurch Mehraufwendungen entstanden oder Einnahmen entgangen sind.

Bei Störungen beim Empfang oder schlechten Leistungen sieht es dagegen nicht ganz so klar aus. Prinzipiell gibt es keinen Anspruch auf guten Empfang an einen bestimmten Standort, es sei denn, etwas anderes wurde vereinbart. Das kann auch der Fall sein, wenn sich der Empfang plötzlich verschlechtert, etwa weil der Anbieter Funkmasten abgeschaltet oder zurück gebaut hat. Auch dann kann dies unter Umständen ein Sonderkündigungsrecht auslösen – hier muss man aber immer den Einzelfall betrachten.

Schlichtungsverfahren bei schlechtem Empfang

Unterstützung kann man sich bei schlechtem Empfang bei der Bundesnetzagentur holen. Diese Behörde ist die Schlichtungsstellen für den Telekommunikationsbereich und agiert damit als neutraler Schlichter zwischen Anbieter und Kunde. Informationen zum Schlichtungsverfahren findet man dabei hier:

Die Schlichtung ist dabei kostenfrei, allerdings ist der Anbieter nicht an den Schlichtungsspruch gebunden.

Video: Schlechter Empfang beim Handy – Lösungsmöglichkeiten

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