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Freie WLAN und Hotspots – Tipps & Tricks zur Nutzung

von Bastian Ebert

Öffentliche W-LAN Netzwerke – Wie man sie findet und wie man sich sicher in ihnen bewegt. Wer kennt diese Situation nicht? Da wartet man schon ewig auf den nächsten Zug, aber es reiht sich eine Verspätung an die nächste. Langeweile kommt auf und man vertreibt sich die Zeit damit von einem Katzenvideo auf das nächste zu klicken. Doch plötzlich ist damit Schluss, aber nicht etwa weil der Zug kommt, sondern weil das Datenvolumen verbraucht ist. Die Folge: man aktiviert das W-LAN und sucht verzweifelt nach einem Netzwerk ohne Sicherung. Hier kommen öffentliche Netzwerke ins Spiel. Denn diese stellen für viele Nutzer die Möglichkeit dar außerhalb des Handyvertrags zusätzliches Datenvolumen zu ergattern, oder eigenes Datenvolumen zu sparen. Oft werden freie WLAN auch als Alternative für das mobile Surfen ohne Drosselung empfohlen. Das ist grundsätzlich auch richtig, man sollte aber einige Sicherheitshinweise beachten und diese Alternative steht natürlich auch nur dort zur Verfügung, wo es freie Netzwerke gibt. Prinzipiell sollte man im Hinterkopf behalten, dass man in Hotspots gemeinsam mit anderen Nutzern surft und diese daher unter Umständen auch die gesendeten Daten sehen. Wie man sich dagegen sichert, haben wir in diesem Artikel zusammengefasst.

Die Suche nach öffentlichen Netzwerken

Sucht man mit dem Handy oder Tablet nach WLANs, finden sich in Deutschland meistens viele Netzwerke. Gerade in den Städten ist die WLAN Dichte sehr hoch. Allerdings sind diese WLAN in fast allen Fällen gesichert und man benötigt ein Passwort, um sie nutzen zu können. Das ist der komplexen rechtlichen Lage in Deutschland geschuldet. Nach wie vor gilt der Grundsatz, das Betreiber von öffentlichen WLAN in Haftung genommen werden, wenn über ihr freies Netzwerk strafbare Handlungen begangen werden.

Glücklicherweise ist die Verfügbarkeit von öffentlichen Netzwerken in manchen deutschen Städten in den letzten Jahren besser geworden. Die lokale Politik wurde mit der IT-Grundversorgung betraut und seit den merkt man, dass die Verfügbarkeit von öffentlichen Netzwerken besser wird. Zu finden sind diese Hotspots meist bei vielen Fastfood Ketten, Lobbys von Hotels (Accor, A&O, etc.), Flughäfen und manchmal sogar Tankstellen. Wer jedoch genauer suchen will kann sich Apps installieren, die gezielt nach öffentlichen Netzwerken suchen. Für die Suche braucht man vorab jedoch schon mal eins, eine mobile Datenverbindung. Folgende Apps erweisen sich als gute Spürhunde:

  • FreeZone (Android*): sucht Netzwerke im Umkreis, zeigt Signalstärke und prüft ob ein Login nötig ist
  • Wifi Finder (Android*/iOS): funktioniert wie FreeZone ist aber auch im offline Modus verfügbar und zeigt zusätzlich kostenpflichtige Hotspots
  • WeFi Pro (Android*/iOS): unterhält eigene Hotspots und zeigt nur diese an

Ohne App ist eine Suche nach Hotspots per Suchmaschine ebenfalls möglich.

Diese Auswahl ist wirklich nur eine Auswahl und nicht abschließen. Es gibt mittlerweile viele Karten und Suchmaschinen für freie WLAN und es kommen auch immer wieder neuen hinzu. Es kann sich daher lohnen, nach neuen Karten zu suchen, die eventuell auch Netzwerke abbilden, die man bisher noch nicht kennt.

Dazu gibt es in vielen Städten mittlerweile auch WLAN-Netzwerke, die von privaten öffentlich zur Verfügung gestellt werden: die sogenannten Freifunk-Netze. Die Initative setzt sich dafür ein, die Versorgung mit freiem Internet zu verbessern und die Mitglieder schaffen daher vor Ort freie Zugangsknoten. In der Selbstbeschreibung dazu heißt es:

Die freifunk-Community ist Teil einer globalen Bewegung für freie Infrastrukturen und offene Funkfrequenzen. Unsere Vision ist die Demokratisierung der Kommunikationsmedien durch freie Netzwerke. Die praktische Umsetzung dieser Idee nehmen freifunk-Communities in der ganzen Welt in Angriff.

Mittlerweile sind die Netzwerke an vielen Standorten zu finden, auch wenn natürlich die Städte hier einen Vorteil haben. Einen Überblick über Freifunk-Netzwerke gibt es hier:

Beim Surfen in freien Netzwerken sollte man auch auf eine faire Nutzung achten. Die meisten Netze werden von Privat zur Verfügung gestellt und eine massive Ausnutzung durch sehr hohe Datenvolumen sorgt meistens sehr schnell dafür, dass die Knoten wieder abgeschaltet werden.

WLAN und Hotspots – Sicherheitstipps des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik

  • Schalten Sie die WLAN-Funktion nur ein, wenn Sie diese benötigen!
    Auch beim Gebrauch im öffentlichen Raum gilt: Ein abgeschaltetes WLAN bietet keine Angriffsfläche.
  • Rufen Sie vertrauliche Daten über ein fremdes WLAN-Netz am besten nicht ab.
    Falls das unvermeidbar ist, tun Sie dies möglichst nur über eine SSL gesicherte Verbindung (z.B.: https) oder ein VPN (Virtual Private Network). Ein VPN bietet Ihnen eine verschlüsselte Verbindung für sämtliche übertragenen Daten in ein vertrauenswürdiges Netzwerk, sodass unberechtigte Dritte in einem nicht vertrauenswürdigen Netz, zum Beispiel einem öffentlichen WLAN, Ihre Daten nicht mitlesen können. Viele Arbeitgeber bieten ein VPN für die sichere Anbindung externer Mitarbeiter an. Für eine private Nutzung gibt es verschiedene Angebote von Internet-Providern und spezialisierte Dienstleister.
  • Informieren Sie sich über das Sicherheitsniveau des Hotspots!
    In den meisten Hotspots wird nicht verschlüsselt. Lesen Sie die Beschreibungen des Hotspot-Leistungsangebots oder fragen Sie – etwa in einem Café – einfach den Besitzer.
  • Viele Hotspots haben eine fundamentale Schwachstelle:
    Um dem Nutzer einen möglichst unproblematischen Netzzugang zu ermöglichen, erfolgt keine Verschlüsselung auf der Luftschnittstelle. Deswegen sind die Nutzer für die Vertraulichkeit der Datenübertragung immer selbst verantwortlich. Wenn Sie in einem öffentlichen Netzwerk Zugang zu Ihrem Firmen- oder Heimnetzwerk aufbauen möchten, führen Sie den Zugang über VPN (Virtual Private Network) aus.
  • Deaktivieren Sie die Datei- und Verzeichnisfreigaben.
    Je nach Konfiguration des Hotspots kann es möglich sein, dass Ihr Gerät im Netzwerk für andere sichtbar ist.
  • Deaktivieren Sie nach Möglichkeit die automatische Anmeldung an bekannten Hotspots.
    Den Namen seines WLANs kann ein Betreiber frei wählen. Daher ist es denkbar, dass Betrüger WLANs errichten, diese “Telekom*” oder “Free Wifi” nennen, und dann darauf warten, dass sich Smartphones* einbuchen. So können sie zum einen die Zugangsdaten abgreifen, die Ihr Gerät für WLANs mit dem entsprechenden Namen abgespeichert hat. Zum anderen könnten sie den gesamten Datenverkehr mitlesen. Da sich auch verschlüsselte Verbindungen vortäuschen lassen, sollten Sie in öffentlichen WLANs auch SSL-gesicherten Websites (https://…) ein gesundes Misstrauen entgegen bringen.
  • Quelle

Gefahren und Möglichkeiten zur Sicherung

Bevor man sich mit einem Hotspot verbindet sollte man vorerst sicherstellen, dass man kein zu hohes Sicherheitsrisiko eingeht. Ansonsten läuft man Gefahr das durch etwa “Man in the Middle”-Attacken sensible persönliche Informationen (Bankverbindung, Login Daten von sozialen Netzwerken, etc.) geleaked werden und so an Dritte geraten. maps.skycure.com kann hier ein wenig Abhilfe schaffen und zeigt alle unsicheren Netzwerke in der Nähe des aktuellen Standortes an. Wem das nicht genug ist, der kann sich Droidguard Sheep besorgen. Die App läuft im Hintergrund und schaltet die Verbindung zum Hotspot automatisch ab und gibt eine Warnung aus, falls ein Angriff erfolgt.

Schutz durch Verschlüsselung

Solange man in einem fremden Netzwerk unterwegs ist, ist man auf sich allein gestellt und man muss selbst für seine Sicherheit sorgen. Es ist daher ratsam die Kommunikation mit Webservern zu verschlüsseln. HTTPS Everywhere ermöglicht genau dies und ermöglicht die Kommunikation mit der verschlüsselten Version jeder Webseite. Die Anwendung ist als Addon für Chrome*, Fireforx und für Android Browser erhältlich. Firefox-Addon Force-TLS funktioniert ähnlich und verschlüsselt die Kommunikation mit Webservern auf Basis vom TLS (transport Layer Securtiy) Protokoll. Wer noch mehr Sicherheit will kann sich auch über ein VPN (Virtual Private Network) verbinden. VPNs stellen mit mehreren Netzwerken verschlüsselte Verbindungen her. Die Daten werden somit für Hacker schwerer lesbar. Hierfür kann man die kostenlose Version von CyberGhost für Notebook als auch für Android nutzen. Trotz Verschlüsselung sollte man nie davon ausgehen wirklich 100% sicher zu sein. Die Verbindung mit öffentlichen Netzwerken bleibt immer ein Sicherheitsrisiko.

WLAN und Hotspot Netze der Telekom und von Kabel Deutschland

Neben den komplett freien Netzen finden sich in Deutschland auch Hotspot-Netzwerke einiger größerer Anbieter. Besonders die Telekom* und Kabel Deutschland sind hier aktiv. Diese WLAN können allerdings nicht direkt frei genutzt werden sondern es ist in der Regel eine Anmeldung mit den Kundendaten notwendig oder aber man kauft einen Zugangspass für einen Tag oder länger.Die Telekom* schreibt zum Netzwerk:

Gehen Sie an über 1 Million HotSpots in Deutschland, davon über 20.000 öffentliche HotSpots der Telekom, und 45.000 Standorten weltweit ins Internet. Überall dort, wo Sie das HotSpot Zeichen entdecken, sind Sie mit wenigen Klicks online und haben Zugriff auf Ihre E-Mails und alle Informationen aus dem Internet. Sie können chatten und surfen wie zu Hause am PC.

Für Kunden der Anbieter sind die Hotspots oft kostenfrei, beispielweise bietet die Telekom in allen neuen MagentaMobil Tarifen einen sogenannte Hotspot Flat gleich mit inklusive an. Ähnliche Modelle gibt es auch bei Kabel Deutschland.

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